Im Schultheater
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22. Juli 2019 06:15
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Autor Thema: Im Schultheater  (Gelesen 4055 mal)
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Barefoot-Joe
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« am: 17. September 2018 10:50 »

Hallo zusammen,

Wir (Andrea und ich) waren gestern auf einer Aufführung des Schultheathers der Schule unserer Kinder. 300 Menschen in einem pickepacke vollen Theatersaal, darunter gut die Hälfte Schüler. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass ich da die Rollenmodelle etlicher Teenager und Eltern ein wenig in Frage gestellt habe. Wink

Ich hatte einen knielangen weiten Rock von C&A an, schwarz mit weißen und bunten kleinen Schmetterlingen, und dazu ein blaues Top mit Spitzeneinsätzen an den Schultern. Der Rest wie immer: Barfuß, Nagellack, Ohrringe. Also durchaus nicht zu übersehen. Wink

Auf dem Weg zur Schule kamen wir kurz mit einer Frau ins Gespräch, die sich positiv über meine Zehenringe äußerte und nach einigen Worten darüber, dass es doch ziemlich auffällt, wenn man barfuß unterwegs ist, meinte Andrea, dass ich halt sonst auch ziemlich auffallen würde. Das hatte dann ein verwundertes Gesicht zur Folge und die Frage warum? Andrea wies dann auf den Rock hin, worauf sie meinte: Oh sie tragen einen Rock? Den hatte ich gar nicht bemerkt...

(Das fand ich interessant: Meine Füße lenken offenbar so sehr vom Rock ab, dass man ihn nicht immer wahrnimmt, oder der Anblick von Röcken ist für Frauen so selbstverständlich, dass sie mitunter gar nicht registrieren, dass wir einen tragen.)

Sie fand das alles völlig OK und meinte, Röcke wären ja auch viel angenehmer, vor allem wenn es warm ist. Smiley Ansonsten gab es im Theater nur ein paar der üblichen, erstaunten Blicke und ein wenig Geflüster, aber keinerlei negative Reaktionen. Weder von Eltern noch von Lehrern oder Schülern. Alles prima, alles völlig unproblematisch. Smiley

Also Leute, geht raus im Rock, niemanden stört das! Smiley
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Ich bin ein Mensch mit Irritationshintergrund.

Normality is a paved road: it’s comfortable to walk, but no flowers grow. - Vincent van Gogh
hirti
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rockt.


« Antworten #1 am: 17. September 2018 12:21 »

Und wie geht es da deinen Kindern an der Schule wenn du dich in so einem Outfit auf einer Schulveranstaltung präsentierst?
Es würde mich doch sehr wundern wenn die nicht von anderen Kindern darauf angesprochen würden?
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Ludwig Wilhem
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« Antworten #2 am: 17. September 2018 12:24 »

Hallo, danke für diesen netten Beitrag, es sieht so aus, dass Barfuß und Nagellack wichtiger sind und mehr auffallen als Röcke am Mann. Deinen Beitrag zum alternativen Outfit finde ich toll, für mich reichen Röcke und manchmal Kleider.
Gruß Ludwig
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Ich trage Röcke oder Kleider gerne, denn es sind Kleidungsstücke für uns alle.
Barefoot-Joe
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« Antworten #3 am: 17. September 2018 15:49 »

Hallo Hirti,

Zitat
Und wie geht es da deinen Kindern an der Schule wenn du dich in so einem Outfit auf einer Schulveranstaltung präsentierst? Es würde mich doch sehr wundern wenn die nicht von anderen Kindern darauf angesprochen würden?

Ich muss mal fragen, ob das schon mal passiert ist, aber das betrifft nur noch meine Tochter - mein Sohn studiert mittlerweile. Die meisten Kinder dort wissen aber vermutlich überhaupt nicht, welche Eltern zu welchen Schülern gehören, so gesehen wird sie da vermutlich niemand direkt ansprechen. Die Eltern der Klasse kennen mich so allerdings schon, denn ich bin natürlich auch im Rock auf den Elternabenden aufgetaucht.
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BerlinerKerl
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« Antworten #4 am: 17. September 2018 17:59 »

Und wie geht es da deinen Kindern an der Schule wenn du dich in so einem Outfit auf einer Schulveranstaltung präsentierst?
Es würde mich doch sehr wundern wenn die nicht von anderen Kindern darauf angesprochen würden?
Wahrscheinlich wie bei jedem, der das selbst als Normal ansieht. Meine Tochter hatte das Gymnasium besucht und ich im Rock zwischen den Kindern bei verschiedenen Veranstaltungen.
Und???
Nichts.

Ja, meine Tochter wurde darauf angesprochen, aber mehr nicht.
Wer zieht sich denn für die Freunde der Kinder extra um, nur weil sie zu besuch kommen ??

Wenn ich mal eine Hose trug, was auch mal vor kam, wurde ich darauf angesprochen. Dies jedoch nicht negativ.

Ich denke alles andere (wie die Angst vor Mobbing) ist Einbildung.
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ΙΧΘΥΣ


« Antworten #5 am: 17. September 2018 20:35 »

Zitat
(Das fand ich interessant: Meine Füße lenken offenbar so sehr vom Rock ab, dass man ihn nicht immer wahrnimmt, oder der Anblick von Röcken ist für Frauen so selbstverständlich, dass sie mitunter gar nicht registrieren, dass wir einen tragen.)

Ob es wohl ablenkt, wenn ich barfuß im Dirndl gehe? Wink Cheesy Grin
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Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,11)

Never be limited by other people's limited imaginations. (Dr. Mae Jemison)
cephalus
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« Antworten #6 am: 17. September 2018 22:37 »

Und wie geht es da deinen Kindern an der Schule wenn du dich in so einem Outfit auf einer Schulveranstaltung präsentierst?
Es würde mich doch sehr wundern wenn die nicht von anderen Kindern darauf angesprochen würden?
Wahrscheinlich wie bei jedem, der das selbst als Normal ansieht. Meine Tochter hatte das Gymnasium besucht und ich im Rock zwischen den Kindern bei verschiedenen Veranstaltungen.
Und???
Nichts.

Ja, meine Tochter wurde darauf angesprochen, aber mehr nicht.
Wer zieht sich denn für die Freunde der Kinder extra um, nur weil sie zu besuch kommen ??

Freunde und deren Eltern meiner Kinder kennen mich meist auch einröhrig, auf Schulveranstaltungen o.ä. habe ich einen Rock bislang vermieden.
Reaktionen oder Kommentare blieben sowohl mir, als auch meinen  Kindern gegenüber aus.
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JJSW
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real men wear skirts


« Antworten #7 am: 18. September 2018 05:28 »

Hmm, würde  ich zu so einer Veranstaltung gehen, dann würde meine Frau wohl sagen: "Aber heute mit Hose"

Die Sorge vor Klatsch und Tratsch in unserem heimatlichem, konservativ-spießigem Umfeld ist immer noch nicht überwunden.
Davon bekommt sie einiges mehr mit als ich.

An anderen Orten ist das gar kein Thema, vielleicht sind wir deswegen so gerne unterwegs.

Grüßle
Jürgen
« Letzte Änderung: 18. September 2018 05:28 von JJSW » Gespeichert

Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen
GregorM
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Die meisten nennen meine Röcke Kilts


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« Antworten #8 am: 18. September 2018 06:23 »


Die Sorge vor Klatsch und Tratsch in unserem heimatlichem, konservativ-spießigem Umfeld ist immer noch nicht überwunden.
Davon bekommt sie einiges mehr mit als ich.


Hallo Jürgen,

vielleicht kommt deine Frau mehr mit als du, weil sie einfach objektiver ist?

Du lebst in einem konservativ-spießigen Umfeld, schreibst du. Aber leben die meisten von uns nicht in einem solchen? Oder wir meinen, wir hätten in den 60ern und 70ern leben sollen, wie man auch nicht selten lesen kann. Ist die Wahrheit aber nicht bloß, dass wir zu glauben wählen, das Gras auf der anderen Seite des Zauns sei grüner? Und vielleicht erleben wir es auch so, weil wir (und unsere Frauen) uns dort für unbekannt halten und es auch sind.

Möglicherweise wäre es doch vorzuziehen, im eigenen Umfeld, einen Stil zu finden – mit Rock, natürlich – der von mehreren dieser immer präsenten, konservativ-spießigen Mitbürgern verstanden werden könnte? Nicht um ihnen entgegenzukommen, aber damit sich unsere Frauen – und in einigen Fällen wohl auch wir uns selbst - wohler finden würden.   

Hier meine nach wie vor, dass wir mit Vorteil (mindestens im eigenen Umfeld und damit auch dem der Frau), uns auf einen schönen, gut sitzenden, hochwertigen Rock begrenzen sollten, und sonst Frauen die Frauenklamotten behalten lassen.

Gruß
Gregor
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https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
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Ein Rock ist ein Rock, und ein Mann ist ein Mann. Ein Mann im Rock ist ein Mann im Rock.
MAS
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Toleranz ist gut, Respekt ist besser!


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« Antworten #9 am: 18. September 2018 07:44 »


Die Sorge vor Klatsch und Tratsch in unserem heimatlichem, konservativ-spießigem Umfeld ist immer noch nicht überwunden.
Davon bekommt sie einiges mehr mit als ich.


Hallo Jürgen,

vielleicht kommt deine Frau mehr mit als du, weil sie einfach objektiver ist?

Du lebst in einem konservativ-spießigen Umfeld, schreibst du. Aber leben die meisten von uns nicht in einem solchen? Oder wir meinen, wir hätten in den 60ern und 70ern leben sollen, wie man auch nicht selten lesen kann. Ist die Wahrheit aber nicht bloß, dass wir zu glauben wählen, das Gras auf der anderen Seite des Zauns sei grüner? Und vielleicht erleben wir es auch so, weil wir (und unsere Frauen) uns dort für unbekannt halten und es auch sind.

Möglicherweise wäre es doch vorzuziehen, im eigenen Umfeld, einen Stil zu finden – mit Rock, natürlich – der von mehreren dieser immer präsenten, konservativ-spießigen Mitbürgern verstanden werden könnte? Nicht um ihnen entgegenzukommen, aber damit sich unsere Frauen – und in einigen Fällen wohl auch wir uns selbst - wohler finden würden.  

Hier meine nach wie vor, dass wir mit Vorteil (mindestens im eigenen Umfeld und damit auch dem der Frau), uns auf einen schönen, gut sitzenden, hochwertigen Rock begrenzen sollten, und sonst Frauen die Frauenklamotten behalten lassen.

Gruß
Gregor



Lieber Gregor,

das ist aber auch verschieden, ob sich jemand in so einem Umfeld wohl fühlt oder nicht. Ob die wirklich spießigen z.B. Hajo verstehen würden, wenn er sich so kleiden würde, dass es in ihr Weltbild passt?

Ich glaube eher, wir trauen unseren Mitmenschen zu wenig an Toleranz zu. Das Mensch wächst doch mit seinen Aufgaben. Also können wir den Menschen ruhig auch mal die Aufgabe geben, ihre Weltbilder zu erweitern.

Du wunderst Dich ja manchmal, welche Probleme deutscher Männer mit der deutschen Gesellschaft haben, die Du aus Dänemark nicht kennst. Und doch meinst Du, auch Deine Nachbarn usw. seien konservativ-spießig. Wie passt das zusammen? Oder hat das was mit dem poiltischen "Rechtsruck" zu tun, den man überall beobachten kann?

Ich selber kleide mich ja relativ dezent, was Farben und Rock- und Kleidformen angeht. Jürgen wagt schon mehr. Ob ich mich aber verstanden fühle von meinen Mitmenschen? Ich weiß es nicht, welches Verständnis die meisten sich tolerant zeigenden Menschen von meinem Rocktragen haben, von meinen Motivationen und Vorstellungen. Die meisten tolerieren oder auch respektieren es einfach, ohne mit mir darüber zu sprechen.

Ich glaube jedenfalls, dass ich so, wie ich normalerweise im Alltag unterwegs bin, auch zu einem Elternabend oder einer Schulveranstaltung meiner Kinder gehen würde. Das ist aber jetzt spekulativ, weil wir leider keine Kinder haben.

 

LG, Micha
« Letzte Änderung: 18. September 2018 08:05 von MAS » Gespeichert

Wer das Leben ernst nimmt, muss auch über sich lachen können.

ACHTUNG! Ich verbiete ausdrücklich, Texte oder Bilder, die ich hier einstelle, ohne meine ausdrückliche Erlaubnis auf anderen Seiten zu kopieren!
JJSW
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« Antworten #10 am: 18. September 2018 09:27 »

Zitat
Ich selber kleide mich ja relativ dezent, was Farben und Rock- und Kleidformen angeht. Jürgen wagt schon mehr.

Also bei formellen Veranstaltungen oder bei Elternabenden (hätte ich Kinder) wäre ich wohl auch nicht so wagemutig und würde vielleicht mich auch dezenter kleiden. Da würde ich auch einen schlichten Rock oder gar Hose wählen. Auch wenn meine Frau nicht direkt darauf bestehen würde.
Ebenso kleide ich mich dezenter an Orten, an denen ich mich unwohl fühle.

Aber in der Freizeit lebe ich mich auch gerne mal farbenfroher aus. Dann ist mir die Meinung der Leute auch egal.

Mit sachlicher Kritik wie von Gregor komme ich gut zurecht.
Nur wenn mir im heimatlichen Umfeld Toleranz vorgeheuchelt wird und dann hintenrum über Tratsch das Gegenteil zu hören bekomme, das nervt. Am Arbeitsplatz hatte ich das erlebt. Aber nun doch erfolgreich abgestellt nachdem ich einigen die Meinung gegeigt habe.

Und da ich doch gewisse Freiheiten habe, kann ich ab und zu auch Kompromisse eingehen. Ohne Kompromisse ist wohl keine Partnerschaft möglich.

Grüßle
Jürgen


« Letzte Änderung: 18. September 2018 09:28 von JJSW » Gespeichert

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MAS
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« Antworten #11 am: 18. September 2018 09:34 »

Lieber Jürgen,

man muss immer wieder Kompromisse machen. Ohne die läuft nicht nur keine Partnerschaft, sondern auch die Gesellschaft nicht. Es gibt eben immer wieder entgegengesetzte Interessen auch in Bereichen, die nicht nur einen selber angehen, sondern die anderen auch. Nur so funktioniert Demokratie.

Wenn man aber etwas tun will, das niemandem schadet, und nur eben nicht den Geschmack eines anderen Menschen trifft, dann braucht man keine Kompromisse machen, denn Toleranz in Geschmacksfragen ist ein Mindeststandard in demokratischen Gesellschaften. Es sei denn, es geht um die Gestaltung eines öffentlichen Raumes. Und ja, okay, man kann darüber diskutieren, ob öffentlich getragene Kleidung in diesen Bereich fällt. (Du siehst, ich denke beim Schreiben weiter.)

Wobei Kleidung für viele nicht so sehr eine Frage des Geschmacks, sondern der Moral ist. Das macht es natürlich wieder komplizierter, wenn verschiedene Moralvorstellungen aufeinanderprallen.


LG, Micha
« Letzte Änderung: 18. September 2018 09:35 von MAS » Gespeichert

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cephalus
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« Antworten #12 am: 18. September 2018 09:42 »

Ich glaube jedenfalls, dass ich so, wie ich normalerweise im Alltag unterwegs bin, auch zu einem Elternabend oder einer Schulveranstaltung meiner Kinder gehen würde. Das ist aber jetzt spekulativ, weil wir leider keine Kinder haben.

Hallo Michael,
bei Dir ist der Rock 100% Alltagskleidung - ich glaube auch nicht, dass Du dich extra verkleiden würdest.

Derzeit würde ich nicht in einröhriger Kleidung zu einer Schulveranstaltung gehen, saß aber schon im Kleid bei einem Elternabend im Kindergarten.

Warum? Ich kann die Frage nicht beantworten - es war für mich zu diesem Anlass, an diesem Ort und zu dieser Zeit nicht die richtige Kleidung, ich hätte mich nicht wohl gefühlt, vermutlich weil man, zumindest gefühlt, unter Eltern von Schulkindern wesentlich mehr hervor sticht, als unter Eltern von Kindergartenkindern. Paranoia? Ja, vielleicht - vielleicht auch nur feine Antennen Roll Eyes

Was das Thema Ratsch und Tratsch betrifft, habe ich mir noch nie die geringsten Gedanken darüber gemacht, ebenso wenig wie meine Frau.

Wer sollte denn über mich reden? Warum? Mit wem? Über was? Und was hätte das für Auswirkungen?
Klar wird der eine oder andere Passant zu seiner Begleitung sagen: "Der trägt einen Rock/Kleid/...", aber erstens ist es wirklich so, zweitens bekomme ich es nicht mit.

Was bedeutet Gerede, Ratsch und Tratsch, dass es für manche zum Schreckgespenst werden kann?

Für mich gab es immer nur das schlechte Szenario, dass meiner Frau Sachen zugetragen werden könnten, die sie nicht kannte oder akzeptierte. Daher hatte ich vieles aus Vorsicht vermieden. Im Laufe der Zeit ist das immer weniger geworden.

Schon immer traue ich mich aus diesem Grund auch alles öffentlich zu tragen, was ich auch zuhaue in Anwesenheit meiner Frau trage, sofern es ordentlich und gutaussehend ist.

VG
Cephalus

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« Antworten #13 am: 18. September 2018 10:34 »

Was das Thema Ratsch und Tratsch betrifft, habe ich mir noch nie die geringsten Gedanken darüber gemacht, ebenso wenig wie meine Frau.

Wer sollte denn über mich reden? Warum? Mit wem? Über was? Und was hätte das für Auswirkungen?
Klar wird der eine oder andere Passant zu seiner Begleitung sagen: "Der trägt einen Rock/Kleid/...", aber erstens ist es wirklich so, zweitens bekomme ich es nicht mit.

Was bedeutet Gerede, Ratsch und Tratsch, dass es für manche zum Schreckgespenst werden kann?

Hallo Cephalus,

Deinen Gedankenansatz zu diesem Thema finde ich gut. Denn wer Angst vor Ratsch und Tratsch hat, sollte auch mal darüber nachdenken, wovor er/sie eigentlich Angst hat.

Aber auch der Ansatz von Gregor, bestimmte Dinge umzusetzen, um in seiner Komfortzone angekommen zu sein, aber nicht alles umzusetzen, was man gerne täte, finde ich im Grundsatz auch gut. Er bezog das mehr im Umgang innerhalb der Partnerschaft, im Sinne von, was geht und was geht nur mit aufziehenden Beeinträchtigungen der Partnerschaft.

Ich denke, mit diesem Ansatz bewegt man sich auch in jene Zone hinein, in der Gerede, Ratsch und Tratsch zu einem Thema werden könnte. Ist das Ziel ausserhalb dieser Zone, dann denke ich, dass die meisten - und ich auch - dann sich freier in ihrer Kleidungswahl entfalten. Vielleicht bewusst, vielleicht aber auch unbewusst.

Dieses Sich-Zurücknehmen in der Ratsch- und Tratsch-Zone (kurz mal RTZ) stellt natürlich dar einen vorauseilenden Gehorsam einer konservativ-spießig gedachten Gruppe gegenüber. Und bewegt man sich räumlich innerhalb dieser Gruppe, so lässt sich natürlich schwer vermitteln, dass sein eigenes Erscheinungsbild ja eigentlich bereits ein Kompromiss ist. Ein Kompromiss, den zwar niemand aus der Gruppe aktiv eingefordert hat. Dennoch wird es vermutlich uns dadurch leichter fallen, in der RTZ eine Art Anerkennung und Verständnis zu gewinnen, als wenn wir "den Bogen überspannt" hätten.

Gerade in der RTZ ist es vermutlich ähnlich, wie es mit uns bestellt war, als wir keinen Bock mehr auf das Hosendiktat hatten. Ein inneres Zermürben, zwischen dem, was man nicht mehr möchte oder nicht erträgt, und dem, was die Umwelt möchte/erwartet und erträgt - ein langsames stetiges Erkennen und Lernen. Das heisst, wir müssen der RTZ zugestehen, dass sie auch ihre Zeit braucht, bis sie uns zumindest in Ansätzen anerkennt, wie wir sind.

Da die RTZ ein großer Komplex mit vielen Beteiligten ist, wird man nie alle Angehörigen dieser Zone gleichermassen zeitlich wie auch inhaltlich erreichen. Es werden immer noch genügend Restbestände derjenigen geben, die genügend Potential einer Nachrede entwickeln können. Mit diesem Restmass eines gesellschaftlichen Druckes müssen wir lernen umzugehen. Und sei es die Tante Erna, die es einfach nicht verstehen will - oder kann.

Das Schreckgespenst der Nachrede - und ich will noch nicht mal von übler Nachrede sprechen - ist, dass man es nicht kontrollieren kann, dass man sich nicht erklären/verteidigen kann. Dann werden Interpretationen zu Wahrheiten verdichtet, und Realitäten geschaffen, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben. Die Konsequenz kann sein, dass viele Leute aus der RTZ sich von einem abwenden oder auch alleine schon Partner, Kinder, Verwandte deswegen ächten. Das ist das Schreckgespenst von Gerede, Ratsch und Tratsch.

Wenn man es geschickt anstellt, so wird man feststellen, dass einige dieser Leute, die sich so verhalten, einem ohnehin egal sind, wenn sie das täten. Ausserdem kann man versuchen, die anderen mit seinen selbst gefühlten "Wahrheiten" zu überzeugen. Am besten ist, sich auch weiterhin als aufgeschlossenen Menschen, der sympathisch und freundlich ist, in dieser RTZ zu zeigen. Und da ist es gut, sich auch in der RTZ zu bewegen, die RTZ nicht zu meiden sondern zu suchen. Sich dem Gerede mit seiner eigenen Ausstrahlung gegenüber zu stellen.

Hilfreich ist da der Gregor´sche Ansatz, indem man sich mit seinen gerne gelebten Freiheiten ein wenig zurückhält und einen vorauseilenden Gehorsam in Form von mit sich selbst ausgemachten Kompromissen den Bogen (zunächst) nicht überspannt. Dann sind die Interpretationsspielräume auch ein wenig kleiner und das Gerede ufert vielleicht nicht allzu sehr in unkontrollierte Dimensionen aus und die üblen Nachredner von heute sind vielleicht eher wieder in den Bereich der Tatsachen morgen zurückzuholen als wenn man dem Gerede Tür und Tor für die wildesten Spekulationen eröffnet.

Selig ist der, der entweder keine RTZ hat, oder der auf das Gerede grundsätzlich pfeifen kann. Denn, ist der Ruf erst einmal ruiniert, dann hat man wirklich alle Freiheiten. Vielleicht aber dann auch keine Unterstützer mehr.
« Letzte Änderung: 18. September 2018 10:40 von Skirtedman » Gespeichert
cephalus
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« Antworten #14 am: 18. September 2018 11:23 »

Da die RTZ ein großer Komplex mit vielen Beteiligten ist, wird man nie alle Angehörigen dieser Zone gleichermassen zeitlich wie auch inhaltlich erreichen.

Hallo Skirtedman,
die Frage nach eben diesen Beteiligten ist das was mich umtreibt:

In meiner Jugend hatte ich einen großen zusammenhängenden Freundes- und Bekanntenkreis, und war empfindlich gegenüber Kritik.
Ja, damals hätte ich die Zone erkannt, und mich in vorauseilendem Gehorsam nicht weit aus dem Fenster gelehnt.

Jetzt ist mein Freundes- und Bekanntenkreis buchstäblich über die ganze Welt verteilt, die wenigsten kennen sich. Auch hat sich der Typ Mensch, der darin vertreten ist, homogenisiert.
Fast alle sind in ihren Einstellungen liberal, weltoffen und tragen eher rebellisches denn konservatives Gedankengut im Herzen.

Dann bleibt quasi nur noch der Bäcker mit seiner Frau, der Tankwart und Kinder sowie deren Eltern, die mit meinen Kindern Kontakt haben.

Ich bin also quasi RTZ frei Grin


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