Vor allem sind es unsere Denk- und Sehgewohnheiten, die Röcke mädchen- oder damenhaft wirken lassen. Wenn von solchen Röcken und anderen Kleidungsstücken absieht, die ganz eng an weiblichen Körperformen orientiert und geschneidert sind, sind alle anderen Merkmale kultureller Natur, also Stoffe, Farben, Muster usw. und eben bei Röcken die Einröhrigkeit als solche.
Auch kulturelle Merkmale sind wirklich. Sie wirken sich auf unsere Gewohnheiten aus. So können wir sie genau wie die körperlichen als attraktiv oder abstoßend oder neutral wahrnehmen. D.h. ich kann als rocktragender Mann ein Kleidungsstück gerne tragen obwohl oder weil es feminin auf mich wirkt oder mir kann das ganz egal sein. Und genau so kann ich es als angenehm, unangenehm oder gleichgültig empfinden, wenn ich andere Männer in Kleidung sehe, die ich gewohnt bin, als weiblich zu empfinden.
Und sicher gibt es Röcke und Kleider, deren Material, deren Farbe, deren Muster mir männlich vorkommen, weil ich es so gewohnt bin. Dann widersprechen sich sozusagen die Gewohnheit, den Rock oder das Kleid als weiblich, Material, Farbe und Muster aber als männlich anzusehen. Jedenfalls mag man sich als Mann, der nicht gerne weiblich wirken will, damit leichter tun, als wenn alle Merkmale weiblich wirken.
LG, Micha