Houppelande
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Autor Thema: Houppelande  (Gelesen 74421 mal)
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Wachkatze
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« am: 16. Mai 2011 02:05 »

Ich muss bei der Houppelande leider eine kleine Berichtigung anmerken.

Die Houppelande war kein Rock als Beinkleid.
Sondern ein Überkleid das entweder bei den Herren über Cotte und Beinkleid(je nach Gegend und Zeit noch Bruche und Beinlinge oder Hose) oder bei den Damen über dem Kleide getragen wurde.
Erstes aufkommen im späten 14.jhd, Blütezeit im 15jhd mit der burgundischen Hofmode.
Eigentlich immer das Prachtstück der Kleidertruhe.
Der beste Stoff und soviel Stoff wie man sich auch immer leisten konnte.
So prachtvoll verziert wie es Geldbeutel, Stand und Geschicklichkeit hergaben.

Hier mal eine Abbildung aus dem Stundenbuch des Duc du Berry aus dem 15jhd.
http://www.christusrex.org/www2/berry/DB-f4v-m.jpg
Abgebildet ist eine Hofgesellschaft gekleidet nach dem letzten Schrei der burgundischen Mode.(Also die Superreichen der Zeit. Wink )

Quelle:
Harry Kühnel
Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung

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Birgit
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« Antworten #1 am: 16. Mai 2011 23:02 »

Hallo,

vielen Dank für die neuen Vorschlläge. Ich hab hier: derzeit allerdings ein kleines Problem, da ich nicht genau erkennen kann, was genau in welche Felder soll.

Name: Houppelande

Beschreibung: Die Houppelande war kein Rock als Beinkleid.
Sondern ein Überkleid das entweder bei den Herren über Cotte und Beinkleid(je nach Gegend und Zeit noch Bruche und Beinlinge oder Hose) oder bei den Damen über dem Kleide getragen wurde. Erstes aufkommen im späten 14.jhd, Blütezeit im 15jhd mit der burgundischen Hofmode. Eigentlich immer das Prachtstück der Kleidertruhe. Der beste Stoff und soviel Stoff wie man sich auch immer leisten konnte. So prachtvoll verziert wie es Geldbeutel, Stand und Geschicklichkeit hergaben.

optional, "siehe auch": gibt es bereits etwas vergleichbares hier im Lexikon?

Das Lexikon wird "technisch auf einem anderen Wege befüllt" wird, muss ich das mit den verlinkten Bildern dann mal ausprobieren, wenn die entsprechenden Felder gefüllt werden.
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Wachkatze
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« Antworten #2 am: 16. Mai 2011 23:29 »

Sorry,

ja sollte eine Berichtigung des Lexikoneintrags Houppelande werden.
Als Fachidiot hatte ich mich nur auf den Inhalt konzentriert.

Ich versuche bei dem Thema immer mit Abbildungen zu arbeiten.
Die Kleidungsstücke sind schnitttechnisch zu verschieden von unseren Modernen.
So gut kann ich nicht beschreiben...

LG
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Birgit
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« Antworten #3 am: 17. Mai 2011 00:14 »

Hallo,

ist doch kein Drama. Wie würdest Du das Aussehen des Kleidungsstücks beschreiben?
Und "zur Verstärkung", muss ich das dann mal noch mit dem Verlinken eines Bildes aus dem Lexikonbeitrag ausprobieren.
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Wachkatze
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« Antworten #4 am: 17. Mai 2011 01:56 »

Puh,

weisst du wieviele Formen es gibt?

Ok, ein Versuch.

Im Damenbereich:

Ein Überkleid mit breiten spitzen V.Auschnitt der durch eine Kontrastfarbene Passe betont wird.
Mindestens 6m Stoffvolumen das mit einem breiten aufgenähten Band knapp unterhalb der Brust in Falten gebändigt wird. Hinten in einer Schleppe auslaufend.
Bodenlange weite Ärmel die entweder nach vorne ab der Schulter geschlitzt sind oder in einer Schräge ab den Handgelenk nach unten zu laufen.

Herren:

Ähnlich den Damen, nur wird der Faltenwurf auf Taillenhöhe mit einem Gürtel zusammengehalten.
Keine V-Ausschnitt sondern ein Stehkragen.
Die Ärmel können bodenlang und vorne ab Schulter geschlitzt sein.
Oder der Arm ähnelt einer Keule die an der Schulter aufgepufft ist und endet eng um das Handgelenk.

Kannst du dir, da was drunter vorstellen?

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« Antworten #5 am: 17. Mai 2011 08:07 »

Guten Morgen,

ja, so in der Art hatte ich mir Deine Beschreibung vorgestellt.

Wenn ich mir das von Dir verlinkte Bildchen betrachte, ist mit der Houppelande vermutlich dieses "mantelänliche" Kleidungsstück gemeint. Vielleicht sollte man das noch so "herausarbeiten".

Bei der Houp... handelt es sich um ein Kleidungsstück, welches wir mit dem heutigen/modernen Kleidungsverständnis als Mantel/Gewand bezeichnen würden. Es gab aber auch schon damals unterschriedliche Varianten ...

Vielleicht fällt mir im Laufe des Tages noch was ein, da ich jetzt gleich zur Arbeit muss.
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Wachkatze
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« Antworten #6 am: 17. Mai 2011 13:49 »

Bei den Herren kann man von einem mantelähnlichen Kleidungsstück nach heutigen Verständnis reden.
Die Männerhouppe ist meistens vorne offen.

Bei den Damen würde ich eher von einem Überkleid sprechen.
Da sie vorne geschlossen ist und über den Kopf beim anziehen geschlüpft wird.

*lach*

Einer der Gründe warum ein Modedesigner zeichnen können muss.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte...

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« Antworten #7 am: 17. Mai 2011 21:48 »

Hallo Wachkatze,

das mit dem Verlinken der Bilddatei hat immerhin schon mal funktioniert, siehe Stichwort: "Houppelande" im Lexikon.

Und nun zum Text -- den ich dann auch mit Deiner Hilfe "wasserdicht" machen möchte. Also wenn ich da jetzt schon "Gehirnschmalz" reinstecke, dann auch richtig.

Zitat von: Titel
Houppelande

Zitat von: Beschreibung
Bei der Houppelande handelt es sich um ein Kleidungsstück, welches damals schon in zwei Varanten sowohl für Männer und Frauen zur Verfügung stand.

Die Frauenvariante:
ist eine Art Überkleid mit breiten spitzen V.Auschnitt, der durch eine kontrastfarbene Passe betont wird.
Mindestens 6m Stoffvolumen das mit einem breiten aufgenähten Band knapp unterhalb der Brust in Falten gebändigt wird. Nach hinten hin endet die Houppelande in einer Art Schleppe.
Bodenlange weite Ärmel die entweder nach vorne ab der Schulter geschlitzt sind oder in einer Schräge ab den Handgelenk nach unten zu laufen.

Die Männervariante:
würde man nach dem heutigen/modernen Kleidungsverständnis wohl eher als eine Art Mantel bezeichnen, da es meist vorne offen ist / zu öffnen ist.

Ähnlich wie bei den Damen, wird der Faltenwurf auf Taillenhöhe mit einem Gürtel zusammengehalten. Am Hals ist anstelle des V-Ausschnitts eher/meist ein Stehkragen gearbeitet. Die Ärmel können bodenlang und vorne ab Schulter geschlitzt sein. Oder der Arm ähnelt einer Keule die an der Schulter aufgepufft ist und endet eng um das Handgelenk.

Quelle: vergleiche Harry Kühnel -- Bildwörterbuch der Kleidung und Rüstung

An der Formulierung mit den Ärmeln (Frauen-/Männervariante) sollte nochmal "gefeilt" werden. Sind das jetzt richtig "gearbeitete Ärmel", oder ist das eher wie so ein Umhang? Z.B. bei Regencapes für's Fahrrad gibt es häufig "Schlitze" durch die man die Arme stecken kann. Da brauch ich jetzt Deine Hifle, da ich das auf dem Bildchen nicht genau erkennen kann bzw. mir vorzustellen das die Ärmel "bis auf den Boden reichen ?!
« Letzte Änderung: 17. Mai 2011 22:01 von Luan » Gespeichert

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« Antworten #8 am: 18. Mai 2011 00:09 »

Nö,

das sind richtig sauber geschneiderte Ärmel die sauber in das Ärmelloch bei der Schulter eingesetzt sind.
Wenn du ein richtig gut geschneidertes Sakko besitzt dann guck dir mal an wie die Ärmel eingesetzt sind.

Die Ärmel reichen wirklich vom Schultereinsatz bis zum Boden.
Stoffverschwendung war damals genauso ein Prunk und Protzzeichen, wie heute der Ferrari vor der Tür.
Nur vorne hatte man sie einfach ab der Schulter aufgeschlitzt(oder die Naht nicht geschlossen) um die Arme rauszustrecken und das schicke Kleid untendrunter zu zeigen.

*grumpf*
Ich kann dir das Ding schneidern, besticken, mich darin bewegen.
Aber ich versage beim beschreiben...

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« Antworten #9 am: 18. Mai 2011 23:50 »

Jou,

auch ich lerne immer noch dazu. Kann man den Text (in der Box) jetzt so lassen?
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« Antworten #10 am: 19. Mai 2011 00:06 »

Eigentlich schon.
Wobei wir im Damenbereich lieber von V oder tiefen Rundhalsausschnitt schreiben sollten.

Das Mistviech gibts in zich Formen!
(Und ich bin im Hobbybereich verdammt pingelig mit mir selber...)

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« Antworten #11 am: 19. Mai 2011 23:28 »

so, die Houppelande hab ich eben online gestellt.
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« Antworten #12 am: 20. Mai 2011 01:33 »

Sieht gut aus!

Wenn Detailfragen kommen, schick sie bei mir vorbei.
Entweder ich kann sie beantworten oder ich leite die Leutchen an die Spämi Spezialisten weiter.

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« Antworten #13 am: 29. Juni 2011 18:13 »

Hallo Wachkatze,

in einen historischen Roman, den ich im Urlaub gelesen habe war die Rede von einer europäischen Schaube. Von der Beschreibung hörte sich das vergleichbar mit der hier bearbeiteten: Houppelande an -- oder gibt's da noch einen Unterschied?
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« Antworten #14 am: 29. Juni 2011 18:37 »

Kurz aus der hohlen Hand heraus.

Ist quasi die deutsche Houppelande.
Wurde hier im 15. und 16.jhd. getragen und hat eine etwas andere Kragenform.

Guck dir mal die Cranach Bilder von Luther an.
Da siehst du sie!

An der Tunika bin ich noch dran.
Muss allerdings gerade Verkaufsware für Herzberg weben.
Deswegen wirds noch dauern.(Veranstaltungsfinanzierung muss vorgehen...)

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Birgit

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