Die Männerhandtasche gibts ja auch schon ewig.
Ja, hatte ich auch. Meine Eltern kauften mir mal ein Männertäschchen aus Leder in einer Pelleteria unmittelbar am Fiorentiner Dom. Mit aus- bzw. einklappbarer Handschlaufe. Ich glaube, ich hatte sogar zwei. Ein Vorläufermodell aus vermutlich schwarzem Kunstmaterial. Das müsste noch existieren, inzwischen intus eines nicht entsorgten, von mir selbst gekauften Miniradios mit digitalem LCD-Display. Ging in dieser Weise mehrfach mit mir auf Reisen.
Und dann eben dieses hell- bis dunkelbraune Männerhandtäschchen aus echtem, geflammten Leder aus Florenz. Selten eingesetzt. Da ging das Gesangbuch rein, für die Kirche. Wenn ich es mal anderweitig sehr sparsam eingesetzt hatte, sorgte es immer für Verlachungen von Seiten meiner Geschlechtsgenossen.
"Männerhandtäschchen" ist insofern zwar korrekt, weil es nur für begrenzten Inhalt Platz bietet, andererseits ist die Verniedlichungsform auch bestens dafür geeignet, dieses Utensil ins Lächerliche zu ziehen. Männer können manchmal ganz schön gemein sein untereinander. Und manchmal gibt es eben Dinge, die gelegentlich höchst praktisch sind, auch wenn es andere ins Lächerliche ziehen wollen. Da sollte ein ganzer Mann einfach drüber stehen können.
Genauso bescheuert - fällt mir eben ein -, wenn Menschen einen anderen Menschen für erwähnenswert halten, weil der, in diesem Falle ein Mann, angeblich eine "Damentasche" mit sich führen soll. Ich es finde es eben bescheuert, weil: Wer darf denn überhaupt festlegen, ab wann eine mitgeführte Tasche eine "Damentasche" ist, und wann sie noch als "Herrentasche" gelten darf??
Diese Klischees sind mir ziemlich zuwider, vor allem dann, wenn sie dazu dienen sollen, einen Menschen aufgrund dieses Utensils auf bestimmte Dinge vorzuverurteilen oder anhand dessen auf etwas festnageln zu wollen. Und um so bescheuerter finde ich es, wenn es nur Nuancen von Details sind, die angeblich den Unterschied zwischen "Männertasche" und "Damentasche" ausmachen sollen.