Autor Thema: Kleid und Kirche  (Gelesen 251 mal)

Offline high4all

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Antw:Kleid und Kirche
« Antwort #15 am: Heute um 13:21 »
Im ersten Brief an die Korinther hat Paulus in den Kapiteln 8 bis 10 einige Dinge über die christliche Freiheit geschrieben.

Kapitel 8: Bereit sein, um des schwächeren Bruders willen auf Freiheiten zu verzichten. Beispiel: Götzenopferfleisch

Zitat
1 Was aber das Götzenopfer angeht, so wissen wir, dass wir alle die Erkenntnis haben. Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf. 2 Wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. 3 Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. 4 Was nun das Essen von Götzenopferfleisch angeht, so wissen wir, dass es keinen Götzen gibt in der Welt und keinen Gott als den einen. 5 Und obwohl es solche gibt, die Götter genannt werden, es sei im Himmel oder auf Erden, wie es ja viele Götter und viele Herren gibt, 6 so haben wir doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir zu ihm, und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. 7 Aber nicht alle haben die Erkenntnis. Einige essen’s als Götzenopfer, weil sie immer noch an die Götzen gewöhnt sind; und so wird ihr Gewissen, weil es schwach ist, befleckt. 8 Aber die Speise macht’s nicht, wie wir vor Gott stehen. Essen wir nicht, so fehlt uns nichts, essen wir, so gewinnen wir nichts. 9 Seht aber zu, dass diese eure Freiheit für die Schwachen nicht zum Anstoß wird! 10 Denn wenn jemand dich, der du die Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch sitzen sieht, wird dann nicht sein Gewissen, da er doch schwach ist, verleitet, das Götzenopfer zu essen? 11 Und so geht durch deine Erkenntnis der Schwache zugrunde, der Bruder, für den doch Christus gestorben ist. 12 Wenn ihr aber so sündigt an den Brüdern und Schwestern und verletzt ihr schwaches Gewissen, so sündigt ihr an Christus. 13 Darum, wenn Speise meinen Bruder zu Fall bringt, will ich nimmermehr Fleisch essen, auf dass ich meinen Bruder nicht zu Fall bringe.

Kapitel 9: Das Beispiel des Paulus: Verzichte, um andere für Christus zu gewinnen

Kapitel 10, 23-33: Dankbar genießen, aber Rücksicht auf das Gewissen des anderen; alles zur Ehre Gottes.

Zitat
23 Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. 24 Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient. 25 Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst, und prüft es nicht um des Gewissens willen. 26 Denn »die Erde ist des Herrn und was darinnen ist« 27 Wenn euch einer von den Ungläubigen einlädt und ihr wollt hingehen, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, und prüft es nicht um des Gewissens willen. 28 Wenn aber jemand zu euch sagen würde: Das ist Opferfleisch, so esst nicht davon, um desjenigen willen, der es gesagt hat, und um des Gewissens willen. 29 Ich rede aber nicht von deinem eigenen Gewissen, sondern von dem des andern. Denn warum sollte ich meine Freiheit beurteilen lassen vom Gewissen eines andern? 30 Wenn ich mit Danksagung am Mahl teilnehme, warum sollte ich mich Lästerer nennen lassen wegen etwas, wofür ich danke? 31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre. 32 Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, 33 so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden.

Dass Beispiel vom Umgang mit Götzenopferfleisch lässt sich m.E. auf die Kleidung übertragen, die ich für den Gottesdienst auswähle. Es stellt sich mir immer die Frage, ob ich mein Ding durchziehe und damit Leute vor den Kopf stoße und in ihrem Glauben verunsichere, oder ob ich auf diese Leute Rücksicht nehme.

Im Übrigen sind Menschen, die stark im Glauben sind, nicht unbedingt solche, die in der Öffentlichkeit "starke Auftritte" haben. Ebenso sind Menschen, die schwach im Glauben sind, nicht unbedingt an einem "schwachen Auftreten" in der Öffentlichkeit erkennbar. Mitunter ist es genau umgekehrt.

Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Offline MAS

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Antw:Kleid und Kirche
« Antwort #16 am: Heute um 13:56 »
Lieber Hajo,

ist Deiner Meinung nach der Glaube eine Leistung des Menschen oder eine Gnade Gottes?

LG, Micha
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Offline Uckermärker

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Antw:Kleid und Kirche
« Antwort #17 am: Heute um 14:53 »
Ich finde den Vergleich vom Essen von Opferfleisch mit dem Tragen von unüblicher Kleidung schwierig.

Beim Essen von Opferfleisch ging es um eine religiöse Handlung.
Vergleichbar wäre es vielleicht, wenn ich in einer Burka zum Gottesdienst gehen würde.
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Online Skirtedman

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Antw:Kleid und Kirche
« Antwort #18 am: Heute um 15:57 »
In Italien sah ich dagegen vor Kirchtüren Abbildungen von kurzen Beinkleidern oder ärmellosem Oberteilen mit einem roten X durch diese hindurch. In Italien wären viele von uns so nicht in eine Kirche gelassen worden.

LG, Micha

Im Mailänder Dom war ich in den 90er Jahren mit Rock drin und auch drauf. Damals kostete es glaubich hoch aufs Dach auch schon Eintritt. Ein paar Tage später haben sie mich nicht mehr reingelassen. Gut, dann bin ich halt nicht mehr aufs Dach. Welche Röcke ich damals trug, weiß ich nicht mehr konkret. Aber ich hatte da überwiegend knielange Sachen dabei oder wadenlang.

Vor bald ziemlich genau 25 Jahren haben sie mich zum Pater Pio nur reingelassen mit einer Stola, die ich mir über die Schultern hängen musste, weil ich ein armfreies Tanktop getragen habe. Etliche Frauen mussten das gleiche machen. Ich war der einzige Mann mit Stola. Gut, ich war auch der einzige Mann im Rock. Ob ich auch der einzige Mann ohne Hose war, weiß ich nicht mehr. Vielleicht ein paar Ordensleute, die dann aber ja keinen Rock, sondern eher sowas wie ein Kleid tragen. 'Kutte' sagt ja der Volksmund, um nicht den Verdacht zu schüren, Männer würden 'Kleider' tragen. 'Pater Pio' umschreibt die Wallfahrtsstäte in San Giovanni Rotondo.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?


 

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