Wenn die Dichte mal im Alltag so wäre, wäre unser Ziel erreicht.
LG, Micha
Auch wenn cephalus meint, eigentlich zählten diese Rockersichtungen nicht, da keine Alltagskleidung, so zeigen solche Gelegenheiten, die Ihr beschreibt, Micha und cephalus, dass bei Männern der Bedarf nach Alternativen zur lebenslangen Hose da ist.
Manchmal liest man immer mal wieder hier von Forumskollegen, die zu dem Schluss kommen, der Mann habe schlichtweg kein Interesse an Röcken, ich hingegen schließe aus Euren Schilderungen, dass das Interesse da ist.
Zu solchen Gelegenheiten wie ein Konzert populärer Rockmusik oder ein mittelalterlich angehauchtes Festival bieten gewisse Schutzräume für Männer, mal ihrer zugeschriebenen Hose zu entfliehen. Das sind Gelegenheiten mit niedrigerer Hemmschwelle als im Alltag. Und selbst bei solchen Gelegenheiten ist die Dunkelziffer derer noch immer sicherlich sehr hoch, die sich trotzdem noch nicht trauen, ihren insgeheimen Rockwünschen nachzugeben.
Ich lese aus Euren Schilderungen heraus, dass Kilts oder kiltähnliche Röcke (letztere zumeist deutlich günstiger in der Anschaffung als echte Kilts, und hierzulande mehr verfügbar) überwiegen. Und ich interpretiere das so, dass trotz Rock überwiegend ein gewisser Ausdruck von Männlichkeit den Rockträgern wichtig ist. Möglicherweise hätten die Träger dieser Röcke auch noch Lust, mehr Flatter oder weichere Materialien zu tragen, aber die Hürdenlatte hängt da halt noch mal deutlich höher.
Ich finde, das Interesse von Männern am Rock ist durchaus da. Und vermutlich liegt die Zahl der Interessenten bei mindestens der kritischen Masse, also jenseits des Exotentums. Nur den Mut, das auch im Alltag einzuführen, bringen die allerwenigsten auf. Wahrscheinlich wäre die Hälfte der gesichteten Rockträger so nicht vor die eigene Haustür gegangen, weil ihnen der Mut fehlt. Fernab auf einem Festival, vielleicht im Zelt schnell von der Hose in den Kiltrock gewechselt, fällt das einigen wahrscheinlich leichter.
Ich nehme an, dass auch bei dem Rethink Masculinity Day die meisten Protagonisten mit Rock diesen sich erst vor Ort auf dem Marktplatz übergezogen haben. Die Zahl der Hosen, die drunter vorlugen, scheint das zu untermauern. Dennoch wird eine gewisse Anzahl von Männern beim RMD oder auch von Euren Sichtungen den Rock auch schon auf dem Weg dorthin getragen haben. Und Zuwege zu geschützten Räumen sind eben doch sowas wie Alltagssituationen. Ich könnte mir vorstellen, dass doch eine kleine Anzahl der im Rock gesichteten Männer sich durch solche Gelegenheiten anfangen zu trauen, Röcke auch mehr in ihren normalen Alltag gelegentlich zuzulassen.
So sehr Eure Sichtungen nicht dem Alltagsleben entspringen, so sehr - interpretiere ich - spiegelt das aber das Begehren der männlichen Volksseele.