Autor Thema: Der Schattenwolf  (Gelesen 5249 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #120 am: Heute um 00:38 »
Servus, manche schreiben einfach viel zu viel! Hier soll's um Rock am Mann gehen....lässt den anderen scheiss aus...nicht so wissenschaftlich und nicht so kleinlich....

Es ging um den Rock am Mann. Es ging um verschiedene Geschmäcker. Daran eskalierte es, weil mit dem Geschmack Meinung verbunden wurde, und mit der Meinung Ideologie. Nichts weiter. Grabenkämpfe.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline MAS

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #121 am: Heute um 00:55 »
Lieber Zwurg,

wir scheinen tatsächlich immer mehr in einer Gesellschaft zu leben, in der Meinung viel und Wahrheit wenig gilt. Diese Sichtweise ist aber voll Programm derjenigen, die Wissenschaft und Demokratie gleichermaßen bekämpfen und den Leuten vormachen, sie seien für Meinungsfreiheit.

Man stelle sich vor, jemand verträte die Meinung, die Versklavung schwarzer Menschen, die Bekämpfung nichtchristlicher Gläubiger und die Ausrottung vieler Tier- und Pflanzenarten sei okay. Solche Meinungen gibt es. Sollen die nun alle gleichermaßen toleriert werden?

Solche Meinungen werden wahrscheinlich auch nicht von AfD-Politiker:innen vertreten, aber durchaus solche, die deutlich machen, dass sie von Demokratie, Vielfalt, Pressefreiheit usw. nicht viel halten oder mit anderen Worten: von Grundgesetz und Menschenrechten. Wer eine solche Partei wählt, sollte ich der Verantwortung dafür bewusst sein, was passieren kann, wenn sie an die Macht kommt. Ist eine Pro-AfD-Einstellung in diesem Sinne tatsächlich zu tolerieren?

Wir beobachten doch in Ländern, in denen ähnliche Parteien an der Regierung sind, was dabei herauskommen kann, z.B. Türkei, USA, Tschechien.

Wenn also jemand Inhalte vertritt, die denen dieser Parteien gleichen, sollen wir das einfach so als Meinungsfreiheit dulden und über letztlich so unwichtige Dinge wie Rock oder Hose reden?

Für uns sind diese Dinge nicht unwichtig, aber im Vergleich zu den oben genannten sind sie es doch.

Deswegen kann ich auch nicht Bahners Beurteilung dieser wichtigen Themen als "scheiss" gutheißen.

Wenn ich dominant bin, dann nur, weil unser aller Freiheit von diesen Themen abhängt. Wollen wir eine freie, demokratische, vielfältige und mitweltbewusste oder eine nationalegoistische, fremdenfeindliche, mitweltschädliche Gesellschaft? In welcher Gesellschaft wollen wir leben und in Freiheit und Frieden unsere Röcke tragen?

Wem die Verteidigung von Grundwerten, ohne die wir auch unsere Kleidungsvorlieben nicht ausleben können, auf den Keks geht, sollte sich die obige Frage mal ernsthaft stellen.

Lieber Zwurg: So wie Du Deine Meinung vertrittst, kann ich gut mir Dir diskutieren. Du praktizierst das auf einer ganz anderen Ebene als z.B. Schattenwolf oder Doppelrock. Du denkst kritisch nach und skandierst nicht einfach rechtspolitische Phrasen. Durch Dich kann ich Verständnis für die Menschen gewinnen, die diese Parteien wählen. Dennoch meine ich, dass diese Menschen sich an der Nase herumführen lassen durch Menschen, die nichts Gutes im Schilde führen.

LG, Micha




 
 
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Offline Skirtedman

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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #122 am: Heute um 02:49 »
Micha, ich weiß, was Du ausdrücken möchtest.

Jemand, der Deinen Text nicht aufmerksam genug liest, muss aber über diesen Satz stolpern:

Ist eine Pro-AfD-Einstellung in diesem Sinne tatsächlich zu tolerieren?

Es ist doch egal, welche politische Einstellung ein User hat. Wir können doch uns über Röcke austauschen, dieses gut finden, jenes schlecht, von besonderen Schnitten reden oder bestimmten Stoffen. Da spielt die politische Einstellung doch überhaupt keine Rolle. Man kann die draussen halten. Es gibt Stimmen, die sagen: Politik hat keinen Platz in einem Sachforum.

Und doch purzeln wir immer wieder über Stolperfallen. Wie wir immer wieder sehen, scheiden sich die rockliebenden Geister an der Haltung oder Wertschätzung von LGBTQ++. Da werden wir noch lange keinen Konsens finden. Entweder ein Betroffener kommt zu uns, und es wird auf ihm rumgehackt. Oder ein Nichtbetroffener kommt zu uns, und hackt drauf rum. Das schwierige ist eben, dass der Rock am Mann mit LGBTQ++ in Verbindung gebracht wird, jedenfalls virtuell, also rein gedanklich, am lebenden Objekt vielleicht nicht ganz so schnell.

Wir müssen akzeptieren, dass es Rockinteressierte gibt, die ein Problem damit haben, mit LGBTQ++ in Verbindung gebracht zu werden. Denn diese Verbindung dazu ist es, die die Männer als solche abhält, sich Röcke zu genehmigen. Es ist die Erziehung, die Prägung von überall her - wir hatten das hier schon, also auch hier direkt im Thread. Die Angst ist da, vor der Frau, den Kindern, den Eltern, den Nachbarn, den Kollegen, den Chefs, vor Blöden auf der Straße etc.

Es kann nicht jeder, der hier bei uns Infos oder Inspos erhofft, offenherzig mit der LGBTQ++-Community umgehen. Das müssen wir akzeptieren. Viele können das nicht, weil sie diese Ängste haben. Einige wollen das nicht, weil sie diese schwer zu fassenden Zwischenstufen einfach ablehnen, schon rein aus politischen Gründen.

Aufgrund unserer zumindest optischen Nähe, diesem althergebrachten Verdacht, der mit einem Rock am Mann einhergeht, können wir nicht vermeiden, dass wir genau über dieses Themenfeld immer wieder stolpern. Und ja, dieses Themenfeld ist von ganz links bis ganz rechts ein Politikum. Insofern können wir - alleine deswegen, es gibt aber noch mehr Gründe - den Rock am Mann nicht völlig ohne Politik bzw. politische Einflüsse behandeln.

So sehr für Dich, Micha, Dein Text von eben plausibel ist (für mich auch), so sehr werden andere das für nicht plausibel halten. Weil für sie Kerngrößen wie Demokratie und Menschenrechte eine andere Bedeutung haben. Vielleicht eine geringere Bedeutung. Oder sie halten sie für nicht echt, für veraltet, für reformbedürftig, für überflüssig oder gar für schädlich oder für bekämpfungswürdig. Eine politische Einstellung zu bekämpfen mit Mitteln des Forums, das wird nicht gelingen.

Beim Bier- oder Weintrinken z.B. mit glühenden AfD-Anhängern ist das alles viel einfacher. Wenn es zu sehr ins Ideologische abdriftet, wechselt man das Thema. Bleibt aber beisammen.
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Antw:Der Schattenwolf
« Antwort #123 am: Heute um 03:21 »
Ein Wolf hat uns besucht, ist weitergezogen, aber sein Schatten lastet noch schwer über den vielschreibenden Forenmitgliedern hier.

Wie wäre es an alle mit weniger gegenseitiger Anschuldigungen?
Etwas weniger Ideologie, egal aus welcher Richtung. Und bitte nicht immer wieder in die Politik abdriften...
7 Tage war der Schattenwolf da und nun sind hier schon 9 Seiten geschrieben. Wieviel wollt ihr denn noch vollschreiben?

Ich hoffe nur, das nun die beiden anderen Neumitglieder Wölfchen und Lumix nun nicht auch wieder die Lust zum Schreiben verlieren.

Meine Lust, hier viel zu  schreiben hält sich immer noch in Grenzen, wurde nicht besser, als sich im Frühjahr Yoshi, Slothorpe, Rockie und Lars verabschiedeten. Auch vermisse ich viele andere, die zwar noch angemeldet sind, aber nicht mehr schreiben. Immerhin hab ich noch zu Wolkenkobold, Dr. Heizer, Barefoot Joe und Lars noch  gelegentlich Kontakt.

Aber mich bestärkt immer mehr das Gefühl , ich sollte das Forum nicht so wichtig nehmen, es werden immer wieder neue Rockersichtungen gemeldet, ich vermute, viele benötigen zum Rock tragen wohl kein Forum.
und die jüngeren bevorzugen eh andere Medien wie Instagram oder Tiktok.

Dabei hat es mir immer so gut im Forum gefallen, denke ich nur z. B. an die ganzen Treffen zurück.

Gruß
Jürgen

Bin immer noch hier und bleibe wohl auch, irgendwie kann ich meine Abneigung gegen die sozialen Medien immer noch nicht ablegen...
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen


 

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