Hallo Wölfchen!
Meine Gedanken zur Antwort machen mich gerade sentimental. Denn ich habe gerade über eine Begebenheit nachgedacht, die ich hier in meiner Antwort eigentlich gar nicht erwähnen wollte. Jetzt mach ich es doch: Denn ich saß friedlich mit meiner einen Schwester am Dielentisch und wir machten gerade Hausaufgaben. Ich machte meine ersten Schreibübungen. Da kam - ich schildere jetzt nicht alle Einzelheiten - meine Oma, die Mutter meiner Mutter, zu Besuch und ging in die Küche. Irgendwas machte da meine Mutter, ausgiebig kochen oder vermutlich Plätzchen backen. Und was war das ein Drama!
Erklären sollte ich, dass ich im Wandschrank meines Zimmers noch ein zu klein gewordenes Kleid meiner Schwester (die vom Dielentisch) hängen hatte. Zu diesem Zeitpunkt jedoch gerade nicht, sondern ich hatte das einfach, weil irgendwie neugierig, angezogen statt meiner anderen 'Daheimerums-Kleidung'. Der Stoff des Kleides war ein rotes Schottenkaro, mit einem Faltenrock. Vermutlich von meiner Mutter selbst genäht, vielleicht auch gekauft. Wie gesagt, meine Schwester und ich saßen friedlich beisammen und waren jeweils für sich beschäftigt. Und das schon eine ganze Weile, und meine Mutter war mindestens diese Weile auch aus der Küche nicht mehr herausgekommen. Bis Oma kam.
Kaum war sie da, da kam meine Mutter aus der Küche und - scheinbar hatte ich auf die Frage meiner Oma, ob meine Mutter mir gesagt hätte, dass ich das anziehen solle - keine ihr schlüssige Antwort gegeben. Und ja, Drama war, ich solle nicht sagen, dass... und überhaupt... ausziehen...!!!
Oh ja, was ist das ein Drama, wo eine Mutter sich ihrer Mutter verantworten muss, wenn auf einmal ein Junge was anhat, was keine Hose ist...!!!
Und das macht mich höchst sentimental!!!
Aber, sorry...! Eigentlich wollte ich das ja gar nicht hier erwähnen.
Loslegen wollte ich eigentlich mit meiner Antwort zur Begrüßung, dass die meisten von uns hier wohl angefangen haben mit einer Jeansrock-Phase mit mehr oder weniger Jeansrock oder relativ ähnlichen Rockarten. Hatte ich auch mal. Manchen von uns reicht diese Rockart auch vollkommen.
Aber über meine Schwestern habe ich auch andere Stoffe schon kennen- und fühlen gelernt. Mein erstes nennenswertes Rockerlebnis in meinen Teeniejahren war ein Rock aus Fastnachtsseide, im Sommer - wahnsinnig angenehm. ('nennenswert' unter Auslassung früherer Erlebnisse, siehe oben.) Aber ich muss zugeben, wie ich im Rock anfing unter die Leute zu gehen, kam ich ebenso in eine gewisse Jeansrock-Phase. Es dauerte bei mir lang, bis ich mich aus dieser "Jeansrock-Phase" wieder heraus entwickelt habe (90er bis tief in die 10er Jahre).
Inzwischen gibt es eigentlich nichts mehr, was ich nicht tragen würde oder trage. Ich genieße diese Freiheit. Ich genieße diese Vorteile von angenehmen Stoffen, von fließenden Silhouetten, ich genieße die witterungsangepassten Vorteile von entsprechenden Schnitten, auch am Oberkörper, ich mag diese ganze Vielfalt, die ich in der Männerabteilung niemals geboten bekommen hätte bislang.
Insofern freue ich mich, dass auch Du diese Annehmlichkeiten kennengelernt hast - sogar ohne Jeansrockphase - und dass Du Dich, falls Du zurückblickend ins Grübeln fallen würdest, ärgern könntest, nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen zu sein und Du all die vielen Jahre das alles verpasst hast.
Es werden immer mehr, die das ärgert und die was dran ändern möchten. Und Du bist nun ein weiterer. Das freut mich sehr. Du wirst bald Lust kriegen, so auch mal vor die Tür zu gehen. Denn dort beginnt die eigentliche Freiheit.
Genieße sie!
Und genieße die Zeit mit uns!
Herzlich willkommen!
Wolfgang
(mich hat man glaubich auch schonmal Wölfchen gerufen)
