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Röcke und mehr... => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: MAS am 20.10.2026 19:04
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Gude zusammen!
Heute sprach mich in der Stadtbahn in Bielefeld eine junge Frau an. Sie fragte, ob sie mich mal wegen des Rocks ansprechen dürfe. Sie habe mich schon öfter gesehen, auch vor Jahren schon, und sich immer überlegt, mich mal anzusprechen.
Sie sagte, sie finde es gut und interessant, dass ich einen Rock trage. Das breche mal die gewohnten Sehmuster auf. Sie selbst trage öfter Hosen, da sie praktischer seien.
Es ergab sich ein Gespräch über Vor- und Nachteile von Hosen, Röcken, Hosenröcken und auch von verschiedenen Rocktypen usw. Das ganz unabhängig von der Männlich--Weiblich-Frage.
Auf die Frage kamen wir aber auch, und sie meinte, auch da sei es gut, die gewohnten Muster zu durchbrechen. Sie nehme mich nicht als Crossdresser wahr, aber auch ich durchbräche die gewohnten Muster.
Sie fragte, ob sie mich auch nochmal ansprechen dürfe, bevor wir jede*r seiner*ihrer Wege ging.
Klar darf sie!
LG, Micha
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Sehr schön, Glückwunsch Micha! In der Bahn lernt man eben manchmal interessante oder nette Leute kennen.
LG, Albis
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Ja, in der Bahn, Straßenbahn oder im Bus.
Geht mir auch so, auch wenn ich diese zwar oft (D-Ticket), aber höchst unregelmäßig und mit höchst unterschiedlichen Routen und Zielen benutze.
Anders, wenn ich statt Home-Office beispielsweise regelmäßig und immer zu gleichen Zeiten zur Arbeit pendeln würde. Da sieht man ein gewisses Kontingent von Leuten recht wiederholt, denen es so ähnlich geht. Da lernt man sich über die Zeit vom Anblick her kennen.
Ich wegen meiner unregelmäßigen Nutzung begegne notwendigerweise eher selten gehäuft den denselben Personen in den Öffis. Dennoch passiert mir das auch, dass ich dort angesprochen werde, weil oft gesehen. Oder ich werde woanders angesprochen mit dem Hinweis, man würde mich vom Bus, Bahn oder so kennen.
Das geht aber auch so, wenn man öfters dieselben Laufwege hat, zu Fuß z.B. im Stadtteil für Erledigungen zur Bank, Bäcker oder so. Oder zu regelmäßigen Anlässen eben seine recht festen Laufwege einschlägt. So wurde ich in Miltenberg von jemandem angesprochen, der mich vom meinen Laufwegen in meinem Stadtteil in Mainz her kennt und von den Öffis von da. Auch da in diesem Einzelfall hat er mich schon seit langem gekannt und auswärts in Miltenberg eben mich erstmals angesprochen und sowas wie Anerkennung für meinen Mut ausgesprochen.
Natürlich geht das auch außerhalb von Laufwegen und Öffis. Manche kennen mich einfach "aus dem Stadtbild". Oder viele aufgrund häufig gemeinsam aufgesuchter Anlässe oder aufgrund von kulturellen Anlässen, wo man sich wegen ähnlichen Interessen ab und zu mal über den Weg läuft. "Du bist aber auch überall da, wo es gut ist!", habe ich in den letzten Tagen gleich mehrfach gehört... :D
Hilfreich ist es eben, wenn man zum Röcketragen nicht einfach nur zuhause bleibt, weil man da den geringsten Widerstand erwartet. Sondern wenn man in seiner Wunschkleidung auch tatsächlich möglichst überall hingeht.*
Hilfreich ist das nicht nur, um potenziell angesprochen zu werden (und angenehme Gespräche dann zu führen), hilfreich ist es insbesondere, um die Leute daran zu gewöhnen, dass es Männer gibt, die eben auch was anderes als Hosen tragen.
Und an diesem Punkt muss ich unsere wohl derzeit einzige aktiv schreibende Frau im Forum von an anderer Stelle zitieren und Recht geben:
Damit rock-tragende Männer im Alltag nichts besonders mehr sind, müsstet ihr selbstverständlicher und öfter Röcke tragen.
Okay, je "weniger besonders" rock-tragende Männer im Alltag mal irgendwann sein werden, desto weniger gibt es vielleicht Anlass, angesprochen zu werden mit der Chance auf ein angenehmes Gespräch über das Rocktragen.
Aber auf dem Weg dahin ist es tatsächlich so, dass solch ein angenehmes Gespräch einen ja auch selbst bestärken kann, dass man nicht verhöhnt, verlacht und falsch verstanden wird, sondern geachtet wird. Darum ist es gut, wenn man seine Wunschkleidung mehr in den Alltag integriert als still für sich daheim auf dem Sofa, wo keiner es mitkriegt.
* das gilt auch für einen Rock-Mann, der gerne neue Leute oder vor allem eine neue Partnerin kennenlernen will. Die richtig, passenden Kontakte findet man, wenn man sich nicht versteckt. Und am besten auch unter Einbeziehung der sich wiederholenden Laufwege, wiederholenden Öffi-Fahrten, wiederholenden Event-Besuchen, wiederholenden Café-Besuchen usw. ... ...
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Klingt gut und vor allem bereichernd, wenn man immer mal öffentlich unterwegs ist und sich auch ein bisschen gesprächsbereit zeigt.
Wer mit Kopfhörern in sein Handy starrt, dem entgehen vermutlich diese angenehmen Gespräche.
Mir entgehen sie auch - ich donnere täglich alleine 2 Stunden mit dem dicken Auto durch die Dunkelheit.