Na, Weltuntergänge wurden schon immer prognostiziert, um es mal auf den Punkt zu bringen. Gewiss gab es schlechte Zeiten, die man nicht unbedingt wieder ähnlich erleben möchte, aber die absoluten Untergänge blieben bisher aus.
Natürlich grummelt auch schon immer allgegenwärtig das Gefühl durch die Menschen, dass früher alles besser war (dafür gibt es auch eine ganz einfache Erklärung), und dass es seit langem nur noch bergab gehe. Und dabei gibt es immer ein paar ganz lautstarke Rufer, die entweder nicht anders können, oder mit dieser Sichtweise Profit herausschlagen wollen.
Denken wir nur an die massenweise verkauften Gasmasken, als 1910 der Halley´sche Komet mit seinem Schweif am Firmament stand.
Das Bergab wurde schon immer prophezeit,
lange vor uns, als wir noch nicht geboren waren,
ebenso früher mit uns, als wir recht jung waren und ein bisschen schon die Welt geblickt hatten,
und auch jetzt mit uns, wo wir noch mehr meinen, die Welt zu verstehen.
Der Unterschied zu früher als wir noch jung waren, dass wir damals den Prophezeiungen wenig Glauben geschenkt haben und diese Unkenrufe als die Sicht von ewig Gestrigen verstanden haben ("Die Jugend von heute...!"),
heute zählen wir immer mehr zu den Gestrigen und wir stimmen allmählich in diesen Kanon ein, die Welt von früher sei die bessere gewesen.
Einzig, wenn unausweichliche neue Herausforderungen sichtbar werden, lassen sich auch die jungen eher auf diese Unkenrufe ein. Ich glaube, in solch einer Phase leben wir gerade.
Auch mit persönlichen Hochs oder Tiefs, oder gesellschaftlichen Hochs oder Tiefs, ging es bisher seit der menschlichen Idee der Geschichtsschreibung trotzdem immer weiter. Auch die nächsten Herausforderungen werden die Menschen und Gesellschaften irgendwie meistern. Manche dabei bleiben auf der Strecke. Bislang in unserer bekannten Menschheitsgeschichte ist aber jeder irgendwie über kurz oder lang auf der Strecke geblieben.
Insofern lasst uns unseren Lebtag nutzen, unsere Zukunft und die unserer Nachwelt so zu gestalten, wie wir es verantworten können. Vor allem tragen wir auch für uns selbst, ganz egoistisch betrachtet, Verantwortung und brauchen nicht zu meckern, wenn wir selbst nicht in die Pötte kommen. Unseren Lebenserfolg basteln nicht andere für uns, an dem müssen wir selber werkeln.
Und so, lieber Skirt-Man, gebe ich Dir recht, dass unsere eigene Situation zunächst die wichtigste ist. Entweder wir haben schon viel erreicht und sollten uns daran zufrieden erfreuen, oder wir haben noch Ziele, dann sollten wir dran arbeiten - es macht kein anderer das für uns.
Über was Du schreibst, Skirt-Man, geht meine Sicht dann doch noch hinaus. Denn mir ist nicht nur wichtig, mich an meinem Erfolg mich zu erfreuen, mir ist auch daran gelegen, andere zu dieser Art von Freiheit (Kleidungswahl) zu motivieren. Wenn alle alles und die Zukunft nur schlecht reden und man das dann auch noch glaubt, dann traut man sich eher nicht, altbewährte Mauern zu durchbrechen.