Autor Thema: Im Rock auf der Arbeit  (Gelesen 783507 mal)

Offline MAS

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1230 am: 28.11.2025 00:18 »
Aus Arbeitgeber-Perspektive begrüße ich es, wenn meine Mitarbeiter mit Freude und Nervenkitzel zur Arbeit kommen - statt missmutig und nur Dienst nach Vorschrift leisten. Wenn Du begeistert im Rock zur Arbeit kommst und das strahlst Du auf Deinen Bilder aus, dann wird das bestimmt positiv wahrgenommen.

LG

Jens

Das denke ich auch! Auch aus Arbeitnehmerperspektive.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

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Offline xtramper:in

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1231 am: 03.12.2025 20:27 »
Moin,

mal wieder ein kleiner Erlebnisbericht.......

Gestern, auf meinem Weg zur Arbeit trug ich einen langen blauen Jeansrock und einen Dunkelblauen Hoodie mit Aufdruck.
Einen kurzen Zwischenstopp habe ich bei Apotheke in der Innenstand gemacht, ein freundliches Hallo der Mitarbeiterin und das Medikament war zügig eingekauft.
Aber kein Betrachten oder Ansprechen auf meine Bekleidung.....
Anders dann vor und im Aufzug bei meinem Arbeitgeber...... kurzer Plausch über den Aufduck auf dem Hoodie (Holz macht Glücklich)........mich im Rock kannten die Kolleginnen schon  ;D
Ich bin jetzt in dem Alter, in dem das Ende der Wehrpflicht für Männer im Spannungs- und Verteidigungsfall eintritt.
Hurra Hurra Hurra

Offline Yoshi

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1232 am: 06.12.2025 17:57 »
Vor sechs Monaten kündigte ich meinen letzten Job als Erzieher in einem Kindergarten. Das hatte allerdings nichts mit meinen Röcken zu tun, sondern hatte ganz andere Gründe. Natürlich waren alle Beteiligten sehr traurig über meine Entscheidung. Als ich damals in der Einrichtung anfing, gab es von ca. neunzig Familien nur drei, die sich über mich beschwerten. Eine muslimische Familie hatte sogar einen sehr üblen Brief geschrieben. Die Mutter kam allerdings an meinem letzten Arbeitstag auf mich zu. Sie wollte sich persönlich verabschieden, bedankte sich herzlich und wünschte mir "Alles Gute" für die Zukunft. Das hat mich sehr gefreut, weil es zeigt, wie Menschen durch Begegnung ihre Vorurteile abbauen können.

Ich habe diese Woche nach zwei Jahren meine vorletzte Arbeitsstelle besucht. Mit einer ehemaligen Kollegin verabredete ich mich zum Kaffeetrinken und holte sie von der Arbeit ab. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, mal kurz "Hallo" zu sagen. Das war eine spontane Entscheidung. Die früheren Kollegen haben sich allesamt riesig gefreut und wir haben uns nett unterhalten, um meine Röcke ging es dabei aber gar nicht. Bevor jemand fragt: Ich trug an dem Tag eine Hose.

Als Kontext für neue Leser: Ich wurde in dieser Kita hintenrum von Eltern angefeindet. Meine männlichen Kollegen und ich waren unerwünscht, weil man uns als potentielle pädophile Sexualstraftäter ansah. Einzelne Eltern schrieben üble Beschwerdebriefe und beschwerten sich bei der Leitung sowie den weiblichen Kolleginnen über uns. Ich erfüllte natürlich noch mehr deren Vorurteile, weil meine Röcke und mein Nagellack in ihr Bild eines Fetischisten passten. Aus unserer Sicht schütze uns der Träger nicht ausreichend, deswegen kündigte ich und meine männlichen Kollegen taten das kurz darauf ebenfalls. Leider kenne ich einige Männer, denen ähnliches widerfahren ist.

Zurück zu dem Nachmittag: Meine ehemalige Leitung wollte natürlich wissen, was ich zurzeit mache. Ich erzählte ihr, dass ich nicht mehr als Erzieher arbeite, übergangsweise einen Bürojob angenommen habe und mich nun beruflich neu orientieren möchte. Sie sagte mir, dass sie das sehr schade findet, weil der Erzieherberuf zu mir passen würde. Das wiederholte sie mehrmals im Laufe des Gesprächs. Im Café sagte mir meine Ex-Kollegin, dass sie der Leitung im Vorfeld von unserem Treffen erzählt hatte. Meine Leitung bat, sie soll doch in Erfahrung bringen, ob ich aktuell zu haben wäre. Sie hätte mich unbedingt als pädagogische Fachkraft zurück, weil ich ein sehr guter Erzieher wäre.

Auf meiner aktuellen Arbeit habe ich bisher keine Röcke getragen, aber ich trage in letzter Zeit auch im Privaten äußerst selten welche. Vor paar Jahren wurde ich von heute auf morgen vom Hosenträger zum alltäglichen Rockträger. Man sah mich kaum noch in Hosen. Vielleicht musste ich die jahrzehntelange rockfreie Zeit mit einer rebellischen hosenfreien Zeit überkompensieren. Der Rock ist nun vom alltäglichen Markenzeichen zu einer gelegentlichen modischen Alternative geworden. Die Häufigkeit hat zwar stark nachgelassen, aber die Freude daran ist ungebrochen erhalten geblieben. Demnach werde ich auch in meiner beruflichen Zukunft bestimmt wieder ab und zu mal Röcke tragen.

Offline hirti

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1233 am: 16.12.2025 12:17 »
Hallo!

Zuerst möchte ich noch Yoshi antworten:
Ich habe deinen Beitrag zwar gelesen als du ihn geschrieben hattest, dann aber auf die Antwort vergessen.

Ich finde es schade zu lesen, dass du deinen Erzieher-Beruf aufgegeben hast. Du bist in dieser Tätigkeit sicher eine Bereicherung für die Kollegenschaft und vor allem für die Kinder. Verstehen kann ich es aber auch. Wenn man immer kämpfen muss um man selber sein zu dürfen und immer wieder Angst vor Anfeindungen haben muss, alles auf die Waagschale gelegt wird, dann geht irgendwann die Kraft aus.

Ich hoffe, du findest etwas was dir wirklich Freude macht.
Und ich hoffe natürlich auch, dass du ein schönes Gleichgewicht für das Tragen von Rock und Hose findest, das dir Spaß macht. Wenn du damit in der neuen Arbeit noch etwas wartest, kann ich es dir nicht verdenken... ich habe über 20 Jahre für diesen Schritt gebraucht.

---------------------------------------

Von mir gibt's auch mal wieder ein Bild aus der Arbeit:
Es ist Winter und der lädt mich zu langem Rock und Stiefeln ein.
Den Rock habe ich auch in wärmeren Jahreszeiten schon getragen, aber da war er mir zu warm. Nun passt er besser, wenngleich ich etwas erstaunt war, dass es darin sogar im Winter noch relativ warm ist. Vielleicht hätte ich keine 40den Strumpfhose dazu im Büro tragen sollen.

Bei den Stiefeln war ich mir nicht ganz sicher, ob sie ein wenig klobig rüberkommen?
Ich hatte auch überlegt ob ich die Stiefeletten mit dem hohen Absatz vom Bild weiter oben nehmen sollte, aber die fand ich dann doch etwas provokant hoch zu diesem Rock. Außerdem hätten sie exakt auf Höhe des Saumes des Rockes geendet, was ich nicht so schön finde. 
Und nicht zuletzt ist die rutschfeste Sohle mit dickem Profil der Winterstiefel draußen ein echter Vorteil. (für die 10 Meter von meinem Auto zur Firmentür  ;D)

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Offline Yoshi

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1234 am: 16.12.2025 13:19 »
Ich finde es schade zu lesen, dass du deinen Erzieher-Beruf aufgegeben hast. Du bist in dieser Tätigkeit sicher eine Bereicherung für die Kollegenschaft und vor allem für die Kinder. Verstehen kann ich es aber auch. Wenn man immer kämpfen muss um man selber sein zu dürfen und immer wieder Angst vor Anfeindungen haben muss, alles auf die Waagschale gelegt wird, dann geht irgendwann die Kraft aus.

Es sind hauptsächlich die schlechten Arbeitsbedingungen und die Überbelastung, die mich ausgebrannt haben. Schlechte Bezahlung und Sexismus gegenüber Männern spielen natürlich auch mit rein, sind aber nicht die Hauptgründe für mich gewesen. Leider kenne ich viele Kolleginnen und Kollegen, die aus ähnlichen Gründen den Job an den Nagel gehängt haben.

Zu deinem Outfit:

So ein ähnliches Outfit habe ich auch schon getragen. Solche schwarzen plissierten Maxiröcke sind eigentlich mit fast allem kombinierbar und ich liebe ja so bordeauxrot. Es bringt etwas bunte Farbe rein, aber in einer dezenteren Art und Weise. Das Outfit kommt witzigerweise meinem aktuellen Kleidungsstil sehr nah.

Ich gebe dir eine 9 von 10 Punkten.  :)

Offline JJSW

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1235 am: 19.12.2025 14:10 »
Zum letztem Arbeitstag 2025 heute nochmal im Rock. Zur Arbeit hab ich die Strumpfhose nicht an gehabt, zu warm. Und den gelben Pulli gegen das Arbeits-T-Shirt gewechselt.
Sind ja meine Kollegen inzwischen gewöhnt.

Zum Feierabend hab ich dann noch schnell ein Foto gemacht. Und dann noch bei Tageslicht heim.

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So und nun erstmal Weihnachtsurlaub bis 11. Januar 😊

Das gelbe Oberteil ist nun in der Wäsche.

Grüße an Yoshi, Hirti (prima Outfit 👍) , Jens und alle weiteren Rockarbeiter.
Und an allen anderen.

Schönes Viertes-Advent-Wochenende

Gruß
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline cephalus

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1236 am: 19.12.2025 16:10 »
Dieser Beitrag von Dir ist mir glatt entgangen:

Bei den Stiefeln war ich mir nicht ganz sicher, ob sie ein wenig klobig rüberkommen?
Ich hatte auch überlegt ob ich die Stiefeletten mit dem hohen Absatz vom Bild weiter oben nehmen sollte, aber die fand ich dann doch etwas provokant hoch zu diesem Rock. Außerdem hätten sie exakt auf Höhe des Saumes des Rockes geendet, was ich nicht so schön finde. 
Und nicht zuletzt ist die rutschfeste Sohle mit dickem Profil der Winterstiefel draußen ein echter Vorteil. (für die 10 Meter von meinem Auto zur Firmentür  ;D)

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Erstmal:
Sehr chic, gefällt mir und ist mMn voll arbeitstauglich.

Ziemlich Ähnliches habe ich auch schon getragen, Pullover in der gleichen Art, nur langärmlig und in einer anderen Farbe.

Die Stiefel würde und habe ich in gleicher Art dazu verwendet - für mich die eleganteste und stimmigste Art an Schuhen dazu.
Gut, man könnte natürlich auch über (viel)mehr Absatz nachdenken, das verändert das grundsätzliche Bild aber nur wenig.

Interessant fand ich, dass meine Frau die besondere Femininität des Pullis anmerkte...

Offline Skirtedman

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1237 am: 20.12.2025 01:29 »
Dieser Beitrag von Dir ist mir glatt entgangen:
...

Oh, dieser Part des Beitrag ist mir auch echt entgangen.

@cephalus
Mich würde echt mal interessieren, anhand welcher Kriterien Deine Frau hirtis Pullover als "feminin" definiert.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline Peter58Muc

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1238 am: 29.12.2025 09:38 »
Heute bin ich alleine im Büro, um mir die Arbeit zu versüßen mit Rock und Strumpfhose. Es fühlt sich so super an, wird aber wohl einmalig bleiben.

LG Peter

Offline Peter58Muc

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1239 am: 29.12.2025 09:44 »
Nochmal mit Pullover

Offline hirti

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1240 am: Gestern um 16:27 »
Hallo Peter!
Das freut mich, dass du auch erstmalig (?) das schöne Gefühl von Rock und Strumpfhose im Büro erleben konntest.
Und... hat es sich nicht so toll angefühlt, dass man das auch mal während des Alltags probieren sollten... *zwinker*

Ein paar Beiträge weiter oben wurde angesprochen, wie erstaunlich feminin mein dunkelrotes Shirt ist.
Ich stimme dem sehr zu, finde aber auch, dass es eigentlich erstaunlich ist, an welch kleinen Nuancen im Design die Herkunft aus der Damenabteilung deutlich zu erkennen ist.
In dem Fall ist es die Kombination Rollkragen und kurze Ärmel die es bei den Männern nicht gibt. (warum eigentlich?) Auch sind die Ärmel einen Deut länger als bei einem Herrenshirt - und dann sind sie noch dazu eng anliegend. Und dann liegt das Shirt noch dazu eng am Oberkörper an was bei Beleuchtung von oben den Eindruck von Brüsten erweckt die ich gar nicht habe.
Die Länge spielt auch noch eine Rolle. Mit den meisten Röcken wirkt sie total passend, finde ich. Bei einer normal hüftig geschnittenen Herren-Jeans würde ich aber glatt bauchfrei gehen, so kurz ist es in Wirklichkeit.

Zum Thema Rock im Büro habe ich heuer noch nichts beizutragen. Bei Frühtemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt hatte ich keine rechte Lust darauf und in den nächsten Tagen halte ich eine Kundenschulung.

Stattdessen zeige ich mein letztes Rock-im Büro Outfit des vergangenen Jahres:

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Offline Peter58Muc

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1241 am: Gestern um 17:14 »
Ja Hirti, da hast du Recht ich habe mich sehr wohl gefühlt mit Strumpfhose und Rock im Büro.

Deine Kombination sieht sehr gut aus, du bist halt einfach ein sehr modebewusster Mann.

LG Peter

Offline Skirtedman

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1242 am: Gestern um 17:17 »
Hallo Peter!
Das freut mich, dass du auch erstmalig (?) das schöne Gefühl von Rock und Strumpfhose im Büro erleben konntest.
Und... hat es sich nicht so toll angefühlt, dass man das auch mal während des Alltags probieren sollten... *zwinker*

Erinnert mich an die Momente, an denen ich - lange her - "auch" im Schutze der vorlesungsfreien Zeit erstmals im Rock meine damalige Hochschule besucht habe. Die Vorstellung, es wäre Normalbetrieb, beflügelte mich da in meinem Erleben von "Freiheit". Im folgenden Semester, oder eins später, eroberte ich mir auch den Normalbetrieb allmählich im Rock.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline Yoshi

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1243 am: Gestern um 17:47 »
Hallo Hirti,

auch dieses Outfit weckt meine Begeisterung! Ich habe das Gefühl, dass deine Outfits einen starken Wandel durchgenommen haben und du dich stilistisch weiterentwickelt hast. Ich war ja gut einundhalb Jahre vom Forum fern. Da hat sich anscheinend einiges getan.

Deine "damaligen" Outfits hatten oft was sehr Experimentelles. Das war für meinen Geschmack manchmal etwas zu dick aufgetragen für die Berufswelt. Im Rahmen einer Weihnachtsfeier oder eines "casual Friday" sicherlich in Ordnung, aber für den Berufsalltag schrie manches zu sehr nach Aufmerksamkeit. Es wirkte teilweise nach dem Motto: "Schaut alle mal her, wie originell ich Paradiesvogel gekleidet bin." Das meine ich noch nicht mal negativ. So ähnlich würde ich rückblickend auch vieler meiner früheren Outfits beschreiben.

Deine letzten Outfits zeugen von einer dezenteren Akzentuierung, die trotzdem nicht an Kreativität einbüßt. Dadurch verleiht es dir etwas sehr reifes. Es wirkt "erwachsener", stilvoller und eleganter, womit du auch optisch seriöser und professioneller erscheinst. Eigentlich perfekt für die Arbeit im Büro. Ein Gentleman im Rock. Tja, Kleider machen nun eben mal Leute.

Offline Skirtedman

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Antw:Im Rock auf der Arbeit
« Antwort #1244 am: Gestern um 17:47 »
Ja, hirti, da hasst Du ein wunderschönes Ensemble aufgetan.
Auch mit der Kombination der grünen Komponenten hast Du da ein schönes Farbschema kreiert.

Etwas herausfordernd fürs Büro - oder wieder eine kleine Hürde genommen - ist nach meiner Erfahrung der Einsatz eines Wickelrocks. Ein Wickelrock - auch mit scheinbar recht hochsitzenden, auffallenden Halteknöpfen - fördert bei den beobachtenden Bürokollegen manch Phantasien. Bei dem einen vielleicht einfach nur "Neugier", ganz wertfrei gemeint, bei anderen vielleicht Phantasien, von denen sie sich provoziert fühlen könnten. Jedenfalls eröffnen Wickelröcke die Chance, dass das Kollegium von den Inhalten der gemeinsamen Arbeit eventuell abgelenkt wird. Darum ist das noch einmal ein neues Terrain, diese Spezialform von Kleidung ins Büro einzuführen.

Herzlichen Glückwunsch, hirti, sieht in sich sehr stimmig aus. Dennoch will ich zwei kleine Nuancen nicht für mich behalten.
Mir kommt die Jacke fast schon ein wenig grenzwertig vorteilhaft vor aufgrund ihrer Länge. Ein paar Millimeter bis Zentimeter länger wäre noch harmonischer. Das ist manchmal die Krux von Damenoberteilen. Ich kenne das auch, manchmal nehme ich diese Nuance von Unvorteil bewusst in Kauf, um die anderen restlichen Vorteile zu "genießen".

Ein weiteres, vielleicht liegt es auch an Deiner momentanen Haltung, ist, dass offengetragene Rockbünde oft ein deutliches Maß an Perfektion benötigen, um ein völlig stimmiges Bild zu erzeugen. Ich bin da gerade sensibilisert, weil ich genau gestern weit über 20 Röcke testete, um genau nach diesem Schema bekleidet zu sein: Oberteil aus feinerem Material, in den Rockbund reingezogen, darüber mit einer offenen Weste ergänzt / kaschiert. Da meine Röcke zu unterschiedlichen Körpervolumen, aber auch mit unterschiedlichen Tragekonzepten (Hüfte, Taille usw.) gekauft wurden, sieht nicht jeder Rock gleichermaßen gut aus in dieser Situation.
Mir scheint, als würde der Rock eine Spur mehr Bundweite vertragen - ich weiß, eine Forderung, die fast nicht zu erfüllen ist.

Er wirkt etwas, als würde er deshalb schon versuchen, von alleine "aufzuspringen". Oder er verrutscht im Laufe der alltäglichen Bewegungen an Stellen, die nicht mehr ganz dem Optimum von vor dem Spiegel entsprechen. Davon kann ich ein Lied singen, obgleich meine Körperformen an diesen Stellen da deutlich mehr Spielraum bieten als an Dir. Kurzum: den Rock etwas gerade gerückt und vielleicht vier Millimeter tiefer angesiedelt, würde vielleicht sofort genau diese kleine Feinheit wieder komplett korrigieren.

Wie gesagt, das sind nur ganz kleine Nuancen, die mir an dem insgesamt wunderbar stimmigen Bild und Deinem stilsicheren Kleidungsvermögen auffallen. Und eventuell ist eines ja auch nur eine Wahrnehmung, die aufgrund Deiner zufällgen Körperhaltung zuzuschreiben ist.

Und mal Hand auf´s Herz! Du gibst einen kleinen Einblick in einen Moment aus Deinem Büro, also einen Schnappschuss aus dem Alltag. Und bist nicht auf dem Fotoshooting, dessen Ziel es ist, die letzte Perfektion darzustellen.

Das ist gelebter Alltag. Dennoch wollte ich diese verschwindend kleinen Nuancen ansprechen.
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