Autor Thema: Alles ist Gefühl  (Gelesen 1785 mal)

Offline DesigualHarry

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Alles ist Gefühl
« am: 12.12.2020 23:20 »
Hallo!

Es wird hier des öfters erwähnt, man solle doch über eine bestimmte Situation sachlich, also sich nicht von Gefühlen leitend,  Nachdenken. Nur frag ich mich die ganze Zeit wie das möglich sein soll.

Als Mensch kann ich nicht einfach so unbeeinflusst von irgendwas sein, es geht einfach nicht. Jede Entscheidung läuft als letzte Instanz über mein Bewusstsein. Ich muss alles was ich entscheide bewusst bewerten, dass ich eine Entscheidung treffen kann, die ich dann ausführe. Ich trage keinen Rock wenn das Gefühl nicht stimmt. Dieses Gefühl setzt sich aus bestimmten Sachverhalten zusammen, die dann ein bestimmtes Gefühl ergeben. Es bestimmt also das Gefühl ob ich eine bestimmte Situation durchleben will, und nicht die Materie dieser Situation. Also z.b. Springt eine Bungee Jumper aufgrund seines positiven Gefühls, während ich z.b. nicht springen würde aufgrund meiner negativen Bewertung der Situation. Die Materie, also z.b. das Seil, oder die Absicherung, sind für sich alleine weder ein Grund zu springen, noch ein Grund nicht zu springen. Meine Bewertung, und somit mein Gefühl sind  am Ende ausschlaggebend  ob ich das Springseil als Vertrauenswürdig erachte, oder nicht, nach grundlegendem Faktencheck.

Der Lohn den ich erhalte wenn ich Rock trage ist ein spezielles Gefühl, und nur aus diesem Grund, dass ich dieses Gefühl wieder spüren möchte, trag ich Rock. Ich trage keinen Rock wenn ich das Gefühl habe, dass ich keinen Rock tragen möchte. Möglicherweise sind dieser Entscheidung vorher Stundenweise Faktenchecks vorausgegangen, aber die Entscheidung selber hab ich aufgrund meines Gefühls getätigt. Wenn man sagt Ich trage heute keinen Rock um jemandem bestimmten nicht damit wehzutun, ist es auch wieder eine Entscheidung die von einem bestimmten Gefühl ausgelöst wurde....

Der Wissenschaftler der das Corona Virus untersucht, kann dies nicht vorurteilsfrei tun, da er ja mit einem bestimmten Grund es tun will. Sagt ihm nun sein Gefühl das Corona Virus sei Gefährlich, so ist dies immer nur eine rein individuelle subjektive Erfahrung dieses Wissenschaftlers, da er seine Meinung nicht aufgrund der sichtbaren Materie fällt, sondern aufgrund seines individuellen subjektiven Bewusstsein mit all seinen Erfahrungen, Ängsten, Freuden usw. Man kann ihm nicht nachweisen dass er die Wahrheit sagt oder lügt, da von uns niemand eine unabhängige Wahrheit wahrnehmen kann.

Der Verschwörungstheoretiker, kann nur etwas erkennen, was für Ihn richtig ist. Wie will man Beweisen können dass er lügt, wenn jeder selber nur eine individuelle subjektive Meinung vertreten kann.

Wenn 5 Leute ein Auto bewerten, erhält man vielleicht 5 verschiedene Angaben zur Farbe, und 5 Unterschiedliche Meinungen zur Form dieses Autos. Wie schaut aber dieses Auto aus einer Unabhängigen Wahrheit aus? Hat es tatsächlich 5 verschiedene Farben? 5 verschiedene Formen, oder ist die unabhängige Wahrheit dieses Autos nur ein undefinierbarer Haufen?

Wie kann man beweisen dass der eine Recht hat mit seiner Angabe der Farbe des Autos, aber die anderen 4 Lügen? Gar nicht, da alle Recht haben. Da alle 5 Menschen über  andere Resonanzkörper verfügen, die sich sowohl physikalisch als auch psychisch unterscheiden. Der eine verbindet mit der Farbe etwas psychisches, der andere ein spezielles Erlebnis, wieder ein anderer nimmt die Farbe anders war, weil er den ganzen Tag in einer Halle mit künstlichem Licht war.

Wir nehmen in Objekten also nicht direkt unabhängig die Farbe, Form, oder die Gefährlichkeit war, sondern wie wir etwas Wahrnehmen entscheidet sich erst in unseren Köpfen.

Somit komme ich zu dem Ergebnis, dass immer jeder ausschließlich die Wahrheit sagt. Den die Unwahrheit kommt ja erst zustande, wenn ich eine bestimmte Meinung mit einer entgegengesetzten Meinung vergleiche. Ich könnte aber nur sinnvoll vergleichen, wenn die Menschen auch alle gleich währen. Wenn die Menschen alle gleich währen, müssten sie auch alle das gleiche sehen können. Aber genau dass tun sie eben nicht...

Am Ende ist also alles ein bestimmtes Gefühl, dass jemandem zu einer bestimmten Handlung verleitet. Der Stuhl auf dem ich sitze, ist aus einem bestimmten Gefühl heraus entstanden. Alles was ist, ist Ausdruck eines bestimmten Gefühls. Durch uns verändert sich Materie, und Materie beeinflusst wiederum uns. Das Wie ist aber unsichtbar.
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Offline MAS

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #1 am: 13.12.2020 00:05 »
Ich denke auch, Harry - danke für diesen Beitrag! - dass Gefühle sehr motivierend sind. Ich weiß, dass Gefühle mich zum Rocktragen treiben und ich erst hinterher rationale Gründe suche - und zum Glück nicht finde - die dagegen sprechen. Ich finde rationale Gründe für das Rocktragen, aber emotionale Gründe gehen diesen voran.

Was Wissenschaft angeht, ist es etwas anders, da wissenschaftliche Ergebnisse gewissen, intersubjektiven (objektiven) Kriterien entsprechen müssen. Aber sicher spielen auch da Gefühle eine Rolle, vor allem das Gefühl der Plausibliltät, aber auch Gefühle des Selbstwertgefühls, der Anerkennung usw. Ob eine wissenschaftliche Erkenntnis aber allgemeine Anerkennung findet, hängt von ganz verschiedenen Überprüfungen und Plausibilitätspassungen ab.

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Offline Holger Haehle

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #2 am: 13.12.2020 07:24 »
Lieber Harry,

Da jeder Mensch andere Informationen hat, kommt er auch zu anderen Schlüssen. Gadamer sagt, dass Menschen unterschiedliche Ansichten haben, weil sie von unterschiedlichen Informationen und Erfahrungen ausgehen, die sie unterschiedlich verarbeiten.

Platon sagt, unser Wissen setzt sich aus Abstracta und Phänomenen zusammen. Ein Beispiel dazu aus einer Vorlesung von Richard David Precht:
https://www.youtube.com/watch?v=nXmJwPj6c9s&list=PL_IE58K5wiT4SYvotooGnWyPtFMYH-v-W&index=45

Ich kann über einen Tisch sagen, dass dieser konkrete Tisch schön ist. Und du kannst widersprechen das er schön ist, aber du kannst nicht widersprechen, dass es ein Tisch ist. Wir können uns immer einigen, wenn wir Fakten haben oder gemeinsame empirische Erfahrungen. Das bezeichnet Platon als Phänomene. Uneinigkeit besteht häufig bei den Abstracta. Das ist z. B. die Schönheit des Tisches. Das Problem sind also die Adjektive und nicht die Verben. Sachlichkeit und Faktizität hilft dort, wo sie beitragen Informationsdefizite auszugleichen und kausale Zusammenhänge offenzulegen. Aber es ist unmöglich einen Tisch allgemeinverbindlich als schön zu charakterisieren.

Wir werden also immer das Problem unüberwindlicher Gegensätze haben. Toleranz und Respekt schützen die Meinungsvielfalt, aber nicht alles was gefühlt wird ist gut, wenn es andere bedroht. Das haben wir hier doch bei den Corona-Threads erlebt. Die einen wollen Schutzmaßnahmen, weil sie ihre Gesundheit gefährdet sehen und die anderen sind gegen Schutzmaßnahmen, weil sie ihre Freiheitrechte verletzt sehen.

Es ist nicht möglich, es allen recht zu machen. Das ist das Dilemma. Es kann also nur darum gehen bei einem Kompromiss den maximalen, aber immer unzureichenden Konsens zu finden.

Offline DesigualHarry

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #3 am: 13.12.2020 10:04 »
Hallo!

Ob ein Gefühl jetzt gut oder schlecht ist, spielt erstmal keine Rolle. Mir geht es hier vor allem um die Tatsache dass alles aus Gefühlen heraus entsteht, und nicht durch rein Materielle Sachlichkeit. Dass sich ein Gefühl vielleicht als falsch herausstellt kann man vielfach ja erst im Nachhinein feststellen, oder erkennen. Auch wenn man sich zuvor Stundenlang mit Sachlichkeit beschäftigt hat.

Auf das was ich hinauswill ist, das Wahrheit weit weniger eine Objektive Unabhängige Wahrheit ist, als vielmehr eine subjektive Individuelle Wahrheit. So nennt man einen Tisch nicht deswegen Tisch weil es eine Universale Gegebenheit währe, sondern weil er von Menschen so genannt wird. Was sieht ein Baby in dem Tisch, dass dieses Objekt noch nicht als Tisch wahrnimmt?

Es geht also darum dass Wahrheit eine subjektive Größe darstellt. Sie Unterliegt weit weniger einer Unabhängigen natürlichen "Gesetzesvorlage", als vielmehr dem Glauben des einzelnen denkenden Geistes.

Jesus sagt nicht "gehe hin, ich oder Gott hat dir Geholfen", er sagt auch nicht "gehe hin, die Natur hat dir geholfen", sondern er sagt "gehe hin, Dein Glaube hat dir geholfen".
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Offline Holger Haehle

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #4 am: 13.12.2020 10:43 »
Natürlich spielen Gefühle die erste Geige. Sie waren zuerst da.  Die Ratio kam später. Sie ist auch neurologisch dem emotionalen Zentrum nachgeschaltet.

Ich würde nicht sagen, dass eine subjektive Haltung per se wahr oder falsch ist. Aber natürlich ist sie real. Je weniger eine Haltung reflektiert wird, desto weniger wissen wir, ob sie wahr ist.

Natürlich ist die Erde eine Scheibe, wenn ich nur bestimmte Argumente zulasse. Kennzeichen einer subjektiven Meinung ist ja gerade die Beschränktheit von Informationen.

Und bedenke bitte Harry, auch Gefühle sind nur Reaktionen unseres Körper durch eine automatisierte Verarbeitung von Wahrnehmungen im Thallamus. Deswegen sind uns die Ursprünge unserer Gefühle ja so unbewusst. Erst wenn sich Gefühle bemerkbar machen, suchen wir nach einer Rationale, die das Gefühl begründen könnten.

Offline MAS

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #5 am: 13.12.2020 11:14 »
Spannendes Thema!

Ich habe auch über den "Tisch" nachgedacht. Ihn als "Tisch" zu bezeichnen ist eine Frage der sprachlichen Konvention. Zu wissen, wozu er da ist, ist eine Frage der kulturellen Konvetion. Immerhin gibt es Kulturen, die Tische erst als europäisches Importgut kennenlernten. Leichter zu verstehen ist das Beispiel des Bidets (ich musste sogar gerade nachgucken, wie man das schreibt). Da gibt es ja Witze drüber, dass jemand darin seine Wäsche wäscht oder daraus trinkt oder was auch immer, nur eben nicht versteht, dass das zur feuchten Reinigung des Allerwertesten gedacht ist. Was ist nun "objektiv" ein Bidet?

Aber auch auf einer grundsätzlicheren epistemologischen Ebene ist es doch so, dass unser Gehirn bzw. unserer Gehiren, denn jeder hat ja ein eigenes, die Grenzen eines Objektes und so die Trennung von anderen Objekten erstmal konstruieren muss. Nur so können wir den Tisch gewissermaßen aus seiner Umgebung herausschälen. Das nächste ist, das Objekt einer Kategorie zuzuordnen, anhand bestimmter Merkmale, und ihn so der Katagorie "Tisch" zuzuordnen. Oder eben beim Bidet der Kategorie "Bidet". Dieser Kategorisierung gehen Parallelisierungen mit anderen Menschen voraus, z.B. als Kind mit den Erwachsenen, die uns die Welt erklären.

Es gibt aber sogar Fälle, in denen eine Fehlkategorisierung sinnvoll ist: Wenn ich im Waldesschatten ein großes Objekt sehe, erschrecke und weglaufe, und erst hinterher merke, dass ich vor einem Felsen oder einem Baumstamm weggelaufen bin, den ich für einen Bären gehalten habe, dann ist es besser, als wenn ich den Bären für einen Felsen halte und ruhigen Mutes weiter auf ihn zugehe. Diese Personifizierung von allem und jedem ist uns angeboren, obwohl sie Irrtümer generiert. Aber sie hat wohl genug Menschen das Leben gerettet, so dass sie da entsprechende Gen weiter vererben konnten.

Objektiv hat dann der recht, der den Felsen als Felsen erkennt und den Bären als Bärenm unabhängig von dem Wort, das er dafür verwendet. Subjektiv hat aber auch der recht, der vor beiden erstmal davon läuft. Objektiv unrecht und subjektiv Pech hat der, der den Bären für einen Felsen hält.

Noch mal zu den Emotionen: Wenn ein Wissenschaftler eine objetiv richtige Erkenntnis hat, wird er bestimmt durch das Gefühl von Freude, von Stolz, von Hochmut, von Selbstwert usw. belohnt. Wenn er dann noch Auszeichnungen bekommt und/oder weitere Forschungsgelder, eine Beforderung, eine bessere Stelle oder so, dann werden sich auch wieder solche Gefühle einstellen. Es gibt wohl Menschen, die solche Gefühle nicht haben. Aber für die meisten stellen solche Gefühle eine wichtige Handlungsmotivation dar. Und vorher vielleicht auch Gefühle der Spannung, der Aggression, der Wut, der Neugier usw., je nach Handlung.

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Offline Holger Haehle

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #6 am: 13.12.2020 17:36 »
Lieber Harry,

ich habe gerade ein bisschen in meinen Philosophie-Wälzern geblättert.

Du sagst: " Auf das was ich hinauswill ist, das Wahrheit weit weniger eine Objektive Unabhängige Wahrheit ist, als vielmehr eine subjektive Individuelle Wahrheit."

Die Philosophie hat von Aristoteles bis Hegel die eine ontologische Wahrheit immer gesucht, das etwas so oder so ist. Dann kam ein Österreicher darauf, dass unsere Sprachfähigkeit unsere Erkenntnisfähigkeit begrenzt, weil die Sprachfähigkeit den Erfahrungshorizont spiegelt. Das führte zu einer Zäsur und begründete die Sprachphilosophie und Linguistik. Seit Wittgenstein geht die Philospphie von mehreren erfahrungsbasierten Wahrheitsmöglichkeiten zu einer Fragestellung aus.
« Letzte Änderung: 13.12.2020 17:41 von Holger Haehle »

Offline MAS

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #7 am: 13.12.2020 18:56 »
Lieber Holger,

und seit der Antike gibt es eine generelle Kritik unserer Wahrnehmungsfähigkeiten. Platons Höhlengleichnis ist in Europa am bekanntesten, die buddhistische Madhyamaka- und die Citamatra-Philosophie weniger. Aber auch Kant unterschied zwischen dem "Ding an sich" und dem "Ding für mich". Und seit den 1960ern gibt es auf verschiedenen Gebieten den Konstruktivismus. Dem habe ich das Beispiel von dem Felsen und dem Bären entnommen.

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Offline DesigualHarry

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« Antwort #8 am: 13.12.2020 20:55 »
Hallo!

Ich bevorzuge eine Quantenphysikalische Theorie:

Die Tatsache dass Materie in Atomen winzig klein ist, im Vergleich zu dem umgebenem leeren Raum, deckt sich mit meiner Beobachtung dass Menschen in Objekten etwas Unterschiedliches erkennen können. Im Umkehrschluß müssten Atomen aus viel mehr Materie bestehen, dass alle Menschen in dieser Materie das gleiche sehen können.

Es geht also um den riesigen  leeren Raum innerhalb von Atomen. Dieser leere Raum beinhaltet aber höchstwahrscheinlich Energie. Diese Energie geht mit dem Mensch der ein Objekt betrachtet in Resonanz, ähnlich so wie bei der Farbwahrnehmung. Da der Geist die Materie kontrolliert (Mind over Matter) richtet das Bewusstsein nun die Energie dieses Objektes so aus, wie es das Bewusstsein durch seine Erfahrungen vor gibt. Der Betrachter sieht also in dem Objekt das was er sehen möchte, und nicht eine unabhängige Materie.

Dabei Unterscheidet sich die Resonanz, also wie wir mit dem Objekt interagieren, sowohl durch physikalische Gegebenheiten, als auch durch geistige Gegebenheiten zwischen den Menschen. So Besitz z.b. ein Kind einen wesentlichen kleineren Resonanzraum als ein Erwachsener. Vergleichbar mit einem kleinen Lautsprecher und einem großen.

Ein Sportler kann in einem Objekt etwas völlig anderes sehen als ein Mathematiker, nicht aber Aufgrund fehlender Information, sondern Unterschiedlich trainierten physikalischen und geistigen Instrumenten. Beide können keine Übergeordnete Wahrheit sehen, weil sie durch ihren eigenen Resonanzkörper in Wechselwirkung mit dem Objekt gehen, und erst daraus aktuelle Wahrheit entsteht. Hast du einen anderen Resonanzkörper hast du auch eine andere Wahrheit.
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« Antwort #9 am: 13.12.2020 22:06 »
Öhm. Tja. Darüber muss ich nachdenken.

Es ist etwas schwierig, weil wir verschiedene Sprachen sprechen, Harry.

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Online Skirtedman

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #10 am: 14.12.2020 01:38 »
Hallo!

Ich bevorzuge eine Quantenphysikalische Theorie:

Die Tatsache dass Materie in Atomen winzig klein ist, im Vergleich zu dem umgebenem leeren Raum, deckt sich mit meiner Beobachtung dass Menschen in Objekten etwas Unterschiedliches erkennen können. Im Umkehrschluß müssten Atomen aus viel mehr Materie bestehen, dass alle Menschen in dieser Materie das gleiche sehen können.

Ich liebe Deine Denkmodelle!

Auch wenn ich sie selten verstehe, auch wenn ich das alles ganz anders sehe.

Du selbst hast Dir in Deinen bisherigen Ausführungen in diesem Thread schon mindestens eine schlüssige Antwort darauf gegeben, weshalb Menschen in den selben, identischen Dingen etwas Unterschiedliches sehen. Das braucht Deine, entschuldige die Gänsefüsschen, "Quantenphysikalische Theorie" auf die von Dir geschilderte Weise gar nicht mehr erklären.

Für uns alle mag es Staunen lassen, dass die für uns oftmals so stabil erscheinende Materie nach physikalischen Vorstellungen aus so kleinen Bausteinen bestehen soll, mit so viel Nix zwischen den Atomen und Teilchen - wir denken da gerne an "luftleeren Raum". Luft selber ist aber schon größer als der Raum, der zwischen stabil gelagerten Atomen besteht; Atomen eines Tisches zum Beispiel.

Dieser "luftleere Raum" ist genau genommen, populärwissenschaftlich ausgesprochen, ein Vakuum. Weil eben keine Luft dazwischen ist. Und doch können wir uns gehörig wehtun, wenn wir mit der Faust auf einen Tisch schlagen.

Dieser leere Raum ist kein Nichts. Er ist angefüllt von Energien, elektrischer Energie zum Beispiel, zwischen den Elektronen und Protonen eines Atoms z.B., oder thermischer Energie, oder sonstigen Energien, die uns Physiker oder Harald Lesch bestimmt besser erklären könnten als wir uns selbst. All das bestimmt, wie das Material, das aus den Atome, Molekülen gebildet wird sich anfühlt, reagiert, ob es der Hand wehtut oder nicht, wir es im Ofen verheizen können oder nicht, und welche Farbe es hat zum Beispiel.

Nutzlos ist dieser leere Raum nicht, wohl auch nicht da draussen im Weltall und zwischen den unzähligen Galaxien. Und vermutlich ist da weitaus mehr als wir uns heute vorstellen können. Und der leere Raum zwischen den Atomen dient nicht dazu, unterschiedliche Menschen auf den gleichen Informationsstand zu bringen.

Im Gegenteil. Da jeder Mensch ein anderer ist, schaut jeder Mensch auch aus einem anderen Winkel im wörtlichen Sinne auf einen Gegenstand. Dein Beispiel mit der Autofarbe ist ein wunderbares Beispiel, weil der Blickwinkel sehr häufig schon über die Farbnuancen bestimmt, ein rein physikalischer Effekt. Zudem nimmt Dein linkes Auge eine andere Farbe wahr als Dein rechtes. Wie unterschiedlich muss es im rechten und im linken Auge des Menschen unmittelbar neben Dir schon ausschauen? Ganz zu schweigen von den Emotionen, die Du mit der Farbe, den Formen und der Situation verbindest, und den Emotionen, die der Mensch neben Dir damit verbindet - wie Du schon richtig geschrieben hast. Gepaart mit all den Erfahrungen, Erinnerungen, Erwartungen, die ein jeder damit verknüpft.

Du schreibst: "Auf das, was ich hinauswill ist, dass Wahrheit weit weniger eine Objektive Unabhängige Wahrheit ist, als vielmehr eine subjektive Individuelle Wahrheit."

Ich bin froh, dass Du auf diese Kernthese abzielst. Weil über alles vorher könnten wir uns trefflichst Argumente und Sichtweisen austauschen, ohne dass wir einander überzeugen könnten. Denn Deine Wahrheit ist Deine. Meine Wahrheit ist meine. Und genau das muss es schon sein aufgrund von allem, was ich hier gerade geschrieben habe.

Der objektiven Wahrheit haben wir hier im Forum schon nachgejagt. Die absolute Wahrheit wird es nicht geben, da sie immer im Zusammenhang steht mit dem, worauf die Beschreibung der Wahrheit basiert. Und die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich; es kann gar nicht anders sein; vielleicht nur subtil, oder aber fundamental. Jede Beschreibung ist geprägt von Erfahrungen und Erinnerungen - und Bewertungen. Für Dich mag ein bestimmter Tisch, egal ob schön oder nicht, eine andere Bedeutung haben als für mich. Deine Wahrheit. Meine Wahrheit.

Und doch können wir uns einig werden, dass wir den Tisch als "Tisch" erkennen und beschreiben. Das sind Konventionen. Keine 200 km von hier haben sich andere aber darauf geeinigt, dazu "table" zu sagen, oder die Italiener sagen "tavola" dazu. Auch Konventionen sind relativ.

Das Schöne an Wissenschaften ist, vor allem Naturwissenschaften, dass sie eine Sprache benutzen, die sehr härter ist gegenüber zwischenmenschlichen Abmachungen und ziemlich frei davon ist, in welchem linguistischen Sprachsystem man sich bewegt. In erster Linie sind es Zahlen, und Verhältnisse von Zahlen, die dazu dienen, Erkenntnisse zu beschreiben und leicht nachprüfbar zu gestalten. Darum wird auch sehr oft davon ausgegangen, dass Naturwissenschaften jene Disziplinen sind, die mit den "absoluten Wahrheiten" operieren. Bei genauerem Hinsehen - oder Nachdenken - wird man aber auch da merken, dass all diese nur auf Annahmen bestehen - und Konventionen -, die die Menschen untereinander geteilt und vereinbart haben. Die "absolute Wahrheiten" der Naturwissenschaften sind letztlich doch wiederum nur relativ.

Gemeinsame Sprachen und Konventionen sind geeignet, miteinander zu kooperieren, miteinander auszukommen, zu erahnen, was der andere eigentlich will, und vor allem, was das für mich bedeutet.

Drum ist ein Felsen im Wald, der für einen Bären gehalten wird, ein Signal, das eine unmittelbare Entscheidung herrufen sollte. Denn ein Bär bedeutet für mich Gefahr. Ist es mir wichtig, meine Begleiter auf Dauer zu behalten, werde ich ihnen mitteilen, dass da ein Bär ist: "Ein Bär! Ein Bär! Ein Bär!" Wissen meine Begleiter nicht, was ich meine und dass sie genauso weglaufen sollten wie ich, dann kann das blöd werden für einen von ihnen. Vielleicht ist Weglaufen auch nicht so klug und das Bleiben besser, weil alle Begleiter zusammen ihn erlegen könnten und die Mahlzeiten der nächsten Tage gesichert werden könnte. Dann ist es gut, wenn man vorher die Konventionen getroffen hat, damit man gemeinsam auch die Aufgabe erledigt und den Bär erledigt bekommt. Und wenn es dann doch nur ein Felsen war, so hat man für den nächsten Bär schon einmal geübt - und hat am Abend am Herd oder Lagerfeuer etwas Lustiges zu erzählen - wenn man genügend Konventionen getroffen hat, um diese Informationen zu teilen.

Doch mit welchen Emotionen jeder Beteiligte bei der potentiellen Konfrontation mit einem Bären reagierte und mit welchen Emotionen, als sich der Bär als Felsen entpuppte - das wird jeder ganz individuell erlebt haben.

"Alles ist Gefühl" ist auf alle Fälle soweit richtig, dass jeder einen inneren Trieb hat, sich selbst zu schützen und vielleicht auch Seinesgleichen zu schützen, die Gemeinschaft: die Frau, die Kinder, die Familie, die Sippe, heute: die Menschheit, das Klima (ich schweife ab).

Und dieser innere Trieb muss jedem innewohnen - allem, was in irgendeiner Weise belebt ist und reagieren kann. Auch ein Einzeller, der entscheiden muss, wann er seinen Stoffwechsel fortführt oder ob er ihn einstellt. Hat der Einzeller zum Beispiel mit einer Geißel draussen an seiner Membran die Möglichkeit sich fortzubewegen, so muss er entscheiden, wann und vielleicht auch wohin er sich bewegt. Er muss testen, was lebensbewahrend für ihn ist, was lebensbedrohlich. Das geht nur mit Bewertung. Das geht nur mit Emotion.

Wie sehr viel komplexer müssen die Entscheidungswege bei einem Mehrzeller - einem Verbund von mehreren Zellen - erst sein? Bzw. dessen Emotionen? Oder bei so einer Kreatur von unheimlich vielzelligem Zellverbund, wie wir Menschen das sind? Da sind sofort ein ganzes Bündel von Emotionen am Werk, die alle für sich zwischen Gut und Böse, und alle zusammen nach einer einvernehmlichen Lösung ringen.

Nicht der Tisch ist das Gefühl. Was der Tisch ist für Dich, ist das Ergebnis des Ringens all Deiner Emotionen in Dir in Resonanz mit dem Tisch. Und Dein Ergebnis ringt anschließend mit dem Ergebnis, was der Tisch mit mir macht. Und ich will ihn zum Sperrmüll geben, und Du sagst: "Wehe Dir!"
« Letzte Änderung: 14.12.2020 01:49 von Skirtedman »

Offline culture skirt

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #11 am: 14.12.2020 02:04 »
Gehts hier um Tische oder Gefühle?

Offline culture skirt

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #12 am: 14.12.2020 02:06 »
Man darf keine Bären jagen.

Online Skirtedman

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #13 am: 14.12.2020 02:25 »
Ja, ich bin mir sicher, auch culture skirt, also Jule, beherbergt Gefühle.

Offline DesigualHarry

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Antw:Alles ist Gefühl
« Antwort #14 am: 14.12.2020 08:46 »
Hallo!
Schöne Worte von dir. lieber Wolfgang

Gar so weit weg sind wir nicht, lieber Wolfgang, du benutzt nur andere Worte. Und vor allem sehr viele davon... ;D
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