Autor Thema: Ist es sexistisch, über die Mode von Politikerinnen zu sprechen?  (Gelesen 218 mal)

Offline culture skirt

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https://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/modeerscheinungen/ist-es-sexistisch-ueber-die-mode-von-politikerinnen-zu-sprechen-17052184.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

"Dabei ist der Einsatz von Mode ein hochwirksames, politisches Instrument, ebenso wie der Einsatz von Stil. Eigentlich alle Menschen in der Politik bedienen sich dieses Instruments – Männer mit gewollt zerwuschelten Haaren (Boris Johnson) und lustigen Socken (Justin Trudeau) ebenso wie eben Frauen im knallroten Blazer, der aus dem Meer dunkler Anzüge umso deutlicher hervorsticht (Merkel auf circa jedem Gruppenfoto mit der Weltpolitik-Elite). Kleider senden Signale, bewusste und unbewusste. Das wissen Männer wie Frauen in der Politik. Frauen in der Politik aber schöpfen die Möglichkeiten dieses Machtmittels sehr viel geschickter aus als Männer. Meisterin darin ist die demokratische Abgeordnete Alexandria Ociasio-Cortez, die sich etwa die „Signature Red Lips“ zu eigen gemacht hat, knallrote Lippen, die ähnlich wie der weiße Hosenanzug eine feministische Geschichte haben, immerhin waren es die Suffragetten, die einst mit leuchtend roten Lippen durch New York City marschierten. Es ist also nicht sexistisch, darüber zu schreiben, was Frauen in der Politik für Signale senden, die möglicherweise darüber hinausgehen, was männliche Kollegen zeigen. Allerdings könnten Berichterstatter damit beginnen, sich auch die Kleidung männlicher Politiker vermehrt vorzuknöpfen. Wenn diese bloß nicht so langweilig wäre!"

"Aber noch etwas ist interessant an den Sexismus-Rufen, die oft von Frauen kommen: Sie richten sich primär gegen etwas Weibliches. Sie werten Modeberichterstattung ab (die oft von Frauen gemacht wird), sie werten Mode als etwas traditionell weiblich Konnotiertes ab. Was aber ist so schlimm daran, weiblich zu sein? Sich zu schminken, zu kleiden und die Mode auch zu besprechen – ist das etwas Verwerfliches?"

Offline high4all

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Es ist nicht sexistisch, es ist armselig. Weil es hauptsächlich dann auf die Tagesordnung kommt, wenn Argumente fehlen.

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Offline GregorM

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Meiner Meinung nach ist es nicht. Der Grund, dass man von der Kleidung von Frauen redet, ist, dass es dort Vielfalt und Variation gibt. Wie spannend wäre es, über Männer im schwarzen Anzug oder Frack zu reden oder schreiben? Bei einer großen Feier (wird mal wieder möglich) mit 100 Personen, die Hälfte Frauen, gäbe es 50 einheitlich gekleidete Männer und 50 Frauen, die alle mehr oder weniger unterschiedlich gekleidet wären. Zwei Frauen in identischen Kleidern gelten wohl noch als katastrophal?   

Käme ein Mann im Kilt oder Rock, oder als Kaiser Napoleon gekleidet, würde es mit Garantie auch kommentiert werden. Und das hat mit Sexismus nicht im Geringsten zu tun.

Gruß
Gregor

PS. In einem Königreich, wo es unterschiedliche Galauniformen für die Herren gibt, werden sie auch kommentiert.

https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
https://blog-de.dress2kilt.

Jeder Mann kann einen Rock tragen. Im Rock erregst du viel weniger Aufmerksamkeit, als du hoffst oder befürchtest.

Offline MickyBlueEyes

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Es muss nicht sexistisch sein, kann es aber doch.

Nämlich dann, wenn die Mode - gerade bei Frauen - insbesondere von denen, die darüber schreiben oder sprechen, dazu benutzt wird, von Inhalten abzulenken.

Und gerade um Inhalte sollte es doch bei Politikerinnen (und selbstverständlich auch bei Politikern) gehen!

Viele Grüße
MickyBlueEyes
« Letzte Änderung: 18.11.2020 19:36 von MickyBlueEyes »


Offline MAS

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Offline Skirtedman

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Nun, es ist sexistisch, wenn vom "Hosenanzug" die Rede ist, während bei Männern nur vom "Anzug" gesprochen wird. Das Sexistische daran ist, von Männern zu erwarten, dass sie Hosen tragen.

Manchmal wird auch bei Politikermännern über die Kleidung gesprochen. Der gelbe Pullover von Genschmän (Entschuldigung, ich meinte natürlich Herrn Genscher) oder der rote Schal von Momper oder Ströbele sind legendär. Manchmal wird aber auch bei weniger auffälligeren Politikermännern von Kleidung gesprochen, besonders, wenn der Anzug die Farbe Blau trägt. Gab es nicht letztens ein Treffen von zwei oder drei hochrangigen Politikern, die alle einen blauen Anzug trugen.

Ich für meine Verhältnisse vermag gar nicht guten Gewissens von "Mode" zu reden, wenn ich über Herrenanzüge spreche. Doch auch hier gibt es - man will es kaum glauben - schnelllebige Trends. Die Zeichen der Herrenanzugsmode können aber nur von wenigen Eingeweihten gelesen werden. Es ist in Kreisen der Wirtschaft aber nicht unüblich, anhand der subtilen Facetten abzulesen, wie modisch ein möglicher Geschäftspartner ist und daraus seinen wirtschaftlichen Erfolg respektive Seriosität abzuleiten. Ein Kollege von mir kann das sehr gut.

Doch trotzdem ist das augenscheinliche Einerlei der Herrenanzüge für Uneingeweihte sehr langweilig. Da ist es ein Hingucker, mal was anderes zu sehen. Und sei es nur ein knallfarbiger Hosenanzug. Und darüber darf geredet werden. Das macht aber manche politische Einstellung trotzdem noch nicht besser. Ein paar Politikerinnen vermögen sich da ja recht geschickt in die Herzen der politischen Gegnermänner reinzumogeln anhand ihres Hinguck-Outfits. Und gerade darüber muss geredet werden. Ist also nicht sexistisch, solange darüber die politische Haltung nicht vergessen geht. Oder die Leistung.

 

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