Ja, Du hast recht, was Du schreibst. - Auch wenn ich mir nun etliche Tage Zeit gelassen habe, das nun Dir hier als Rückmeldung zu geben, sorry dafür.
Aber inzwischen schreibst Du im Forum an anderer Stelle:
Der Rethink Masculinity Day scheint mir nach wie vor am geeignetsten. Wenn er als noch zu klein und unbedeutend empfunden wird, können wir ja mithelfen, dass er größer wird.
Ich bin mir gar nicht mehr so sicher, wie gut dieses Event zu uns passt. Ich wollte an das Feministische Kollektiv Karlsruhe schreiben, ob sie glauben, dass wir hier zum 8.4. auch noch einen RMD organisiert bekommen.
Mir fiel dann aber beim Schreiben auf, dass es beim RMD ja eigentlich eben doch vor Allem um das Hinterfragen von Genderklischees geht. Daher auch der Name. 
Unser Anliegen, Röcke für alle zu normalisieren, erschien mir dann plötzlich als eine Art Trittbrettfahrerei.
So hab ich mein Vorhaben wieder fallen gelassen.
Ich möchte Dir hier antworten, weil es insgesamt hier besser hereinpasst.
Zunächst einmal Danke, Michl, für Deine Idee, für den 08.04. einen lokalen RMD parallel zu dem in Lüneburg und in der Schweiz ggf. anzustoßen.
In Lüneburg steht der Zukunftsrat Lüneburg e.V. dahinter, eine scheinbar auch städtisch initiierte Organisation, die bestimmte Einzelinitiativen bündelt, darunter auch die Initiative des als Stadtquartiermanager arbeitenden städtischen Angestellten.
In der Schweiz stehen dahinter, wie es z.B. watson.ch zum RMD 2025 in Zürich übersichtlich beschrieben hat:
Zur Aktion aufgerufen hatte der Verein «Die Feministen», links angesiedelte Parteien sowie der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen (männer.ch). Die Aktion fand zeitgleich auch in Bern und Basel statt.
Quelle:
watson.chBeim schnellen Lesen könnte man den Eindruck erhalten, Hauptinitatorin in der Schweiz sei eine Partei namens "Die Feministen".
In Deutschland gäbe es dann eine wortähnliche Kleinpartei namens "Die Feministische Partei DIE FRAUEN". Freilich hat sie nichts mit dem RMD zu tun, weder in der Schweiz noch in Deutschland.
Du hast in Karlsruhe eine Organisation als Ansprechpartner gesucht, um ähnlich zu Lüneburg einen lokalen RMD in Karlsruhe anzustoßen. Deine Wahl fiel auf das "Feministische Kollektiv Karlsruhe e.V.", die sich kurz FKK nennt.
Ich habe im Internet das Selbstverständnis dieses Vereins FKK gefunden, das vermutlich gut die Zielgruppe der Vereinstätigkeiten beschreibt:
https://ladyfest-karlsruhe.tumblr.com/selbstverstaendnis - Hieraus zusammenfassend kurz ein Zitat: "*Das Gendersternchen bei Frau und Lady soll verdeutlichen, dass zu der patriarchal unterdrückten Klasse auch Trans- und Inter-Frauen zählen."
Vergleiche hiermit das Selbstverständnis des Schweizer Vereins "Die Feministen", der übrigens keine politische Partei ist:
https://feministen.ch/manifest/Der Verein "Die Feministen" will überraschenderweise Männer ansprechen, Zitat: "Männer – fühlt euch angesprochen!" und "Männer, die das traditionelle Bild von Männlichkeit kritisch hinterfragen möchten."
Darum bin ich mir nicht sicher, ob Du bei der Ansprache des Karlsruher FKK am richtigen Punkt angeknüpft hättest.
Vielmehr wären z.B. Initiativen, die sich mit sogenannter Männerarbeit beschäftigen eventuell die passenderen Ansprechpartner gewesen. Und dort bestünde auch weniger die Gefahr, sich 'an irgendetwas anheften zu wollen'. Vielleicht habe ich Deine Wortwahl "Trittbrettfahrerei" nicht in Deinem Sinn verstanden, vielleicht meinst Du damit etwas anderes. Aber schau mal zu der Initiative in Lüneburg: sie rufen doch explizit zur "Trittbrettfahrerei" auf, Zitat: "Finde eine RMD-Aktion in Deiner Nähe - oder melde selbst eine an!",
Link.
Natürlich kannst Du Dein Vorhaben gestalten, wie Du willst, oder es aufgeben. Ich wollte das nur mal eben anmerken.
Und ebenso möchte ich anmerken:
Schau Dir / schaut Euch die Seiten der Initiativen in Lüneburg und der Schweiz an:
LüneburgZitat: "Wir Männer gehen an diesem Tag im Rock oder Kleid aus dem Haus und versammeln uns morgens. Danach gehen wir – wer möchte – im Rock/Kleid zur Arbeit."
SchweizZitat für die Aktion in Zürich: "Morgens: Um 07:15 Uhr, Bahnhof Stadelhofen. Gemeinsamer Start in den Tag mit Kaffee, Gipfeli und Rock"
Der Rock ist überall zentrales Element für diesen Tag. Startet man eine eigene Aktion, dann wäre das auch keine Trittbrettfahrerei, sondern nah dran an unseren Träumen (oder unserem Tun) und übrigens ausdrücklich gewollt.
Hierzu auch noch einmal ein Zitat aus Lüneburg:
"Wir tragen den RMD nach Deutschland."
Und deren Internetseite ist geeignet und dafür vorgesehen, auch noch andere Aktionen in Deutschland mit aufzunehmen bzw. zu verlinken. Also keine Trittbrettfahrerei, sondern erwünscht.
Unklar bleibt, was der Rock den Teilnehmern persönlich bedeutet. Ist es ein zugespitztes Symbol, Männlichkeit zu negieren? Ist es ein Aufatmen, endlich mal offiziell Rock in der Öffentlickeit, ja bei der Arbeit tragen zu dürfen? Schau Dir das Bild an, was eingangs auf der Lüneburger Seite verwendet wurde, und mache Dir Dein eigenes Bild. Ich vermute: es werden solche und solche Männer darunter sein.
Vielleicht hast Du noch im Sinn, die englischen Schüler, die mit Faltenröcke zur Schule kamen. Sie wurden von uns gefeiert als die "wahren Befreier". In Wirklichkeit wollten sie eigentlich gar keine Röcke tragen, sondern mit de, zugespitzten Symbol des ROcks ein Recht auf kurze Hosen statt lange Hosen im Sommer einklagen. So ähnlich gelagert wird es beim 8. April in Lüneburg auch Männer geben, die den Rock nur quasi als wachrüttelnden Protest tragen wollen. Aber es werden bestimmt auch Männer mit dabei sein, die sich seit Jahren oder Jahrzehnten nach dem Recht, Röcke zu tragen, sehnen.
Und ähnlich geht es vielen von uns hier im Forum auch.
Also Deine Bedenken bzgl. Trittbrettfahrerei sehe ich nicht begründet.
Besten Gruß und Danke für Deine Idee, einen eigenen lokalen RMD zum 08.04.2026 ins Leben zu rufen,
auch wenn Du diese Idee nicht weiterverfolgst.