Autor Thema: Fremde Sichtweisen  (Gelesen 291 mal)

Offline cephalus

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Fremde Sichtweisen
« am: Gestern um 13:07 »
Da trägt Mann jetzt einen Rock, schlicht robust und männlich, mit einem Männershirt, ist nervös und unsicher, die ersten Male, aber man bewegt ich auf den Grundfesten des Forums, des Männerrocks und schon fast in Richtung des hypermaskulinen Kilts.

Man hat Angst vor zu vielen weiblichen Attributen, man traut sich nichts anderes zu tragen, weil das zu weit gehen würde.

Für einen selbst?
Für die Leute da draußen, die Partnerin oder gar das Forum?
Ach ja, was geht zu weit?
Der zu kurze oder zu lange Rock?
Das Kleid?
Der feine Stoff?
Die Spagettiträger?
Das Blumenmuster?
Die Rüschen, die Farbe, der Ausschnitt, der.., die.., das…,


Die Liste ist endlos, zumindest die persönliche.

Es scheint ein riesenhafter Unterschied zu sein, ob zu dem Rock ein fließendes Shirt aus der Damenabteilung kommt, das aber so viel harmonischer wirkt als das gewohnte Herrenhemd.
Wenn der Rock weich und fließend erscheint und nicht mehr die steife Männlichkeit ausstrahlt.
Wenn die Farben heller bunter und fröhlicher werden und nicht mehr auf gedecktes braun, blau und grau in allen Helligkeitsstufen zurückgehen.
Und erst recht, wenn funktionsloser Zierrat an den Kleidungsstücken zu finden ist.

Alles erscheint irgendwie als Tabubruch.

Und trotzdem reizt es manchen von uns, weiterzugehen, sich anderer Stoffe und Formen zu bedienen, andere Ausdrucksweisen zu versuchen und ein neues Gesamtbild zu erschaffen.

Meist wird es nur ein Gefühl ohne eine Spiegelung von außen sein, das durch die Details beeinflusst wird, manchmal mögen die Details aber auch komplett die Wirkung, in die eine oder andere Richtung verschieben.

Auf der anderen Seite stehen die oft ungewohnten „männlichen“ Kombination von Rock und Oberteil die gerne als unharmonisch oder nerdig wahrgenommen werden.


Was ist also der beste Umgang mit den in Frage gestellten Geschlechtsstereotypen?

Ist es das Verbleiben beim meist unkritisch akzeptierten Jeansrock oder dem kiltähnlichen Modell?
Darf es auch mal eine andere Form sein, länger, kürzer, fließender oder gar ein Kleid?
Bleibt man bei den Herrenwaldbrandaustretern, oder darf es auch mal (un)vorsichtig aus der Damenabteilug gewähltes Schuhwerk sein, das zu vielen Outfits harmonischer, oder zumindest gewohnter wirkt, weil man es vom weiblichen Teil der Bevölkerung so kennt?

Hat man all diese Fragen für sich beantwortet, kommt plötzlich eine praktische Komponente hinzu: Wie ersetzt man die oft durch die andere Kleidung verloren gegangenen Transportmöglichkeiten, sprich große Taschen.

Wählt man ein männliches Transportmittel wie einen Rucksack, eine Jutetasche, oder darf es Teil des Designs werden, z.B. als Handtasche.
Damit ist man auch schon bei den Accessoires angekommen, von einer irgendwie gearteten Funktion zu teilweisen oder ausschließlichen Schmuckzwecken.
Schmuck wertet in meinen Augen viele Designs an Frauen auf, solange er passend und nicht übertrieben eingesetzt wird.

Trifft das auch auf Männer zu?
Trifft das auf Männer zu, die sich sonst in der Damenabteilung bedient haben?
Wenn Schmuck, stellt sich die Frage in welcher Art?
Passt der typisch männliche (noch) zur Gesamterscheinung, oder darf/muss es femininer sein?
Halsketten mit großen Anhängern, große Ohrringe, Armreifen?
Alles kann wirken, irgendwo im Bereich von lächerlich, harmonisch, schön, elegant und peinlich.
Hat man dann die perfekte Kombi gefunden und fein abgestimmt stellen sich die letzten Fragen:
Ist das gesamte Bild schön?
Ist es harmonisch?
Passt es zu einem Mann?
Passt es zur Person?


Und, nicht zuletzt, wie wird der Träger wahrgenommen?

Wird er als kreativer ungewöhnlicher Mann verstanden, als femininer Mann, oder als androgyn?
Oder kippt das Bild komplett und die Person wird, zumindest sozial, als Frau gelesen.

Nichts davon ist objektiv besser oder schlechter, entscheidend ist nur, was der Einzelne erreichen möchte und ob er das punktgenau umsetzen kann.

Ihr werdet Euch jetzt fragen, ob Cephalus an einer besonders schweren Form der Scriborrhoe, einer Unterform der Logorrhoe erkrankt ist.

In Wirklichkeit hatte ich einen netten und etwas anstrengenden Abend, mit Eltern aus der Klasse meines Sohns.
Es waren neben mir noch 4 Frauen, alle gut 10 Jahre jünger als ich und zwei Väter anwesend.
Die Männer waren sehr schnell wieder weg, und ich saß mit den Damen allein da, meine Frau war verhindert.

Plötzlich wurde mein Rock zum Thema, rundum positiv.
Dann kamen die Nachfragen, warum Rock, aber dieses öde Herren T-Shirt. (Tatsächlich wurde die Frage "Warum Rock?" nicht gestellt. )
Die Gesamtstimmung zu Rock und auch insgesamt war so positiv, dass ich mein Handy herausgeholt habe, und gezeigt habe, dass ich auch etwas anders kann.
So kamen wir letztendlich, fast meinem vorangegangenen Text abarbeitend, nur nicht so strukturiert, zu Schmuck – so gar nicht mein Thema.
 
Insbesondere für die, sagen wir intensiver designten, Beispiele auf meinem Handy wurde ich gelobt und ein Bedauern ausgedrückt, dass man das sonst nie sähe.

Und ja, ich wollte mich in der mir weitgehend unbekannten Runde zurückhalten, das war ok, aber für das Gegenteil wäre ich vermutlich richtig gefeiert worden.

Ergibt die von mir und mehrheitlich im Forum betriebene Zurückhaltung eigentlich allgemein Sinn, oder wirkt das harmonisch durchgestylte Outfit, auch wenn es sich gefühlt weiter aus dem Fenster lehnt, besser auch auf die Umgebung und nicht nur auf das eigene Empfinden?




Offline doppelrock

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #1 am: Gestern um 14:01 »
Hallo Cephalus,

vielen Dank für deinen Beitrag mit sehr vielen Gedanken und Fragen.

Ich denke, dass auch viele frauen sich diese Fragen stellen. Nicht unter dem Aspekt Männlichkeit, sondern Weiblichkeit oder Außenwirkung allgemein. Was für Frauen seit Kindesalter mehr oder weniger selbstverständlich ist, ist für Männer ungewohnt, da Mann ja meist eine Art Uniform trägt, um dazu zu gehören. Also in der Jugend sowas wie Hoodie und Jeans, später Anzug oder kariertes Hemd und Stoffhose als bekannteste Beispiele.

Ich versuche nicht "vor allem männlich" zu wirken, sondern das passende für meinen Typ und meine Stimmung oder eben für den Arbeitstag zu finden.

Schmuck ist für mich kaum ein Thema, ich finde ihn meist unpraktisch und teils unhygienisch. Kommt also selten vor und wenn, dann dezent.

Farbzusammenstellungen sind mir wichtig. In der Regel nur 2-3 Farben, nur ein Teil mit Muster, ähnlich scheinende farben, die sich beißen vermeide ich. Also kaltes bläuliches Türkisgrün zu frischem warmem Grasgrün.

Weil ich die hochwertige Kleidung meist in der Firma trage und selten in der Freizeit, achte ich schon auf eine mögliche Außenwirkung. Es muss immer authentisch sein, Wohlfühlen ermöglichen, zum Anlass passen. darf aber trotzdem so individuell sein, dass es garantiert kein 2. im Raum tragen würde. Diese Gedanken beschäftigen sicher auch die Damenwelt, aber kaum die Männer, die in Hemd/Anzug/Uniform arbeiten.

Auf die Kleidung werde ich eigentlich nie angesprochen, außer mal, wenn etwas besonders harmonisch und stilvoll wirkt, in den Augen der Betrachter. Da sie alle aber unterschiedliche Interessen und Geschmäcker haben oder oft auch die Frauen nicht mit Männern über Kleidung reden (wollen?), mache ich da keine Statistik auf bezüglich der Rückmeldungen. Das würde in die Irre führen mit gewagten Annahmen aufgrund weniger Meldungen.

Von daher sollte jeder sein eigenes Maß an Individualität finden und sich nicht von Leuten beschwatzen lassen, die meinen "man müsse... jeden Tag... Rock... gelebte Freiheit... statt Hosenzwang".

Wenn jeder seinen Weg findet, ist allen geholfen und es wird niemand streiten und belehren.

Offline Skirtedman

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #2 am: Gestern um 15:31 »
cephalus, ich kann Dir durchweg zustimmen. Obwohl Du ja eher Fragen über Fragen gestellt hast, die nicht mit Zustimmung einheitlich zu beantworten sind. Aber mit Deinen Fragen und Gedanken hast Du das gesamte Universum modischer Freiheiten und Ausgestaltungen durchquert und die wichtigsten Aspekte, die sich dabei ergeben, aufgegriffen.

Sicherlich könnte ich auf jeden einzelnen Fragezeichen-Satz eine DIN-A4-Blatt füllende Antwort geben. Andererseits würde das mein Wochenendpensum meiner vor mir liegenden Aufgaben völlig gefährden. Insofern greife ich Deine abschließende Frage, quasi als Zusammenfassung Deines kompletten Fragenkomplexes auf und versuche mich, da ein klein wenig daran abzuarbeiten:

Ergibt die von mir und mehrheitlich im Forum betriebene Zurückhaltung eigentlich allgemein Sinn, oder wirkt das harmonisch durchgestylte Outfit, auch wenn es sich gefühlt weiter aus dem Fenster lehnt, besser auch auf die Umgebung und nicht nur auf das eigene Empfinden?

Ich lehne mich auch oft aus dem Fenster, gefühlt eigentlich sehr oft, fast immer, und bisweilen recht weit, aber oft auch in unterschiedlichen Richtungen.

Insofern glaube ich ein Gefühl zu verspüren, auf die Vielschichtigkeit Deiner Abschlussfrage eine kleine, vorsichtige Antwort geben zu können.

Gerade die verschiedenen Richtungen, in die ich mich aus dem Fenster lehne, ermöglichen mir einen kleinen Überblick zu erhalten, wie und in welcher Weise meine Umgebung reagiert und damit umgeht.

Beim Thema Schmuck bin ich völlig raus, auch wenn ich mir seit letztem Jahr ab und zu mal ein Kettchen um den Hals lege, was aber fast ausschließlich nur aus ganz bestimmten Message-Gründen geschieht. Dennoch fällt auch da mir auf, dass dieses kleine Kettchen ein Gesamtbild ins Wanken oder Umkippen bringen kann und das tatsächlich auch meine Umgebung irritieren kann - bzw. mich anders "liest" als ich es sonst gewohnt bin.

Genau dieses Kettchen ist quasi der Indikator, wo ein "Zuviel" vielleicht erreicht ist, wo die Umgebung mir signalisiert, dass sie es zwar wohlwollend wahrnimmt, aber sehr oft anders interpretiert als ohne Kettchen.

Mit diesem "Zuviel" - und hiermit löse ich mich jetzt vom symbolträchtigen Kettchen und meine jedes andere potenzielle "Zuviel" - wird man von der Frauenwelt mehr als eine "Mitfrau" empfunden und die komplimenten-geladenen Reaktionen hofieren den guten Geschmack und die Fähigkeiten, sich als Gesamtkunstwerk darzustellen, wie das einige Frauen auch tun - aber längst nicht jede und nicht immer, weil zu aufwändig, zu kompliziert, nicht immer Lust dazu, aber an anderen Frauen bewundert, wenn diese es getan haben.

Nicht, dass ohne dieses "Zuviel" es nicht auch ähnliche Komplimente geben kann, aber meinem Gefühl nach nicht in der gleichen Weise, um meine "weiblichen Fähigkeiten" zu bewundern, sondern dann sind es schlichte meine "Fähigkeiten", die gelobt werden als Mitmensch, aber nicht als "eingeweihte Mitfrau".

Ja, das sind die Schwingungen, die ich kraft meiner häufigen Rückmeldungen so einteilen kann. Die Sicht der Männer ist da zurückhaltender, da fängt es auch ohne ein "Zuviel" schon vorher an, nicht mehr komplett als "Mitmann" empfunden zu werden (doch diesen Aspekt lasse ich jetzt erstmal weg).

Nun kann man für sich entscheiden, ob man in die "Geheimnisse der Welt des Frau-Seins" eintauchen möchte - was auch ein interessantes unterschwelliges Gefühl ist - oder ob man von seiner (weiblichen) Umgebung eher als Mann mit Modemut und Geschmack empfunden werden möchte. Letzteres bietet eben mehr Kraft, sich als Mann zu emanzipieren. Das andere ist eben ein Eintauchen in die Damenwelt, ja ein Nachäffen der Frauen.

Auf dieser Gratwanderung bewege ich mich sehr oft. Freilich ist ein schmaler Grat irgendwann etwas ausgetreten, wenn man ihn häufiger betritt. Ich denke da z.B. an meine Spaghettiträger. Als ich sie kennen- und schätzen- und liebengelernt habe, was habe ich versucht, das vor der Öffentlichkeit zu verstecken. Nur zu ausgewählten Gelegenheiten erlaubte ich mir das, weitab von der Zivilisation, möglichst ohne viele Menschen. Spaghettiträger am Mann? - Undenkbar. Spaghettiträger waren nicht nur für mich, auch für andere ein absolutes "Zuviel". Erst seit etwa zwei Jahren oder drei fing ich an, sie auch als "stadtfein" und gesellschaftsfähig zu betrachten. Das war ein schmaler, dünner, gefährlicher Grat, den ich beschritten habe. Wie ich verstärkt mit Spaghettiträgern unter die Leute ging, merkte ich, dass die Vorbehalte dagegen von meiner Umgebung nicht mit einer Absonderung ausgedrückt wurden, sondern dass ich nach wie vor mit meinen vertrauten Menschen auch mit Spaghettiträgern ganz normal weiterhin gemeinsame Stunden oder Tage verbringen konnte.

Diesen schmalen, dünnen, gefährlichen Grat bin ich also immer öfter gegangen, inzwischen ist er platt getreten und der Grat ist deutlich sicherer geworden und das anfängliche "Zuviel" ist für meine Umgebung nun ein "Naja" oder "Egal" geworden.

Klar ist, dass man seine Umgebung allmählich an etwas gewöhnen kann. Freilich bewegt man sich aber fortwährend auch unter Menschen, die einem zum ersten Mal begegnen - die hatten dann noch nicht die Chance, sich daran zu gewöhnen. Für diese ist das "Egal" halt doch wohl eher ein "Zuviel", aber wenn sie sehen, dass ich in meiner näheren Entourage eingebettet normal sozial integriert bin, so dürfte auch da der Lerneffekt größer und schneller sein, dass aus einem anfänglichen "Zuviel" nach wenigen Augenblicken dann vielleicht bereits ein "Naja" oder gar schon ein "Egal" werden kann.

Genau so beobachte ich das übrigens auch bei der Mitmenschengruppe der Männer. Diese sind sehr viel - wie soll ich sagen? - distanzierter, für die ist sehr viel schneller irgendetwas am Mann (also an mir) ein "Zuviel". Aber ähnlich wie bei der Gruppe der Fremden, wenn sie sehen, dass man trotz dieses "Zuviels" in eine normale Menschengruppe eingebettet ist, fangen sie auch langsam an, das "Zuviel" zu tolerieren oder zu akzeptieren. Die Lernkurve ist da zwar deutlich flacher, aber irgendwann wird das "Zuviel" auch zu einem "Naja", manchmal sogar zu einem "Egal".

Deine Frage nach der vorauseilenden Zurückhaltung, cephalus, muss jeder für sich überdenken. Aber Deinen Fragenkatalog, wer denn eigentlich die wahre Angstquelle vor zu viel "weiblichem" ist, sollte sich jeder immer mal wieder genau bewusst durch den Kopf gehen lassen. Wer ist die Angstquelle? Man selber? Die Frau? Die Eltern? Die Freunde? Etc.? Siehe Deinen Fragenkatalog dazu.

Als Beobachter am lebenden Objekt (ich selber) erlaube mir einzuschätzen, dass eine völlige Zurückhaltung nicht nötig ist, aber ein ungezügeltes Hinauslehnen aus dem Männerfenster auch nicht das Empfehlenswerteste ist, weil man dann doch irgendwann endgültig aus der Sphäre der Männergefühlswelt hinausgeworfen wird und als Neuzugang in der Damengefühlswelt herzlich willkommen wird. Dann verlässt man den Bereich, sich als Mann zu emanzipieren.

Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline high4all

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #3 am: Gestern um 17:58 »
Ergibt die von mir und mehrheitlich im Forum betriebene Zurückhaltung eigentlich allgemein Sinn, oder wirkt das harmonisch durchgestylte Outfit, auch wenn es sich gefühlt weiter aus dem Fenster lehnt, besser auch auf die Umgebung und nicht nur auf das eigene Empfinden?
Auf diese Fragen gibt es m.E. keine allgemeingültigen Antworten. Wie so oft im Leben ist eine einfache Antwort bzw. Lösung nicht möglich. Zu viele innere und äußere Faktoren spielen eine Rolle, ob beispielsweise ein Look vom Umfeld gelitten wird oder nicht.

Du kannst im Vorfeld noch so viele Szenarien durchdenken, letztlich wirst Du fast nie einen Königsweg finden, der bei allen Mitmenschen, denen Du begegnest, ankommt und Dich selbst vollständig zufrieden stellst. Selbst ein Outfit, dass sich weit von der Norm entfernt, beinhaltet Kompromisse die Du mindestens unbewusst eingehst.

Da das Leben nicht statisch ist, sondern stetig Veränderungen unterliegt, kann es sein, dass der Status von vor x Jahren für Dich keine Bedeutung mehr hat. Weil die Gewichtung von Dingen oder Faktoren sich für Dich geändert haben. Was nicht zuletzt mit dem zunehmenden Alter und der Lebenserfahrung zu tun hat. Wenn man z.B. beruflich keine Karriere mehr machen kann, können eine Reihe von Rücksichtnahmen entfallen. Oder wenn sich die familiäre Situation ändert. Oder sonst was.

Ach ja: Wirklich geärgert habe ich mich früher nur, wenn ich im Nachhinein festgestellt habe, dass modische Zurückhaltungen, die ich mir in einer Art vorauseilendem Gehorsam auferlegt habe, gänzlich unnötig waren.
Herr, ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)

Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unsern Kleidern. (Heinrich Heine


Offline JJSW

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #4 am: Gestern um 19:54 »
Bin echt erstaunt, was ihr da für lange Texte erzeugen könnt. Dazu müsste ich ja mehrere Stunden am Tag vor dem Notebook sitzen.
Dafür fehlt mir momentan die Zeit und Lust. Das kann ich dann im November lesen, wenn es wieder lange kalt, feucht und dunkel ist.

Da bin ich lieber draußen in Rock oder Kleid unterwegs, ohne mir noch viel Gedanken darüber zu machen. Und die anderen sollen denken was sie wollen.

Gruß
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline Skirt-Man

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #5 am: Gestern um 22:10 »
Puh Hah
Da stellst Du ja ganz viele Fragen und hast einen großen Sprung, durch alle Bandbreiten der Bekleidung gemacht.
Aber damit auch für jeden passende Fragen gestellt.

Ich für meinen Teil sehe Weiblich dozierte Sachen nur als zusätzliche Option an mir.
Habe schon lange meinen Stil gefunden, welcher schon nicht Otto-Normal (Ketten, Ringe) ist. Diesen will ich aber nicht verändern, sondern nur ergänzen und erweitern.
Dabei sind in letzter Zeit kürzere Röcke und Absatzschuhe dazu gekommen.
Wie weit ich dabei noch gehe, weiß ich noch nicht. Es sollte aber zu mir und meinem Stil passen, weil ich mich so wohl fühle.

Offline cephalus

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Antw:Fremde Sichtweisen
« Antwort #6 am: Gestern um 23:22 »
Bevor noch wer auf die Idee kommt, alle meine Fragen im Detail zu beantworten:
Sie sind retorisch zu verstehen und geben den Denkverlauf meiner Damenrunde und von mir wieder - und sollen vielleicht selbst zum Nachdenken anregen

Ach ja: Wirklich geärgert habe ich mich früher nur, wenn ich im Nachhinein festgestellt habe, dass modische Zurückhaltungen, die ich mir in einer Art vorauseilendem Gehorsam auferlegt habe, gänzlich unnötig waren.

Genau an diesem Punkt komme ich immer wieder und häufiger an, vielleicht weil die Menschen da draußen weiter sind, als ich immer vermute, vielleicht auch, weil es mir immer mehr egal ist, wie sie denken oder reagieren, wenn ich mich gut fühle.

Bin echt erstaunt, was ihr da für lange Texte erzeugen könnt. Dazu müsste ich ja mehrere Stunden am Tag vor dem Notebook sitzen.
Dafür fehlt mir momentan die Zeit und Lust. Das kann ich dann im November lesen, wenn es wieder lange kalt, feucht und dunkel ist.

Da bin ich lieber draußen in Rock oder Kleid unterwegs, ohne mir noch viel Gedanken darüber zu machen. Und die anderen sollen denken was sie wollen.

Ja, so soll es sein, Jürgen ;D
Wenn man aber sowiso vorm Rechner sitzt, weil man lange krank geschrieben ist, und dabei inmobil ist, es also vermeidet sich ernsthaft draussen zu tummeln, dann kann man zwischen Sprache und Programmiersprache lernen, auch mal eine halbe Stunde die eigenen Gedanken in die Tastatur einpflegen ;D




 

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