Autor Thema: Noch mehr Männerröcke in 2023  (Gelesen 2184 mal)

Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #30 am: 16.11.2022 17:10 »
Lieber Wolfgang,
du hast sehr schön Deine fiktiven Daten zerlegt und analysiert.
Leider teile ich weder die Basis der Theorie, noch die Analyse.
...
Mein Rocktragen regt nicht zum Nachdenken an, erst Recht nicht zur Selbstreflexion und wird teilweise zwar gesehen aber nicht weiter wahrgenommen - "ist eben so, ist ja auch egal".
Daher erhalte ich fast nie Kommentare, weder positiv noch negativ.

Ich war gerade wieder zwei Tage im Kleid unterwegs, meist mit meiner Frau - weder sie noch ich haben eine Reaktion wahrgenommen.

Bin ich in einer kleineren Gruppe unterwegs, kriege ich auch seltenst Reaktionen. Auch schon in einem Grüppchen zu zweit, zu dritt, ist die Anzahl wahrnehmbarer Reaktionen deutlich geringer als wenn ich alleine unterwegs bin.

Gerade wenn man zu zweit als Paar unterwegs ist, gehen die Reaktionen schon drastisch zurück. In einer Gruppe, und gerade auch als Liebespaar, hat man eine stärkeren Wall um sich herum, den zu durchbrechen andere Menschen sich nicht so leicht trauen, als wenn ich alleine - sagen wir - irgendwo an der Ampel stehe.

Zwar sagten mir Freundinnen immer wieder, mit mir habe man so tolle Menschenbegegnungen (im Restaurant z.B.), manche ergeben sich zwar aufgrund 'des Rocks', die meisten dieser Begegnungen bringen das aber gar nicht zur Sprache oder haben bis dahin es noch gar nicht mitbekommen. Trotz dieser wohl für mich leichteren Kontaktknüpfung ist die Hemmschwelle anderer Menschen, sich verbal oder sonst wie mir/uns gegenüber aufgrund meiner Kleidung zu äußern, deutlich größer als wenn ich alleine unterwegs bin.

Vielleicht macht das auch einen deutlichen Unterschied aus in meiner Wahrnehmung, im Gegensatz zu Dir womöglich, dass ich oft auch alleine unterwegs bin, ohne Frau, ohne Familie, ohne Kegelclub und mir somit mehr Reaktionen und Gedanken von Leuten zuteil werden.

Auch bewege ich mich oft in Situationen, wo eine eher offenere Grundhaltung der Leute anzutreffen ist, wo mehr Kontaktfreude unter den Leuten als Grundstimmung anzutreffen ist. Und einige dieser Leute kenne ich ja auch mittlerweile ganz gut oder sind zum Teil schon Freunde geworden, allerdings ohne diese zugezurrten Grüppchenbildungen, die es gäbe, wenn ich mit dem Kegelclub dort aufkreuzen würde.

Das ist nur mal so ein Gedanke, der vielleicht die Ursache beschreibt, weshalb ich meine anfangs angesprochene Analyse so aufgestellt habe bzw. weshalb ich manche Denkmuster in der Bevölkerung anders wahrnehme als Du.

Vielleicht wäre Manches, anderen Orts, in einem anderen Umfeld, zu anderer Zeit, ganz anders...

Ja.  ;D


Ich war gerade wieder zwei Tage im Kleid unterwegs, meist mit meiner Frau - weder sie noch ich haben eine Reaktion wahrgenommen.

Ist das effektive "Werbung" ? Höchstens dann wenn einer der tausenden von Männern, die mich gesehen haben, auch ein Interesse an einem Rock hätte und sieht, dass es keinen interessiert.

Aber das ist doch genau einer der ganz wesentlichen Aspekte. Das meine ich doch in erster Linie mit "werben". Subtiles Werben eben.

Wärest Du nicht da gewesen, hätte dieser eine nicht gesehen, dass Rocktragen möglich ist, ohne dass was passiert!

Und kommen noch Medienberichte hinzu oder Angebote in den Geschäften, dann unterstützt uns das ja auch in der Wirkung. Und wir wiederum unterstützen durch unsere Präsenz die Wirkung dieser Medienberichte und die Wirkung von gesteigerten Männerrockangebote.

Auch wenn wir keine Rückmeldungen bekommen: wir wirken. Subtil. Aber wir wirken.

Offline JJSW

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #31 am: 16.11.2022 19:07 »
Deswegen krieg ich nicht so häufig Kommentare, da meist meine Frau mich begleitet.
Ist meine Frau alleine unterwegs, wurde sie machmal gefragt "Wieso trägt Dein Mann Rock?"

Nebenbei muss ich zugeben, das ich inzwischen öfter Kleider trage. Da muss ich nicht soviel überlegen, welches Oberteil dazu passt ;)

Beim großem Internethändler mit dem A, bei dem ich eigentlich nur noch ungern bestelle, hab ich heute entdeckt, das meine zwei Lieblingsröcke von Krisp wieder verfügbar sind. Falls mal einer verschleißen sollte. Ist aber noch nicht passiert.

2018 hatt'  ich doch etliche Gelegenheiten zum draußen im November im Rock herumflanieren und Bilder zu machen, wie ich gerade festgestellt habe. Ist doch nicht immer das Wetter im November so schlächt.

Fällt mir noch ein, tatsächlich wurde ich auch in den letzten Jahren paarmal gefragt, wo ich den tollen Männerrock herhabe.
Ich hab dann gesagt: "Aus der Damenabteilung ;D "

Grüßle
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline hummerbrummer

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #32 am: 16.11.2022 23:32 »
Wenn man mal ein bisschen überlegt, stellt sich die Frage, ob es denkbar ist, dass das Mindeheitenprodukt Männerrock irgenwann als Trend virulent und damit massentauglich wird. Es gab und gibt ja Designber, die das seit Jahrzehnten versuchen. Dann muss man wissen, dass ein Produkt für virales Marketing dann am besten geeignet ist, wenn es:

  • Als Produkt kurzlebig ist.
  • Einen besonderen Nutzen bietet, der auch als Botschaft "transportabel" ist und dadurch wirklich gesehen wird.
  • Den Leuten aus irgendeinem Grund auch optisch zusagt.
  • Die Individualität des Nutzers unterstreicht. Alle Modelabels arbeiten so. Kleidung kann man grundsätzlich auch im Billigladen kaufen.

Vor allem Nordeuropäer denken sehr individualistisch. Man kann die Möglichkeiten daher so betrachten, dass man im skandivaischen Kulturraum die besten Chancen hätte, das Produkt nachhaltig einzuführen. Soweit die Theorie.

In kollektivistischen Gesellschaften oder Kulturen z.B. im slawischen Kulturraum oder auch in den meisten asiatischen Ländern tendieren die Leute eher dazu Ihre Denkweisen aneinander anzupassen und sich zu ähneln. Das dürfte dann auch zu den dummen Sprüchen passen, die sehr oft von Leuten kommen die mit dieser Kultur sozialisiert wurden. Das passiert aber nur sehr selten; also keine Angst. Es passt nicht ins Kollektiv. Dort ginge das grundsätzlich erst einmal nicht. Man muss auf Nachahmereffekte warten, weil der westliche Lifestyle dort gerne kopiert wird.

Leute aus dem "deutschen Kulturraum" also vor allem Schweizer, Österreicher, Deutsche und -man höre und staune- Israelis liegen eher zwischen diesen beiden Extremen. Genau wie das die einzelnen Menschen aus den anderen Kulturen auch tun. Es geht dabei natürlich nur um Tendenzen, nicht um die Denkweise des Einzelnen.

Mich würde unter diesem Aspekt mal interessieren, wohin die ganzen Adidas- Röcke gegangen sind. Ich schätze mal das sich das mit dem Induvialismus deckt, was oben beschrieben ist. Soll heißen, dass demnach die Skandinavier überproportional viele dieser Röcke gekauft haben dürften. Erst danach kommen meines Wissens die Briten und die Amis, die aber beide noch deutlich vor den Deutschen liegen dürften.

Was wäre in diesem Fall die Kernaussage: Die Wahrscheinlichkeit auf einen Träger eines Unisex- Rocks von Adidas zu stoßen, sollte danach zumindest im Sommer in Skandinavien am höchsten sein.

Jetzt stellt sich die Frage, wozu das gut sein soll. Die Antwort liegt in der regen Reisetätigkeit der Deutschen, von der auch die Skandinavier betroffen sind. Man sieht es und erzählt es vielleicht weiter, wenn es gefallen hat oder geht gleich in den nächsten Laden und holt sich selbst einen Rock, um es anzutesten.

Wichtig ist vor allem, dass der Rock am Mann überhaupt Eingang in eine Gesellschaft außerhalb Schottlands findet. Das kann man in Skandinavien am ehesten erreichen. Der angrenzende "deutsche" Kulturraum wäre quasi das Anhängsel, weil wir vieles aus der Region gut finden.

Wenn ich das in DE vermarkten wollte, würde ich als Adidas- Company dafür sorgen, dass immer mindestens einer meiner männlichen Verkäufer in der Herrenabteilung bei der Arbeit einen Rock trägt und dass diese Dinger auch in den Shops der kleineren Städte hängen. Das wäre der erste unterschwellige Schritt für eine weitere Verbreitung. Und ich hätte immer ein oder zwei Modelle im Sortiment.

Warum gerade Adidas als Beispiel? Der Laden ist einfach groß und bekannt genug, um sowas in Messen herstellen zu lassen und zu verkaufen. Man könnte hier auch Zara oder H&M schreiben.
Alle anderen wären dann aus Kundensicht Nachahmer. Aber auch sie würden profitieren, weil sie ihre Produkte günstiger anbieten können. Und die Käufer der Röcke würden vom Wettbewerb profitieren, weil die Auswahl größer wird. Soll heißen, dass ein Männerrock dann wohl nicht nur im Gothic- Laden zu haben sein wird. Zu Zeiten der Großversandhäuser war das auch schon so: Quelle z.B. hat sich durchaus auch in Paris inspirieren lassen.

Nur ist man hier noch nicht einmal in der Infiltrationsphase, weil es für die Durchdringung eines Produktes kontraproduktiv ist, wenn man nur von Zeit zu Zeit mal eine Serie mit derartigen Produkten auflegt. Ob man den Rock als "Unisex" oder "Gender- Neutral" verkauft, ist nicht relevant dabei. Die wichtigsten Kunden sind nun mal die, die eher 50 als 500 Euros in einem Laden lassen. Die machen zwar in der Summe mehr Arbeit, aber die Absatzchancen sind deutlich höher und die Handelsmargen können(und müssen) es auch auf das Einzelstück sein, ohne dass es dem Käufer allzu wehtut. Wenn ich einen Rock in der Logistik oder im Laden bewege, kostet das pro Stück immer dasselbe; der Anteil am Endpreis ist daher beim billigeren Modell natürlich höher.

Erstmal genug geschrieben. Birne gerade leer...

Gruß Hummerbrummer

 



Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #33 am: 17.11.2022 01:11 »

... weil es für die Durchdringung eines Produktes kontraproduktiv ist, wenn man nur von Zeit zu Zeit mal eine Serie mit derartigen Produkten auflegt.

Genau das könnte sich 2023 ändern, wie der von Holger uns zugänglich gemachte Artikel prognostiziert.


Offline Janna

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #34 am: 17.11.2022 04:44 »
Herrenstrumpfhose ist ein schönes Beispiel dafür.
Ich habe ja schon öfters erzählt dass meine Frau mit meinen Frauensachen so gar nichts anfangen kann. Damit würde sie mich auch nie in einer Frauenstrumpfhose sehen wollen.

Von Palmers gab es aber auch einmal eine Strumpfhose für Männer.
Die hat sie mir geschenkt, weil sie wusste dass sie mir damit eine Freude macht, mich vor dem Erfrierungstod am Weihnachtsmarkt bewahrt und es trotzdem Männerkleidung ist.
Es war ein Männer-Label drauf, also war es für sie ok.

So könnte ich mir den ausgewiesenen Männerrock durchaus als gangbareren Weg vorstellen für Männer (Paare) die grundsätzlich experimentierfreudiger und modisch aufgeschlossen sind.

Gregor, das erstaunt mich doch.
Ich muss zugeben dass ich schon länger nach keinem Rock mehr gesucht habe. In meinem Fall sind genügend vorhanden und meine Frau zieht sowieso keine mehr an.
Ich muss demnächst mal wieder durch die Geschäfte schauen und gucken ob das bei uns, zwei Länder weiter, auch so ist.

Hallo Hirti

Das mit der palmers strumpfhose war in eurem fall eine gute lösung.

Bitte einloggen oder registrieren um das Bild zu sehen.
Stockholm, am Rathaus by Karlheinz Klingbeil, on Flickr

Die beiden herren machen dss anders denn ihre farbigen strumpfhosen sind wohl aus der damenabteilung.
Aber was spielts denn für eine rolle?
Ich denke einfach sie tragen ihre outfits auch mit röcken weil es ihnen freude macht.
Aber es ist ihnen wohl völlig egal was andere denken aber sie stellen sich hin unf zeigen das auch ein mann ganz selbstverständlich das tragen kann was ihm gefällt.
Ich war übrigens letzten montag bei c&a und da gabs doch einige röcke zur auswahl.
Leider für mich alle zu lang.

LG, Janna
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Offline hummerbrummer

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #35 am: 17.11.2022 11:43 »

... weil es für die Durchdringung eines Produktes kontraproduktiv ist, wenn man nur von Zeit zu Zeit mal eine Serie mit derartigen Produkten auflegt.

Genau das könnte sich 2023 ändern, wie der von Holger uns zugänglich gemachte Artikel prognostiziert.


Nur hat das bisher nicht stattgefunden. Es gab und gibt bisher nur Testläufe und Haute Couture. Aber wenn die bisherigen günstigeren Anbieter damit einen Achtungserfolg landen konnten, kann es sein, dass das Ganze massentauglicher wird. Die Genderdebatte ist da sehr hilfreich, auch wenn sie mich manchmal nervt, weil es mir normalerweise egal ist, welche sexuelle Identität der Mitmensch in meiner Umgebung hat.
Selbst der "Hausfreund" meiner Mutter war schwul und wurde als solcher respektiert und akzeptiert. Das war in den 1970ern in einer damals noch sehr konservativen Gegend, in der mangels Frequenz noch jedem Dunkelhäutigen hinterhergeglotzt wurde und wo man selbst 1990 noch vereinzelt bereits alteingesessene Italiener oder Türken fragte, ob sie Deutsch können. Interessanterweise steckte aber kein Rassismus dahinter, sondern der Wunsch nach Kommunikation. Das mit dem (meistens)Afrikanern war Neugierde und das mit den anderen Ausländern einfach versuchte Höflichkeit, um sich unterhalten zu können. Im Klartext: Je höher die Kontaktfrequenz, desto einfacher ist es. Heute weiß man das.

Warum ich das sage: Man kann das auch auf die zuweilen ungewöhnliche Kleidung der anderen abbilden.

Gruss Hummerbrummer
 


   

Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #36 am: 17.11.2022 12:01 »
Die beiden herren machen dss anders denn ihre farbigen strumpfhosen sind wohl aus der damenabteilung.
Aber was spielts denn für eine rolle?

Schön, dass wir bei der Aussicht, nächstes Jahr mehr Männerröcke angeboten zu bekommen, wieder dabei sind, das Tragen von Damenstrumpfhosen zu propagieren.

Dank Dir, Janna, bin ich häufiger auf Lars Klingbeil aufmerksam geworden. Auch wenn er manch - in meinen Augen - gewagtes Outfit trägt, so ist sein Gesamterscheinungsbild doch sehr überzeugend. Seit er in den Bildern mit seinem Partner auf Kuschelkurs gegangen ist - ich finde es gut, dass sie sich so zeigen, ich gönne es es ihnen und ich habe nichts dagegen - hat sie Gesamtwirkung allerdings an Überzeugungskraft eingebüßt.

Die beiden im Ensemble erinnern mich irgendwie an... Superman. By the way finde ich - ist mein Geschmack - es fast schon ein wenig albern - tschuldigung -, jenseits von Gynäkomastie oder jenseits der Darstellung einer Frau nicht vorhandene weibliche Oberweite vorzutäuschen - so wirkt es jedenfalls auf diesem Bild, auf dem Handy allemal (hat bei mir aber auch schon mal so gewirkt - siehe mein Spaghettiträger-Thread - manchmal spielen Lichteinfall und Materialien einen optischen Streich).

Hirti musst Du, Janna, nicht zum Tragen einer Damenstrumpfhose motivieren.

Und mit diesem Bild hilfst Du Hirti auch nicht, seine Frau von Damenstrumpfhosen an ihrem Mann zu überzeugen. Im Gegenteil, da zieht sie doch die Schublade nur noch weiter auf, wovor sie sich so fürchtet. Das meinte ich oben mit "Überzeugungskraft eingebüßt" - leider.

Das mag sich für Dich, Janna, und für etliche andere nicht schön anfühlen, welche Befürchtungen da mit einhergehen. Man kann sie aber nicht von eben auf jetzt abstellen.

Und darum ist es in vielen Dingen für viele Menschen wichtig, das zutreffende Label vorzufinden. Hirti hat mit der Geschichte von der Männerstrumpfhose und seiner Frau ein sehr schönes Beispiel geschildert, welche Rolle die bloße Bezeichnung spielen kann. Auch wenn bei genauerem Betrachten diese Etikettierung wenig bis gar keinen faktischen Sinn macht.

Wenn es darum geht, Vorbehalte - seien sie berechtigt oder auch noch so unberechtigt - abzubauen, dann macht genau diese Etikettierung sehr wohl tiefgreifenden Sinn.

Und jeder, der es für sich und/oder seine Mitmenschen als hilfreich ansieht, wenn Männer mehr zu Röcken finden, sollte froh sein, wenn Röcke angeboten werden, die speziell als Männerröcke deklariert werden.

Zu betonen, dass man selbst keine Probleme hat, sich bei der Damengarderobe zu bedienen, mag zwar in gewisser Hinsicht heldenhaft daherkommen, hilft aber auf breiter gesellschaftlicher Ebene derzeit keinen Deut weiter.

Offline Skirtedman

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« Antwort #37 am: 17.11.2022 12:08 »

... weil es für die Durchdringung eines Produktes kontraproduktiv ist, wenn man nur von Zeit zu Zeit mal eine Serie mit derartigen Produkten auflegt.

Genau das könnte sich 2023 ändern, wie der von Holger uns zugänglich gemachte Artikel prognostiziert.


Nur hat das bisher nicht stattgefunden. ... Aber wenn die bisherigen günstigeren Anbieter damit einen Achtungserfolg landen konnten, kann es sein, dass das Ganze massentauglicher wird.

Na, warten wir mal ab, was sich da tut. Ich nehme an, im Artikel ist nicht nur eine wunschdenken-basierte Prognose eingeflossen, sondern Hintergrundinformationen von erkennbaren Trends. Vieles, was ab nächsten Februar in die Verkaufsräume eingeräumt wird, dürfte jetzt ja schon strategisch geplant und in der Mache sein.

Offline GregorM

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #38 am: 17.11.2022 16:24 »

Vor allem Nordeuropäer denken sehr individualistisch. Man kann die Möglichkeiten daher so betrachten, dass man im skandivaischen Kulturraum die besten Chancen hätte, das Produkt nachhaltig einzuführen. Soweit die Theorie.

Hallo Hummerbrummer,

ob der Männerrock bei uns die besseren Chancen hat? Ich kann es nicht sagen, aber ich denke, dass wir weniger konform als die meisten Kulturen sind und uns weniger an Regeln halten, einschließlich Verkehrsregeln.  Allerdings habe ich den Eindruck, dass man ALLES tragen kann.

ASOS hat weltweit momentan auch einen Männerrock im Sortiment. Doch ist er In fast allen Ländern entweder total ausverkauft, oder es gibt ihn nur noch in Größen, die Teenagern und sehr korpulenten Männern passen. Es deutet daran, dass sich nun Männerröcke überall gut verkaufen lassen.

https://www.asos.com/de/asos-design/asos-design-eleganter-herrenrock-in-schwarz/prd/202878217

In Holland hat man noch viele Größen zu Verfügung. Nur wissen wir nicht, wie sie ursprünglich verteilt worden sind.

Ich hätte gerne enen gekauft, aber der Modell, der eine Größe M trägt, misst 186 cm. Mir würde Größe L passen, aber ich schaffe in der Höhe nur 176 cm. Mir wäre deshalb der Rock zu lang.

Gruß
Gregor
https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
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Übrigens meine ich, dass politische Diskussionen in diesem Forum untersagt sein sollten.

Offline Janna

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« Antwort #39 am: 17.11.2022 17:05 »
Die beiden herren machen dss anders denn ihre farbigen strumpfhosen sind wohl aus der damenabteilung.
Aber was spielts denn für eine rolle?

Schön, dass wir bei der Aussicht, nächstes Jahr mehr Männerröcke angeboten zu bekommen, wieder dabei sind, das Tragen von Damenstrumpfhosen zu propagieren.

Dank Dir, Janna, bin ich häufiger auf Lars Klingbeil aufmerksam geworden. Auch wenn er manch - in meinen Augen - gewagtes Outfit trägt, so ist sein Gesamterscheinungsbild doch sehr überzeugend. Seit er in den Bildern mit seinem Partner auf Kuschelkurs gegangen ist - ich finde es gut, dass sie sich so zeigen, ich gönne es es ihnen und ich habe nichts dagegen - hat sie Gesamtwirkung allerdings an Überzeugungskraft eingebüßt.

Die beiden im Ensemble erinnern mich irgendwie an... Superman. By the way finde ich - ist mein Geschmack - es fast schon ein wenig albern - tschuldigung -, jenseits von Gynäkomastie oder jenseits der Darstellung einer Frau nicht vorhandene weibliche Oberweite vorzutäuschen - so wirkt es jedenfalls auf diesem Bild, auf dem Handy allemal (hat bei mir aber auch schon mal so gewirkt - siehe mein Spaghettiträger-Thread - manchmal spielen Lichteinfall und Materialien einen optischen Streich).

Hirti musst Du, Janna, nicht zum Tragen einer Damenstrumpfhose motivieren.

Und mit diesem Bild hilfst Du Hirti auch nicht, seine Frau von Damenstrumpfhosen an ihrem Mann zu überzeugen. Im Gegenteil, da zieht sie doch die Schublade nur noch weiter auf, wovor sie sich so fürchtet. Das meinte ich oben mit "Überzeugungskraft eingebüßt" - leider.

Das mag sich für Dich, Janna, und für etliche andere nicht schön anfühlen, welche Befürchtungen da mit einhergehen. Man kann sie aber nicht von eben auf jetzt abstellen.

Und darum ist es in vielen Dingen für viele Menschen wichtig, das zutreffende Label vorzufinden. Hirti hat mit der Geschichte von der Männerstrumpfhose und seiner Frau ein sehr schönes Beispiel geschildert, welche Rolle die bloße Bezeichnung spielen kann. Auch wenn bei genauerem Betrachten diese Etikettierung wenig bis gar keinen faktischen Sinn macht.

Wenn es darum geht, Vorbehalte - seien sie berechtigt oder auch noch so unberechtigt - abzubauen, dann macht genau diese Etikettierung sehr wohl tiefgreifenden Sinn.

Und jeder, der es für sich und/oder seine Mitmenschen als hilfreich ansieht, wenn Männer mehr zu Röcken finden, sollte froh sein, wenn Röcke angeboten werden, die speziell als Männerröcke deklariert werden.

Zu betonen, dass man selbst keine Probleme hat, sich bei der Damengarderobe zu bedienen, mag zwar in gewisser Hinsicht heldenhaft daherkommen, hilft aber auf breiter gesellschaftlicher Ebene derzeit keinen Deut weiter.

Ok du spielst mal wieder den modeexperten.
Auf jedenfall haben die beiden männer courage ob einem nun die outfits gefallen oder nicht.
Ich weiss nicht ob sie schwul sind aber ich weiss  das du ein problem mit menschen hast die nicht deinen vorstellungen entsprechen.

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #40 am: 17.11.2022 17:21 »
Skirtedman wird sicher auch noch antworten aber ich drängel mich mal vor
Ich sehe in seinem Text nicht im geringsten das was du bemängelst.
Er hat wie immer sehr ausschweifend nur erklärt das die Männerstrumpfhose und der Männerrock mit ihrer Kennzeichnung die Brücke und Krücke sind diese Sachen zu kaufen. Das man damit sich besser und einfacher verkaufen kann. Der Grundgedanke ist doch nachvollziehbar.
Und alle anderen können weiterhin in der Damenmode stöbern.
Wo hat er jetzt ein Problem mit Menschen? Verstehe ich nicht.
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Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #41 am: 17.11.2022 18:06 »
... - ich finde es gut, dass sie sich so zeigen, ich gönne es es ihnen und ich habe nichts dagegen - ...

Ich weiss nicht ob sie schwul sind aber ich weiss  das du ein problem mit menschen hast die nicht deinen vorstellungen entsprechen.

Wie viel deutlicher soll ich mich noch ausdrücken???

Und Modeexperte bin ich keiner.

Ich bewege mich nur mit offenen Augen durch die Welt, trage meine Klamotten, ziehe mein Ding durch, und hinter den offenen Augen sitzt noch ein Hirn, das sich Gedanken macht.

Und diese Gedanken teile ich mit Euch. Nicht in Schlagworten, sondern in ausformulierten Sätzen mit möglichst nachvollziehbaren Gedankengängen. Ob die einem passen oder nicht. Wem meine Gedankengänge und Meinungen zu ausführlich sind, darf sie gerne ignorieren.

Und es darf mir gerne jeder aufzeigen, wo Fehler in meinen Gedankengängen sind. Oder sagen, was er anders auffasst. Vor allem ist mir - meistens - wichtig, den Grundgedanken im Thread weiter zu entwickeln. Da ist ein "ist doch nichts dabei, in der Damenabteilung einzukaufen" zu dünn, um die Dimension z.B. des Themas dieses Threads zu umfassen.

Vor allem ist mir daran gelegen - nicht jedem hier, ich weiss, laut Umfrage aber den meisten hier -, die Hemmungen von Männern abzubauen, zu einem Rock zu greifen, und Verständnis zu erzeugen, dass diese Hemmungen da sind und wie sie gelagert sind.

Ohne dieses Verständnis werden wir auf ewig weiter sagen: "Rock am Mann? Is halt nicht."

Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #42 am: 17.11.2022 18:40 »
Um mal wieder zum Thema zurückzukehren:

ASOS hat weltweit momentan auch einen Männerrock im Sortiment. Doch ist er In fast allen Ländern entweder total ausverkauft, oder es gibt ihn nur noch in Größen, die Teenagern und sehr korpulenten Männern passen. Es deutet daran, dass sich nun Männerröcke überall gut verkaufen lassen.

https://www.asos.com/de/asos-design/asos-design-eleganter-herrenrock-in-schwarz/prd/202878217

Das ist doch mal eine sehr schöne Nachricht!

Ich finde diesen Rock auch sehr schön und gut tragbar. Stilistisch erinnert mich der an den H&M-Rock von vor zwei, drei Jahren. Und vom Preis her sehr erschwinglich!

Für mich persönlich käme er sofort in Frage, wenn ich nicht neben dem besagten H&M-Rock noch etliche andere schwarze Röcke in ähnlicher Form, Länge und Güte hätte.

Auf der Seite von ASOS bekomme ich unten noch zwei Artikel-Empfehlungen: ein brauner Unisex-Rock (den das männliche Model mit einer Hose kombiniert trägt - geht aber auch ohne, wie das weibliche Model es zeigt) und einen sehr floralen Sarong (auch als unisex bezeichnet), der allerdings mehr Deko als voll funktionstüchtig zu sein scheint.

Ich finde es gut, wenn wir uns hier im Forum gegenseitig auf solche Angebote aufmerksam machen!

Offline Skirtedman

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Antw:Noch mehr Männerröcke in 2023
« Antwort #43 am: 17.11.2022 19:09 »

Thema: ... Frauen, die bauchfrei tragen (in Bezug auf Mitnahmeeffekt für andere Frauen - verglichen mit dem Mitnahmeeffekt eines rocktragenden Mannes auf andere Männer)
- nicht wörtlich zitiert -


Du darfst nicht vergessen, dass die das auch machen, um Männern zu gefallen und attraktiver auf Männer zu wirken. Auch wenn hier wieder Gegenargumente kommen, weil das sexistisch sei.

Das große Hindernis um Männer in Röcke zu bekommen ist, dass sie keinen Vorteil und Mehrwert darin haben für Frauen attraktiver zu wirken.

Denken sie, die ganzen Männer. (Wenn sie Cephalus mit Familie begegnen, könnten sie anders denken.)

Keinen Vorteil, keinen Mehrwert - im Gegenteil, sie denken, sie hätten dadurch nur Nachteile.

Wie sich dieses "große Hindernis" zusammensetzt, haben wir ja bereits hier und auf 25 Seiten im Thread
"Männer die Rock tragen. Gibt es eine Schnittmenge zu LGBT ?"
ausführlich erörtert (und das überwiegend noch nicht mal kontrovers).

Je individueller man sich gibt - und da könnte ein Rock am Mann dazuzählen - desto schwieriger ist es, eine - wie hier im Beispiel - Frau zu finden, das ist wahr.

Andererseits: je individueller man sich gibt, desto eher findet man die Frau, die zu einem passt. Das könnte ein Argument für den Rock am Mann sein, wenn man als Mann sich nach ihm sehnt.

Freilich, ist man zu individuell, hat man eher geloooost.

Drum muss man irgendwo bestimmt Kompromisse eingehen, wie immer und überall im Leben. Aber muss deswegen jeder Mann den selben Kompromiss eingehen, es mit dem Rock sein zu lassen?

Online Timper

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« Antwort #44 am: 17.11.2022 20:05 »
Und als Single muss man die wenigsten Kompromisse eingehen. Man muss es nur vor seinem Spiegel, Verwandten und Bekannten vertreten. Jetzt mal unabhängig davon, warum und wieso Single. Das Problem mit der meckernden Partnerin gibts dann nicht.
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Wenn man etwas will finden sich Wege. Wenn man etwas nicht will finden sich Gründe.

 

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