Autor Thema: Angenehmes Gespräch  (Gelesen 345 mal)

Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Angenehmes Gespräch
« am: Gestern um 19:04 »
Gude zusammen!

Heute sprach mich in der Stadtbahn in Bielefeld eine junge Frau an. Sie fragte, ob sie mich mal wegen des Rocks ansprechen dürfe. Sie habe mich schon öfter gesehen, auch vor Jahren schon, und sich immer überlegt,  mich mal anzusprechen.

Sie sagte, sie finde es gut und interessant, dass ich einen Rock trage. Das breche mal die gewohnten Sehmuster auf. Sie selbst trage öfter Hosen, da sie praktischer seien.

Es ergab sich ein Gespräch über Vor- und Nachteile von Hosen, Röcken, Hosenröcken und auch von verschiedenen Rocktypen usw. Das ganz unabhängig von der Männlich--Weiblich-Frage.

Auf die Frage kamen wir aber auch, und sie meinte, auch da sei es gut, die gewohnten Muster zu durchbrechen. Sie nehme mich nicht als Crossdresser wahr, aber auch ich durchbräche die gewohnten Muster.

Sie fragte, ob sie mich auch nochmal ansprechen dürfe, bevor wir jede*r seiner*ihrer Wege ging.
Klar darf sie!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Offline Albis

  • Hero
  • ****
  • Beiträge: 1.432
  • Geschlecht: Männlich
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #1 am: Gestern um 19:28 »
Sehr schön, Glückwunsch Micha! In der Bahn lernt man eben manchmal interessante oder nette Leute kennen.

LG, Albis

Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.413
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #2 am: Gestern um 20:10 »
Ja, in der Bahn, Straßenbahn oder im Bus.

Geht mir auch so, auch wenn ich diese zwar oft (D-Ticket), aber höchst unregelmäßig und mit höchst unterschiedlichen Routen und Zielen benutze.
Anders, wenn ich statt Home-Office beispielsweise regelmäßig und immer zu gleichen Zeiten zur Arbeit pendeln würde. Da sieht man ein gewisses Kontingent von Leuten recht wiederholt, denen es so ähnlich geht. Da lernt man sich über die Zeit vom Anblick her kennen.
Ich wegen meiner unregelmäßigen Nutzung begegne notwendigerweise eher selten gehäuft den denselben Personen in den Öffis. Dennoch passiert mir das auch, dass ich dort angesprochen werde, weil oft gesehen. Oder ich werde woanders angesprochen mit dem Hinweis, man würde mich vom Bus, Bahn oder so kennen.

Das geht aber auch so, wenn man öfters dieselben Laufwege hat, zu Fuß z.B. im Stadtteil für Erledigungen zur Bank, Bäcker oder so. Oder zu regelmäßigen Anlässen eben seine recht festen Laufwege einschlägt. So wurde ich in Miltenberg von jemandem angesprochen, der mich vom meinen Laufwegen in meinem Stadtteil in Mainz her kennt und von den Öffis von da. Auch da in diesem Einzelfall hat er mich schon seit langem gekannt und auswärts in Miltenberg eben mich erstmals angesprochen und sowas wie Anerkennung für meinen Mut ausgesprochen.

Natürlich geht das auch außerhalb von Laufwegen und Öffis. Manche kennen mich einfach "aus dem Stadtbild". Oder viele aufgrund häufig gemeinsam aufgesuchter Anlässe oder aufgrund von kulturellen Anlässen, wo man sich wegen ähnlichen Interessen ab und zu mal über den Weg läuft. "Du bist aber auch überall da, wo es gut ist!", habe ich in den letzten Tagen gleich mehrfach gehört...  :D

Hilfreich ist es eben, wenn man zum Röcketragen nicht einfach nur zuhause bleibt, weil man da den geringsten Widerstand erwartet. Sondern wenn man in seiner Wunschkleidung auch tatsächlich möglichst überall hingeht.*

Hilfreich ist das nicht nur, um potenziell angesprochen zu werden (und angenehme Gespräche dann zu führen), hilfreich ist es insbesondere, um die Leute daran zu gewöhnen, dass es Männer gibt, die eben auch was anderes als Hosen tragen.

Und an diesem Punkt muss ich unsere wohl derzeit einzige aktiv schreibende Frau im Forum von an anderer Stelle zitieren und Recht geben:

Damit rock-tragende Männer im Alltag nichts besonders mehr sind, müsstet ihr selbstverständlicher und öfter Röcke tragen.

Okay, je "weniger besonders" rock-tragende Männer im Alltag mal irgendwann sein werden, desto weniger gibt es vielleicht Anlass, angesprochen zu werden mit der Chance auf ein angenehmes Gespräch über das Rocktragen.
Aber auf dem Weg dahin ist es tatsächlich so, dass solch ein angenehmes Gespräch einen ja auch selbst bestärken kann, dass man nicht verhöhnt, verlacht und falsch verstanden wird, sondern geachtet wird. Darum ist es gut, wenn man seine Wunschkleidung mehr in den Alltag integriert als still für sich daheim auf dem Sofa, wo keiner es mitkriegt.



* das gilt auch für einen Rock-Mann, der gerne neue Leute oder vor allem eine neue Partnerin kennenlernen will. Die richtig, passenden Kontakte findet man, wenn man sich nicht versteckt. Und am besten auch unter Einbeziehung der sich wiederholenden Laufwege, wiederholenden Öffi-Fahrten, wiederholenden Event-Besuchen, wiederholenden Café-Besuchen usw. ... ...
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline hirti

  • Routinier
  • *****
  • Beiträge: 3.548
  • Geschlecht: Männlich
  • rockt.
  • Pronomen: Er
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #3 am: Gestern um 21:10 »
Klingt gut und vor allem bereichernd, wenn man immer mal öffentlich unterwegs ist und sich auch ein bisschen gesprächsbereit zeigt.
Wer mit Kopfhörern in sein Handy starrt, dem entgehen vermutlich diese angenehmen Gespräche.

Mir entgehen sie auch - ich donnere täglich alleine 2 Stunden mit dem dicken Auto durch die Dunkelheit.


Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #4 am: Gestern um 23:53 »
Ich gebe allen recht!

- sich möglichst oft, am besten alltäglich, im Rock in der Öffentlichkeit bewegen ist der beste Weg, die Menschen an den Anblick von rocktragenden Männern zu gewöhnen
- sich freundlich, offen und gesprächsbereit zu zeigen ist der beste Weg, die Neugier von Menschen, die sich trauen, nachzufragen, zu stillen
- öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wird man von mehr Menschen gesehen als in Privatfahrzeugen und trifft auch mehr Menschen, woraus sich mehr Gespräche entwickeln

Ich fand das Gespräch heute auch deshalb so angenehm, weil wir über die Vor- und Nachtelle verschiedener Röcke sprachen, als sei das Rocktragen selbst für alle Geschlechter selbstverständlich. Zumindest ein Teil des Gespräches verlief so, ein anderer Teil thematisierte aber das Ungewöhnliche des männlichen Rocktragens, das ja auch der Anlass für sie war, mich anzusprechen. Aber dieses Ungewöhnliche wurde von ihr positiv bewertet. Sie sagte auch, dass sie das Gespräch sehr angenehm und mich sympathisch fand.

LG, Micha 
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.413
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #5 am: Heute um 01:33 »
Ja, diese Offenheit, mit Menschen in Kontakt zu treten, ist sehr von Vorteil.

Ich denke, die meisten Männer, die mit dem öffentlichen Rocktragen hadern, können bei ihren ersten, gelegentlichen Ausgehversuchen diese Offenheit noch nicht sofort aufbringen. Bloß nicht auffallen. Bloß nicht gesehen werden. Bloß nicht angeschaut werden. Bloß nicht angesprochen werden. Jedes Hallo lässt schon zusammenzucken, es könnte etwas negatives folgen. So jedenfalls war es bei mir damals, als ich anfing.

Diese Offenheit wächst erst mit einiger Übung. Und ein unerwartet angenehmes Gespräch kann viel dazu beitragen, ein Plus an Offenheit zu entwickeln. Solch eine angenehme Begegnung vermittelt, dass man trotz diesem Ungewöhnlichen gesellschaftlich angenommen wird, willkommen ist.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline JJSW

  • Schwabenrocker
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 8.138
  • Geschlecht: Männlich
  • real men wear skirts
    • schwabenrocker
    • https://www.pinterest.de/schwabenrocker/
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #6 am: Heute um 06:00 »
Lieber Micha

Vielen Dank für Deine Berichte. Nach dem
unerwartetem Komplement nun noch ein angenehmes Gespräch.
Glückwunsch  :)

Leider kann momentan nichts dergleichen berichten, auch wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre.
Gefühlt schon Jahre her.
Keine Gespräche, Komplimente, aber auch keinerlei negative Erlebnisse. Einfach nur nix. Langweilig...

Nahezu alle im Zug fahrenden Leute schauen nur in ihr Smartphone, etliche tragen solche Ohrstöpsel oder gleich richtig fette Kopfhörer. Wie sollen sich da direkte Gespräche ergeben?

Dann nehm ich eben auch mein Smartphone und schreibe diesen Text.

Fahr halt auch früh morgens immer die gleiche Strecke zur selben Uhrzeit, aber auf der Heimfahrt  kann ich bissle variieren.

Gruß
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #7 am: Heute um 08:47 »
Gude zusammen!

Wenn ich mich an meinen ersten längeren Spaziergang im Jeansrock erinnere, so kann ich sagen, dass ich sofort auf Menschen zuging und sie fragte, wie es ihnen gefällt, dass da ein Mann einen Rock trägt. Nun war das nicht der allererste öffentliche Gang im Rock, denn ich habe in Sri Lanka öffentlich Sarongs getragen, war schon zu Karneval als Schotte unterwegs und habe tatsächlich auch schon mal heimliche Spaziergänge im Dunkeln im Rock gemacht. Bei letzteren war ich, so wie von Wolfgang beschrieben, darauf aus, nicht gesehen zu werden. Diese Spaziergänge waren ja aber auch nicht wirklich öffentlich. Bei allen anderen Gängen war ich offen fürs Gesehenwerden, wenn teilweise auch aufgeregt. Ich weiß noch, dass mein Puls beim Gang vor die Tür jedes Mal heftiger schlug und sich erst nach ein paar Hundert Metern normalisierte, so wie wenn man im kalten Wasser schwimmt und man sich erst an die Temperatur gewöhnen muss. Aber ich ging auf Bekannte und teilweise auch auf mir nicht bekannte Leute zu. Und spätestens beim zweiten Schwuchtelrufer ging ich auf diesen bzw. diese Gruppe zu und stellte ihn bzw. sie zur Rede.

Ich sitze jetzt auch wieder im Zug, hatte bisher aber noch kein Gespräch mit jemandem, außer dass ich eben in er S-Bahn einen Mann fragte, ob der Platz neben ihm frei sei und mich später von ihm verabschiedete. Das ist übrigens auch so eine Sache, dass viele Menschen sich einfach zu einem auf einen Zweiersitz oder in eine Vierersitzgruppe setzen, ohne auch nur im Geringsten Kontakt zu einem aufzunehmen. Noch nicht mal ein Blick und ein Nicken, nichts. Mir ist das immer etwas unangenehm. Wenn ich mich zu jemandem dazu setzen will, nehme ich Blickkontakt auf und frage, ob der Platz frei ist. Wenn der andere was in oder auf den Ohren hat, kann ich das auch mit einer fragenden Geste machen. Ich meine, so respektiere ich eher, dass ich in seine Komfortzone eindringe.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Offline ROCK

  • Grünschnabel
  • Beiträge: 16
  • Geschlecht: Weiblich
    • Mann, sieht das gut aus!
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #8 am: Heute um 11:44 »
Mit dir würde ich auch gerne mal Bahn fahren :) Das klingt so nett!

Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #9 am: Heute um 14:51 »
Mit dir würde ich auch gerne mal Bahn fahren :) Das klingt so nett!

Das ist aber nett gesagt!  :)

Wir können ja mal mit der Straßenbahn oder der S-Bahn durch Kölle fahren!

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!

Offline cephalus

  • Team
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 8.750
  • Geschlecht: Männlich
    • muenchengefluester
    • Münchengeflüster
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #10 am: Heute um 15:44 »
Tja, wenn ich das so lese verstecke ich mich faktisch mit Rock. :-\

Nicht vorsätzlich,  ich habe kein Problem mit Rock unter die Leute zu gehen,  sondern nutze solche Gelegenheiten gezielt für Röcke, aber der Alltag bietet wenig Kontaktmöglichkeiten ausser der Arbeit, die bei mir bekannter Maßen rockfrei ist.

Ich fahre wenig mit dem ÖPNV, vielleicht 2-3 Mal im Jahr, typische Laufwege sind Supermarkt und Bäcker 80m bzw. 140m.

Mit fremden Leuten komme ich vielleicht alle paar Jahre ins Gespräch.
Ausser für meine Nachbarn vermittle ich Vermutlich Rock= Eventkleidung.

Leider kann momentan nichts dergleichen berichten, auch wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre.
Gefühlt schon Jahre her.
Keine Gespräche, Komplimente, aber auch keinerlei negative Erlebnisse. Einfach nur nix. Langweilig...

Ich glaube das ist (mittlerweile?) normal.
Die meisten Menschen wollen keinen Kontakt aufnehmen und sind sich schlichtweg egal.


Offline saia

  • Grünschnabel
  • Beiträge: 19
  • Geschlecht: Männlich
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #11 am: Heute um 16:11 »
Gestern hatte ich auch wieder ein positives Erlebnis. Auf dem Heimweg von einer Dienstreise saß ich wie vor genau 2 Monaten an einer Bushaltestelle. Eine Frau hatte mich aufgrund meines Rocks bzw. Kleides wiedererkannt (war nicht der gleiche Rock) und gleich wieder ein nettes Gespräch mit mir begonnen. Ich finde es schön, wenn man in der Großstadt ein wenig die Anonymität aufbrechen kann. Als Mann mit Rock geht man nicht mehr so leicht in der Masse unter und hat eventuell einen Sympathie-Bonus...
Wer will schon normal sein...

Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.413
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #12 am: Heute um 16:55 »
Das hast Du sehr schön und treffend formuliert, saia!
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline Skirtedman

  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 13.413
  • Geschlecht: Männlich
  • Mann ohne Hose muss nicht nackt oder sonstwas sein
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #13 am: Heute um 17:29 »

Leider kann momentan nichts dergleichen berichten, auch wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre.
Gefühlt schon Jahre her.
Keine Gespräche, Komplimente, aber auch keinerlei negative Erlebnisse. Einfach nur nix. Langweilig...

Ich glaube das ist (mittlerweile?) normal.
Die meisten Menschen wollen keinen Kontakt aufnehmen und sind sich schlichtweg egal.

Naja,
spätestens wenn Du alleine im Auto sitzt, schaltest Du ja auch das Radio ein, oder Musik, oder einen Podcast oder dergleichen.

Und lässt Du im Auto die Beschallung aus, weil noch jemand mit Dir sitzt und willst Dich unterhalten, dann hast Du zu Deinem Mitfahrer eine gewisse Beziehung. In Bus und Bahn aber nicht.

Wege von A nach B sind eben Lebenszeit. Die nutzt man dann gerne für Dinge, zu denen man sonst nicht so kommt.

Ich nehme mir oftmals kurze oder lange Wege in Öffis auch vor, irgendwas dergleichen zu machen. Oft irgendwas zu recherchieren, irgendwas am Handy zu erledigen oder zu lesen, unser Forum zu besuchen z.Bsp. oder irgendwelche Mails oder Konzepte schreiben, oder für hier das Forum einen Beitrag. Manchmal bin ich genervt, weil ich ungeahnt keinen Sitzplatz kriege, wo das dann nicht geht.

Oder neulich mir gleich zwei oder drei Mal passiert auf langen Zugfahrten, wo z.B. ein ferner Bekannter zufällig den selben Zug nahm und sich ausgerechnet auch neben mich setzte. Da quasselten wir die 100 km, aber meine Vorhaben für diese Zeit blieben unerledigt. Oder eine Frau, die mich aus einer entfernteren Nachbarstadt her bereits visuell kannte, begann sich intensiv mit mir auf höherer geistiger Ebene zu unterhalten. War ja ganz interessant, aber ich hatte dringende Erledigungen vor. Zum Glück erfuhr ich, dass sie nicht die komplette Zugfahrt mit mir reist. Ich wollte schon übers Herz bringen und sagen, ich hätte leider etwas zu erledigen, da rief ihre Tochter an und während dieses langen Telefonats konnte ich mich endlich meinen Sachen zuwenden.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?                https://kurzlinks.de/Info_zum_Statement

Offline MAS

  • Für ein großherziges Forum ohne Ausgrenzung!
  • Legende
  • ******
  • Beiträge: 29.637
  • Geschlecht: Männlich
  • Toleranz ist gut, Respekt ist besser!
    • IFN
  • Pronomen: Unwichtig
Antw:Angenehmes Gespräch
« Antwort #14 am: Heute um 18:21 »
Das ist bei mir natürlich auch so. Reisezeit zur Arbeit oder wieder heim ist großenteils auch Arbeitszeit. Ich lese, schreibe, denke nach. Deswegen bin ich die meiste Zeit auch froh, wenn ich dazu Zeit und Muße habe. Manchmal fahren eine Kollegin und ich eine Strecke zusammen. Dann unterhalten wir uns bis jemand sagt, er:sie müsse noch was arbeiten, was dann bei beiden der Fall ist. Dann arbeiten wir, aber zwischendurch fällt noch das eine oder andere Wort.

Jetzt sitze ich auch gerade im Zug, mir gegenüber eine junge Frau, mit der ich mich kurz über ihren wegrollenden Koffer ausgetauscht habe. Wir haben uns anfangs begrüßt, dann eben diesen Kofferaustausch gehabt, jetzt sitze ich am Laptop, sie am Smartphone. Was mir aber wichtig ist: Wie haben einander wahrgenommen und respektieren uns. Respektieren im wörtlichen Sinn, als sie den Koffer so stellen wollte, dass er mich nicht stört. Und dass ich anfangs fragte, ob der Platz frei ist.

So, jetzt will ich mir aber eine Masterarbeit vornehmen, die ich noch am Lesen bin.

LG, Micha
Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf andere Seiten zu kopieren!


 

SMF 2.0.19 | SMF © 2020, Simple Machines | Bedingungen und Regeln

go up