Autor Thema: DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr  (Gelesen 356 mal)

Offline Skirtedman

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"DARF MAN(N) SO?!"
ist der Titel einer Veranstaltungsreihe ab 2.11.26

Ort des Geschehens: Uni Ruhr West
in Mühlheim an der Ruhr

Vielleicht interessiert es ja wen, der da in der Nähe wohnt.

Ich fand es ganz interessant, als ich dem eben im Internet begegnet bin. Wär ich in der Nähe, würde ich vielleicht manches da besuchen.

Natürlich blicke ich da durch eine Rocker-Brille gefärbt auf dieses Thema. Wenn ich mir aber z.B. zu einer Veranstaltung folgende Begleitworte herauspicke:

Jungs von heute, Männer von morgen
... klärt auf, was Jungs für eine gleichberechtigte Zukunft von uns brauchen.

Wer heute Söhne hat, steht vor besonderen Herausforderungen: Wir wollen glückliche Jungs, die frei von toxischen Männlichkeitskonzepten heranwachsen.
Wie befreien wir sie von problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?
Aber für ihre Erziehung fehlen uns scheinbar nach wie vor Vorbilder und Strukturen.
Wie erziehen wir zu Empathie, Respekt und Fürsorge? Und wo verheddern wir uns manchmal in unseren eigenen Stereotypen?


Und gerade bei den Stichworten "verheddern in Stereotypen" und "fehlenden Vorbildern" drängt sich bei mir im Geiste die Thematik mit dem Männerrock auf.

Denn ich bin der Überzeugung, solange Jungs und Männer in der Hosenfalle sitzen, wird das nichts mit der "gleichberechtigten Zukunft", und vor allem werden ebenso solange die Jungs und späteren Männer weiterhin von toxischen Männlichkeitsbildern substanziell geprägt.

Ja, meine provokativ klingende "Hosenfalle" ist bei einem nüchternen Blick, befreit von eigener tiefster Prägung, der offensichtlichste, allgegenwärtige und millionenfach unterschätzte, gelebte Sexismus in unserer Kultur.

Egal, wer es auch so sieht oder ganz anders, falls jemand was mit dem Thema der Veranstaltungsreihe anfangen kann, der klicke sich einfach mal durch die Infos darüber durch:

https://www.hochschule-ruhr-west.de/die-hrw/wir-leben-vielfalt/zentralegleichstellung/viva-la-gender

Und ja: Der langjährige Übertitel diseser Veranstaltungreihe enthält das böse G-Wort. Das braucht aber einen großen Geist nicht stören. Denn in diesem Herbst steht sie unter dem Motto:
DARF MAN(N) SO?!

Und das meint und betrifft ja ganz klar ALLE Männer.



Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline MAS

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #1 am: Gestern um 17:45 »
Danke für den Hinweis, Wolfgang!

Da haben wir doch einen Stammtisch ganz in der Nähe. Die Stammtischbrüder hätten es somit gar nicht weit bis Müllem anne Ruhr.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Offline BerlinerKerl

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #2 am: Gestern um 18:04 »
Zitat: Wer heute Söhne hat, steht vor besonderen Herausforderungen: Wir wollen glückliche Jungs, die frei von toxischen Männlichkeitskonzepten heranwachsen.
Wie befreien wir sie von problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?
Aber für ihre Erziehung fehlen uns scheinbar nach wie vor Vorbilder und Strukturen.
Wie erziehen wir zu Empathie, Respekt und Fürsorge? Und wo verheddern wir uns manchmal in unseren eigenen Stereotypen?

Ich finde, dass dieser Text schon schwierig ist.
Hier sind sachen einfach in die Welt hinaus geworfen worden, die eine Erklärung bedürfen.
Vielleicht kann ja mal MAS sich ran trauen und erklären, was der Denker uns damit sagen will.

Wo benötigt ich Hilfe?
... frei von toxischen Männlichkeitskonzepten
... problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?

Wenn die das meinen, was ich denke, ist die Politik gefragt und nicht nur der Bürger.
Ich emanzipiere mich, wer kommt mit?

Offline Skirtedman

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #3 am: Gestern um 18:35 »
Wenn die das meinen, was ich denke, ist die Politik gefragt und nicht nur der Bürger.

Nun, Politik sollte immer gefragt sein, um die Rahmenbedingungen für ein auskömmliches Miteinander zu schaffen.
Aber klar, der Bürger am allermeisten. Die meisten kulturellen Strömungen kommen ja auch aus dem Bereich der Bürger, sofern man sie sich entwickeln lässt.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
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Offline Albis

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #4 am: Gestern um 21:14 »
Klingt interessant. Leider ist es zu weit weg von mir und ich hätte auch keine Zeit dafür. Aber vielleicht geht ja jemand von Euch zu der einen oder anderen Veranstaltung hin und kann berichten.

LG, Albis

Offline ChrisBB

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #5 am: Gestern um 22:05 »
Hallo,
so gut ich es finde, dass diese Veranstaltungsreihe stattfindet und vielleicht auch etwas bewegt, so kritisch finde ich, dass es wahrscheinlich ein neuer Anlauf des Einforderns (von Rechten) sein wird.
Aktuell bin ich wieder aktiv in einer Gruppe, die ein christliches Männertraining durchführt als Jahresprogramm (ein Samstagvormittag pro Monat), und das sich an Männer in und nach der Familienphase wendet.
Unser Ansatz ist, dass wir folgende drei Punkte in den Vordergrund stellen:
Liebe - es muss keiner was bringen, es soll jeder irgendwie bereichert wieder von dannen gehen
Anerkennung - jeder Mann ist ein von Gott geliebter Mensch
Wertschätzung - jeder Mann darf sich selbst ausprobieren und, wenn er es will und vermag, auch in die Gemeinschaft etwas einbringen.

Die Rückmeldungen sind sehr ermutigend. Und übrigens kennt man mich dort auch im Rock.

Gruß,
ChrisBB

Offline Skirtedman

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mülheim an der Ruhr
« Antwort #6 am: Gestern um 23:15 »
Es heißt übrigens Mülheim an der Ruhr, also ohne h vorne. Ich hab mich verschrieben.

Die Veranstaltungen finden von 02.11. bis 03.12.2026 statt.
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Offline MAS

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« Antwort #7 am: Heute um 08:07 »
Zitat: Wer heute Söhne hat, steht vor besonderen Herausforderungen: Wir wollen glückliche Jungs, die frei von toxischen Männlichkeitskonzepten heranwachsen.
Wie befreien wir sie von problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?
Aber für ihre Erziehung fehlen uns scheinbar nach wie vor Vorbilder und Strukturen.
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Ich finde, dass dieser Text schon schwierig ist.
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... problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?

Wenn die das meinen, was ich denke, ist die Politik gefragt und nicht nur der Bürger.

Ingo, ich überlege, ob ich mich da "ran traue", wenn Du mir das zutraust. Danke für Dein Vertrauen!

Nur nicht jetzt sofort, da auf dem Sprung.

LG, Micha
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Offline cephalus

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #8 am: Heute um 11:02 »
Das Thema ist für mich hoch interessant, absolut nicht neu und begleitet mich eigentlich permanent im Alltag, ich habe mit daher durchgelesen um was es geht und wie die Angebote sind, auch wenn es zeitlich und räumlich für mich nicht möglich ist dort vorbeizuschauen.

Für die Interessierten unter Euch, die evtl. nicht alles gelesen haben:
Ein Teil des Angebots ist online, was eine Teilnahme erleichtern könnte.

Scheinbar gab es ähnliche Angebote bereits früher und wenn man Fotos von diesen Veranstaltungen betrachtet, fällt mir auf, dass das Publikum sehr jung ist, was natürlich zu einen dem Universitären Umfeld geschuldet sein dürfte, zum anderen denke ich, dass meine Generation wenig offen für solche Themen ist, und überwiegend lieber konservativ an Gelerntem festhält und sich auch darüber definiert.

Ich bedauere, dass es so weit weg ist, es wäre bestimmt spannend uns für manch andere erhellend, als alter langhaariger Mann im Kleid daran teilzunehmen und eine andere Perspektive zu veranschaulichen.

Ich möchte Micha jetzt nicht seinen Job wegnehmen, vermutlich kann er es besser, aber eine kleine Erläuterung hätte ich parat:

Zitat
Wo benötigt ich Hilfe?
... frei von toxischen Männlichkeitskonzepten
... problematischen Männlichkeitskonzepten oder halten sie davon fern?

Wenn die das meinen, was ich denke, ist die Politik gefragt und nicht nur der Bürger.


Toxische Männlichkeitskonzepte sind das ganze Sammelsurium an Verhaltensmustern, an die sich Männer bewusst anpassen, sich unterwerfen, oder als Erwartung an sie herangetragen werden und ihnen selbst wie auch meist der Umwelt Schaden zufügen sie sind ein problematisches Männlichkeitskonzept.

Die Ausprägung ist sehr vielseitig, die Liste könnte man vermutlich beliebig verlängern:
Abwertung/Ablehnung alles Weiblichen
Riskantes Verhalten Alkohol / Verkehr / ungesunder Lebensstil
Unterdrücken oder nicht zulassen von Gefühlen
Dominanz / Aggression
Missachten körperlicher Signale wie Schmerz
Selbstdefinition über Leistung / Erfolg / Geld
Kein Aufbau tiefer empathischer Beziehungen

Ich denke die Politik kann da wenig direkt beeinflussen, bestenfalls dafür Anreize bieten, dass alle Bereiche des Lebens mehr mit Frauen durchmischt sind, da diese meist das, nicht seltene gegenseitige Aufschaukeln unter Männern durchbrechen.

Aber vielleicht hat ja noch jemand einen anderen politischen Ansatzpunkt?

Am wichtigsten ist die Zivilgesellschaft, die sich im ALLGEMEINEN Interesse von alten Erwartungen, Verhaltensmustern und Rollenbildern verabschieden muss, auch wenn oft simple kleine Gewohnheiten dahingehend schon Schaden anrichten.

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“
„Du bist ja schon richtig kräftig.“
…
„Jungs heulen nicht!“

Als Vater von zwei Jungs habe ich mich von vorneherein bemüht kein toxisches Verhalten vorzuleben, was nicht immer möglich war, weil vieles auch in mir tief verankert ist.

Aber ich versuche meine Jungs auch darauf hinzuweisen, was ihnen und u.U. auch ihrer Umgebung schadet, aber trotzdem in ihrer Peergroup an sie herangetragen wird.

Sehr hinderlich sind bei diesem Unterfangen allerdings sehr konservativ denkende Menschen, wie eine Großmutter, die ihnen direkt erzählt, dass man um ein Mann zu sein, stark sein muss, nicht weinen darf, keine langen Haare haben darf, nichts im Haushalt tun soll und die auch sonst gerne die Welt aus den 50ern wieder hätte, in die sie geboren wurde.

Nochwas, was die KI dazu bzgl. Jugendlichen ( mein Thema) dazu sagt:
Zitat
   Wenn man den Blick auf das Aufwachsen von Jugendlichen richtet, zeigt sich besonders deutlich, wie stark diese starren Rollenbilder heute noch wirken – und wie groß gleichzeitig der Druck ist, mit dem sich junge Menschen (junge Männer wie auch ihr Umfeld) auseinandersetzen müssen.
In dieser prägenden Phase der Identitätsfindung kollidieren traditionelle Erwartungen oft heftig mit einer sich verändernden Gesellschaft. Bei Jugendlichen lassen sich toxische Männlichkeitskonzepte besonders gut an typischen Dynamiken und Phänomenen beobachten:
1. Der Druck in der Peergroup („Echte Männer weinen nicht“)
Gerade in der Pubertät suchen Jugendliche stark nach Halt in ihrer Gruppe und bei Gleichaltrigen. Wer hier dazugehören will, unterwirft sich oft unbewusst strengen Codes:
 * Emotionale Isolation: Jungs lernen früh, Verletzlichkeit, Angst oder Zweifel zu verstecken. Wer traurig ist oder gemobbt wird, darf das oft nicht zeigen, sondern muss „cool bleiben“ oder mit Aggression reagieren. Das führt dazu, dass viele Jugendliche ihre wahren Gefühle komplett von der Außenwelt (und manchmal von sich selbst) abspalten.
 * Leistungs- und Härtetests: Ob auf dem Schulhof, beim Sport oder im Gaming – es wird oft über Status, Dominanz, körperliche Überlegenheit oder das Testen von Grenzen verhandelt. Wer rücksichtsvoll ist oder deeskalieren möchte, läuft Gefahr, als „schwach“ oder „unmännlich“ abgestempelt zu werden.
2. Die Rolle der digitalen Medien und „Alpha“-Influencer
Ein relativ neuer und massiver Verstärker sind soziale Medien (TikTok, Instagram, YouTube, Streams).
 * Im Netz stoßen Jugendliche – oft algorithmisch gesteuert – sehr früh auf extrem verkürzte, reißerische Männlichkeitsbilder (bekannt geworden durch Figuren wie Andrew Tate oder ähnliche Creator).
 * Dort wird Erfolg, Luxus, physische Stärke und absolute Dominanz über Frauen als das einzig erstrebenswerte Ziel stilisiert.
 * Für verunsicherte Jugendliche, die vielleicht gerade nach Orientierung suchen, bieten diese Inhalte scheinbar einfache Antworten und ein Gefühl von Stärke, verlangen im Gegenzug aber die Abwertung von allem, was nicht ins Schema passt.
3. Auswirkungen auf Mädchen und das Miteinander
Toxische Männlichkeitskonzepte betreffen natürlich nicht nur die Jungs selbst, sondern prägen auch das soziale Klima unter Jugendlichen:
 * In Beziehungen: Es entsteht Druck, sexuelle Dominanz zu zeigen oder Besitzansprüche zu erheben. Respektvolle Kommunikation bleibt manchmal auf der Strecke.
 * Das Feindbild des „Verweichlichten“: Jungs, die sich nicht an diese Codes halten – weil sie sensibler sind, sich für andere Dinge interessieren oder ihren eigenen Stil und Ausdruck von Männlichkeit leben möchten (die vielleicht auch mal mit traditionell „weiblichen“ Ästhetiken oder Verhaltensweisen brechen) –, werden schnell Ziel von Spott, Ausgrenzung oder Homophobie.
4. Die Kehrseite: Warum viele Jungs darunter leiden
Statistiken und Beratungsstellen zeigen, dass Jungen und junge Männer in dieser Phase oft unsichtbar leiden. Wenn Probleme nicht ausgesprochen werden dürfen, äußern sie sich anders:
 * Bei psychischem Druck zeigen sich Jungs seltener in Form von offenen Gesprächen oder klassischer Traurigkeit, sondern oft durch Wutausbrüche, Risikoverhalten, Schulverweigerung oder Substanzkonsum.
 * Die Schwelle, sich professionelle Hilfe (z. B. bei Depressionen oder Essstörungen, die auch Jungs betreffen) zu holen, ist extrem hoch, weil der Schritt zur Hilfe oft als Eingeständnis des Versagens erlebt wird.

Offline Ludwig Wilhem

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« Antwort #9 am: Heute um 12:26 »
Hallo Cephalus und alle anderen, hier nur eine kurze Frage/Bitte, wenn jemand die KI nutzt, wäre es vielleicht hilfreich die KI-Quelle anzugeben, denn wir haben ja verschiedene Anbieter.
Das Thema in Mülheim wäre für uns alle eine Reise wert, wenn Mann den Termin früher hätte einplanen können. LG Ludwig
Ich trage Röcke oder Kleider gerne, denn es sind Kleidungsstücke für uns alle.

Offline Skirtedman

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Antw:DARF MAN(N) SO?! - Reihe in Mühlheim an der Ruhr
« Antwort #10 am: Heute um 15:46 »
Ja, dem Hinweis, welche KI befragt wurde anzugeben, möchte ich mich anschließen.

Was die KI dem cephalus ausgespuckt hat, entspricht tatsächlich den tiefgreifenden Facetten, wo Männlichkeit tosisch ist. Und ja, oft ist das in ganz kleinen Nuancen versteckt, wobei das ja auch auf die prägenden, benachteiligenden Nuancen aus weiblicher Sicht betrifft.

Der Grundstein wird ganz vielschichtig auf vielen (allen?) Ebenen dafür gelegt und fängt schon alleine damit an, das man bemüht ist, im Erstlingsalter und der frühkindlichen Phase mit Farbcodes zu arbeiten, um zu zeigen, welches Geschlecht der Nachwuchs hat (und welche Erwartungen man an den Nachwuchs dadurch knüpft und knüpfen soll).

Und wie KI´s Punkt 4 richtig betitelt: "Warum viele Jungs darunter leiden"
Tosisch wird das ganze spätestens, wenn eben Jungs zur Erfüllung dieser Rollenerwartungen ganz vieles von ihren Bedürfnissen unterdrücken und zumeist nicht mal bewusst wahrnehmen, dass sie sich selbst damit schaden. Das schlägt sich nieder bei den massiv erhöhten Unfallraten und Suizidraten bei Jungs im Vergleich zu Mädchen (aber auch noch im späteren Alter).

Und toxisch wird es vor allem auch dann, wenn andere Menschen im Umfeld dieser Jungs und späteren Männern leiden, durch Herabsetzungen z.B., als Ventil zur Rollenerfüllung übersteigerter Aggression, subtilem Ausbeuteverhalten und ähnlichem.

Im Erwachsenenalter kann man nach und nach einige dieser kindlichen, frühkindlichen und jugendlichen Prägungen überwinden. In den meisten steckt man aber nach wie vor noch fest und kommt nicht da heraus, auch wenn man noch so gerne möchte.

Meine leichte Abschweifung vom Startbeitrag möchte ich nochmal hier heranziehen. Toxische Männlichkeit betrifft UNS ALLE. SIe steckt in uns drin, wenn auch oft weit nicht so deutlich wie in den Extrembeispielen. Denn wir Männer können nur ganz schwer raus aus unserer Haut. Und - ich muss leider wiederholen - die Hose steht schlechthin, vollkommen unterschätzt, als Paradesymbol für toxische Männlichkeit. Die Ängste, nicht als Mann akzeptiert bzw. anerkannt zu werden, manifestieren sich in der Hose, aus der Männer nur ganz schwer ausbrechen können und die meisten überhaupt kein Interesse haben, weil sie eben Anerkennungsverlust befürchten. Das ist das allgegenwärtige Zeichen toxischer Männlichkeit - so abstrus und unvorstellbar das für die meisten wohl klingen wird.

Dabei macht es absolut keinen Sinn mehr, Männlichkeit mit der Hose zu verbinden. Hosen tragen nun seit langem auch Frauen. Sie haben der Hose ihre Männlichkeit genommen. Dennoch klammern sich Männer unentwegt an dieses alte, überkommene Männlichkeitssymbol, das es eben nicht mehr ist. Jeder. Bis vielleicht auf ein paar Promille.

Aber alleine die Hose zeigt eben, wie fast unmöglich es ist, aus männlichen Rollenerwartungen auszubrechen.
Zeigt aber auch, wie verletztlich Männlichkeit ist, wie fragil, wie zerbrechlich.
Es reicht schon die falsche Farbe, eine falsche Dekoration, ein zu weiter Halsausschnitt, um die Männlichkeit in Frage gestellt zu bekommen. Die Kleidung ist das besten Anzeichen, wie subtil die Rollenerwartungen wirken und wie schwer es fällt, diesen nicht zu entsprechen.

"Was hat Hose noch mit toxisch zu tun?", könnte man ketzerisch fragen. Vermutlich ahnen die meisten Frauen, Kinder, vielleicht auch Eltern nicht, wie sehr sie selbst letztlich auch darunter leiden, dass ihre Männer, sicher auch Jungs, auf Hosen festgelegt sind, auch wenn diese Männer selbst das noch nie mit einem Leidensdruck verbunden haben.

In unserem Forum geht es eben um den Rock am Mann. Darum konzentriere ich mich hier mit dem Blick auf die engen Kleidungsfreiheiten, die aber Ausdruck all dieser Problematiken sind. Und die Bedeutung dieser engen Freiheiten wird allgemein extrem unterschätzt. Das Schlachten der heiligen Kuh "Mann = Hose" klingt halt für die allermeisten Menschen hochgradig absurd. So tief hat sich das Männerbild eben schon in das kollektive Bewusstsein eingegraben, als dass das jemals ernsthaft hinterfragt werden würde.

Spricht man mit Frauen über dieses tiefgründige Thema, so werden die mehr oder weniger feministisch geprägten Züge, die in jeder Frau innewohnen aktiviert. Je mehr sich die Frau mit feministischen Überlegungen beschäftigt hat, desto mehr Argumente werden präsentiert, die auf die - natürlich existenten - Einschränkungen von Frauen hinweisen bis hin zum Gender Pay Gap, der laut Prognose erst im Jahr 2170 überwunden sein wird, je nach Auslegung dieses Tatbestands. Mit feministischen Argumenten wird schnell versucht, die Bedeutung von "Mann = Hose" zu relativieren, zumal es für fast alle Menschen nahezu absurd erscheint, dieser "Männermode" einen so weitreichende Bedeutung zuzuschreiben.

Da "Mann = Hose" für mich quasi ein lebenslanges Thema ist, bin ich dahingehend eben hoch sensibilisiert und ich beobachte, was das mit den Menschen macht. Zwänge zu überwinden, wäre eben überall hilfreich. Und für mich ist die Erwartung "Mann = Hose" Sexismus pur, und die meisten Frauen sind ebenso sofort sensibel, wenn es darum geht, Sexismus abzubauen.
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