Autor Thema: Video über CSD-Feindlichkeit  (Gelesen 33471 mal)

Offline Zwurg

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #45 am: 12.06.2026 23:38 »
Für mich sind solche Menschen der Untergang Deutschlands.
Geht´s nicht ein paar Nummern kleiner? Ohne maßlose Übertreibung?

Mit ein wenig mehr Selbstverantwortung für das eigene Leben.
Reine Ideologen ohne Bildung oder Erfahrung in den Dingen die sie entscheiden, sind immer eine Katastrophe. Sie kümmern sich nicht um die Kosten und Folgen ihrer Entscheidungen. Sie verschenkten bedenkenlos deutsches Steuergeld in alle Welt, ohne an die Menschen zu denken, die es mit ihrem Schweiß erarbeiten mussten. Sie stellten Weichen, die tausende von Arbeitsplätzen kosteten.
Das finde ich ist keine maßlose Übertreibung.

Die Selbstverantwortung für mein Leben und die Tätigkeiten musste ich immer übernehmen. Ich musste alles selbst erarbeiten und Verantwortung für meine Mitarbeiterund meine Aufgabenfelder übernehmen, dafür habe ich mich ständig fortgebildet.
Ich hab mir niemals angemaßt klüger zu sein, als andere in ihren Fachbereichen.
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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #46 am: 12.06.2026 23:59 »
Natürlich, lieber Zwurg, müssen wir das Tempo herausnehmen aus unserer Gesellschaft. Wir haben uns in den letzten Jahrzehnten zunehmend abhängig gemacht von der Möglichkeit, in diesem hohen Tempo zu leben.
Natürlich kann man sagen, das wolle man nicht, man wolle weiterhin so leben, das man in seine 80 Lebensjahre so viel wie möglich hineinpacken kann. Oder man kann unter dem Druck leben, da mithalten zu müssen, um nicht abgehängt zu werden.
Man kann weiterhin so tun, als habe die Erde unendliche Ressourcen für dieses Leben.

Du sprichst vom Untergang Deutschlands durch zwei einzelne Politiker. Ich rede vom Untergang der Menschheit durch Milliarden von Menschen, die grenzenlos Ressourcen verbrauchen wollen.

Willst Du wirklich nicht so leben, dass auch noch viele Generationen nach uns auf diesem Planeten gut leben können?

Mein Bruder ist 1979 in ein Dorf gezogen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass er ohne Auto dort aufgeschmissen ist. Er hatte nur ca. 15 km zur Arbeit, und da fährt sogar ein Bus alle zwei Stunden oder so. Aber das passte natürlich nicht in den Rhythmus, der ihm vorgegeben war. Und er dachte auch nie darüber nach, dass es so sein könnte.
Und ich lebe an einer Straße, über die 20-30.000 Autos pro Tag direkt vor unserer Haustüre vorbei fahren. Unsere vor etwas über 10 Jahren neu gestrichene Hauswand sieht fast aus, als sei ein Vulkan in der Nähe ausgebrochen, vor lauter Feinstaub. Wir haben Risse im Haus wegen der LKW.
Bei meinem Bruder fahren in der Woche, ja im Monat weniger Autos durch die Straße, in der er wohnt, als bei uns am Tag.
Einer wie ich fährt nicht vor seiner Haustür her. Tausende wie er fahren vor unserer Haustür her.
Als das Haus, in dem ich wohne, gebaut wurde, waren die Menschen auf der Straße noch zu Fuß unterwegs oder in Kutschen oder auf Pferden. Um den Dreh rum fuhr Karl Benz in seinem Motorwagen seine ersten Strecken.

Wenn all die Menschen, von denen Du sprichst, so ungerne Auto fahren, warum tun sie nichts dafür, dass dieser Zwang aufhört? Wo sind die Demonstrationen gegen den Autofahrzwang?

Eine Freundin sagte zu mir, wir Menschen seien ein Kollateralschaden der Natur und wir bauten gerade am neuen Turm zu Babel. Ich widerspreche ihr gerne, wenn wir diskutieren, aber da fiel mir kein Gegenargument ein.

LG, Micha
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Offline Zwurg

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #47 am: 13.06.2026 05:52 »
Ich versteh nicht ganz von welchem Tempo du sprichst.
Natürlich hätte ich Zeit meines Lebens auch gerne andere Dinge getan, ich hätte gerne schon früher so einen Job gehabt wie ich ihn jetzt habe. ich hab den Job angenommen, weil ich da mit dem Fahrrad hinfahren kann, weil der Druck dort weniger hoch ist als in der freien Wirtschaft. Wei es einfach nett ist mit den anthroposophischen Kollegenund unseren Betreuten.
Die Dinge die ich gearbeitet habe oder die mein Vater getan hat, waren sehr nützlich für unsere Gesellschaft.
Auch wenn wir unseren Preis dafür bezahlt haben mit allerlei gesundheitlichen Problemen.
Es gäbe das Haus nicht in dem ich jetzt lebe, wenn mein Vater es nicht gebaut hätte, ich könnte später nicht von meiner Rente leben, hätte ich nicht gespart.
Die meisten meiner Freunde leben zur Miete, da bleibt am Ende nicht viel übrig. Die rackern täglich um im Monat über die Runden zu kommen. und natürlich fahren sie mit dem Auto zur Arbeit, was sollten sie sonst tun? Mit dem Fahhrrad würdenn sie den Weg nicht schaffen und öffentlich würden sie nicht dort hinkommen.
Und wir leben nicht alle sehr viel luxuriöser als unsere Eltern. Das meiste geht doch für Wohnen, heizen und Wasser drauf. 21° im Wohnzimmer da bestehe ich im Winter drauf. Niedriger darf es nicht werden.
und ab und zu mal zum Essenfahren oder Sonntag mal einen Ausflug.
Ich bräuchte kein Flugzeug, hab nicht viele Flugreisen gemacht. Ich fahre lieber im Sommer an einen See, mit dem Auto, weil er fast 40 km entfernt liegt.
Ich könnte auch gut ohne die vielen technischen Gadgets leben. Gute einige Dinge sind ganz annehmlich, andere nerven eigentlich nur. Mit dem Stand der Technik der 80iger wäre ich auch zufrieden.

Ich meinte nicht das Deutschland nur wegen zweier Politiker untergeht. Die beiden sind nur symptomatisch für die Entwicklung der letzten Jahre. Aber gerade die zwei sind eben ein besonders rotes Tuch für mich. Auch wenn sie bei den Grünen hoch verehrt werden.
Andernorts bezeichnet man das auch als Spätrömische Dekadenz. Ausserhalb Europas macht das niemand.

Ich und ich glaube auch die meisten anderen Menschen möchten nur in Frieden und Freiheit leben. Und die Freiheit hängt auch am Geld.

Ich mag mich ungerne belehren lassen, wenn ich arbeiten und bezahlen muss möchte ich meine eigenen Entscheidungen treffen.

Ich fürchte die Zukunft, vor allem fürchte ich eine Verarmung im Alter, eine Vereinsamung falls ich mir kein Auto mehr leisten könnte.


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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #48 am: 13.06.2026 08:39 »
Lieber Zwurg,

mit Tempo meine ich eben die Gewohnheit, in 15 Minuten an der Arbeitsstelle zu sein, statt in 30 oder 60. Beispielsweise bräuchte ich mit dem Auto ca. 2 Std. bis Bielefeld - wenn kein Stau oder anderes kommt - mit dem Zug 2 1/2 - 3 1/2 Stunden, je nach Zugtyp. Aber ein Auto wäre eben sehr viel schmutziger und obendrein teurer, wenn man nicht nur das Benzin, sondern alles zählt, vom Kauf über Versicherung bis zur Wartung. Ich kann aber sicher nicht meine Arbeitsbedingungen auf andere übertragen. Ich habe Glück gehabt, was das angeht.

Klar kann sich der Einzelne seine Lebensumstände nicht zu 100% aussuchen. Ich stelle hier auch die Systemfrage.

Ich weiß nicht, was daran spätrömisch-dekadent sein soll, Verantwortung für die Mitwelt zu übernehmen. Wenn das woanders niemand macht, besiegelt das den Untergang der Menschheit und vorher vieler anderer Arten. Stichwort: Kollateralschaden.

Luxuriöser als meine Eltern lebe ich insofern, als ich nicht meine Gesundheit auf der Arbeit ruinieren muss. Mein Vater hatte sich beim Abspringen auf den Schotter beim Rangieren bei der Eisenbahn die Knöchel kaputt gemacht.

Wir beide werden das Problem jetzt nicht lösen. Aber es ist wertvoll, darüber zu reden bzw. zu schreiben.

LG, Micha




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« Antwort #49 am: 13.06.2026 09:11 »
Ich weiß nicht, was daran spätrömisch-dekadent sein soll, Verantwortung für die Mitwelt zu übernehmen. Wenn das woanders niemand macht, besiegelt das den Untergang der Menschheit und vorher vieler anderer Arten. Stichwort: Kollateralschaden.

LG, Micha
Dekadent nenne ich es zu beschließen, eine bestehende, funktionierende Infrastruktur zu zerstören, und sie durch eine weder technisch noch wirtschaftlich funktionierende Infrastruktur zu ersetzen. Die Hamburger haben es für 2035 beschlossen, der Rest der Bundesrepublik bis 2045. Und funktioniern soll das nur mit Wind und Sonne. Wobei jedes Kind weiß dass nicht immer die Sonne scheint und nicht immer der Wind weht. Speicher gibt es keine und wird es auch in 20 Jahren nicht geben, das man damit die Wintermonate überbrücken könnte. Aber es gibt Politiker die Versprechen es zum Preis einer Kugel Eis. Und ich wage zu behaupten, soviel Eis kann kein Mensch essen, was das kosten wird.

Es muss also ein 3. Energieform vorhanden sein, Atomkraft darf es nicht sein, Kohle (die wir noch hätten) darf es nicht sein, Fusionsenergie existiert noch nicht, also was soll es sein?

Für mich liegt die Lösung in einer weltweiten Methanolwirtschaft.Erzeugt mit Solarkraftwerken in den Wüsten der Äquatorzonen dieses Planeten. Man braucht dazu keine seltenen Erden, mann muss nicht die Landschaften auf Jahrhunderte zerstören um Lithium, Kupfer und Bauxit zu fördern, man braucht kein Erdöl um Kabelisolierung herzustellen.
Nur den Stoff ersetzten, er funktioniert in jedem Benzin Auto, man kann den Stoff in beliebiger Menge dem Benzin zumischen, was den Übergang erleichtern würde. Es gäbe keine Tankerkatastrophen mehr, wenn ein Schiff sinkt. Keine giftigen Abgase.  Man kann Methanol sogar in Brennstoffzellen verwenden um leisere Fahrzeuge zu produzieren. Es entsteht kein CO2 bei der Verbrennung das nicht bei der Herstellung bereits gebunden worden wäre. Und es käme die Welt wahrscheinlich weitaus günstiger als der E-Quatsch.

Aber es wird nicht gemacht, weil die großen Kapitalgeber sich bereits auf Batterie und Ladetechnik festgelegt haben. Und weil man die Welt nicht auf deutschem Boden gerettet wird. Erst wenn alles alte zerstört ist, kehrt man vielleicht wieder zurück, um erneut den Reibach zu machen.

Wenn die Welt bei all dem Kriegsgeschrei nicht vorher in Scherben geht.



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« Antwort #50 am: 13.06.2026 09:18 »
Jetzt sind wir weit vom Thema abgeschweift und wieder einmal stellen wir fest, das wir uns gegenseitig nicht überzeugen können.
Wir beide werden auch nichts ändern.
Und ich glaube ich mag zu dem Thema nicht weiterdiskutieren.
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« Antwort #51 am: 13.06.2026 09:54 »
Jetzt sind wir weit vom Thema abgeschweift und wieder einmal stellen wir fest, das wir uns gegenseitig nicht überzeugen können.
Wir beide werden auch nichts ändern.
Und ich glaube ich mag zu dem Thema nicht weiterdiskutieren.

Das brauchen wir auch nicht, lieber Zwurg. Ich empfinde Dich jedenfalls als respektablen Gesprächspartner. Du erzählst von Deiner Lebenssituation und wie Du von daher zu Deinen Überzeugungen kommst. Das macht es autentisch.

Meine Lebensgeschichte ist recht verschieden von Deiner. Ich bin von klein auf mit Gedanken des Umwelt- und Naturschutzes groß geworden, auch durch den ÖRR mit Sendungen von Bernhard Grzimek, Heinz Sielmann, Horst Stern usw.  Die haben mich gelehrt, die Gesellschaft und unser menschliches Leben kritisch zu betrachten, was den Umgang mit anderen Lebewesen und überhaupt der Natur angeht. Da bin ich schon ganz anders aufgewachsen als meine älteren Geschwister.

LG, Micha

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« Antwort #52 am: 13.06.2026 12:34 »
Grizmek hab ich als Kind natürlich auch gesehen, als Jugendlicher bin ich mit der Landjugend aufgewachsen. Da war der Umweltgedanke natürlich auch sehr present. Vor allem der Protest gegen die Atomkraft. ich erinnere mich an den saueren Regen und die Zerstörung der Oinschicht, an Poster, wie die Welt im Jahr 2000 aussehe würde. Man hat immer sinnvolle Lösungen gefunden und ich kann zumindest in meiner Heimat keinen Unterschied zu den 80er Jahren feststellen.
Ich habe eine Lehre als Elektriker gemacht, mit 20 war ich schon Montageleiter von kleinen Baustellen. Später habe ich bei einem kleinen EVU gearbeitet, der über den Baustrom für das gesamte MUC II Baustellen Gelände, ständig größere Aufträge bekam und sich heute zu einer der größeten Elektrofirmen von Deutschland entwickelt hat. Dort hab ich bis in die 2000er hinein dann Großbaustellen geleitet. Später habe ich Blockheizkraftwerke gebaut und mit geplant. Und wieder später fast ein Jahrzehnt Technical Support in einem Kabelhandelshaus. Und ich habe gelernt wie man Kabel berechnet, wie man Kabel konzipiert, was machbar ist, was nicht und zwangsläufig darüber hinaus, woher der Strom kommt. Ich habe meine Vorgesetzten und Kunden beraten und auf Nachfrage meine Berechnungen belegt.  Über 40 Jahre Jahre hab ich mich befasst was es für Alternativen zur Stromerzeugung gibt.
Und heute kenne ich mich in dem Gebiet relativ gut aus. Auch wenn ich mich nun von der Arbeit her von dem Thema entfernt habe.
Die Sicherheit der Stromversorgung war immer erstes Ziel. Und dieses Ziel sehe ich zu Gunsten anderer Ziele gefährdet. Und das macht mich eben besorgt. Ich kann nicht verstehen, wie man nur so leichtfertig sein kann.
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« Antwort #53 am: 14.06.2026 00:34 »
Lieber Zwurg,

möchtest Du jetzt doch weiter diskutieren?

Über Elektrotechnik kann ich indes nicht diskutieren, da ich mich damit nicht auskenne. Ebenso wenig über Methantechnik.

Wie auch immer: Wichtig ist, dass wir einen Umgang mit der Erzeugung und dem Verbrauch von Strom und anderer Energie finden, der klimaneutral ist. Alles andere ist letztlich zweitrangig.

Und wichtig ist, dass wir einen Umgang miteinander finden, der verschiedene Lebensstile, sofern diese nicht gemeinschaftsschädlich sind, zulässt und nicht die einen den anderen vorschreiben wollen, wie sie sich zu konstruieren haben.

LG, Micha

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« Antwort #54 am: 14.06.2026 07:06 »
Lieber nicht weiter diskutieren.
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« Antwort #55 am: 14.06.2026 09:41 »
Einverstanden, lieber Zwurg. Manchmal muss man einfach mal was stehen lassen.


@ alle:

Aber gibt es zum ursprünglichen Threadthema noch was zu sagen?

LG, Micha
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Online Skirtedman

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« Antwort #56 am: 15.06.2026 13:05 »
Ja, Eure Diskussion, Zwurg und MAS, führte weit am Thread-Thema vorbei.
Und doch machte sie ziemlich deutlich, dass da viel Unzufriedenheit mit der Gesellschaft, dem Zeitgeist, dem Wandel und mit der allgemeinen Situation vorhanden ist. Es gibt viele Herausforderungen, die zu bewältigen wären, gesellschaftlich wie politisch.

Vieles in der Welt wäre vielleicht leichter, wenn allgemein mehr Frauen in die wirklichen Entscheidungspositionen kämen. Vielleicht könnte das eine wirkliche Bereicherung sein.

Andererseits ist aber auch ein Mosaikstein der Wirklichkeit, dass der Feminismus ebenso einen gewissen Anteil an den Entwicklungen hat. Also zumindest jene gewissen Stimmen im Feminismus, die darauf abzielen, dass der Phänotyp weiblich in der Gattung Mensch nicht nur auf die Funktion der Gebärmaschine reduziert gesehen werden soll. Feminismus also, der sagt: "Es ist okay, wenn Du, Frau, Dich auf Karriere, Selbstverwirklichung konzentrierst, wenn Du Dich gegen Familie entscheidest".

Neben der Babypille war auch der Weg der Frau weg von Kindern und Küche mit ein Grund, weshalb in den Staaten der "ersten" und "zweiten" Welt, also auch hier in Deutschland, die Geburtenrate stark eingebrochen ist. Feminismus als "Mitschuld" sei hier also durchaus zu nennen. Daneben aber gibt es weltweit auch die Entwicklung - quasi wie ein Automatismus - dass mit Erstarken der Wirtschaftskraft (Wirtschaftswachstum) ein Rückgang der Geburtenraten einher gehen.

Ich hatte gerade auf diesen Effekt im Thread "...soooo cool..." näher hingewiesen. Zu spüren bekommen wir dies ja im Moment in Deutschland ganz deutlich mit Blick auf die aktuellen Probleme rund um die Sicherung der Renten, Lebensarbeitszeiten und Fachkräftemangel. Diese Probleme reichen ja bis hin zu den Themenfeldern Globalisierung und Migration.

Es ist alles so verdammt eng verzahnt. Und als eine durchaus ernstzunehmende, und schwer überwindbare Quelle von Vorbehalten gegenüber Homosexualität und Transgender (MAS sei Dank für die griffigen Worte für einen weiterreichenden Themenkomplex) ist eben, wie dort im andern Thread festgestellt, quasi notwendigerweise die Kernzelle Familie.

Das mag auf die Gesamtgesellschaft abfärben, und der gesamtgesellschaftliche Druck strahlt auch wieder erneut und weiterhin zurück auf die Kernzelle Familie.



Es gibt aber auch noch ein anderes Dilemma-Feld, aus dem Vorbehalte bis hin zu Hass gegen Homosexualität und Transgender entspringen. Die zweite Quelle lässt sich kurz schematisch zusammengefasst auf nationaler Ebene ansiedeln.

Es geht um die Selbstverteidigung eines Staates, quasi sich selbst zu behaupten im Umfeld der Nachbarstaaten, der politischen Blöcke und im gesamten globalen Kontext: Wirtschaft und Militär!

Schaut Euch um, die ganze Führungs- und Machtelite in unserem Bruderland USA besteht aus einflussreichen Männern. Wo sind da Frauen an ähnlichen Stellen? Durch solche Vorbilder bleiben verkrustete Männlichkeitsbilder in ihrer Kruste stecken und haben keine Chance, mit der Botschaft bereichert zu werden: "Mann, es ist okay, wie Du bist. Entfalte Dich, entdecke Deine Potenziale!"

Stattdessen wird von Männern erwartet, sich armeeartig den Altvorderen unterzuordnen, die eingetretenen Pfade schön brav nicht zu verlassen, und wer es doch tut, wird nicht für voll genommen. Das ist die Botschaft, die die ganzen Musks, Trumps, Putins und Gefolgsleute aussenden.

Die Männlichkeit steckt fest in einer Sackgasse. Und wenn niemand dagegen hält, zementiert sich das noch mehr.

Eingangs hier im Beitrag, an dem ich nun grade schreibe, erwähnte ich den Feminismus als eine Chance, aber auch als Teilhabe an etlichen heutigen Problemfeldern. Hier gehe ich nun auf das ein, was ich - wie eben zitiert - als "verkrustete Männlichkeit" beschrieben habe. Das ist eine große Zwangsjacke, in der wir Männer feststecken.

"Frauen und Kinder zuerst!", dieser Befehl ging mir nicht ganz so einfach in mein Hirn zu akzeptieren, warum diese Bevorzugung. Natürlich mag es ein soziales Anliegen sein, Frauen und Kindern eine Bevorzugung zu gewähren, weil sie als besonders hilfsbedürftig gelten. Zudem gelten Frauen und Kinder eher als die, die nicht mit anpacken können, um eventuell größeres Unheil zu verhindern (auf einem sinkenden Schiff zum Beispiel). Zudem ist es sinnvoll, wenn die Mütter sich um ihre Kinder kümmern, denn Kinder ohne Mütter sind in solchen Gefahrensituationen noch mehr Belastungen ausgesetzt. Alles Punkte, die einem verständlich erscheinen. Den Sinn dahinter muss man aber als Mann erst einmal verstehen - vor allem, wenn man mal selbst in solch eine Situation geraten würde.

"Frauen und Kinder zuerst!" hat aber noch einen anderen Hintergrund. Denn Kinder sind diejenigen, die nach ein paar Jahren selbst wieder entweder als Mütter fungieren können, oder als Anpacker. Ausserdem können gerettete Frauen auch jetzt sofort schon als neue Mütter fungieren. "Frauen und Kinder zuerst" hat also auch noch einen strategischen Hintergrund.

Wenn also die Männer draufgehen bei Krieg oder Katastrophen, dann bleibt wenigstens der Nachwuchs und die potentiell noch werdenden Mütter der Gesellschaft erhalten, um perspektivisch die Wehrkraft und die Wirtschaftskraft zu gewährleisten.

Folglich sind Frauen und Kinder wertvoller für die Langfrist. Für die Kurzfrist müssen Männer sich eben opfern, um diese Langfrist zu sichern.

Und da ist alles, was Wehrkraft und Wirtschaftskraft zersetzen kann, nicht willkommen.

Zum Beispiel Homosexualität im Militär galt als wehrkraft-zersetzend. Dem Schutz von Frauen im Sinne von "Frauen und Kinder zuerst!" war u.a. auch geschuldet, weshalb Frauen lange Zeit nicht ins Militär einziehen durften. Zudem galt die Präsenz von Frauen im Dienst an der Waffe ebenso als wehrkraft-zersetzend. Verteidigung soll sich aufs Verteidigen konzentrieren und nicht mit Liebesgedöns vom Verteidigen ablenken.

Homosexualität und Transgender gelten wegen ihrer programmierten Kinderlosigkeit in Langfrist-Perspektive als wehr- und wirtschafts-zersetzend. Dies gilt es, sich einmal bewusst zu machen. Vielleicht mag dies fast mit biologischer Herleitung unter einer radikal-anmutenden Sichtweise aber dennoch tief verwurzelt in den Gesellschaften stecken, wogegen Homosexualität und Transgender aber immer noch zu kämpfen haben.

Kurzum: Wirtschaft und Militär sind ebenso eine (zwei) Kernzelle(n) für anhaltende Homosexuellen- und Transgender-Feindlichkeit. Dies wirkt sich auf allen Ebenen unseres Zusammenlebens aus.

Deshalb haben Staaten mit starker Fokussierung aufs Militär und/oder starker Fokussierung auf nationalem Protektionismus auch die deutlich rigideren Mittel, Homosexualität und Transgender zu unterbinden.

Geht es militärisch oder wirtschaftlich nicht gut, wachsen auch die Animositäten und die politischen Vorgaben gegen Homosexuelle und Transgender.

Wir hier, die wir als Männer vielfach einfach nur Röcke statt Hosen tragen wollen, sind davon insofern davon betroffen, weil unsere treulose Unartigkeit, Hosen nicht selbstverständlich gefolgsartig zu tragen, mit Homosexualität und Transgender in Verbindung gebracht wird. Und darum reihen sich die Männer ganz unhinterfragt ein in diese Vorgaben, gesellschaftlich am Wehr- und Wirtschaftsvermögen teilhaben zu können, ohne Zweifel an ihrer 'gesellschaftlichen Tauglichkeit' aufkommen zu lassen.

Darum streben alle Männer, die mehr von ihrer Karriere sich erhoffen, nach dem Erscheinungsbild der Altvorderen. Allzuviel Mode, Verspieltheit, Flattern und Bling-Bling, ja und Farbe ist da fehl am Platz. In Wirtschaft und Verwaltung bleibt mit zunehmender Position das Erscheinungsbild des Mannes so ziemlich auf einer Stelle stehen. In Deutschland ist es noch immer der preußisch-militärische Drill, der in die Führungsriegen hineinstrahlt. Aber in anderen Ländern ist das kaum anders. Im Militär sind es die Armeeuniformen. In der Zivilgesellschaft sind es zivile Kopien der Armeeuniformen, in die sich der Mann selbstredend begibt, will er was erreichen.

Der Mann opfert so seine Individualität.

Vielleicht wäre bei all den gesellschaftlichen wie politischen Herausforderungen ein wenig geholfen, wenn
- mehr Frauen in den hierarchischen Strukturen sich befänden
- der Mann mehr Individualität sich trauen würde  zu zeigen

(Nochmals der Link zu dem anderen Quell der Vorbehalte, nämlich der Kernzelle Familie: da bzw. einige Beiträge schon vorher)
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

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« Antwort #57 am: 16.06.2026 11:38 »
Ich danke Dir, lieber Wolfgang, für Deine Ausführungen in diesem und dem "soooo cool"-Thread.

Das ist viel Plausibles ausgesagt. Menschen als Teile von Systemen, denen es um den kollektiven Selbsterhalt in Konkurrenz zu anderen System geht, also Familien, Staaten, Firmen usw., müssen eine Ethik entwickeln, die die eigene Stärke in diesem Konkurrenzkampf fördert und alles bekämpft, was dieser  - real oder vermeintlich - entgegenwirkt. Und insofern es um militärische und wirtschaftliche Konkurrenz geht, handelt es sich um militärische und wirtschaftliche Tugenden, die gefördert und gefordert werden und in diesem Sinne Untugenden, die bekämpft werden.

Durchsetzungsfähigkeit - gegenüber der Konkurrenz, aber auch gegenüber den eigenen, davon abweichenden Intentionen -  und Reproduktion sind dabei wichtige Parameter. In meinem Essay "Mundus bracatus? Nein danke! Plädoyer wider den Hosenzwang" habe ich den Siegeszug der Hose als Männerkleidung eng mit einer Kriegerethik in Verbindung gesetzt  (vgl. https://dress2kilt.eu/s0123.htm).

Eine wirtschaftliche Kriegerethik wird auch im ÖRR wie eine Selbstverständlichkeit thematisiert. Die Staaten werden immer wieder als miteinander konkurrierende Wirtschaftsstandorte dargestellt. Und jetzt in Folge des Russland-Ukraine-Krieges kommt auch verstärkt eine militärische Kriegerethik wieder zur Sprache. Die Führer der großen und mächtigen Staaten wie USA, VRC und Russland predigen diese Kriegerethik und setzen sie in ihrem jeweiligen Volk mit Brachialgewalt durch. Die predigen also Homo- und Transphobie und treffen dabei bei Menschen, die diese Ethik von klein auf verinnerlicht habe, auf offene Ohren und Herzen.

Obwohl man natürlich nicht monokausal begründen sollte, hast Du einen wichtigen Grund für die Homo- und Transphobie aufgezeigt, Wolfgang.

Ich ziehe daraus den Schluss, dass wir dringend eine neue Ethik brauchen, eine die nicht den Konkurrenzkampf, sondern die Kooperation zum höheren Wert erklärt und anstrebt. Wenn man bedenkt, dass Nationalismus Regionen miteinander verbunden hat, die vorher oft Kriege gegeneinander führten, dann kann man ihn doch weiterdenken in Richtung einer Menschheit, die die verschiedenen Nationen so miteinander vereint, wie vorher verschiedene Regionen zu Nationen vereint wurden. Zu dieser Ethik gehört es aber auch, dass nicht die uniforme Ein- oder Unterordnung in oder unter ein kriegerisches Kollektiv und eine Reproduktion innerhalb dieses Kollektivs das Ziel sein sollte, sondern eine vielfältige Verwirklichung von menschlichem Potential, damit man auch voneinander lernen kann. Die Biologie zeigt vielfach, dass Monokulturen anfälliger für Krankheiten sind. Multikulturen sind da resilienter. Die Weltgemeinschaft muss also eine in sich vielfältige sein, wobei nationale oder ethnisch Unterschiede da mit von der Partie sind, aber auch individuelle Unterschiede. Wichtig dabei ist, dass nicht der Egoismus diese Individuen gegeneinander aufhetzt, sondern dass sie Rücksicht aufeinander nehmen und sich als Gemeinschaft im Blick haben, eine vielfältige, bunte Gemeinschaft, keine uniforme, aber eben kein Nebeneinander von Individuen und Kleinkollektiven, sondern ein Miteinander und Füreinander.

Das ist keine neue Idee, die ich da aufbringe. Menschen haben ihre Ethiken immer wieder neuen Herausforderungen angepasst und weiter entwickelt. Die universalen Ethiken der Universalreligionen sind solche Produkte, als Antwort auf sich verändernde Lebensbedingungen zur Zeit ihrer Entstehung. Und es gab immer wieder Rückentwicklungen.

Jedenfalls ins diese beiden Entwicklungsrichtungen, also die zu einem Miteinander und Füreinander aller Menschen und die zu einem Gegeneinander der Nationen, Firmen, Familien, im Wettstreit miteinander. Ich weiß, welcher Entwicklung ich den Sieg wünsche. Mein Rocktragen mag als Symbol für eine friedliche Welt gesehen werden.

LG, Micha     
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Offline doppelrock

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #58 am: 16.06.2026 12:13 »
So langsam nähern wir uns dem eigentlichen Thema, dem WDR-Bericht.
Es sind aber nicht nur USA, China und Russland mit der Kriegsrhetorik, sondern ganz ausgeprägt die EU, die ein zusätzliches, eigenes Kriegsheer gründen will und die hiesige Politik, die "Unserland" kriegstüchtig machen will. In diesem Thema wie auch im Startthema gibt es berechtigte Kritik an den Beiträgen des ÖRR.
Wie schon gesagt, werden im Bericht ohne Beweise Zusammenhänge dargestellt, um Zuseher in Angst zu versetzen und zu spalten. Die Methode ist ähnlich wie in der C-Zeit, wo die Schuld an den rein politisch entschiedenen Maßnahmen den Kritikern der Maßnahmen in die Schuhe geschoben wurde.
Genauso muss man sich von den Sendern als böse beschimpfen lassen, wenn man für frieden und Verständigung eintritt und propagierte Hass und Hetze nicht mitmacht.
Es kommt von manchen dann ein Abwehrreflex "die anderen Medien...".  Sie ignorieren nur einen feinen Unterschied: Der ÖRR hat besonders strenge Auflagen zu erfüllen an Ausgewogenheit und Richtigkeit der Beiträge, die sie aber oft nicht erfüllen. Sie sind im gegensatz zu freien Redaktionen zentral gesteuert, so dass nicht einfach ein Redakteur irgendwas sagen kann, was nicht abgestimmt ist. Sogar eingespielte Wortbeiträgevon Zuhörern sind oft aufgezeichnet und zensiert/gefiltert.
"Die Freien" haben als einzige Gemeinsamkeit, dass sie keine Zwangsgebühren erheben. 1000 Redaktionen mit 1000 Ideen und Teams kann man nicht gleichmacherisch in einen Topf werfen. Auch da gibt es Gute und weniger Gute. Manche folgen der Staatsräson, mache sind nur Gate Keeper, manche sind wirklich neutral und bieten zu allem einen link und weitere Infos. Das macht tagesschau.de etwa grundsätzlich nicht.

Zu diesem Beitrag des WDR habe ich ja schon meine Einschätzung abgegeben und die darf auch gern gelesen werden. Denn es geht nicht gegen Homo oder Vielfalt, sondern gegen die Art der Berichterstattung, die sogar dem präsentierten Opfer schadet.

Gerade kommt die Info, dass Elon Musk das ZDF verklagt wegen der Falschmeldung "Aufruf zu Gewalt". Bleibt spannend.

Online Skirtedman

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #59 am: 16.06.2026 13:59 »
Danke, Micha, für Deinen inspirierenden Beitrag.

Fast könnte man ihn schon als Grundsatzpapier für eine neue Ethikbewegung verwenden.

Du sagtest, ich hätte monokausal begründet.
Nun, ich habe es auf zwei Ebenen, oder wie ich es ausdrückte, zwei Kernzellen bezogen.
Also die nahezu unlösbaren Quellorte der Ablehnung von Homosexualität und Transgender. Quellorte, die so schnell nicht versiegen werden. Homosexuelle und Transgender haben da einen enormen Widerstand, gegen den sie anschwimmen müssen.

Kernzelle 1: Armee und Wirtschaft auf nationaler Ebene, beide systematisch recht gleich strukturiert.
Kernzelle 2: Familie, und hier mit besonderem Blick (weil hier diese Quelle am meisten heraussprudelt) auf:
                      - die Eltern
                      - die Partnerin (in unserem Rockmännerfall reicht der verkürzte Blick auf die Partnerin,
                                                 in anderen Fällen könnte dies natürlich auch der Partner sein)

Insofern habe ich nicht monokausal argumentiert. Natürlich ist das alles sehr komplex und es gäbe noch eine Reihe anderer Quellen von Abneigung gegenüber Homosexualität oder Transgender, insofern habe ich das nicht vollumfänglich abgearbeitet. Aber es war ja auch genau das Ziel, die wichtigsten Quellen sozusagen dauerhafter Ablehnung aufzuzeigen und die Ursache hierfür zu beschreiben. Darum nannte ich diese Quellorte auch "Kernzellen", was besagt, dass es auch noch andere, allerdings mehr beiläufige Quellen gibt, die den Fluss der Ablehnung zwar anschwellen lassen, aber sich durchaus auch mitunter von den 'Kernquellen' speisen, sozusagen als Nebenläufe der Hauptquellen.

Richtig ist, Micha, dass Du diese Kernquellen quasi zu einem systemischen Grundschema zusammengefasst hast: das Schema des kollektiven Selbsterhalts, auch über Lebenszeit-Spannen hinausgedacht. Und dieser Selbsterhalt auch im Spannungsfeld der Konkurrenz mit anderen ähnlich gelagerten Einheiten. Sowohl block-bildend in engen Staatenbünden, als auch national, als auch in kleineren Gruppen wie Dorfgemeinschaften, Sippen, Familie, Partnerschaft. Ja, im Grunde ist dieser Drang zum Selbsterhalt eines jeden wie auch immer abgrenzbaren Systems schematisch sehr, sehr ähnlich gelagert, fast schon wie eine Art Naturgesetz.

Auf diese Weise schematisch den Blick darauf reduziert, mag meine Darstellung der Quellorte ("Kernzellen") trotz der unterschiedlichen Quellorte monokausal sein.

Ähnlich lässt sich das Schema eines jeden Lebewesens, eines jeden Menschens, ja auch verallgemeinern: Denn jedes Individuum hat mit nur wenigen Ausnahmen den Drang, sich als Individuum selbst zu erhalten, am Leben zu erhalten. Das bedingt auch die einfachsten Triebe wie (schematisch ausgedrückt) 'Essen', 'Trinken', und/oder eine gewisse sonstige Energiezufuhr. Dieser Drang zur Selbsterhaltung brachte in der Evolution ja auch Sensoren hervor, die Umwelt irgendwie wahrzunehmen und Fähigkeiten, auf diese Umwelt irgendwie begünstigend zu reagieren (z.B. Geißelhärchen oder Beine, um aus dieser Umwelt fliehen zu können, wenn die ungut ist).

Ja, interessant ist, dass in vielen Phänomenen eine durchaus vergleichbare Systematik grundlegend innewohnt.

Insofern finde ich Deinen Vergleich, Micha, von Menschengemeinschaften, z.B. Firmen, Nationen etc., mit der biologischen Artenvielfalt von Flora oder Fauna sehr interessant. Denn diese vielleicht verwunderliche thematische Abweichung birgt vermutlich doch sehr große Parallelen zu unseren besprochenen Gruppen: Monokulturen sind anfälliger. Polykulturen, durchmischte Kulturen also mit einer bunten Artenvielfalt sind gegenüber Monokulturen deutlich resilienter / resistenter.

Und deswegen stimme ich voll Deinem Plädoyer zu, mehr Vielfalt zuzulassen.

Was hilft das den betroffenen Homosexuellen und Transgendern? Sie können nur durch ihre Vielfalt dazu aufrufen, dem Miteinander mehr Wert beizumessen als dem vermuteten, scheinbaren Schaden. Die Quellen der Ablehnung werden sie nicht alleine zum versiegen bringen. Da hilft nur, dass Wirtschaft und Familie den Mehrwert der Vielfalt erkennen. Und ja, auch dass nationale Strukturen wie - ich nannte: - Armee und daran und an Wirtschaft gekoppelt auch die Politik im Innen und auch im Außen ebenfalls ein Miteinander in Vielfalt höher schätzen als eine Klüngelbildung "wir gegen die anderen".

Wie Du, Micha, schön mit Blick von außen ohne emotionale Eigeninteressen formuliert hast:
Das Miteinander steht im Widerstreit mit dem Gegeneinander.

Leider wird sich das Gegeneinander in vielen Generationen nach uns auch noch nicht besiegen lassen. Aber jede kleine Vielfalt mehr ist eine Bereicherung auf dem Weg zu einem Miteinander.

Viele Ansätze zu einem Miteinander auf internationaler Ebene gab es ja schon. Mir fällt der gut gemeinte, leider zu gut gemeinte "Wandel durch Handel" ein, der ja in den letzten 10 Jahren sich als gescheitert erwies. Der grundsätzliche Fehler dabei war, einen gutgemeinten Wandel in Ländern herbeizuführen, in der Hoffnung, dieser politische Wandel ginge in die herbeigesehnte Richtung. Der Fehler also war, man hatte sich selbst als das bessere, höherwertige System empfunden. Das sollte auf die Zielländer abfärben. Das Problem war also, dass dies keine Begegnung auf Augenhöhe war, sondern letztlich eine erzieherische Maßnahme war.

Und genau das sollte im Miteinander eigentlich nicht geschehen. Zwar denke ich immer noch, dass die Demokratie, so wie in Deutschland unsere Gründerväter mit der Verfassung sie z.B. gedacht haben, eine der besten Möglichkeiten ist, ein Miteinander zu ermöglichen. Auch wenn es hier freilich noch immer genügend Unzulänglichkeiten gibt. Ich kenne bislang noch kein System, das eine bessere Grundlage für ein Miteinander bilden könnte. Allerdings birgt sie auch die Gefahr, von Demokratiefeinden wegen Eigeninteressen unterminiert zu werden.

Dem gegen zu halten ist ein Kraftakt. Vermutlich gelingt das nur, wenn viele im Kleinen bereits anfangen, für ein Miteinander einzutreten. Wir Männer im Rock sind da vielleicht ein kleines, vielleicht gar nicht zu unwichtiges Bausteinchen.

Und wir dürfen auch die Gesellschaft bereichern wie z.B. auch Homosexuelle oder Transgender, für die wir ja auch noch immer manchmal gehalten werden. Oder manche von uns vielleicht auch sind. Vielfalt eben. Miteinander. Jeder, was er kann. Und fühlt er sich wohl, kann er mehr. Wachstum der vielfältigen Fähigkeiten. In Polykultur. Gemeinsam. Miteinander.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?


 

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