Autor Thema: Arztbesuch  (Gelesen 5336 mal)

Offline cephalus

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Arztbesuch
« am: 28.02.2020 10:23 »
Erst vor Kurzem ist es mir selbst bewusst geworden, welche Situationen ich im Rock vermeide:

Nicht das Zusammentreffen mit vielen Menschen, nicht das Einzelgespräch, und auch nicht die freie Wildnis, nein, es sind die Situationen wo ich für einen gewissen Zeitraum unausweichlich mit mehreren fremden Menschen zusammen bin, vor allem wenn alle auch noch nichts zu tun haben.
An oberster Stelle stehen öffentliche Verkehrsmittel, oder Wartezimmer.

Jedenfalls zog ich gestern am Morgen ein etwa knielanges, enges Sweatkleid an, ich hatte nämlich übersehen, dass ich noch einen Termin beim Augenarzt hatte.

Ich der Plan war, mich noch umzuziehen, bevor ich los musste, leider hatte meine Frau ein Problem mit ihrem Auto, bei dem ich ihr helfen musste und dessen Behebung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen hat, als erwartet.

Ich hatte also die Wahl, direkt zu Arzt zu fahren, und pünktlich zu kommen, oder nochmal nach hause zu fahren, mich umzuziehen und vermutlich zu spät zu kommen.
Ich habe mich, primär wegen der Herausforderung, entschieden den Umweg zu vermeiden.

Es lief wie erwartet: Beim Betreten des Wartezimmers wurde ich von den Anwesenden nach dem obligatorischen “Grüß Gott” ausgiebig und wiederholt gemustert. Sonst natürlich kein Ton.

Den einzigen Kommentar gab es von der Augenärztin, die sich etwas in ihrem Rock vergriffen hatte, der rutschte ihr, als sie sich mir gegenüber setzte, so weit hoch, dass ich fast ihren ganzen Slip sehen konnte. Als sie fast hektisch ihren ziemlich kurzen Rock richtete, sagte sie: “Sie haben bei ihrem Rock das glücklichere Händchen gehabt.”

Und was resultiert für mich aus dem Erlebten? Alles wie erwartet, und von daher werde ich das nächste Mal wohl wieder den Umweg machen und mich wohler fühlen.

Cephalus


Offline culture skirt

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Antw:Arztbesuch
« Antwort #1 am: 28.02.2020 10:30 »
Den einzigen Kommentar gab es von der Augenärztin, die sich etwas in ihrem Rock vergriffen hatte, der rutschte ihr, als sie sich mir gegenüber setzte, so weit hoch, dass ich fast ihren ganzen Slip sehen konnte. Als sie fast hektisch ihren ziemlich kurzen Rock richtete
Von einer geilen Augenärztin im Minirock behandelt zu werden, der auch ihr noch hochrutscht ist der Traum aller Männer.
Sehr viele würden dich dafür beneiden. : )

Viele Grüße
Jule

Offline cephalus

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Antw:Arztbesuch
« Antwort #2 am: 28.02.2020 10:42 »
Zitat von: culture skirt link=topic=7743.msg122768#msg122768
Von einer geilen Augenärztin

Das liegt immer im Auge des Betrachters  ::)

Offline Skirtedman

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« Antwort #3 am: 28.02.2020 12:50 »
Und was resultiert für mich aus dem Erlebten? Alles wie erwartet, und von daher werde ich das nächste Mal wohl wieder den Umweg machen und mich wohler fühlen.

Hallo Cephalus,

Deinen Schlusssatz verstehe ich nicht so ganz. Er lässt sich in beide Richtungen interpretieren.

Und doch vermute ich, dass Du ihn eher so meinst, dass Du Dich nicht ganz so wohl gefühlt hast. Obwohl ich aus der Schilderung des Erlebten da nichts herauslesen kann, was in diese Richtung zeigt.

Wenn Du meintest, dass Du Dich lieber doch zuhause nochmal umgezogen hättest, dann hierzu meine Frage: Was war es denn, dass Du Dich eher unwohl gefühlt hast?
« Letzte Änderung: 28.02.2020 12:51 von Skirtedman »


Offline MickyBlueEyes

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« Antwort #4 am: 28.02.2020 13:16 »
Hallo cephalus!

Das hätte ich für mich eher als positives Erlebnis verbucht, besonders wegen der durchaus als Kompliment zu wertenden Bemerkung Deiner Augenärztin - und somit eher als Ansporn/Bestätigung für die bewusste Wahl eines Kleides oder Rockes zu einem solchen Termin, ganz besonders bei der Augenärztin, die das ja (wie ich meine) ganz positiv "bewertet" hat.
Auch die Leut' im Wartezimmer haben doch anscheinend ganz gefasst reagiert.

Aber wenn Du Dich nicht wohl gefühlt hast, dann kann ich's ein bisschen verstehen, dass Du da das nächste Mal wieder in einer Hose hingehst - obwohl nach meiner Meinung das Eis schon gebrochen ist!

Viele Grüße
MickyBlueEyes
« Letzte Änderung: 28.02.2020 13:19 von MickyBlueEyes »

Offline radix

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Antw:Arztbesuch
« Antwort #5 am: 28.02.2020 16:21 »
Hallo cephalus,

vielen Dank für deine sehr interessante und - aus meiner Sicht - lustige Begegnung "von Rock zu Rock" bei deiner Augenärztin. Auch ich finde, dass du dieses Erlebnis als Ansporn sehen solltest und nicht etwa als Abschreckung. Okay, deine Unsicherheit im Rock kann ich dir nicht nehmen, aber wenn mir so etwas "Schönes" passieren würde wie dir mit deiner Augenärztin im kurzen Rock, würde ich wohl eher motiviert sein, auch meinen nächsten Besuch bei dieser Ärztin im Rock zu machen.

EIN Problem - besser: EINE Herausforderung - hast du gar nicht angesprochen, dass man nämlich irgendwann von einer Arzthelferin laut mit Namen aufgerufen wird. Bis dahin warst du ein anonymer Rockträger im Wartezimmer, doch wenn dein Name dann aufgerufen wird, wissen alle Wartenden, wie du heißt, und DAS könnte für einige etwas unangenehm sein. Der Arzt oder die Ärztin selbst wird gar nichts sagen oder wenn überhaupt eine lustige Bemerkung machen. So zumindest meine Erfahrung bei diversen Arztbesuchen im Rock.

Also insgesamt betrachtet würde ich sagen, du hast alles richtig gemacht - und wurdest sogar noch von deiner Augenärztin gelobt. Es gibt also keinen Grund, dieses Erlebnis nicht beim nächsten Arztbesuch zu wiederholen - auch um das gewisse Prickeln zu verspüren, was einen dabei beschleicht - mich zumindest ...

Viele Grüße

Radix

Offline culture skirt

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Antw:Arztbesuch
« Antwort #6 am: 28.02.2020 16:37 »
Der Rock ist ganz sicher nicht zufällig hochgerutscht. ^^ Wäre er das, würde keine Frau noch darauf hinweisen, um einen Mann darauf aufmerksam zu machen.

Viele Grüße
Jule

Offline Skirtedman

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« Antwort #7 am: 28.02.2020 17:05 »
Nun, sie hat bestimmt schon ein paar Jahre Erfahrung als Augenärztin.
Und Erfahrungen im Röcketragen bestimmt noch ein paar Jahre mehr.

Entweder es ist so, wie Jule sagt, dass sie das absichtlich macht,

oder ihr ist es nicht unangenehm, wenn Frauen gegenüber sitzen, bei einem Mann aber schon, und normalerweise spreizen die Männer ihre Beine, wenn Frau Doktor mit ihrem Stuhl heranrückt,

oder sie hat am Morgen vor dem Kleiderschrank den Rock falsch eingeschätzt.

Beim HNO ist mir so etwas ähnliches mal passiert. Da preschte der Herr Doktor mit seinem rollenden Stuhl an mich heran und der Saum meines nicht knielangen Rockes war nicht so weit, dass der Stoff zwischen den zwangsmassen geöffneten Beinen vollends herunterfiel.
Seitdem ziehe ich weitere oder längere+weitere Röcke an, wenn ich zu HNO oder meiner Augenärztin gehe.

Offline MAS

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« Antwort #8 am: 28.02.2020 22:51 »
Also mich hätte dieses Erlebnis auch eher in meiner Rockwahl bestätigt.

Aber Menschen sind unterschiedlich: Ich stehe auch gerne im Rampenlicht, auf der Bühne, am Redepult oder so.
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LG, Micha
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Offline Mann im Rock

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« Antwort #9 am: 29.02.2020 08:28 »
Erst vor Kurzem ist es mir selbst bewusst geworden, welche Situationen ich im Rock vermeide:

Nicht das Zusammentreffen mit vielen Menschen, nicht das Einzelgespräch, und auch nicht die freie Wildnis, nein, es sind die Situationen wo ich für einen gewissen Zeitraum unausweichlich mit mehreren fremden Menschen zusammen bin, vor allem wenn alle auch noch nichts zu tun haben.

Hallo Cephalus,
vielen Dank für deinen schönen Erlebnisbericht. Vor allem beeindruckt es mich, wenn derartige Unsicherheiten angesprochen werden, die eigentlich ganz irrational sind und für die es eigentlich keinen nachvollziehbaren Grund gibt.

Ganz am Anfang, als ich zum Rockträger wurde, wäre meine Antwort auf irgendwelche Bemerkungen von anderen gewesen: ich hab mit einem Kumpel gewettet. Und ich wollte die Wette nicht verlieren. Heute, einige Jahre später, habe ich diese Antwort längst nicht mehr im Sinn, aber damals hat sie mir weitergeholfen.

Und dennoch gibt es auch heute noch Situationen, wo ich noch nie mit Rock aufgetreten bin. Zum Beispiel war ich noch nie bei Ramona, meiner Friseurin, im Rock. Jedesmal, wenn da ein Termin ansteht, ziehe ich eine Hose an. Warum? Vollkommen egal, ich fühl mich halt etwas unbehaglich, würde ich dorthin im Rock gehen.

Die Antworten mancher hier klingen für mich so: Mach doch, trau dich, es besteht kein Anlass für Unsicherheit. Da spricht sowas raus, wie - mal ganz überzogen und übertrieben gesagt: Ich bin der Größte, der jeden Selbstzweifel wegwischt. Ja schön, dann komme ich mir eher klein vor. Auch wenn solche Bemerkungen von anderen keineswegs böse, sondern eher aufmunternd gemeint sein mögen. Dennoch: alles in allem geht es nicht ums Rocktragen aus rein logischen Motiven, es geht nicht darum, den Rock einer Hose vorzuziehen, weil es keinerlei nachvollziehbare Gründe gibt. Sondern es geht allein ums Wohlfühlen, um die eigenen Gefühle, und die sind nun halt mal irrational und nicht logisch. Von daher sind auch derlei Unsicherheiten vollkommen in Ordnung. Denn auch mit meinen eigenen Unsicherheiten kann ich zu mir selbst stehen.

Ich hab es ohnehin nicht mehr lang bis zur Rente. Im Grunde genommen könnte ich da an 365 Tagen im Jahr Rock tragen. Aber will ich das? Will ich dann nicht öfter auch mal wieder unbefangen zur Hose greifen, wenn ich Lust drauf habe? Keine Ahnung, es wird sich finden.

Gruß
Matthias




Wenn es uns gelingt, uns aus unseren eingebildeten Beschränkungen zu befreien und unser inneres Feuer anzuzapfen, dann sind die Möglichkeiten unbegrenzt. (Dean Karnazes)

Offline MAS

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« Antwort #10 am: 29.02.2020 08:44 »
Lieber Matthias,

Du hast Schon recht, dass es um das Wohlfühlen geht.

Bei mir ist aber auch so, dass ich mich bei dem Gedanken, wegen irgendwelcher Reaktionen anderer auf mein Lieblingsbeinkleid verzichtet zu haben, auch nicht wohl fühle. Kompromisse mache ich dann eher in der Hinsicht, dass ich überlege, welchen Rocke ich anziehe, aber nicht, ob ich Rock oder Hose anziehe.

Als "der Größte" empfinde ich mich aber nie.

LG, Micha
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Offline cephalus

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« Antwort #11 am: 29.02.2020 09:08 »
Danke Matthias,  das trifft es sehr gut
  :) ;D

Offline JJSW

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« Antwort #12 am: 29.02.2020 09:33 »
Wir sollte eben einsehen, das einer am liebsten 365 Tage im Jahr Röcke trägt
und ein anderer lieber nur Rock zu bestimmten Gelegenheiten und ansonsten Hose.
Das ist eben so, nicht alle Menschen sind gleich.
Und jeder muss selbst heraus finden, was für ihn am Besten ist.

Danke für den interessanten Erlebnisbericht bei der Augenärztin.

Vielleicht sollte ich auch Mal wieder zum Arzt. Dann natürlich im Rock. Muss ja kein Mini sein ;)

Grüßle
Jürgen
« Letzte Änderung: 29.02.2020 09:33 von JJSW »
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline Zwurg

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« Antwort #13 am: 01.03.2020 19:36 »
Ich muss zugeben, obwohl ich jetzt schon 20 Jahre Röcke trage, bin ich doch zu mehr als 90% in Hose auf der Bühne des LEbens unterwegs.
Arbeit ist für mich vollkommen tabu, und abends nur für mich selbsr auch selbst. Also beleiben die Freizeittage im Urlaub oder am Wochenende, wenn es mir gut geht und ich mit Menschen unterwegs bin bei denen ich mich sicher fühle.
Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

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« Antwort #14 am: 01.03.2020 20:00 »
Vor 2 Wochen war ich im Businesskleid (nicht ganz knielang) bei einem neuen Neurologen zum Ersttermin. Keinerlei Reaktionen der anderen Patienten und von der Ärztin schon gar nicht. Bei meinem 2. Besuch um nur ein Rezept abzuholen (da trug ich nur Rock) wurde allerdings bemerkt das meine Fingernägel lackiert sind. Ob die Sprechstundenhilfen sich darüber später noch ausgetauscht haben? Egal. Sie könnten auch über die Schuhe, den Mundgeruch, den Hut oder sonstwas bei anderen Patienten lästern. Also was solls?

Am vergangenen Freitag zum Ersttermin bei der Ärztin die ich mir als neue Hausärztin ausgesucht habe. Ich trug einen recht kurzen (handbreit über Knie also gerade noch im Büro tragbar) Stretchrock mit Pullover und Stiefeletten sowie natürlich Feinstrumpfhose aber fast blickdicht. Das Gespräch mit der Ärztin war ganz normal. Sie ist nett und hat wegen meiner Krankheitsproblematik gleich ein EKG machen lassen. Die Arzthelferin war beim EKG supersuperfreundlich. Als ich schon mit freiem Oberkörper lag hat sie die Strumpfhose erst bemerkt die dann auch noch (bis zu den Unterschenkeln runter mußte. Alles prima gelaufen und ich fühle mich dort sehr wohl.

Ich denke das es viel damit zusammenhängt WIE man mit der Bekleidung rüberkommt. Für mich ist das alles total normal. Trage schon lange keine Hosen mehr (außer wenn es wirklich viel praktischer ist wie im Freizeitpark oder manchen handwerklichen Tätigkeiten). Ich provoziere nicht, bin nicht unsicher und das macht dann sicher auch die halbe Miete. Aber bis man dahin kommt dauert es auch etwas  ;D
« Letzte Änderung: 01.03.2020 20:02 von Kölsche_Jung »

 

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