Ja, es ist müßig, und deswegen wollte ich auch gar nicht mit Dir darüber diskutieren.
Ich wollte auf diesen Zusammenhang hinweisen. Er ist fundamental. Und reicht deutlich weiter, ist tief verwurzelter als bloße 'gesellschaftliche Ablehnung von Homosexualität oder Transgender'. Und dieser Zusammenhang ist - und darüber muss man wohl auch überhaupt nicht diskutieren - auch verständlich und für jeden nachvollziehbar.
Mag sein, dass die gesamtgesellschaftliche Abneigung früherer, aber auch noch heutiger Jahre, also bis hin zu Homophobie und Transphobie, letztlich aus dieser familiären Kernzelle herrührt und der gesamtgesellschaftliche Druck, der darüber aufgebaut wird, ein kollektives Korrektiv darstellt, um eben Homosexualität oder Transgender zu unterbinden.
Dieser Druck aus der Gesellschaft soll wohl dazu dienen, dass Kinder sich brav genauso dem Leben stellen und letztlich Nachwuchs produzieren, wie das alle deren Vorfahren auch gemacht haben. Natürlich macht dieser Druck von außen es in der familiären Kernzelle, und dort eben besonders Mama und Papa leichter, diesen Erwartungsdruck auf die Kinder auszuüben. Dann müssen Mama und Papa eben sich nicht gegen die Gesellschaft stellen, welche ja auch sagen könnte: "Es ist doch okay, wenn Deine Kinder Dir keine Enkel bringen".
Ich glaube, diese Lebenshoffnung von Eltern auf Enkel ist noch einmal mehr gestiegen, seit größere Familien nicht mehr so hipp sind. Ich entstamme selber einer Generation, wo sehr viele eben keine Kinder erschaffen haben - ich selbst gehöre zu den kinderlosen. Je mehr Geschwister im Spiel sind, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle kinderlos bleiben.
Angesichts des Bevölkerungswachstums und den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten wie Nahrungsmittel und Wasser (ungeachtet von Energie und Rohstoffen) kann man natürlich schnell zu der Überzeugung kommen (gerade auch als Argument für den eigenen kinderlosen Lebensstil), es sei doch gar nicht so schlecht, wenn nicht jeder Nachwuchs zeugt. Andererseits sieht man gerade deutlich in Deutschland mit Blick auf das Rentensystem, aber auch auf Fachkräfte, dass starke Kinderlosigkeit zu ganz neuen, gesellschaftlichen Problemen führt. Ich selbst habe meinen Anteil daran. Die ungewollte, geplante oder programmatische Kinderlosigkeit ist für eine Gesellschaft auf Dauer also gar nicht so unproblematisch.
All das wird dazu führen, dass die Lebenshoffnung von Eltern auf eigene Enkel nicht so schnell schwinden wird. Eine Lösung aus diesem Dilemma wäre, wenn die Familiengrößen wieder ansteigen würden. So würde sich diese Hoffnung nicht auf ein Einzelkind konzentrieren, sondern auf z.B. drei Kinder verteilen.
Ich habe Anfang der 80er Jahre schon in der Schule gelernt, dass mit steigendem Wirtschaftswachstum in Staaten quasi wie ein Naturgesetz die Geburtenraten sinken. Ein einfacher Grund ist, dass Frauen verstärkt arbeiten gehen und zwischen Karriere und Familie abwägen, manchmal zu spät sich für Familie entscheiden und deshalb auch ungewollt kinderlos bleiben, und dass nicht Großfamilien mehr für die Altersversorgung der Eltern herhalten müssen, da leichter genügend Reichtum zu Erwerbszeiten gesammelt werden kann und auch Alterssicherungssysteme (Rente) eingeführt werden können. In den 80ern hielt z.B. Afrika als Beispiel her, wo damals - vielleicht bisweilen auch heute noch - aus Gründen der Altersversorgung zahlreiche Kinder in der Familie als Reichtum galten.
Ja, man sieht, es ist alles gar nicht so einfach. Die Kernzelle Familie wird weiterhin eine fundamentale Quelle sein von Vorbehalten gegenüber Homosexualität und Transgender. Homosexualität und Transgender gelten als ziemlich sicheres Zeichen programmierter Kinderlosigkeit. Solange das noch so angesehen wird, werden sich die Vorbehalte aus der Kernzelle Familie nicht ändern.
Warum stellen wir diese Gedanken an?
Weil, wie MAS richtig in Worte gefasst hat, es eine Scheu gibt, als Homosexueller oder Transgender angesehen zu werden.
Hat man bereits eigene Kinder gezeugt und ist sie am Großziehen, wie Cephalus z.B., hat man also augenscheinlich bewiesen, dass man vermutlich nicht homo oder trans ist, so kann man sich selbst und der Gesellschaft leichter mit Symbolen zeigen, die einen in die Vermutung homo oder trans bringen könnten. Natürlich schlägt auch in dieser Position der gemeingesellschaftliche Druck entgegen - z.B. dass die eigenen Kinder deswegen von ihren Freunden oder Mitschülern gehänselt werden könnten. Auch das wiederum ist ein Quell der Angst, sich Kleidungsfreiheiten zu gönnen. Genau diesen Punkt hatte eine meiner Ex in ihren Zukunftsperspektiven gefürchtet; vielleicht mit ein Mosaiksteinchen, weshalb wir kinderlos blieben.
Die Kernzelle Familie als Ort, von der Vorbehalte gegen Homosexualität oder Transgender auch weiterhin wohl noch lange bestehen bleiben, habe ich nun ausführlich beleuchtet.
Es gibt aber auch noch vor allem eine andere Quelle dieser Vorbehalte. Ich hatte in einem anderen Thread bereits die Musks, Trumps, Bezos, Putins und Konsorten erwähnt. Diese sind mit ein Grund, weshalb sich Männer auch im zivilen Leben in eine Art zivile Uniform begeben. Das möchte ich aber an einer anderen Stelle in diesem Forum weiter ausführen. (Nämlich:
hier)
Und all diese Gedanken nur, weil die Symbolkraft der Hose so sehr an Männlichkeit gekoppelt ist.
Nein, falsch, weil der Rock so sehr an Weiblichkeit gekoppelt ist, oder besser gesagt: an Unmännlichkeit.
Darum müssen wir uns hier mit den Phänomenen wie Homosexualität oder Transgender herumschlagen.
Und wer aus diesem Ductus ausschert, der kann - wie Cephalus - auf einmal für "soooo cool" gehalten werden.
Wir müssen uns einfach nur trauen!