Autor Thema: Video über CSD-Feindlichkeit  (Gelesen 13682 mal)

Offline MAS

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #90 am: Heute um 11:34 »
Gude zusammen,

Konstantin hat mir eben diesen Video-Link geschickt: https://www.youtube.com/watch?v=VjHgJuGKoeI

Leider gibt es auch im ansonsten so offenen Rheinland Fanatiker und Idioten, die anständige Menschen bedrohen, wenn diese einen Lebensweg gehen, den sie nicht verstehen wollen.

LG, Micha

Was für ein tendentiös-schlechter Bericht - "das Problem ist immer rechts" !
Das ist zu billig und zu undifferenziert!
Aber es passt ins Bild. Ich sage nur "Queer for Palestine".

Queerfeindlichkeit hat viele Täter (und Ursachen) - nicht nur aus dem politisch-rechten Milieu.
Beispiel: Queerfeindlichkeit im Islamismus.
https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/queerfeindlichkeit-im-islamismus.html

Darüber möchte aber niemand öffentlich reden - könnte ja als "islamfeindlich" gecancelt werden. Oh man!

Lieber BlueBayou,

klar gibt es noch mehr queerfeindliche Menschen und Milieus. Islamismus allerdings ist grundsätzlich das gleiche wie Nationalismus (also das politisch rechte Milieu), nur wird da nicht eine Nation, sondern eine Religion zur großen Wir-Gruppe, die man über alle anderen stellt. In der Türkei hat man sogar beides eng miteinander verzahnt.

Wenn man Islamismus kritisiert ist man nicht islamfeindlich, sonst wären viele Muslime islamfeindlich, die eine andere Art von Islam praktizieren, sei er traditionell, sei er liberal.
So ist man auch nicht deutschfeindlich wenn man deutschen Nationalismus kritisieret. Vielmehr geht es darum, Deutschland vor dem Nationalismus zu verteidigen, der ein enges Deutschlandbild zum Maß aller Dinge macht, so wie Islamisten ein enges Islambild zum Maß aller Dinge machen. (Entsprechendes gilt für andere Nationalismen und Religionismen.)

Aber Du hast insofern Recht, als es auch politisch linke Queerfeindlichkeit gibt. Manche Islamisten rechnen sich auch eher zu den Linken, insofern sie eher international ausgerichtet sind. Aber eben nicht interreligiös. Darauf kommt es beim Religionismus eben an, dass er strickte Grenzen zwischen den Religionen zieht, so wie der Nationalismus zwischen den Nationen.

Aber auch Internationalismus und Interreligionismus können übertrieben werden und fanatisch praktiziert werden.

Derzeit geht aber eben die schärfste ideologische Propaganda gegen Queerness von nationalistischen und religionistischen Gruppen aus. So wie sie zwischen den Nationen bzw. Religionen starre Grenzen lieben, so auch zwischen den Geschlechtern. Schön ordentlich in Kästchen gepresste Menschengruppen meinen sie eher beherrschen zu können. Menschen mit uneindeutiger nationaler, religiöser oder geschlechtlicher Identität sind ihnen nicht geheuer. Die sind für sie noch schlimmer also die, die eindeutig einer anderen Nation, Religion oder einem anderen (bzw. DEM anderen) Geschlecht angehören. Im Fluss befindliche, bewegliche Identitäten sind ihnen ein Gräuel.

LG, Micha
 
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Offline MAS

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #91 am: Heute um 11:34 »
Hallo,

ich habe das vielleicht hier auch schon mal geschrieben.
Wenn jemand etwas ablehnen will oder muss, dann ist ihm das zuzugestehen.
Was aber nicht geht, ist, wenn der/die abgelehnte Mensch herabwürdigend behandelt wird dabei, oder sogar menschenfeindlich.
Gott liebt ALLE Menschen, egal welcher Ausrichtung! Und das sollten wir uns Menschen nicht drüber wegsetzen. Das kommt am Ende nicht gut.

Sonntäglichen Gruß,
ChrisBB

 :)
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Online Skirtedman

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #92 am: Heute um 14:18 »
Ja, sehr schön geschrieben, Micha. Und Du kleidest das, was ich eigentlich schreiben wollte, gut in andere Worte.

BlueBayou, Danke für Deinen Beitrag und Danke, dass Du Dich meldest.

Ich habe in Deinen Link hineingeklickt und ein bisschen darin gestöbert. Dort wird u.a. auch geschrieben, dass seit in Medien und Politik die Rechte von queeren Leuten (ich fasse es mal so zusammen) stärker berücksichtigt werden, der Widerstand dagegen auch gewachsen ist.

Das ist eine ganz natürliche Sache. Denn, wenn irgendetwas geschieht oder beschlossen wird, gibt es Menschen, denen das nicht gefällt. Letztlich ist das auch ihr gutes Recht, etwas abzulehnen, was sie nicht mögen.

Ich z.B. kann mich mit diesen E-Rollern aus verschiedenen Gründen nicht anfreunden, ja ich finde diese Fortbewegungsart sogar eher ziemlich bescheuert. Meine Meinung. Und doch muss ich damit leben, dass andere das anders sehen. Und andere es eben gerne nutzen. Ich schlage nun nicht mit dem Kochlöffel auf die E-Roller-Fahrer ein oder beschimpfe sie. Mich stören sie, aber ich muss eben lernen damit umzugehen. Andere Menschen stehen eben anders dazu als ich.

Weshalb Queerfeindlichkeit besteht, haben wir (vor allem wohl ich?) hier im Thread oder woanders hier im Forum schon mehrfach beleuchtet. Ja, es reicht ja auch bis in die innerfamiliären Strukturen hinein, die auch auf uns abfärbt, die wir eigentlich nur einen Rock tragen wollen anstatt einer Hose. Das kommt also auch aus der Mitte der Gesellschaft. Nicht jede Mutter wird ihrer sich als queer geouteten Tochter um den Hals fallen und sagen, "toll, dass Du auf Frauen stehst". Nicht jede Ehefrau wird ihrem Mann um den Hals fallen, der sagt, ich habe heute keine Lust auf Hose.

Und die Quelle queerfeindlicher Strömungen, die Du erwähnt hast, entstammen ja auch einer Tradition, deren Angehörige da nicht einfach ausbrechen können. Freilich wird da Religion sehr politisiert und Religion verwendet, um Machtansprüche zu untermauern. Falls solche Strömungen mehr Einfluss auf unsere heimische Politik haben werden, fänden viele von uns das sicherlich nicht toll. Oder weitergedacht, wie es bestimmt manchen der extremistischen Agitatoren vorschwebt, gar eine extremistische Staatsform in unserem Land - ich glaube, die meisten von uns hier im Forum wollten in solch einem Staat nicht gerne leben.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #93 am: Heute um 14:46 »
Gestern wurde in Cottbus der CSD gefeiert.

Ich war nicht dort. Ich habe auch nix darüber gelesen, davon gesehen, nix dazu recherchiert.

Ich habe es aber gestern morgen in den Nachrichten des DLF gehört, dass er unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen gefeiert wird. "Die Veranstalter des CSD haben die Teilnehmer dazu aufgerufen, sich möglichst in Gruppen zu organisieren und bei der Anreise keine auffällige Kleidung zu tragen.", so der Wortlaut der Nachrichten.

Quelle:
https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2026/07/11/nachrichten_dlf_20260711_0800_a2c2e461.mp3
Ab Minute 05:11.

Ja, während ich vor paar Stunden noch in einem Beitrag hier fürs Forum von einer wachsenden Zahl von Menschen (also auch Männern) gejubelt habe, die sich ihre Kleidungsfreiheit gönnen, so spricht dieser Aufruf ja doch eine etwas andere Sprache.

Gut, viele von uns, denen nur der Rock als Männerkleidung bisher fehlte, betrifft die Queerness ja eigentlich nicht. Allerdings mag es Menschen geben, die nicht auf Anhieb erkennen, dass wir nur gleiches Recht wie Frauen haben wollen. Und andererseits, wenn wir schon Freiheit für uns proklamieren, dann sollte uns aus Mitgefühl auch die Freiheit von Menschen mit anderen Lebensentwürfen unter die Haut gehen.
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