Wenn ich zurückdenke an diese Zeit, fällt auch in diesen Zeitraum meine Phase, zu der ich schon mehr Röcke besaß als die meisten Mitglieder hier im Forum wohl jetzt. Und ich würde aus heutiger Sicht zu dieser Zeit sagen, dass ich da allmählich anfing, ein gewisses Maß von ästhetischem Empfinden rund ums Rocktragen zu entwickeln.
Ich fing in dieser Zeit auch an, kürzere Röcke als bis zur Wade für mich zu erobern. Ich muss wohl da auch schon meine ersten Faltenminiröcke gerade gekauft haben (es waren innerhalb weniger Tage dann gleich vier gewesen) und mochte es gelegentlich, deren Windverhalten auszuprobieren.
In dieser Zeit bin ich quasi nebenan von Hadamar, in Limburg, an einem Tag über die beiden innerstädtischen Lahnbrücken spaziert. Die eine davon ist eine langgezogene Bundesstraßenbrücke, 4-spurig, mit einem schmalen Fuß- und Radweg an der Seite - ein Garant für Luftbewegung (schnelle Autos, Talbrücke sowieso) und ich studierte dort besonders das Strömungsverhalten der Luft, beeinflusst von Geländeranlagen bzw. Leitplanken.
An besagtem Tag hatte ich zwar keinen der erwähnten kurzen Faltenröcke an, aber einen etwa knielangen, recht weiten und sehr leichten schwarzen Rock, bewusst ausgewählt wegen potentieller Luftbewegungen. Und ja, es war ein herrliches Gefühl (mir war bewusst, dass ich solche Erfahrungen sammeln und nachholen musste, da ich anders als Frauen nicht bereits in meiner Kindheit derlei Erfahrungen über viele, viele Jahre hinweg quasi automatisch sammeln konnte).
Den Rock hatte ich zwar bewusst gewählt, zählte für mich aber inzwischen nicht mehr zu meinen optisch kleidsamsten Röcken. Auch hatte ich die Zusammenstellung mit dem Rest der Kleidung nicht so abgestimmt, wie es mir damals schon bewusst besser hätte gelingen können. Und so also mit dem Bewusstsein, nicht "so gut angezogen" zu sein, wie es möglich gewesen wäre, wurde mir später in der Innenstadt von Limburg etwas seltsames klar, denn es häufte sich auffallend seit einigen Tagen oder Wochen:
Eine Frau sprach mich an und lobte mich für mein Aussehen. Und da wurde mir klar,
dass ich besonders oft gelobt wurde, wenn ich eigentlich gar nicht so toll gekleidet war.
Das fand ich seltsam. (Ist mittlerweile bei mir doch eher genau anders, aber damals in dieser Zeitspanne traf das auffällig zu.)
Und das fällt mir u.a. ein, wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der ich immer mal wieder in diese Gegend kam.