Autor Thema: Der Schattenwolf  (Gelesen 815 mal)

Offline MAS

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #15 am: Heute um 00:37 »
Jeanshose und karriertes Baumwollhemd  habe ich immer sehr geliebt und liebe es immer noch, nur dass ich die Jeanshose durch einen Jeansrock ersetze. Die Kombination liebe ich in der kälteren Jahreszeit.

Anzüge mochte ich nie, erst recht nicht mit Krawatten. Das war für mich immer zu viel Konventionszwang.

LG, Micha
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Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #16 am: Heute um 02:40 »
Vielen Dank für die weiteren Willkommensgrüße!

Und es geht hier im Forum tatsächlich darum, sich vom ewigen Hosentragen zu befreien.

Mir geht es gar nicht darum, mich von einem Hosentragen zu befreien. Ich bin da gar nicht so politisch unterwegs. Der Kilt ist einfach für besondere Anlässe reserviert, so wie meine anderen Trachten. Im Alltag reicht mir der elegante Herrenanzug. Ich bin da eher der galante Gentleman.

Schön, wenn Du in Deinem Alltag Dich mit der Kleidung in klassischer Form gemäß der anerzogenen gepflegten Männlichkeit zufrieden gibst. Der Kilt mag da in Sonderfällen noch ein bemerkenswertes i-Tüpfelchen draufsetzen. Dennoch stutze ich derzeit noch, wie ein von Dir erwähnter Faltenrock zu Deinem Erscheinungsbild passt, wo Du doch auch eine gepflegte Weiblichkeit in Form von Röcken und Kleidern erwartest. Zu solch einem Weiblichkeitsbild passt dann aber ein Mann im Faltenrock jenseits von Kilt irgendwie überhaupt nicht mehr, denn erfüllte 'gepflegte Weiblichkeit' erwartet dann eben auch 'gepflegte Männlichkeit'.


Denn warum soll ein Mann weniger Kleidungsvielfalt haben als eine Frau? Nur weil etwas als weiblich gilt? Mit welchem Recht soll das Recht, sich an Kleidungsvielfalt zu bedienen, nur Frauen zustehen?

Ist doch schön, dass du deine feminine Seite entdeckt hast und den Mut findest, dein Frausein auszuleben. Allerdings verwirren mich diese ganzen Identitäten. Deswegen lässt mich ein Mann, der sich als Frau präsentiert, aber trotzdem als Mann fühlt, eher mit einem großen Fragezeichen zurück. Früher war das mit Trans irgendwie einfacher. Heute gibt es da tausend Unterkategorien: nicht-binär, genderfluid, queer etc. Ich kann mit diesen Genderkonzepten leider nicht so viel anfangen, aber ich toleriere es.

Ich kann es Dir nicht verübeln, dass Du mich trotz meiner umfangreichen Ausführung falsch verstanden hast. Es ist schon sehr herausfordernd, neben all den verwirrenden Identitätsangeboten zudem noch zu verstehen, dass ein Mann jenseits von 'Gender'- und Trans-Konzepten sich trotzdem nach mehr Kleidungsvielfalt sehnt. Es ist vielseits noch zu unbekannt und zu schwer zu verstehen, dass die Lust nach Rock oder anderen Kleidungsmöglichkeiten nicht an ein "politisches" Statement gekoppelt ist.

Vielleicht hilft Dir die Beschäftigung mit diesem Forum, besser zu verstehen, dass einige der Mitglieder, darunter auch ich, eben nicht ihre "weibliche Seite" entdeckt haben und "ihr Frausein" ausleben.

Wenn jenseits von verwirrenden Genderkonzepten Du auch tolerieren kannst, dass manche Männer lediglich sich nach mehr Kleidungsvielfalt sehnen, dann bist Du auf alle Fälle hier richtig.

Ähnlich wie Micha schon schrieb, war mir ein "eleganter Herrenanzug" schon immer zuviel Zeug am Leib. Hochgeschlossene gesteifte Kragen zu eng, zu warm, zu dick, irgendwie störend. Und zudem dann noch eine Krawatte fühlte sich für mich immer an, wie stranguliert zu werden. Vielleicht hat sich aber auch meine seit frühester Kindheit asthmatisch-geprägte Psyche dagegen schon immer gewehrt. Wenn diese äußere Kruste zu einem "gepflegten Männlichkeitsbild" gehören sollte, dann bin ich da raus. Ich definiere mein Mannsein über meinen Körper, seinen Funktionen und seine ergänzende Andersartigkeit zum körperlichen Frausein. Der Rest ist Hülle und die ist variabel. Und die Hälfte unserer Gesellschaft sucht sich aus, in was sie sich hüllt. Ich suche mir das auch aus.

Und wenn Du Dich auf dies oder jenes freiwillig beschränkst, so toleriere ich das auch.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline MAS

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #17 am: Heute um 08:52 »
Ähnlich wie Micha schon schrieb, war mir ein "eleganter Herrenanzug" schon immer zuviel Zeug am Leib. Hochgeschlossene gesteifte Kragen zu eng, zu warm, zu dick, irgendwie störend. Und zudem dann noch eine Krawatte fühlte sich für mich immer an, wie stranguliert zu werden.

Mir waren Anzüge eher immer zu streif, unpraktisch. Und es schient und scheint mir immer noch ein Selbstbetrug zu sein, die Seriosität eines Menschen am Anzug oder sonst einer Gewandung  erkennen können zu wollen.
Dagegen opponierte ich.
Ich kenne auch Männer mit Hemd und Krawatten, die darin sehr gut aussehen, vor allem, wenn es auch etwas Farbe hat. Aber für mich sind zumindest Krawatten das falsche Accessoire.

LG, Micha   
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Offline Peter58Muc

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #18 am: Heute um 09:25 »
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Offline Peter58Muc

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #19 am: Heute um 09:27 »
Für Anzüge kann ich mich auch nicht begeistern, aber den girly look den Wolfgang manchmal trägt, finde ich voll daneben.

Nichts für ungut LG Peter

Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #20 am: Heute um 10:36 »
Das ist Dein gutes Recht, lieber Peter.

Manche finden den Girly Look an Frauen oder auch an weiblichen Teenagern völlig daneben.

Ich wagte mich einmal nach etwa 10 Jahren unserer Beziehung meine damalige Freundin zu fragen, als sie unter der sommerlichen schwülen Hitze stöhnte, weshalb sie denn nicht mal etwas mit Spaghettiträgern anziehen würde. Ihre Antwort: "Ich laufe doch nicht in Unterwäsche rum." (Meine damals sporadischen, sehr seltenen Einsätze von Spaghettitops in Wald und Wiese fernab von Stadt und Leuten und von ihr sorgten für gewaltigen Beziehungsstress.)

Seit diese Beziehung aus anderen Gründen zu Ende ging, setzte ich verstärkt solche luftigen Oberteile wieder ein. Zuvor trug ich im Sommer nahezu durchgehend von März bis in den Oktober armfreie Tanktops (am Hals hochgeschlossen, weil überwiegend aus der Männerabteilung) - eine Befreiung gegenüber T-Shirts! Inzwischen, gut 10 Jahre später, trage ich im Sommer nahezu immer Spaghettiträger. Für mich seit zwei, drei Jahren quasi eine Selbstverständlichkeit. Eine Befreiung gegenüber den Tanktops!

Wenn diese Befreiung des Körpers an Girly Look erinnert, dann mag das Zufall sein. Ich trage das, weil diese Bekleidungsform für meinen Körper die optimale Sommerbekleidung ist, und weil nicht nur ausschließlich Menschen im Girly Look diese Bekleidungsform einsetzen. Warum also sollte ich auf optimale Kleidung verzichten?

Ziehe an, wie Du Dich wohl fühlst. Dann hast Du eine positive Ausstrahlung und das merkt man auch von Außen.
...

Mfg Andi

Das ist eben der Punkt. Im Sommer fühlt sich mein Körper damit am wohlsten. Mit weit über 90 % Anteil Homeoffice habe ich nicht so den Druck, mich dauerhaft mit Alternativen hierzu anfreunden zu müssen, weil es eben einige für voll daneben halten könnten.

Gruß,
Wolfgang

Als kleinen Hinweis möchte ich hier noch auf diesen Thread verlinken:
"Adäquate Kleidung - Sommer"
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
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Offline Schattenwolf

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #21 am: Heute um 16:31 »
Hallo Skirtedman,

Mein Faltenrock ist eine Fustanella, die ich zu Besuch bei meiner Tante in Nordmazedonien bei einem Volksfest trug – dort zelebriert man Trachten noch als Brauchtum.

Einen klassischen Herrenanzug dagegen als "beschränkt" abzutun oder in der Fußnote Männer in Hosen pauschal mit einem "psychischen Knacks im Hirn" zu entwerten, klingt für mich eher nach einer ideologischen Verurteilung traditioneller Männlichkeit als nach echter Toleranz.

Wölfische Grüße
Der Schattenwolf

Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #22 am: Heute um 17:04 »
Damit der geneigte Leser späterer Generationen versteht, in welchem Zusammenhang hier Schattenwolf Informationen aufgreift, hier meine Botschaft, die ich in meinem Profil eingegeben habe und unter jedem meiner Beiträge in der "Fußnote" lesbar auftaucht, bis ich irgendwann einmal vielleicht etwas anderes dort positioniere:

"Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?"

Manche anderen Forumsuser platzieren da irgendwelche anderen persönlichen Botschaften.

Aber zurück zum Thema:

Ah, Fustanella! Auf diese Idee wäre ich bei der Nennung "Faltenrock" nicht gekommen.

Interessant ist, dass ich gerade vorgestern mal kurz die Idee gesponnen hatte, mal wieder ins Forum was zur Fustanella zu schreiben. Denn irgendein Otto, König von Bayern, hat seinerzeit mal verfügt, dass eine Fustanella exakt 400 Falten haben solle. Das aber nur eine Randnotiz - brauch ich jetzt auch nicht mehr weiter irgendwo zu erwähnen. Ich hätte zuvor noch die Fakten gegencheckt, ehe ich das thematisiert hätte. Das lasse ich jetzt an dieser Stelle sein, wer sich für mehr als mein Halbwissen darüber interessiert, kann ja selbst die genauen Fakten recherchieren.

Aber zurück zu Dir, Schattenwolf. Ich vermute, Du trägst Deine Fustanella nur zu speziellen Anlässen und nicht im normalen alltäglichen Leben.

P.S.: Ich weiß, die Formulierung meines Fußtextes ist recht drastisch gewählt. Diese Aussage zu verstehen, wird sicherlich für manche eine ziemliche Herausforderung sein. Es drückt aber in scharfen Worten aus, in welcher Situation ich meine Geschlechtsgenossen wahrnehme. Nicht explizit erwähnt habe ich, dass Auslöser dieser Situation die Erziehung ist. Jeder einzelne kann da erstmal nichts dafür, dass es so ist.
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Offline high4all

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #23 am: Heute um 17:14 »
Falls Du da mal vorbei kommst:
Zitat
Heute ist die Fustanella noch Teil der Uniform der Soldaten, die das Grab des unbekannten Soldaten vor dem Athener Parlament bewachen und die Präsidialgarde stellen (Evzonen).

Über die Bedeutung der 400 Falten gibt es in Albanien und Griechenland unterschiedliche Geschichten.

Klassische Anzüge gehören nicht zu meinen Lieblingen, was mich jedoch nicht dazu veranlasst, die Träger derselben in die pauschale Pfanne zu hauen. Wenn ich mal einen Anzug trage, bevorzuge ich an Stelle einer Krawatte eine Fliege. Und gerne eine Damenbluse darunter. ;)

Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine

Offline Peter58Muc

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #24 am: Heute um 17:27 »
Deine Fußnote, finde ich etwas beleidigend formuliert und auch vollkommen fehl am Platz, weil wir hier doch so gerne von Toleranz sprechen.
Du nimmst für dich in Anspruch, dass man dich und deine Kleiderwahl akzeptiert, was ich als Teilzeit Rockträger ja auch begrüße, dann aber bitte auch selber danach leben !

LG Peter

Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #25 am: Heute um 19:00 »
Danke, Peter, für Deine Einschätzung.

Meine scharf formulierte Analyse hatte nicht zur Absicht, jemanden zu beleidigen oder mit Intoleranz zu begegnen. Sondern es sollte ein kleiner Denkanstoß sein, mit Mut gegen die tiefsitzenden Ängste vorzugehen, sich mehr Kleidungsfreiheiten zu gönnen, sofern man sich diese wünscht. Und die meisten von uns hat uns doch hierher geführt, weil wir uns doch mehr Gestaltungsfreiheiten wünschen als uns in Erziehung und von Gesellschaft eingeprägt wurde. Einige von uns realisieren sich bereits ihre individuellen Kleidungsfreiheiten. Aber vielen geht es zu langsam voran, sodass ein Lebenalter wohl nicht ausreichen wird, dass sich grundlegend etwas daran ändert.

Und der Mann als solcher steckt irgendwie fest in seiner vordefinierten Prägung. Ich toleriere jeden, der da nicht herauskommt. Ich habe dafür sogar vollstes Verständnis. Das liegt eben an der ganz tief verankerten, festsitzenden Prägung, deren wir alle ausgesetzt waren.
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Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #26 am: Heute um 19:21 »
Dass ich einen klassischen Herrenanzug als "beschränkt" bezeichnet hätte, an diese Formulierung kann ich mich nicht erinnern.

Auch wenn einige größere Feinheiten hier immer mal wieder auf der Strecke bleiben, so hilft uns, verehrter Schattenwolf, unsere gegenseitigen Positionen besser einzuschätzen. Genau so soll eine Vorstellungsrunde ja auch sein.

Falls es Dich interessiert, was andere User, die hier das Forum mitgestalten, mit diesem Forum verbindet und was sie sich erhoffen, so sehe ich eine gute Grundlage, auch von Dir Deinen Input als Bereicherung zu bekommen.

Falls ich es noch nicht sagte, und falls doch...
Herzlich willkommen im Forum!

Gruß,
Wolfgang
(gerade vom Schatten von Odenwälder Bier-Spezialitäten beschirmt - und sogar ohne Spaghettis am Leib)
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