traditionelle Rollenbilder
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25. Juni 2019 16:33
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Autor Thema: traditionelle Rollenbilder  (Gelesen 1659 mal)
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cephalus
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« am: 14. Juni 2018 12:13 »

Nein, um Kleidung geht es ausnahmsweise nicht, aber es regt mich trotzdem auf:

Gestern rief mich die Schule an, ich möchte bitte meinen Sohn abholen, da er sich nicht gut fühlen würde, was ich dann auch tat.
Soweit so gut, der Sachverhalt.

Beim Anruf war der erste Satz: "es tut mir furchtbar leid, ich kann ihre Frau nicht erreichen".
Ja auch auf dem Handy hätte sie es schon versucht.
Es folgt eine weitere Entschuldigung, dass sie mich anruft, bevor ich überhaupt erfahre worum es geht.

Ähnliches kann ich mir anhören, als ich meinen Sohn dann von einer anderen Lehrerin aus de Ruheraum abhole.

Scheinbar ruft man keine Väter an, außer im Notfall?
Ist Erziehung und Sorge um die Kinder rein Frauensache?
Wenn ich darüber nachdenke, welches Gesellschaftsbild eine solche, sonst in meinen Augen gute, Schule wohl unterschwellig und unabsichtlich meinen Kindern vermittelt, stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.

Angeblich will man eine gleichberechtigte Geselschaft, eine gerechte Rollenverteilung usw.
Dass eine der Damen ohne Weiteres auch meine Tochter hätte sein können erschaudert mich noch mehr.

Ich denke, wenn diese Denkweise überwunden ist, dann werden auch Röcke für Männer ein leichtes Spiel haben - vorher nicht.

Cephalus
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high4all
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ΙΧΘΥΣ


« Antworten #1 am: 14. Juni 2018 12:32 »

Die traditionellen Rollenbilder für Frauen und Männer sind so stark zementiert, dass es sehr schwer ist, Veränderungen herbeizuführen.

Wenn z.B. beide Partner voll berufstätig sind, wer kümmert sich vorwiegend um den Haushalt? Richtig, nach wie vor die Frau.

Für Männer ist das patriarchalische System teils bequemer. Frauen lassen sich immer noch viel zu viel gefallen und festigen die alten Verhältnisse leider selbst durch die Erziehung der Kinder in überkommenen Mustern. Der Hauptteil der Erziehung wird nach wie vor von Frauen geleistet, wie man in der Verteilung der Elternzeit ablesen kann, auch wenn sich dort langsam etwas bewegt.

Selbst Rockträger haben traditionelle Rollenbilder so verinnerlicht, dass es regelmäßig Diskussionen über "zu feminines" Auftreten gegeben hat.

LG
Hajo
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Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,11)

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Seravajan
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« Antworten #2 am: 14. Juni 2018 20:18 »

Komisch. Bei mir ruft die Schule immer zuerst mich an, statt die Frau. Obwohl die Frau in der Nähe der Schule (5 Busminuten) arbeitet und ich bis zu 2 Stunden von der Arbeit brauche, bis ich zu Hause oder in der Schule bin.

Haushalt machen wir beide zusammen.

Man will eine gleichberechtigte Gesellschaft, aber nur für die Frau. Die Männer sollen weiter darben und mit einem Bein im Knast stehen.
« Letzte Änderung: 14. Juni 2018 20:22 von Seravajan » Gespeichert

Wenn Männer wirklich Männer wären, könnten sie auch ganz souverän Röcke und/oder Kleider tragen, anstatt sich durch das ausschließliche Tragen von Hosen beweisen zu müssen, daß sie Männer seien.
Nils Pickert
high4all
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ΙΧΘΥΣ


« Antworten #3 am: 14. Juni 2018 20:27 »

Man will eine gleichberechtigte Gesellschaft, aber nur für die Frau. Die Männer sollen weiter darben und mit einem Bein im Knast stehen.
Mir kommen die Tränen, die armen Männer!

Die Opferrolle ist ja so bequem, weil Mann die Schuld bei anderen (meistens bei Frauen) suchen kann und sich nicht ändern muss.

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Seravajan
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« Antworten #4 am: 14. Juni 2018 22:05 »

Man will eine gleichberechtigte Gesellschaft, aber nur für die Frau. Die Männer sollen weiter darben und mit einem Bein im Knast stehen.
Mir kommen die Tränen, die armen Männer!

Die Opferrolle ist ja so bequem, weil Mann die Schuld bei anderen (meistens bei Frauen) suchen kann und sich nicht ändern muss.

Die Männer merken nicht, dass sie sich selber im goldenen Käfig einschliessen und den Schlüssel auch noch wegschmeissen. Würden sie mal richtig das Hirn einschalten, dann würden sie es merken. Doch Denken muss wohl eine schwere Sache sein. Wink
Es ist auch Bequemlichkeit und auch Angst dahinter, Mann könnte mit einem "Gefängnis"-Ausbruch an Status verlieren. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Man zeigt, dass man Eier hat, um aus verkrusteten Strukturen ausbrechen zu können. Das Sprichwort: "Es braucht Eier, um einen Rock zu tragen", trifft es ziemlich genau.

Vermutlich braucht der Mann überzeugende Hilfe (auch von Frauen), um ausbrechen zu können.
« Letzte Änderung: 14. Juni 2018 22:06 von Seravajan » Gespeichert

Wenn Männer wirklich Männer wären, könnten sie auch ganz souverän Röcke und/oder Kleider tragen, anstatt sich durch das ausschließliche Tragen von Hosen beweisen zu müssen, daß sie Männer seien.
Nils Pickert
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« Antworten #5 am: 15. Juni 2018 10:28 »

...Ich denke, wenn diese Denkweise überwunden ist, dann werden auch Röcke für Männer ein leichtes Spiel haben - vorher nicht....

Das ist ja das Traurige heutzutage: Wir schienen da ja schon mal viel weiter gewesen zu sein - das war offensichtlich leider nur ein Modetrend, dem der nächste gefolgt ist.

Die alte Spießigkeit feiert seit ca. 10 Jahren wieder fröhliche Urständ - das ist wohl auch mit ein guter Nährboden für das derzeit immer mehr beobachtbare Wiedererwachen von Natianalismus und Chauvinismus (manchmal denke ich schon, daß es gut ist, rel. alt zu sein und damit wohl das Schlimmste nicht mehr erleben zu müssen...).

Die die scheinbare Toleranz, die man dann doch immer wieder erstaunt entdeckt, ist letztlich nur Desinteresse und Wurschtigkeit.

Johannes
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