Autor Thema: Video über CSD-Feindlichkeit  (Gelesen 722 mal)

Offline MAS

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #45 am: Gestern um 22:22 »
Lieber Zwurg,

ich glaube gar nicht, dass wir so sehr verschiedener Meinung sind.

1. Sprach ich von dem Ballungsgebiet, in dem ich wohne, mit einem zwar nicht erstklassigen, aber doch guten ÖPNV-Angebot. Ich meine nicht ländliche Gebiete, die ich sehr wohl kenne, wo dreimal am Tag ein Bus durchs Dorf fährt.

2. Halte ich unser ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum für suboptimal. Aber der Einsatz von Bussen muss sich auch für die Unternehmer lohnen. Wenn die Menschen lieber voll flexibel im eigenen Auto fahren, fahren die Busse leer durch die Gegend. Das ist wie mit Lebensmittelläden in den Dörfern, die es kaum gibt, weil die Leute lieber mit ihrem PKW zum km entfernten billigeren Supermarkt fahren, wo sie evtl. auch auf dem Weg von der Arbeit eh vorbei kommen. In Ägypten, so habe ich es erlebt, kommt man mit Minibussen in jedes Dorf. Aber man muss auch Zeit mitbringen, vor allem, weil die erst losfahren, wenn der Wagen voll ist.

3. Von Elektroautos habe ich nicht geschrieben. Die sind zwar ein kleines Übel, zumindest für mich als Anwohner einer Hauptverkehrsstraße, aber verbrauchen auch seltene Rohstoffe und produzieren genau so viel Reifenabrieb-Mikroplastik wie die Verbrenner. Davon spricht fast nie jemand. Aber was macht schon die Plastikvergiftung von Boden, Luft, Wasser und Organismen (inkl. der, die wir essen und dadurch unserer eigenen Körper) gegen das Menschenrecht, im eigenen Auto zu fahren?

Ich glaube, wenn das Angebot vom ÖPNV so wäre, dass Du damit vielleicht etwas langsamer, aber dennoch grundsätzlich Deine täglichen Fahrten unternehmen könntest, würdest Du ihn auch wählen und Dein Auto zu Hause lassen oder abschaffen. Allerdings glaube ich auch, dass viele - viel zu viele - es nicht freiwillig machen würden.

LG, Micha
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Offline Zwurg

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #46 am: Gestern um 23:29 »
Lieber Zwurg,

ich glaube gar nicht, dass wir so sehr verschiedener Meinung sind.

1. Sprach ich von dem Ballungsgebiet, in dem ich wohne, mit einem zwar nicht erstklassigen, aber doch guten ÖPNV-Angebot. Ich meine nicht ländliche Gebiete, die ich sehr wohl kenne, wo dreimal am Tag ein Bus durchs Dorf fährt.
Ich kenne zwar Bonn nicht, aber ich bin mir sicher, dass es auch dort Gebiete ausserhalb der Stadt mit weniger öffentlicher Verkehrsanbindung gibt. Menschen haben einen Grund ein Auto zu besitzen und damit zu fahren. Ich bin in meinem Leben sehr viel mit dem Auto gefahren 80 % davon zur Arbeit und 20% zu privaten Zwecken. Und oft mit den Firmen Autos nach München, diese waren nicht immer als Firmenautos erkennbar. Und ich hab mich auch immer gewundert wohin die Autos alle wollten., wenn sich der Verkehr in die Stadt hinein staute. Ähnlich wie ich kamen sie aus den Randgebieten und wollten zum Arbeiten in die Stadt.

Zitat

2. Halte ich unser ÖPNV-Angebot im ländlichen Raum für suboptimal. Aber der Einsatz von Bussen muss sich auch für die Unternehmer lohnen. Wenn die Menschen lieber voll flexibel im eigenen Auto fahren, fahren die Busse leer durch die Gegend. Das ist wie mit Lebensmittelläden in den Dörfern, die es kaum gibt, weil die Leute lieber mit ihrem PKW zum km entfernten billigeren Supermarkt fahren, wo sie evtl. auch auf dem Weg von der Arbeit eh vorbei kommen. In Ägypten, so habe ich es erlebt, kommt man mit Minibussen in jedes Dorf. Aber man muss auch Zeit mitbringen, vor allem, weil die erst losfahren, wenn der Wagen voll ist.
Ich weiß nicht wie das funktionieren soll, wenn ich auf den Kleinbus aus der Nachbarschaft warten soll, wenn ich irgendwo hin muss, die Zeit hat in unserem Deutschland niemand, in fast jedem betreib musst du nach der Stempeluhr und nach Terminen arbeiten. Bist du zum Termin nicht da gibts Ärger.
Ich kann mir also einen solchen ÖNPV Verkehr nicht vorstellen, wie du ihn beschreibst.
Zitat
3. Von Elektroautos habe ich nicht geschrieben. Die sind zwar ein kleines Übel, zumindest für mich als Anwohner einer Hauptverkehrsstraße, aber verbrauchen auch seltene Rohstoffe und produzieren genau so viel Reifenabrieb-Mikroplastik wie die Verbrenner. Davon spricht fast nie jemand. Aber was macht schon die Plastikvergiftung von Boden, Luft, Wasser und Organismen (inkl. der, die wir essen und dadurch unserer eigenen Körper) gegen das Menschenrecht, im eigenen Auto zu fahren?
Das stimmt natürlich, das hab ich geschrieben.
Es geht nicht um ein Menschenrecht Auto fahren zu dürfen, es geht um Zeit und Effektivität, das ein Mensch zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Wenn die Bürger keine Autos mehr haben, wird all dass, das die Autofahrer in den letzten 7 Jahrzehnten geschaffen haben vergehen. Dann müssen wir wieder leben wie vor 100 Jahren. Wer will das wirklich? ich nicht.
Zu meiner Elektriker und Bauleiter Zeit bin ich exterm viel gefahren zu den Baustellen, meist im Ballungsraum München. Mein Vater hat für eine Rohrleitungsbaufirma gearbeitet und ist jeden Tag durch halb Bayern mit seinem Auto zu den Baustellen gefahren, wo die Gasleitungen verlegt wurden.
Das sind all die kleinen Tätigkeiten von kleinen Menschen die das Deutschand schufen in dem wir heute leben. Ohne Gas keine Industrie, keine Arbeitsplätze, ohne Strom wärs kalt und finster und die Segungen der modernen Welt wären nutzlos. und so gibts weitere viele Dinge die notwendig sind, wo die Menschen gebraucht werden und von zu Hause mit ihren Autos hinfahren.
Zitat
Ich glaube, wenn das Angebot vom ÖPNV so wäre, dass Du damit vielleicht etwas langsamer, aber dennoch grundsätzlich Deine täglichen Fahrten unternehmen könntest, würdest Du ihn auch wählen und Dein Auto zu Hause lassen oder abschaffen. Allerdings glaube ich auch, dass viele - viel zu viele - es nicht freiwillig machen würden.

LG, Micha

wenn ich langsamer aber sicher zu meinen Zielen gelangen könnte, würde ich es vielleicht als Rentner in Anspruch nehmen, wo ich mehr Zeit habe. Aber wie gesagt, glaube ich nicht, dass es zu meinen Lebzeiten ein solches Angebot geben wird. Vielleicht gibt es einmal Robotertaxis die zu einem annehmbaren Preis ein Auto ersetzen können. Das wäre ein Grund mein Auto aufzugeben.
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Offline Zwurg

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #47 am: Gestern um 23:38 »
Für mich sind solche Menschen der Untergang Deutschlands.
Geht´s nicht ein paar Nummern kleiner? Ohne maßlose Übertreibung?

Mit ein wenig mehr Selbstverantwortung für das eigene Leben.
Reine Ideologen ohne Bildung oder Erfahrung in den Dingen die sie entscheiden, sind immer eine Katastrophe. Sie kümmern sich nicht um die Kosten und Folgen ihrer Entscheidungen. Sie verschenkten bedenkenlos deutsches Steuergeld in alle Welt, ohne an die Menschen zu denken, die es mit ihrem Schweiß erarbeiten mussten. Sie stellten Weichen, die tausende von Arbeitsplätzen kosteten.
Das finde ich ist keine maßlose Übertreibung.

Die Selbstverantwortung für mein Leben und die Tätigkeiten musste ich immer übernehmen. Ich musste alles selbst erarbeiten und Verantwortung für meine Mitarbeiterund meine Aufgabenfelder übernehmen, dafür habe ich mich ständig fortgebildet.
Ich hab mir niemals angemaßt klüger zu sein, als andere in ihren Fachbereichen.
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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #48 am: Gestern um 23:59 »
Natürlich, lieber Zwurg, müssen wir das Tempo herausnehmen aus unserer Gesellschaft. Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten zunehmend abhängig gemacht von der Möglichkeit, in diesem hohen Tempo zu leben.
Natürlich kann man sagen, das wolle man nicht, man wolle weiterhin so leben, das man in seine 80 Lebensjahre so viel wie möglich hineinpacken kann. Oder man kann unter dem Druck leben, da mithalten zu müssen, um nicht abgehängt zu werden.
Man kann weiterhin so tun, als habe die Erde unendliche Ressourcen für dieses Leben.

Du sprichst vom Untergang Deutschlands durch zwei einzelne Politiker. Ich rede vom Untergang der Menschheit durch Milliarden von Menschen, die grenzenlos Ressourcen verbrauchen wollen.

Willst Du wirklich nicht so leben, dass auch noch viele Generationen nach uns auf diesem Planeten gut leben können?

Mein Bruder ist 1979 in ein Dorf gezogen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass er ohne Auto dort aufgeschmissen ist. Er hatte nur ca. 15 km zur Arbeit, und da fährt sogar ein Bus alle zwei Stunden oder so. Aber das passte natürlich nicht in den Rhythmus, der ihm vorgegeben war. Und er dachte auch nie darüber nach, dass es so sein könnte.
Und ich lebe an einer Straße, über die 20-30.000 Autos pro Tag direkt vor unserer Haustüre vorbei fahren. Unsere vor etwas über 10 Jahren neu gestrichene Hauswand sieht fast aus, als sei ein Vulkan in der Nähe ausgebrochen, vor lauter Feinstaub. Wir haben Risse im Haus wegen der LKW.
Bei meinem Bruder fahren in der Woche, ja im Monat weniger Autos durch die Straße, in der er wohnt, als bei uns am Tag.
Einer wie ich fährt nicht vor seiner Haustür her. Tausende wie er fahren vor unserer Haustür her.
Als das Haus, in dem ich wohne, gebaut wurde, waren die Menschen auf der Straße noch zu Fuß unterwegs oder in Kutschen oder auf Pferden. Um den Dreh rum fuhr Karl Benz in seinem Motorwagen seine ersten Strecken.

Wenn all die Menschen, von denen Du sprichst, so ungerne Auto fahren, warum tun sie nichts dafür, dass dieser Zwang aufhört? Wo sind die Demonstrationen gegen den Autofahrzwang?

Eine Freundin sagte zu mir, wir Menschen seien ein Kollateralschaden der Natur und wir bauten gerade am neuen Turm zu Babel. Ich widerspreche ihr gerne, wenn wir diskutieren, aber da fiel mir kein Gegenargument ein.

LG, Micha
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