Autor Thema: Frustrationstoleranz eines Rockträgers  (Gelesen 1794 mal)

Offline Yoshi

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Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« am: 19.05.2024 13:05 »
Womit wahrscheinlich jeder Rockträger erstmal klar kommen muss: Ich kann nicht alles tragen, was mir gefällt. Das ist eine wichtige "Lektion", die man erfahren muss und die für reichlich Frustration sorgen kann.

Bei klassischen Männeroutfits habe ich diese Problematik selten. Wenn ich nach einem Kleidungsstück im Laden greife oder online bestelle, sei es Hose, Shirt oder Pullover, dann kann ich es meistens auch tragen, weil es mir steht. In den seltensten Fällen gefällt es mir nicht an meinem Körper und wenn ich es wieder zurückhänge bzw. rücksende, dann eher, weil es mir von der Größe nicht passt.

Bei Damenkleidung ist das völlig anders. Ich habe schon viele Röcke anprobiert und von vielen Abstand nehmen müssen. Der Rock war zwar schön, aber an mir wirkte er nicht gut. Von lächerlich über mickrig bis clownesk war wirklich schon alles dabei. Anfangs hat es mich teils sehr frustriert, aber irgendwann sagte ich mir: "Der Rock ist zwar schön, aber es ist nicht mein Rock." Ich gab mich auch der Illusion hin, dass ich das ja alles tragen könnte, wenn ich eine Frau wäre. Na ja, das ist wahrlich ein großer Trugschluss. Nicht jede Frau kann jedes Kleidungsstück aus der Damenabteilung tragen. Ich behaupte mal, dass Damenkleidung viel mehr vom Typ abhängig ist als wir Männer es von unserer Herrenmode gewohnt sind.

Es gibt natürlich Damenkleidung, die einfach von der Form nicht passt, weil es stark auf die weibliche Anatomie ausgelegt ist. Das ist bei vielen Kleidern der Fall und auch bei Oberteilen. Die schmale Schulterbreite, enge Taille oder der brustbetonte Schnitt schließen da schon viele Pieces aus. Diese Kleidung ist offensichtlich für mich nicht tragbar, weswegen ich in meiner Beschreibung eher Kleidung meine, die ich für potentiell tragbar halte, aber trotzdem nicht funktioniert. Damit meine ich z. B. oversized Shirts und Pullover, die ich gerne bei den Damen kaufe, denn selbst da ist oversized nicht gleich oversized. Es ist zwar oft an Herrenmode angelehnt, aber manchmal sind sie sehr kastig und wirken unförmig an mir.

Selbst Röcke, die auf den ersten Blick "unisex" aussehen, sind teilweise auf die weibliche Anatomie abgestimmt. Bei engen Röcken (z. B. Bleistiftröcken) ist das ja eindeutig, weil man eine Beule präsentiert, die ich jedenfalls ungerne zeige. Aber auch bei engen Röcken musste ich feststellen, dass es durchaus Exemplare gibt, die man als Mann tragen kann. Ich denke allerdings bei scheinbaren "Unisexröcken" eher an Maxiröcke, die sehr auf die weibliche Hüfte geschnitten sind. Bei einem Mann wie mir, hängt der Rock an den Seiten so runter, dass sich dann ein großer Knick bildet, den ich als störend und unästhetisch empfinde. Das frustriert mich teilweise heute noch, weil Muster und Rock gut an mir aussieht, aber dieser Knick ihn untragbar für mich macht.

Ich musste aber auch akzeptieren, dass bestimmte Muster nicht sehr gut an mir wirken. Da muss man erstmal ein Gespür entwickeln, was geht und was nicht geht. Vieles muss man einfach ausprobieren - oder besser gesagt: anprobieren -, um es einschätzen zu können. Habe ich übrigens nicht nur bei Röcken, sondern auch bei Damenhosen, die ein ausgefallenes Muster aufweisen. Beim Schnitt ist es oft ähnlich wie beim Muster, sodass Rock/Damenhose nicht sonderlich gut an mir aussieht.

Dann kommt noch hinzu, dass manche Röcke super an mir wirken, aber ich kein passendes Oberteil in meinem Schrank finde, was dazu passt. Ohne Kombinationsmöglichkeit nehme ich meist Abstand von dem Kleidungsstück.

Seitdem sich meine Garderobe so sehr erweitert hat, kann ich Frauen besser nachempfinden, die lange vor dem Schrank stehen und nicht wissen, was sie anziehen sollen. Man hat viel mehr Kombinationsmöglichkeiten als in der klassischen Herrengarderobe. Früher trug ich meine Jeans (meist blau oder schwarz) und griff nach dem Motivshirt auf das ich Lust hatte, denn die Kombi war nicht entscheidend, weil zu den Hosen halt jedes Oberteil passte. Nun muss ich schon achten, dass Ober- und Unterteil farblich passt, die Muster sich nicht beißen, Längen- und Breitenverhältnis harmonisch wirken und was bei mir noch hinzu kommt: Es muss zu meinem Nagellack passen.

Mittlerweile habe ich mir schon eine ganz gute Frustrationstoleranz angeeignet, aber es kommt immer wieder mal vor, dass ich trotzdem konsterniert bin, wenn etwas nicht an mir funktioniert. Allerdings macht das auch den Reiz für mich aus, dass ich stets neue Sachen ausprobieren möchte. Die Freude ist dann umso größer, wenn etwas sehr Ausgefallenes an mir toll aussieht. Diese Euphorie macht eigentlich den ganzen Frust wieder wett. Es kommt manchmal sogar vor, dass ich etwas, was ich für "untragbar" hielt, dann erstaunlich gut an mir wirkte. Das sind dann so richtige Erfolgserlebnisse, die einfach nur glücklich machen und es ist meiner Meinung nach immer eine Entdeckungsreise wert, was Neues auszuprobieren, was fernab vom eigenen gewohnten Kleidungsstil ist, um sich modisch weiterentwickeln zu können.

Offline Rockie

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #1 am: 19.05.2024 16:05 »
Ich kann das gut nachvollziehen! Der Hauptgrund weswegen ich heute fast nur noch Kleider trage und kaufe ist das ich seltenst für einen Rock ein wirklich passendes Oberteil finde !
Ich habe auch das Glück dass ich viele Kleider tragen kann und daher besitze ich auch sehr viele davon 😁 Da braucht es nur noch entsprechende Accessoires und Schuhe und die Wahl des Oberteils entfällt 🥰

Offline Holger Haehle

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #2 am: 19.05.2024 16:45 »
Solange Kleidung nicht auf die männliche Anatomie zugeschnitten ist, darf das nicht überraschen. Aber auch unter Männern gibt es solche und solche, und bei den eher Zerlichen passen dann die Frauenschnitte doch erfräulich oft. Mann sollte halt erstmal alles anprobieren, bevor eine Kaufentscheidung reift.

Offline cephalus

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #3 am: 19.05.2024 17:31 »
Das kann ich gut nachvollziehen,  Yoshi!

Mir macht es immer Spaß,  etwas Neues auszuprobieren oder neue Zusammenstellungen zu testen.
Ja, manchmal ist die Kombi mit Rock wirklich schwierig.  Bei mir haben, auch aus diesem Grund, mittlerweile die Kleider Oberhand gewonnen.
In meiner Anfangszeit habe ich mit Kleidern experimentiert, ausser Sweatkleidern und Strickkleidern hat aber nichts funktioniert.
Nach einer "nur Rock Phase" wurde ich dann erfolgreicher und finde mittlerweile ziemlich zielsicher Kleider die an mir funktionieren.
Sie decken ein deutliches Spektrum ab.

Mein größtes Thema ist mittlerweile was kann Man(n) wo zu welchem Anlass und Ort tragen, speziell wenn es etwas eleganter oder ausgefallener ist.

Feiner geht meist mit etwas formalerem Rahmen einher, in dem Mann auch deutlichere Konventionen unterliegt.

Komplett ausgefallen, an so einem Outfit feile und nähe ich seit einer Weile, braucht auch seine Einsatzgelenheit. Die fällt mir aber gerade nicht ein. Auch für Timpers Partys wäre die Idee in meinem Kopf wohl ungeeignet.


Offline xtramper:in

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #4 am: 22.05.2024 18:16 »
Moin,

meine Röcke habe ich mir (wenn nötig) von meiner Schneiderin anpassen lassen. Kleider gehen bei mir garnicht bzw. da sagt meine Frau klar NEIN.


Offline Skirtedman

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #5 am: 22.05.2024 20:08 »
Ja, kenne ich.

Dann habe ich Frau gewechselt, dann gings.

Achja, dazwischen habe ich mir selbst Kleid erlaubt. Dann im altrosa Kleid kam die nächste Frau.

Soll kein Erfolgsrezept für Dich darstellen! Bei mir war es halt eins.

Online JJSW

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #6 am: 22.05.2024 20:57 »
Ich konnte meine Frau behutsam an meine Röcke und Kleider gewöhnen. Mit viel Geduld.
Dann fing sie auch selbst an Röcke und Kleider zu tragen  ;D

Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline cephalus

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #7 am: 22.05.2024 21:03 »
Obschon oft hier gehört, verstehe ich nach wie vor nicht die pauschal Ablehnung, die Kleider häufiger trifft,  als Röcke.

Liegt es an der größeren Bandbreite der Kleider?
Entwickelt sich da ein andere Fantasie?

Meine Frau konnte anfänglich gut mit meinen Strick-/Sweatkleidern, fremdelte aber mit Röcken.

Offline Skirtedman

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #8 am: 22.05.2024 21:31 »
Ja. Cephalus, da kommen so zwei, drei Hauptfaktoren wohl zusammen,
was Du schön unter "Entwickelt sich da eine andere Fantasie?" zusammenfaßst.

Zunächst einmal:
Die meisten Männer dürften mit Rock statt Kleid auf ihre Lieben zukommen, wohl meist verbunden mit der Botschaft,
"weil mir´s gefällt" oder "weil ich´s bequemer finde".
Die wenigstens Männer tragen für gewöhnlich Latzhosen, so dass der Weg zum Kleid leichter fiele.

Also kennen die Frauen eher die Variante: Mann im Rock statt Hose.
Man kann also in der Fantasie der Frauen - oder tatsächlich - mit einem Rock über die begleitenden Kleidungsstücke noch deutlich mehr Mann-Statements setzen als beim Einsatz eines Kleides.

Den Rest bestimmt die Fantasie:

Entweder: willst Du als Mann Kleid tragen, dann musst Du die Oberweite des Kleides ausfüllen und brauchst BH und Ausstopf.
Vor diesem geistigen Bild rollen sich die Fußnägel der meisten Frauen.

Oder: willst Du als Mann Kleid tragen, dann fehlt Dir die Oberweite, um das Kleid adäquat auszufüllen. Ergo dümpelt Dir das Kleid am Oberkörper nutzlos, unansehnlich, lächerlich an Dir rum.

Dass das anders geht, beweisen wir hier im Forum nahezu täglich mit unseren Bildern.

Frauen können sich halt eher vorstellen, wenn sie kapieren, dass einem Mann sowas einfach bequemer ist, dass er die Hose austauscht und stattdessen einfach einen Rock wählt. Die anderen Begleit-Kleidungsstücke bleiben weiterhin wie gewohnt "männlich" und so kann Frau damit als Kompromiss - wenn überhaupt - gerade so leben.

Ein Kleid wirft deutlich mehr Bezüge zum Frausein auf - vor allem in der Fantasie. Drum wird das häufig fundamental abgelehnt.
Dass es anders geht, müsste man einfach nur mal demonstrieren. Oder nicht erst mit dem Rock anfangen, sondern gleich mit einem - passenden - Kleid.

Die von Dir, Cephalus, vermutete größere Vielfalt von Kleidern mag da auch noch eine gefühlte Rolle spielen. Weil je mehr "Oberfläche" eines Mannes aus der Damenabteilung stammt, desto mehr Möglichkeiten gibt es, typisch weiblich zugeordnete Details dort unterzubringen, zum Beispiel Volants an Brust oder Ärmeln, oder V-Ausschnitt zum Beispiel (für manche ist ein V-Ausschntt bereits typisch weiblich). Oh Gott, da rollen sich "frau" unweigerlich die Fußnägel!

Offline xtramper:in

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #9 am: 22.05.2024 21:47 »
Ja, kenne ich.

Dann habe ich Frau gewechselt, dann gings.

Ach nö, meine FRau möchte ich nicht "auswechseln"

Offline GregorM

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« Antwort #10 am: 23.05.2024 06:42 »
Sehr gut geschrieben, Yoshi.

Etwas mehr Selbsterkennung bei Männern wäre gut -  auch wenn sie Männerkleidung tragen. Nur wird die "Konkurrenz" zu den Frauen größer ode rdeutlicher, wenn sie ihre Kleidung tragen. Denn bei Frauen ist man einer größeren Ästhetik gewohnt. Ihnen steht auch nicht alles, obwohl für sie konzipiert. Daran sich anzupassen, verstehen doch die meisten, scheint es.
Männer haben dann noch dazu das Problem, dass Röcke, Kleider, Oberteile usw. NICHT für ihre Anatomie optimiert sind.

Mir kommt es doch nicht so kompliziert vor, wie einige hier schreiben.

Warum sollte ich mir weibliche Oberteile kaufen? Es gibt doch bei Männern eine enorme Auswahl in allerlei Nuancen, bestimmt auch eine für jeden Rock, und Mustern mische ich sowieso nicht. Ungeachtet welche Farbe Rock, könnte ich mir in der Männerabteilung mindestens zehn Farben finden, die zu ihm passen würden. Nur wenn der Rock besonders dünn wäre, könnte es Schwierigkeiten geben, aber einen solchen würde ich mir ohnehin nie kaufen, weil mir zu weiblich.


Gruß
Gregor

Offline Rockie

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #11 am: 23.05.2024 08:12 »

Warum sollte ich mir weibliche Oberteile kaufen? Es gibt doch bei Männern eine enorme Auswahl in allerlei Nuancen, bestimmt auch eine für jeden Rock, und Mustern mische ich sowieso nicht. Ungeachtet welche Farbe Rock, könnte ich mir in der Männerabteilung mindestens zehn Farben finden, die zu ihm passen würden. Nur wenn der Rock besonders dünn wäre, könnte es Schwierigkeiten geben, aber einen solchen würde ich mir ohnehin nie kaufen, weil mir zu weiblich.

Es geht mir hier um die Gleichberechtigung. An jeder Ecke und zu jeder vollen Stunde wird darauf hingewiesen, das wir Frauenquoten etc. brauchen. Ich möchte einfach das es Geschlechtsunabhängig möglich ist das JEDER das trägt was er möchte! Wieso ist es okay, wenn Frauen in der Herrenabteilung wildern und mit Holzfällerhemd oder Blaumann unbehelligt rumlaufen können, die Männer aber keine weiblichen Oberteile mit Rüschen oder Kleider mit Blumenmuster tragen können?
DAS ist es wo es mir drumgeht! Diese einseitige Sicht der Dinge ist einfach nicht richtig und daher mache ich es auch so und halte mich eben nicht an die "Gesetze" der derzeitigen Gesellschaft.

Offline Timper

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #12 am: 23.05.2024 09:11 »
Rockie- das ist so weil Emanzipation nur für Frauen gilt!
Wo kämen wir hin wenn der Mann bei diesen Themen selbstbestimmt wäre???
( Scherz! 😉).
Der Mann soll männlich, kernig, dreckig, schlampig mit verlausten Bart Geschichte schreiben! Wie willst du Holz hacken mit Nagellack?😂
Rosa Röcke und Blusen bitte bei den Frauen und ihrer Selbstverwirklichung abgeben.

Und wer es nicht versteht- das war Ironisch!
Sushi Rolls Not Gender Rols.

Rock tragen? Ich darf das!

Offline cephalus

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #13 am: 23.05.2024 09:40 »
Alles Gewohnheit, was man machen kann und was akzeptiert ist.

In den meisten Fällen stört sich aber fast niemand daran, wenn in der Kleidung der anderen Abteilung gemildert wird.
Der wesentliche Unterschied ist, dass sich Frauen im Gegensatz zu Männern nichts dabei denken.

Meine Frau bedient sich an drei Kleiderschränken, bald 4, wenn mein Kleiner noch etwas gewachsen ist. Aber ihrer gehört ihr alleine.
Gut, das ist dem ,Größenproblem geschuldet, und einmal hat sich mein Kleiner schon  ein Kleid von ihr geliehen, aber ganz offiziell .

Offline Timper

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Antw:Frustrationstoleranz eines Rockträgers
« Antwort #14 am: 23.05.2024 11:08 »
Nein, klares Nein!
Es geht um mehr als Gewohnheit.
Woraus leitet sich denn die Gewohnheit ab?
Sie leitet sich aus Rollenbildern ab. Aus dem „das war schon immer so.“
Genau dagegen sind Frauen aufgestanden und haben sich ihre Selbstbestimmung  genommen bzw. erkämpft.
Nichts steht da mehr als der Griff nach der eigenständigen Kleidungswahl , der Griff nach dem Wahlrecht, der Griff nach beruflicher Selbstbestimmung! ( noch gar nicht lange her! ) und anderen Dingen als Synonym für.
Auch wenn ich hier manches grotesk finde es steht dem Träger im Rahmen der Selbstbestimmung zu rumzulaufen wie er es mag.
Das ist viel mehr als nur auf Gewohnheiten zu reduzieren.
Es geht letztlich um die Freiheit des Einzelnen,. Nicht rechtlich, das hat er ja, aber Freiheit von gesellschaftlicher Ächtung!
Das ist es was Rockie meint.
Nennt man ggf auch Emanzipation!
Gewohnheit ist viel zu kurz gegriffen.
Nicht wenigen wird gleich was unterstellt nur weil sie einen Rock tragen oder Mascara auf den Wimpern haben.
Geh mal zum Fußball wenn Bayern spielt im Dirndl wenn alle drei-acht im Turm haben.!
Danach weißt du Bescheid.
Das Wein trinken von SKM auf seinen Festen ist Kindergeburtstag….da sind sie alle lieb und nett. Auch meine Events  sind nicht der Maßstab.
Da schwimmen alle auf einer Wellenlänge.
Ich glaube das Thema Rock muss man einem gesellschaftspolitischen Gesamtzusammenhang sehen.
Es geht um
Individualität, Freiheit, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Rahmen oder Traditionen.
Hast du dich mal gefragt warum 0,01% der Männer es sich traut in eine Pafümerie zu gehen und sich mit Kosmetik einzudecken?
Wegen den genannten Hürden!
Von wegen gleiche Rechte für alle. Ja auf dem Papier. Und das ist geduldig.
Sushi Rolls Not Gender Rols.

Rock tragen? Ich darf das!


 

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