Autor Thema: Iss was Dir schmeckt  (Gelesen 10440 mal)

Offline MAS

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #15 am: 26.06.2026 00:41 »
Wahrscheinlich geht es um diese Hafermilchmarke: https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/bei-oeko-test-durchgefallen-diese-beliebte-hafermilch-solltest-du-nicht-trinken_id_10447280.html
Die habe ich bisher kaum einmal gekauft, weil sie teurer ist als andere Marken, sogar als Bio-Marken im Supermarkt.

Davon abgesehen soll sogar Hafer selbst etwas krebserregendes haben: https://www.swr.de/leben/gesundheit/haferflocken-im-oeko-test-gesund-pestizide-schimmelpilze-100.html
Das liegt jetzt aber nicht am Hafer sondern an Anbau mit Glyphosat (in den USA jetzt offiziell als nicht krebserregend beurteilt; aber wer glaubt in letzter Zeit schon den USA?) und Lagerung. Von Schimmel sind ja Bioprodukte sogar eher mal betroffen, weil man eben keine Fungizide einsetzt.

Ich hörte aber sogar, dass dem Hafer selbst etwas Krebserregendes innewohne, also einfach von der Pflanze her.

Davon abgesehen kenne ich kein Lebensmittel, dem nicht irgendwelche Nachteile nachgesagt werden.

Mir geht es in meinem E-Mail-Wechsel mit dem Kommunikationsteam Initiative Fleisch nicht um gesundheitliche, sondern um Tierschutz- und Mitweltschutzaspekte.

LG, Micha

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Offline doppelrock

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #16 am: 08.07.2026 07:51 »
Gerade habe ich einen interessanten Bericht gelesen über die Ernährung von sehr erfolgreichen Sportlern. Beide haben einen eigenen Weg gefunden, abseits von der Werbung einer Industrie und abseits vom dogmatischen Veganismus.
Erling Haaland, Fußball:
Kaffee mit Rohmilch und Ahornsirup — „um das Koffein mit Fett und Zucker zu schützen“, wie er selbst sagt
Frühstück: Eier mit Pfeffer auf Sauerteigbrot
Mittagessen: Gebratener Reis mit Ei, Wolfsbarsch und Spargel
Abendessen: Fettige Steaks vom Grill — Rib-Eye, Tomahawk, Short Rib — mit Tomaten-Zwiebel-Salat, Kartoffeln und hausgemachter Béarnaise

Ich gehe davon aus, dass er soviel Training macht, dass er die 5000 Kalorien auch wieder verbraucht im Gegensatz zum unbewegten Bürobediensteten. Aber generell mehr Bewegung und die Hälfte an Kalorien könnte auch da funktionieren.

Nowak Djokowic, Tennis:
Gemüse, Bohnen, weißes Fleisch, Fisch, Obst, Nüsse, Samen, Kichererbsen, Linsen, gesunde Öle. Kein Gluten, keine Milchprodukte, so wenig Zucker wie möglich.

Beiden gemeinsam ist, dass sie möglichst unverarbeitete, natürliche Produkte wählen. Kein Fertigessen, keine Massentierhaltung. Ich nehme mir daraus mit, dass der persönliche Weg stark abweichen kann von DGE-Pyramide oder "Ernährungswissenschaft", die dem Wissen Jahrzehnte hinterher läuft und wie vieles heutzutage abhängig finanziert oder ideologisch gefärbt sein kann. Besser scheint, man informiert sich selbst, probiert aus und behält bei, was gut tut. Diese Dinge schmecken von Natur aus gut, ohne sie künstlich zu zuckern oder würzen mit Chemiecocktails.

Offline doppelrock

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #17 am: 12.07.2026 17:30 »
Lieber @MAS, ein Vorschlag, um die wartezeit zu überbrücken:
Bitte frage doch mal deine favorisierte Partei, die mal als Umweltschutz-Partei groß geworden ist, wie sie heute zum Thema steht. Von "AKW - nee!" über "keine Waffen in Kriegsgebiete" und "bereit, wenn ihr es seid" zum aggressivsten Kriegsbefürworter und Waffenlieferant im aktuellen Parlament.

Dabei nehme ich an, dass es dir sehr bewusst ist, wie schädlich und tödlich Krieg für Umwelt, Tiere, Menschen ist. Aber vielleicht kannst du ja auch einen guten Grund nennen, warum der Krieg wichtig ist und auf keinen Fall enden darf.

Der Wandel von grasgrün zu olivgrün hat ja schon mindestens 1999 stattgefunden, insofern überrascht mich die neue Priorität nicht sehr, höchstens die Intensität.
Verwundert bin ich eher über Menschen im Land, die ihre Prioritäten sehr "individuell" setzen und dabei vieles, was offensichtlich scheint, sehr großzügig ausblenden.
Mir würde bei soviel kognitiver Dissonanz vermutlich schwindelig.
Gruß
doppelrock

Offline MAS

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #18 am: 31.07.2026 00:22 »
Wir haben übrigens noch ein paar Mails ausgetauscht und haben uns dann im Guten voneinander verabschiedet mit dem Interesse, gemeinsam die Gesellschaft zu gestalten.

Ich bin froh, diese Initiative angeschrieben zu haben!

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Offline doppelrock

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #19 am: 01.08.2026 14:26 »
WLieber MAS,

wr bei den erwähnten mails noch etwas Interessantes für die Mitleserschaft zu erfahren?
Gern darfst du auch meine fragen beantworten, die ich persönlich an dich gerichtet habe.

Gruß
doppelrock

Offline Zwurg

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #20 am: 07.08.2026 20:12 »
Ernährung ist immer wieder ein spannendes Thema.
Entwicklungsbiologisch haben wir uns vom reinen Pflanzenfresser, über dem Homo Rudolfensis (wenn ich mich nicht irre) der Aas in seinen Speiseplan integrierte zum Allesfresser entwickelt. Das ermöglichte ein größeres Gehirnwachstum und erhöhte Überlebenschancen. So konnte sich der Mensch von den Steppen Afrikas zu allen Regionen der Erde, inklusive der Polarregion ausbreiten. In der letzten Eiszeit war zumindest in Europa der Mensch auf Fleisch angewiesen.
Das Endete erst mit der Sesshaftwerdung der Menschen vor ungefähr 5000 Jahren. Erst dann entstand Ackkerbau und Viehhaltung.
In einzelnen Regionen wie zum Beispiel dem Landesinneren des Amerikanischen Kontinents lebten die Ureinwohner noch vor 150 Jahren hauptsächlichvon der Jagd.
Ich habe auch schon malgelesen, dass auch im Europäischen Frühmittelalter der Fleischkonsum ähnlich hoch wie heute war.
Erst später stand der Fleischkonsum hauptsächlich dem Adel zu. Mit der Bevölkerungsexplosion durch die Kartoffel,  gab es noch weniger Fleisch für den Einzelnen Menschen, was zu einer vermehrten Viehzucht führte, um das Bedürfnis zu stillen.

in den letzten 2  Millionen Jahren dürfte wohl der Fleischkonsum überwogen haben. Das ist ja auch an unserem Verdauungsystem und unseren Zähnen zu beobachten. Ohne diese Ausrüstung könnten wir kein Fleisch verdauen und würden es auch nicht tun. Wer schon mal ein Pferd gesehen hat, das mit einer Wurstsemmel gefüttert wurde, weiß wovon ich spreche.

Nun kommen wir zum modernen Menschen, der heutigen Zeit. ich bin so aufgewachsen, dass es am besten ist von allem etwas zu essen.
In der Arbeit gibt es an 3 Tagen die Woche vegetarisch und am 4 Tage eher homopathische Dosen Fleisch. Daheim esse ich oft Knäckebrot mit Streichkäse oder Emmentaler. Wurst eher sehr selten.
Ich hab kein Problem damit, das Tiere für meinen Konsum sterben müssen. Was mich eher stört ist der Umgang mit den Tieren so lange sie leben. Und trotzdemkaufe ich oft aus Bequemlichkeit Putensteaks im Supermarkt aus dem Kühlregal.

Gäbe es keinen Supermarkt und keinen Metzger würde ich jagen gehen, wenn es erlaubt wäre. Ich würde mit Gewehr oder Armbrust, oder wenn nicht vorhanden mit Atlatl oder Pfeil und Bogen, vielleicht auch mit Bola jagen.

Werbung nimmt in unserem Leben viel zu viel Platz ein, deshalb beschäftige ich mich so wenig wie möglich damit.





Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Offline MAS

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« Antwort #21 am: 07.08.2026 23:37 »
Meine Großnichte und ihr Freund haben den Jagdschein gemacht, weil sie nicht ohne Fleisch leben wollen, aber die Massentierhaltung ablehnen. Sie schießen sich, was sie brauchen.
Das ist allerdings keine Lösung für 8 Milliarden Menschen.

Alternativ werden Insekten als Nahrung angeboten.

Oder eben eine (fast) fleischfreie Kost wird propagiert. Da bin ich dabei, also fast fleischfrei.

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Offline doppelrock

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« Antwort #22 am: Gestern um 18:25 »
In Sachen ernährung-Gesundheit-Moral gäbe es schon einiges zu tun.

Die Weltbank unterstützt die Massentierhaltung mit Milliarden, während die Kleinbauern durch politische Maßnahmen verdrängt werden.
https://sentientmedia.org/the-world-bank-pouring-billions-into-factory-farms/
Da können Firmen und Konsumenten, denen nur der Geschmack zählt, prima die Augen verschließen.
Google sagt
"Die Weltbank ist eine globale Entwicklungsbank und eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Washington, D.C.. Ihre Kernaufgabe besteht darin, die weltweite Armut zu bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern nachhaltig zu förder"
Wenn die Aussage wahr wäre, dürfte die Organisation nicht die Fleischindustrie fördern, die nachweislich die Menschen weltweit verarmt (Wir futtern Afrika zu Tode). Dass die Menschen, wenn sie sich im eigenen Land nicht mehr ernähren können, dorthin flüchten, wo es besser scheint, ist naheliegend.

Auch das wäre ein moralischer Grund gegen von niemand gewählte Weltbank, UN und andere NGOs aktiv zu werden, nicht nur der fehlende Tierschutz.

Schattenwolf

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #23 am: Gestern um 21:34 »
Ich hab kein Problem damit, das Tiere für meinen Konsum sterben müssen. Was mich eher stört ist der Umgang mit den Tieren so lange sie leben. Und trotzdemkaufe ich oft aus Bequemlichkeit Putensteaks im Supermarkt aus dem Kühlregal.

Gäbe es keinen Supermarkt und keinen Metzger würde ich jagen gehen, wenn es erlaubt wäre. Ich würde mit Gewehr oder Armbrust, oder wenn nicht vorhanden mit Atlatl oder Pfeil und Bogen, vielleicht auch mit Bola jagen.

Vielerorts gibt es ja noch nicht mal mehr Metzger. In meinem Heimatort gibt es mittlerweile keinen mehr. Dort kann man nur noch Fleisch im Supermarkt kaufen.

Bäcker sucht man heute vielerorts auch vergebens. Ebenso eine gute bürgerliche deutsche Gaststätte. Vieles steht mittlerweile leer oder es wird der nächste Döner-, Pizza- oder Sushiladen eröffnet.

Wir waren früher auch immer Wild essen oder sind zum Schlachtfest gegangen. Heute muss man sowas gezielt suchen und teils weite Strecken auf sich nehmen. Früher gab es das in jedem Ort und man ging jeden Sonntag zu einem anderen Fest.

Offline cephalus

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Antw:Iss was Dir schmeckt
« Antwort #24 am: Heute um 00:27 »
Offensichtlich ist die Verteilung der Infrastruktur gegenüber irgendwelchen früheren Zeiten stark verändert.

Ich habe in fußläufiger Entfernung tatsächlich zwei echte Metzger und auch drei Bäcker, die wirklich noch selbst backen.

Gutbürgerliche Gaststätten habe ich reichlich in meiner Umgebung, ebenso italienische, griechische, indische und türkische.
Auch zwei Dönerbuden finde ich.
Nur für Thai, Vietnamesische und Afgahnische muß ich weiter fahren.

Offline MAS

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« Antwort #25 am: Heute um 00:48 »
Ich habe ein Buch namens "Mir schwätze Platt" aus dem Landkreis Cochem-Zell. Darin sind viele Beschreibungen von Dörfern, wie sie zum Beginn des 20. Jhs. waren. Darin fällt auf, dass die Orte eine viel bessere Infrastruktur hatten als heute. Es gab Ämter, Schulen, Werkstätten usw. Was es nicht gab: Bäckereien. Warum nicht? Die Leute haben selbst gebacken.

Was gibt es heute in den Dörfern? Fast nichts. Warum? Weil die Leute mit dem Auto schnell im billigeren Supermarkt sind, statt im Dorf einzukaufen.

In Siegburg gibt es Bäcker (eigentlich nur einen echten Bäcker, aber viele Backwarenverkaufsstellen) und Apotheken en masse.
Restaurants mit deutscher Küche? Ja, das Brauhaus. Vielleicht noch mehr, ich weiß nicht. Dönerläden? Mehr als man braucht, auch wenn man gerne Döner isst. Pizzerien? Ja, ein paar. Chinesische Restaurants? Mir fällt gerade nur eines ein.

Und hier in Frankreich, wo ich gerade bin? Kommt darauf an, in welcher Stadt. Ich sehe ein breites Spektrum, auch französische Küche. Aber teuer!

Wer will heute schon noch ein Wirtsleben führen? Wirte leben ungesund, so hörte ich mal. Die Arbeitszeiten, wenn sie kundenfreundlich sein sollen, sind wirtsunfreundlich.

In Bielefeld wohne ich gerne in einem Hotel, dass seit Ende des 19. Jhs. im Familienbesitz ist. Da gibt es auch gute deutsche Küche. Dir Köche sind aus Pakistan. Ich fragte mal einen, ob sie auch mal Pakistanisches anbieten wollen. Nein, das sei zu aufwändig, sagte er. Aber es gab schon Grünkohl mit Granatapfelkernen. Lecker! Hielt sich aber nicht auf der Karte.

Alles nicht so einfach!

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