Was ich bei dem Komplex "Kernzelle Familie" als fundamentaler Quell von Vorbehalten gegen Homosexualität und Transgender, wo ich mich besonders auf die Eltern und ihre Hoffnungen auf Enkel konzentriert habe, noch als nicht unwichtigen Faktor nicht erwähnt habe...
Eigentlich zählt es mit dazu zur "Kernzelle Famile": Die Partnerin.
Hat sich das aufgewachsene Kind endlich ein Stück von seinem Elternhaus und dem unmittelbaren Zugriff der Eltern abgelöst, holt der junge Mann, sofern hetero, sich ein neues Dilemma ins Haus: Die Freundin / Ehefrau.
Sie träumt zunächst mal noch nicht von ihren Enkeln, aber vielleicht von Kindern. Oder auch das erstmal noch nicht, weil es biologisch noch nicht eilt. Aber auch sie möchte von ihrem Freund / Ehemann nicht, dass andere Leute ihn für homosexuell oder trans halten könnten. Hier hat es im Gegensatz zu den Eltern (zumeist noch nicht mal) mit dem Nachwuchs (Enkeln / Kindern) zu tun, von denen geträumt wird, sondern im Falle der Partnerin hat es zunächst etwas mit ihrem eigenen Selbstwert zu tun.
Die meisten Frauen bekümmert es sehr, wenn ihr Partner von anderen (bekannten wie unbekannten) Menschen als potenziell homosexuell oder trans angesehen werden könnte. Denn dann kann von den Beobachtern ihre Partnerschaft zu diesem Mann in Zweifel gezogen werden. Ist sie am Ende gar nicht so richtig mit ihm zusammen? Ist sie nicht fraulich genug, um einen echten Mann an sich zu binden? Das könnten die Beobachter denken, denkt die Frau. Ein Mann an ihrer Seite, der deutliche Anzeichen von potentiell schwul oder trans ausstrahlt, knabbert mächtig am Selbstwertgefühl der Frau. Und an ihrer eigenen Fraulichkeit.
Es kann sogar sein, dass sie diesen Gedanken nicht nur den Beobachtern (also den Leuten) zuschreibt. Es kann sein, dass sie selbst diese Gedanken hegt: Bin ich nicht ausreichend weiblich für ihn? Bin ich nicht attraktiv genug? Ist er insgeheim doch schwul? Oder will er eine Frau werden? Alle diese Ängste schwingen da mit.
Freilich, längst nicht zum ersten Mal hier in diesem Forum festgestellt. Aber doch hier im Kontext wieder erwähnenswert. Auch aus dem Komplex Partnerschaft kommt ein gewisser Vorbehalt gegen Homosexualität und Transgender, sofern es den eigenen Freund / Ehemann betreffen könnte.
Zum Glück sind nicht alle Frauen so. Es gibt auch andere. Und einige von Euch haben ja auch schon Cephalus beglückwünscht für die Frau, für die er sich entschieden hat, und die sich für ihn entschieden hat. Sie gehen ja schon eine Weile gemeinsam durchs Leben, haben zwei heranwachsende Söhne und stehen scheinbar mitten im Leben, also auch was Materielles angeht.
Vielleicht hat Cephalus - wenn ich das mal vermuten darf - im Umgang mit seiner Frau auch irgendwie alles richtig gemacht. So, dass diese ganzen Gedanken wie gerade oben erwähnt seine Frau sich nicht machen muss. Sie ist sich - so analysiere ich das gerade mal - seiner (also dem Cephalus) ziemlich sicher. Da sind potentielle Zeichen von einer denkbaren Homosexualität oder Transgender absolut keine Hinweise für sie, das bei ihm zu vermuten. Drum wird Cephalus´ Frau auch nicht gegenschießen. Da sind Röcke oder Kleider an ihm Nebensache. Das bringt die Partnerschaft nicht ins Wanken.
Vielleicht muss der eine oder andere seiner Frau mehr Gefühl von diesen Formen von Sicherheit geben, quasi erst einmal als Vorschusslorbeeren, um dann in einem späteren Schritt seine Wünsche von Rock oder Kleid ihr zu offenbaren... Vielleicht kann das der individuelle Weg aus der Sackgasse sein, damit die Frau es irgendwann eher akzeptiert...
P.S.: Bitte entschuldige, Cephalus, wenn ich Dich als sooo coolen Vater und Mann so stark versucht habe zu analysieren, bzw. Deine Partnerschaft. Vielleicht wird Deine Frau lachen, sofern Du diese Analyse ihr zugänglich machen solltest...
Ich fand diesen Versuch der Analyse aber durchaus interessant.