Ja, hirti, da hasst Du ein wunderschönes Ensemble aufgetan.
Auch mit der Kombination der grünen Komponenten hast Du da ein schönes Farbschema kreiert.
Etwas herausfordernd fürs Büro - oder wieder eine kleine Hürde genommen - ist nach meiner Erfahrung der Einsatz eines Wickelrocks. Ein Wickelrock - auch mit scheinbar recht hochsitzenden, auffallenden Halteknöpfen - fördert bei den beobachtenden Bürokollegen manch Phantasien. Bei dem einen vielleicht einfach nur "Neugier", ganz wertfrei gemeint, bei anderen vielleicht Phantasien, von denen sie sich provoziert fühlen könnten. Jedenfalls eröffnen Wickelröcke die Chance, dass das Kollegium von den Inhalten der gemeinsamen Arbeit eventuell abgelenkt wird. Darum ist das noch einmal ein neues Terrain, diese Spezialform von Kleidung ins Büro einzuführen.
Herzlichen Glückwunsch, hirti, sieht in sich sehr stimmig aus. Dennoch will ich zwei kleine Nuancen nicht für mich behalten.
Mir kommt die Jacke fast schon ein wenig grenzwertig vorteilhaft vor aufgrund ihrer Länge. Ein paar Millimeter bis Zentimeter länger wäre noch harmonischer. Das ist manchmal die Krux von Damenoberteilen. Ich kenne das auch, manchmal nehme ich diese Nuance von Unvorteil bewusst in Kauf, um die anderen restlichen Vorteile zu "genießen".
Ein weiteres, vielleicht liegt es auch an Deiner momentanen Haltung, ist, dass offengetragene Rockbünde oft ein deutliches Maß an Perfektion benötigen, um ein völlig stimmiges Bild zu erzeugen. Ich bin da gerade sensibilisert, weil ich genau gestern weit über 20 Röcke testete, um genau nach diesem Schema bekleidet zu sein: Oberteil aus feinerem Material, in den Rockbund reingezogen, darüber mit einer offenen Weste ergänzt / kaschiert. Da meine Röcke zu unterschiedlichen Körpervolumen, aber auch mit unterschiedlichen Tragekonzepten (Hüfte, Taille usw.) gekauft wurden, sieht nicht jeder Rock gleichermaßen gut aus in dieser Situation.
Mir scheint, als würde der Rock eine Spur mehr Bundweite vertragen - ich weiß, eine Forderung, die fast nicht zu erfüllen ist.
Er wirkt etwas, als würde er deshalb schon versuchen, von alleine "aufzuspringen". Oder er verrutscht im Laufe der alltäglichen Bewegungen an Stellen, die nicht mehr ganz dem Optimum von vor dem Spiegel entsprechen. Davon kann ich ein Lied singen, obgleich meine Körperformen an diesen Stellen da deutlich mehr Spielraum bieten als an Dir. Kurzum: den Rock etwas gerade gerückt und vielleicht vier Millimeter tiefer angesiedelt, würde vielleicht sofort genau diese kleine Feinheit wieder komplett korrigieren.
Wie gesagt, das sind nur ganz kleine Nuancen, die mir an dem insgesamt wunderbar stimmigen Bild und Deinem stilsicheren Kleidungsvermögen auffallen. Und eventuell ist eines ja auch nur eine Wahrnehmung, die aufgrund Deiner zufällgen Körperhaltung zuzuschreiben ist.
Und mal Hand auf´s Herz! Du gibst einen kleinen Einblick in einen Moment aus Deinem Büro, also einen Schnappschuss aus dem Alltag. Und bist nicht auf dem Fotoshooting, dessen Ziel es ist, die letzte Perfektion darzustellen.
Das ist gelebter Alltag. Dennoch wollte ich diese verschwindend kleinen Nuancen ansprechen.