Ja, Pubertät. Das war auch meine erste Vermutung.
Schön wäre es, wenn er seine Freiheit mit rüber über die Pubertät mitnehmen könnte und nicht in vorauseilendem Gehorsam sich an alle anpasst, weil der kollektive Glaube besagt, dass die Mädels angeblich nur echte Kerle lieben könnten und da würde ebenso angeblich die Hose dazugehören.
Ich hoffe, seine Eltern könnten da doch noch ein bißchen Vorbildfunktion für ihn beisteuern, die ja beweisen, dass seine Mutter nicht himmelschreiend weggelaufen ist, als sein Vater sich ohne Hose bekleidet hat.
Aber respektieren müssten sie es inzwischen.
Nun ist meine Schwester eine sehr dominante Person. Mein Bruder ist aber vor allem Techniker und Pragmatiker. Da müsste er doch sehen, dass technisch und pragmatisch nichts dagegen sprich, als Mann einen Rock und bei dem heißen Wetter einen kurzen luftigen Rock zu tragen, sondern im Gegenteil.
Nunja, das erinnert mich an das, was ich vor einigen Tagen in "Kleid und Kirche" geschrieben habe in puncto, z.B., Rock am Mann oder Homosexualität ("Ich bete für Dich."), wo die Hoffnung besteht, dass der Betroffene wieder auf den 'rechten Weg' gebracht wird, gar 'geheilt'.
Erinnert mich auch daran, als einer aus meinem einen Jungs-Freundeskreis so 10 Jahre, nachdem ich dort Röcke eingeführt hatte, meinte: "Ich hatte ja echt gedacht, Wolfgang, das sei nur eine Phase mit den Röcken, das ginge wieder weg."
Ja, das offenbart, dass manche, die Dich schon längst toleriert, respektiert oder akzeptiert haben, letztendlich Dich doch nicht unbedingt für voll nehmen in dem, was Du mit Deiner Kleidung betreibst.
By the way: den besagten Jungs-Freundeskreis hatte ich damals scheinbar wohl ziemlich geschickt in mein Rocktragen involviert, denn irgendwann tauchte ich verstärkt bei Studentenpartys im Rock auf, und wir haben alle weiterhin ganz normal wie immer mit den Mädels geflirtet. Da wurden wohl Falschauslegungen meiner Kleiderwahl bereits im Keim erstickt. 🤠