Autor Thema: Der Schattenwolf  (Gelesen 612 mal)

Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.090
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #15 am: Heute um 02:40 »
Vielen Dank für die weiteren Willkommensgrüße!

Und es geht hier im Forum tatsächlich darum, sich vom ewigen Hosentragen zu befreien.

Mir geht es gar nicht darum, mich von einem Hosentragen zu befreien. Ich bin da gar nicht so politisch unterwegs. Der Kilt ist einfach für besondere Anlässe reserviert, so wie meine anderen Trachten. Im Alltag reicht mir der elegante Herrenanzug. Ich bin da eher der galante Gentleman.

Schön, wenn Du in Deinem Alltag Dich mit der Kleidung in klassischer Form gemäß der anerzogenen gepflegten Männlichkeit zufrieden gibst. Der Kilt mag da in Sonderfällen noch ein bemerkenswertes i-Tüpfelchen draufsetzen. Dennoch stutze ich derzeit noch, wie ein von Dir erwähnter Faltenrock zu Deinem Erscheinungsbild passt, wo Du doch auch eine gepflegte Weiblichkeit in Form von Röcken und Kleidern erwartest. Zu solch einem Weiblichkeitsbild passt dann aber ein Mann im Faltenrock jenseits von Kilt irgendwie überhaupt nicht mehr, denn erfüllte 'gepflegte Weiblichkeit' erwartet dann eben auch 'gepflegte Männlichkeit'.


Denn warum soll ein Mann weniger Kleidungsvielfalt haben als eine Frau? Nur weil etwas als weiblich gilt? Mit welchem Recht soll das Recht, sich an Kleidungsvielfalt zu bedienen, nur Frauen zustehen?

Ist doch schön, dass du deine feminine Seite entdeckt hast und den Mut findest, dein Frausein auszuleben. Allerdings verwirren mich diese ganzen Identitäten. Deswegen lässt mich ein Mann, der sich als Frau präsentiert, aber trotzdem als Mann fühlt, eher mit einem großen Fragezeichen zurück. Früher war das mit Trans irgendwie einfacher. Heute gibt es da tausend Unterkategorien: nicht-binär, genderfluid, queer etc. Ich kann mit diesen Genderkonzepten leider nicht so viel anfangen, aber ich toleriere es.

Ich kann es Dir nicht verübeln, dass Du mich trotz meiner umfangreichen Ausführung falsch verstanden hast. Es ist schon sehr herausfordernd, neben all den verwirrenden Identitätsangeboten zudem noch zu verstehen, dass ein Mann jenseits von 'Gender'- und Trans-Konzepten sich trotzdem nach mehr Kleidungsvielfalt sehnt. Es ist vielseits noch zu unbekannt und zu schwer zu verstehen, dass die Lust nach Rock oder anderen Kleidungsmöglichkeiten nicht an ein "politisches" Statement gekoppelt ist.

Vielleicht hilft Dir die Beschäftigung mit diesem Forum, besser zu verstehen, dass einige der Mitglieder, darunter auch ich, eben nicht ihre "weibliche Seite" entdeckt haben und "ihr Frausein" ausleben.

Wenn jenseits von verwirrenden Genderkonzepten Du auch tolerieren kannst, dass manche Männer lediglich sich nach mehr Kleidungsvielfalt sehnen, dann bist Du auf alle Fälle hier richtig.

Ähnlich wie Micha schon schrieb, war mir ein "eleganter Herrenanzug" schon immer zuviel Zeug am Leib. Hochgeschlossene gesteifte Kragen zu eng, zu warm, zu dick, irgendwie störend. Und zudem dann noch eine Krawatte fühlte sich für mich immer an, wie stranguliert zu werden. Vielleicht hat sich aber auch meine seit frühester Kindheit asthmatisch-geprägte Psyche dagegen schon immer gewehrt. Wenn diese äußere Kruste zu einem "gepflegten Männlichkeitsbild" gehören sollte, dann bin ich da raus. Ich definiere mein Mannsein über meinen Körper, seinen Funktionen und seine ergänzende Andersartigkeit zum körperlichen Frausein. Der Rest ist Hülle und die ist variabel. Und die Hälfte unserer Gesellschaft sucht sich aus, in was sie sich hüllt. Ich suche mir das auch aus.

Und wenn Du Dich auf dies oder jenes freiwillig beschränkst, so toleriere ich das auch.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.272
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #16 am: Heute um 08:52 »
Ähnlich wie Micha schon schrieb, war mir ein "eleganter Herrenanzug" schon immer zuviel Zeug am Leib. Hochgeschlossene gesteifte Kragen zu eng, zu warm, zu dick, irgendwie störend. Und zudem dann noch eine Krawatte fühlte sich für mich immer an, wie stranguliert zu werden.

Mir waren Anzüge eher immer zu streif, unpraktisch. Und es schient und scheint mir immer noch ein Selbstbetrug zu sein, die Seriosität eines Menschen am Anzug oder sonst einer Gewandung  erkennen können zu wollen.
Dagegen opponierte ich.
Ich kenne auch Männer mit Hemd und Krawatten, die darin sehr gut aussehen, vor allem, wenn es auch etwas Farbe hat. Aber für mich sind zumindest Krawatten das falsche Accessoire.

LG, Micha   
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Offline Peter58Muc

  • Senior
  • ***
  • Beiträge: 253
  • Geschlecht: Männlich
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #17 am: Heute um 09:25 »
.

Offline Peter58Muc

  • Senior
  • ***
  • Beiträge: 253
  • Geschlecht: Männlich
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #18 am: Heute um 09:27 »
Für Anzüge kann ich mich auch nicht begeistern, aber den girly look den Wolfgang manchmal trägt, finde ich voll daneben.

Nichts für ungut LG Peter


Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.090
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #19 am: Heute um 10:36 »
Das ist Dein gutes Recht, lieber Peter.

Manche finden den Girly Look an Frauen oder auch an weiblichen Teenagern völlig daneben.

Ich wagte mich einmal nach etwa 10 Jahren unserer Beziehung meine damalige Freundin zu fragen, als sie unter der sommerlichen schwülen Hitze stöhnte, weshalb sie denn nicht mal etwas mit Spaghettiträgern anziehen würde. Ihre Antwort: "Ich laufe doch nicht in Unterwäsche rum." (Meine damals sporadischen, sehr seltenen Einsätze von Spaghettitops in Wald und Wiese fernab von Stadt und Leuten und von ihr sorgten für gewaltigen Beziehungsstress.)

Seit diese Beziehung aus anderen Gründen zu Ende ging, setzte ich verstärkt solche luftigen Oberteile wieder ein. Zuvor trug ich im Sommer nahezu durchgehend von März bis in den Oktober armfreie Tanktops (am Hals hochgeschlossen, weil überwiegend aus der Männerabteilung) - eine Befreiung gegenüber T-Shirts! Inzwischen, gut 10 Jahre später, trage ich im Sommer nahezu immer Spaghettiträger. Für mich seit zwei, drei Jahren quasi eine Selbstverständlichkeit. Eine Befreiung gegenüber den Tanktops!

Wenn diese Befreiung des Körpers an Girly Look erinnert, dann mag das Zufall sein. Ich trage das, weil diese Bekleidungsform für meinen Körper die optimale Sommerbekleidung ist, und weil nicht nur ausschließlich Menschen im Girly Look diese Bekleidungsform einsetzen. Warum also sollte ich auf optimale Kleidung verzichten?

Ziehe an, wie Du Dich wohl fühlst. Dann hast Du eine positive Ausstrahlung und das merkt man auch von Außen.
...

Mfg Andi

Das ist eben der Punkt. Im Sommer fühlt sich mein Körper damit am wohlsten. Mit weit über 90 % Anteil Homeoffice habe ich nicht so den Druck, mich dauerhaft mit Alternativen hierzu anfreunden zu müssen, weil es eben einige für voll daneben halten könnten.

Gruß,
Wolfgang

Als kleinen Hinweis möchte ich hier noch auf diesen Thread verlinken:
"Adäquate Kleidung - Sommer"
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?


 

SMF 2.0.19 | SMF © 2020, Simple Machines | Bedingungen und Regeln

go up