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Röcke und mehr... => Rund um den Rock => Thema gestartet von: cephalus am 21.12.2025 12:33

Titel: Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: cephalus am 21.12.2025 12:33
In einem anderen Thema ist mir aufgefallen, es verschiedene Sichtweisen und Empfindungen zum Rocktragen gibt.

Die eine Gruppe, braucht einen Rock um sich wohl zu fühlen.
Keinen Rock oder kein Kleid zu tragen löst Unwohlbefinden aus.


Eine andere Gruppe, zu der ich mich zähle, mag Röcke nur tragen, wenn sie sich in eine angenehmen, unbelasteten Situation befinden. Also erst, wenn alles Relevante im Umfeld passt, ist Kapazität für den Rock.


Wie ist das bei Euch?
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: doppelrock am 21.12.2025 12:42
Hallo cephalus,

danke für das Ausgliedern des Punktes, um eine neue Diskussion zu starten.

Deine Aussage im startbeitrag bringt es für mich gut auf den Punkt. Auch ich trage Rock oder Kleid nur in Situationen, wo ich es als passend empfinde. Hosen trage ich genauso gern, denn bei richtiger Wahl gibt es da kein Zwicken oder Kneifen. Eine gesunde Figur immer vorausgesetzt.

Gruß
doppelrock
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Peter58Muc am 21.12.2025 12:53
Ich trage einen Rock nicht so oft, wie die meisten von euch. Ich muss darauf richtig Lust haben und mir auch vor dem Spiegel darin gefallen. Erst dann fühle ich mich wohl und strahle das dann wahrscheinlich auch so aus.

LG Peter
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: high4all am 21.12.2025 16:28
Weder die eine, noch die andere Möglichkeit passt so richtig zu mir.

Natürlich gibt es Situationen, in denen ich mich im Rock wohler fühle als in Hose. Es kann auch umgekehrt sein.

Fernerhin kann es Situationen geben, in der ich mich wohl oder unwohl fühle. Egal, ob ich Rock oder Hose trage. Das ist völlig losgelöst von der Kleidung, die ich trage. Wenn ich mich unter Menschen befinde, mit denen ich mich gut verstehe, ist es egal, ob ich Rock oder Hose trage. Und wenn ich in Gesellschaft von Menschen bin, bei denen es mir kalt den Rücken hinunter läuft, ist das bei Rock oder Hose identisch.

Die Entscheidung, welche Hülle ich wähle, hat wenig mit Lust zu tun. Eher mit praktischen Erwägungen wie Witterung, Anlass, Vorhaben. Wenn ich große Lust verspüre, dann wähle ich besondere Looks, die über das Alltägliche hinaus gehen. Kleid, Rock, Hose ist zweitrangig, es muss dann nur etwas Besonderes sein.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Albis am 21.12.2025 21:16
Interessante Fragestellung. Auch ich trage Rock in der Regel nur in Situationen, in den ich mich voraussichtlich wohlfühlen und keinen Stress zu erwarten habe. Die Frage, ob man sich / ich mich im Rock wohler fühle als im Rock sehe ich dennoch unabhängig von der Frage, in welchen Situationen ich Rock trage.

LG, Albis
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: ChrisBB am 21.12.2025 21:59
Hallo Cephalus,

ich gehöre wohl auch eher zur zweiten Gruppe.

Zum Beispiel wenn ich mich - wie am Donnerstag - mit chris-s treffe. Wir haben Leute studiert, die unsere Röcke bemerkt haben. Aber auf die Aufforderung "Sie dürfen es ruhig sagen, wenn Sie das schön finden." kam keine besondere Antwort (wäre wahrscheinlich im Rheinland anders gelaufen als in Stuttgart).

Gruß,
ChrisBB
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirt-Man am 22.12.2025 14:51
Für mich entscheidet der Anlass und meine Laune, ob ich Rock oder Hose anziehe.
Wobei ich meine Laune auch schonmal über den Anlass setze und mich zwinge einen passenden Rock zu tragen, um meinen inneren Schweinehund zu überwinden.
Ich fühle mich in Röcken einfach wohler.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 23.12.2025 01:23
...
Zum Beispiel wenn ich mich - wie am Donnerstag - mit chris-s treffe. Wir haben Leute studiert, die unsere Röcke bemerkt haben. Aber auf die Aufforderung "Sie dürfen es ruhig sagen, wenn Sie das schön finden." kam keine besondere Antwort (wäre wahrscheinlich im Rheinland anders gelaufen als in Stuttgart).

Gruß,
ChrisBB

Einen Tag später, am Freitag, waren auch wieder zwei Rock-Männer auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt unterwegs. Vielleicht lesen wir ja noch einen kleinen Erlebnisbericht davon hier im Forum.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 23.12.2025 01:32

Die eine Gruppe, braucht einen Rock um sich wohl zu fühlen.
Keinen Rock oder kein Kleid zu tragen löst Unwohlbefinden aus.


Eine andere Gruppe, zu der ich mich zähle, mag Röcke nur tragen, wenn sie sich in eine angenehmen, unbelasteten Situation befinden. Also erst, wenn alles Relevante im Umfeld passt, ist Kapazität für den Rock.



Kleidung zu tragen ist in unserer Gesellschaft ein notwendiges Übel. (Mir macht das sogar Spaß, mit der richtigen Kleidung.)

Essen und Trinken ist ebenso ein alltägliches Übel. (Mir macht beides sogar auch Spaß, mit dem richtigen Essen, dem richtigen Trinken, oder mit den richtigen Leuten.)

Essen und Trinken macht man sowohl in vorhersehbar angenehmen Situationen wie in nicht ganz unbelasteten Situationen. Also kann man Kleidung auch tragen in allen Situationen.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 23.12.2025 08:43
Es gibt zwar auch Situationen, in denen ich mich in Hosen wohlfühle, wie neulich bei der Gartenarbeit, aber das sind dann eben Situationen, in denen Hosen praktischer sind und nicht Situationen, in denen von mir erwartet wird, dass ich Hosen trage. Ich empfinde eine solche Erwartung inzwischen als unangemessen übergriffig. Und deswegen würde ich mich dann nicht wohlfühlen.

Röcke zu tragen ist ein Wunsch, den ich zu lange unerfüllt in mir getragen habe, als dass ich jetzt aufgrund von Erwartungen anderer Menschen, die mich auch nicht fragen, welche Kleidung ich von ihnen erwarte, darauf verzichten möchte. Und meine Erfahrung ist, dass ich oft wohl auch zwar annehmen würde, dass eine solche Erwartung vorliegt, dass sie aber gar nicht vorhanden ist. Ich werde also im Rock genau so respektiert und akzeptiert oder zumindest toleriert wie in Hosen. Warum sollte ich mich also unwohl fühlen?

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 04.03.2026 13:15
Bemerkenswert, dass dieser Thread nicht weiter mit sinnvollen Inhalten von Forumskollegen gefüllt wurde.

Ich brauche Rock oder Kleid, um mich körperlich und somit auch emotional wie geistig wohlzufühlen. Ich muss lange darüber nachdenken, wann ich mich mal wegen Rock oder Kleid das letzte Mal nicht wohlgefühlt habe. Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger fällt mir ein. Früher kam das mal vor, wenn ich weit und breit oder in einer Gruppe der einzige Mensch war, der keine Hose trug. Mittlerweile ist mir das sowas von egal. Darüber hinaus fühle ich mich freilich unter weiteren Menschen ohne Hosen noch wohler, ja, das geht schon in Richtung sich glücklich fühlen.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Stefan 21717 am 04.03.2026 13:16
Hallo,
„Ich finde es spannend, wie unterschiedlich das empfunden wird. Für mich ist ein Rock kein Muss, sondern eine Option. An manchen Tagen fühlt es sich genau richtig an, an anderen nicht. Diese Freiheit ist für mich der entscheidende Punkt.“
LG Stefan
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 04.03.2026 13:18
Oh, ja, Stefan,

Deinen letzten Satz kann ich ganz dick unterschreiben!
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Lars am 04.03.2026 17:58
„Für mich ist ein Rock kein Muss, sondern eine Option. An manchen Tagen fühlt es sich genau richtig an, an anderen nicht. Diese Freiheit ist für mich der entscheidende Punkt.“

Exakt so sehe ich das auch.
Ich muss keinen Rock tragen, aber ich kann ...
 
Viele Grüße,
Lars
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 04.03.2026 19:21
Schön wäre es, wenn alle Männer unserer Gesellschaft wüssten, dass sie Rock tragen können und dürfen.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Stefan 21717 am 04.03.2026 19:59
Schön wäre es, wenn alle Männer unserer Gesellschaft wüssten, dass sie Rock tragen können und dürfen.

LG, Micha

Vielleicht ist es unwissenhet oder eher die macht der Gewohnheit. Wir hinterfragen selten das, womit wir groß geworden sind. Und wer mit Hosen zufrieden ist, sieht meist keinen Anlass, etwas anderes auszuprobieren.
LG Stefan
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 05.03.2026 00:54
Ja, ja, lieber Stefan, die Macht der Gewohnheit. Womit wir zufrieden sind, hinterfragen wir selten.
Ich wünsche mir aber, dass diese Gewohnheit aufgebrochen wird und dass, wer lieber Hosen trägt, das in dem Bewusstsein tut, dass er auch problemlos Röcke tragen könnte, wenn er wollte, dass es also keinen gesellschaftlichen Druck gäbe, der ihn zum Hosentragen zwingen würde oder der verhindert, dass er auf andere Gedanken kommt.

Wir sind in den letzten 20 Jahren diesem Ziel ein wenig näher gekommen, denke ich.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Stefan 21717 am 05.03.2026 05:17
Hallo Micha,
„Genau das Bewusstsein ist der Punkt. Nicht jeder muss Röcke tragen, aber jeder sollte wissen, dass er es könnte. Wenn die Entscheidung frei ist, ist am Ende beides völlig in Ordnung.“
„Vielleicht ist der größte Fortschritt gar nicht, dass mehr Männer Röcke tragen, sondern dass es irgendwann keine besondere Erwähnung mehr wert ist. Dann wäre das Thema wirklich entspannt.“⁹
LG Stefan  :)
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 05.03.2026 08:25
Genau so sehe ich es auch, lieber Stefan!


LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Kim70 am 05.03.2026 11:20
Hallo Micha,
„Genau das Bewusstsein ist der Punkt. Nicht jeder muss Röcke tragen, aber jeder sollte wissen, dass er es könnte. Wenn die Entscheidung frei ist, ist am Ende beides völlig in Ordnung.“
„Vielleicht ist der größte Fortschritt gar nicht, dass mehr Männer Röcke tragen, sondern dass es irgendwann keine besondere Erwähnung mehr wert ist. Dann wäre das Thema wirklich entspannt.“⁹
LG Stefan  :)

Ja, definitiv.
Aber das reine Wissen existiert bereits weitestgehend bei den Menschen.

Es muss emotional verinnerlicht werden und nicht nur eine kognitive Leistung darstellen. Erst dann ist die Entscheidung wirklich frei.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 05.03.2026 11:30
Ganz genau, lieber Kim. Es muss emotionales Wissen sein: Ein Gefühl dafür, dass es völlig normal ist, frei zwischen Hose und Rock zu wählen und ein Gefühl dafür, dass es völlig in Ordnung ist, sich in einem Rock oder einem Kleid genau so frei und normal in der Öffentlichkeit zu bewegen, wie in einer Hose, auch wenn man dann die Hose wählen sollte.

Die meisten Männer haben bei der Vorstellung, einen Rock anzuziehen sicher noch immer das Gefühl, etwas Verbotenes oder zumindest Schrägangesehenes zu machen. Dieses Gefühl darf nicht mehr vorhanden sein.

Die Frage nach der Freiheit lasse ich jetzt aber mal außen vor. Sie ist zu komplex.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Stefan 21717 am 05.03.2026 12:58


Die meisten Männer haben bei der Vorstellung, einen Rock anzuziehen sicher noch immer das Gefühl, etwas Verbotenes oder zumindest Schrägangesehenes zu machen. Dieses Gefühl darf nicht mehr vorhanden sein.



LG, Micha

Ja, so sehe ich  das auch. Sind wir da wirklich weiter vorran gekommen. So wie Micha schon Schrieb?


Wir sind in den letzten 20 Jahren diesem Ziel ein wenig näher gekommen, denke ich.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: BerlinerKerl am 05.03.2026 13:11
Weder die eine, noch die andere Möglichkeit passt so richtig zu mir.

Natürlich gibt es Situationen, in denen ich mich im Rock wohler fühle als in Hose. Es kann auch umgekehrt sein.

Fernerhin kann es Situationen geben, in der ich mich wohl oder unwohl fühle. Egal, ob ich Rock oder Hose trage. Das ist völlig losgelöst von der Kleidung, die ich trage. Wenn ich mich unter Menschen befinde, mit denen ich mich gut verstehe, ist es egal, ob ich Rock oder Hose trage. Und wenn ich in Gesellschaft von Menschen bin, bei denen es mir kalt den Rücken hinunter läuft, ist das bei Rock oder Hose identisch.

Die Entscheidung, welche Hülle ich wähle, hat wenig mit Lust zu tun. Eher mit praktischen Erwägungen wie Witterung, Anlass, Vorhaben. Wenn ich große Lust verspüre, dann wähle ich besondere Looks, die über das Alltägliche hinaus gehen. Kleid, Rock, Hose ist zweitrangig, es muss dann nur etwas Besonderes sein.

Dem kann ich mich vorbehaltlos anschließen.
Danke für den Beitrag
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Kim70 am 05.03.2026 15:21

Ja, so sehe ich  das auch. Sind wir da wirklich weiter vorran gekommen. So wie Micha schon Schrieb?


Die Gesellschaft kaum, einzelne sind auf einem guten Weg, manche bereits am Ziel.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 05.03.2026 15:53
Ich meine schon, und zwar deshalb, weil man, anders als vor 20 Jahren, kaum noch darauf angesprochen wird, dass ich einen Rock trage, und wenn ich selbst das Thema darauf bringe, die Antwort bekomme, das sei doch völlig in Ordnung und eigentlich keiner Bemerkung wert. (So Erlebnisse wie mit der Frau, die meinte, Gott sei dagegen, gibt es immer noch, sind aber die Ausnahme.)

Und die hier im Forum geschilderten Erlebnisse vom völlig normalen Rockkauf in Geschäften mit freundlicher Bedienung.

Ich denke, in den Köpfen ist es vielfach angekommen, dass Männer auch Röcke tragen, aber in der aktiven Gefühlsgewohnheit der meisten Männer noch nicht.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Stanley McLeod am 09.06.2026 21:11
Ich wollte auch noch meinen Senf dazu geben.

Persönlich bin ich ja gerade erst dabei, anzufangen mich in dem Thema zu bewegen.

Ich sehe es aber ähnlich, dass es das Ziel sein sollte, dass ein Forum wie dieses letztlich nicht mehr nötig ist bzw. es sich dann eher um Details wie Outfits, Kaufempfehlungen o.Ä. geht. So wie es die Damenwelt vermutlich an anderer Stelle ja auch schon macht. Und die Gesellschaft, insbesondere auch die Männer merken, dass es letztlich nicht darauf ankommt, ob man(n) Rock, Kleid oder Hose trägt. Subjektiv habe ich die Wahrnehmung, dass wir davon aber noch weit entfernt sind.

Für mich erhoffe ich, dass ich da hin komme, dass ich die Freiheit habe zu entscheiden, ob Hose, Rock, Kleid oder was auch immer sich gerade passend und richtig anfühlt.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 09.06.2026 22:18
Neulich sah ich im Fernsehen einen Politiker mit üblichem grauen Jackett über blauem Hemd oder so Interviewt von einer Journalistin im gelben Kleid oder Oberteil. Ich meinte, es sei doch komisch, dass diese Frau so was schönes Gelbes tragen dürfe, der Mann aber immer Grau, Blau oder Schwarz tragen müsse. Es war ein Freund mit vor dem Fernseher, der meinte, wenn der Politiker jetzt ein gelbes Jackett tragen würde, würden alle ihre Aufmerksamkeit darauf lenken und nicht mehr auf das, was er sagt. Ich stimmte zu und meinte, das müsse aber gar nicht so sein, denn bei der Frau acht man ja auch darauf was sie sagt. Er meinte, Frauen hätten da eben mehr Möglichkeiten, aber ein Mann würde darin wie ein Clown wirken. Er regte sich dann darüber auf, dass ich überhaupt das Thema angefangen hätte, denn das sei ja gar nicht das Thema dieses Beitrages. Es sei doch ganz egal, was jemand anhabe. Ich meinte, wenn es egal wäre, würde er sich nicht so darüber aufregen und dann würden auch alle zuhören. Nur weil es nicht egal ist, rege er sich auf über meine Vorstellung, der Politiker könne auch was Gelbes tragen, so wie früher mal eine Parteigenosse von ihm auch immer einen gelben Pullover getragen haben. Wir beide eskalierten unsere Diskussion, bis wir erschöpft aufgaben, dem je anderen die eigene Position verständlich machen zu wollen.

Ja, wir sind bei allen Fortschritten der letzten Jahre noch recht weit davon entfernt, dass Männer so frei in der Wahl der Kleidung sind, wie die Frauen.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: cephalus am 09.06.2026 23:36
Ja, wir sind bei allen Fortschritten der letzten Jahre noch recht weit davon entfernt, dass Männer so frei in der Wahl der Kleidung sind, wie die Frauen.

Ja und nein.

Die Menschen müssen sich zuerst an das gewöhnen, was für sie neu ist, aber dann bewerten sie die Kleidung bei Männern und Frauen äquivalent.

In der letzten Zeit habe ich einiges aus meinem Kleiderscjrank gekramt, das mir bislang zu bunt, zu feminin hder zu auffällig war:

Kleider, bunte Röcke, Schmuck, oder ungewöhnliche Schnitte.

Was ist passiert? Meine Kleidung wurde relevanter, rückte mehr in den Mittelpunkt, im selben Rahmen wie das bei Frauen ist. Schöner Rock, passendes Top, tolles Kleid, gelungene Kombi...

Selbst meine, zu Kleidungsthemen meist schweigende Frau hatte einige Kommentare/Komplimente auf den Lippen, vor allem zu, in meinen Augen, eher (zu) femininen Stücken.

Allgemein habe ich, nach kurzer anfänglicher Scheu die gleichen Reaktionen auf meine Outfits erhalten, die eine Frau auch erhalten hätte.

Natürlich gibt es Leute, die etwas brauchen um mit der ungewohnten Verpackung klar zu kommen, aber am Ende ist man nicht der Clown, sondern der starke selbstbewusste Typ, der es sich leisten kann, an Regeln und Normen in Frage zu stellen, oder ad absurdum zu führen.


Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: MAS am 09.06.2026 23:49
Ja sicher, lieber Cephalus. Nun ist mein besagter Freund auch eher konservativ, der auch mein Röcketragen eher zu tolerieren scheint, als dass er es begrüßt. Und wenn ich das Thema auf Kleidung bringe, ist er genervt.

LG, Micha
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Uckermärker am 10.06.2026 00:19
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... Ich gehöre wohl zur ersten Gruppe ...

Ja, es braucht Zeit, bis sich unsere Umgebung an unser Rock tragen gewöhnt. Und je mehr wir unseren Stil finden und weiter entwickeln, gibt es sogar Anerkennung.

Als ich im Juli 2022 mit meiner "Rock-Karriere" gestartet bin, wollte ich herausfinden, wie viele Tage ich schaffe durchgehend nur Rock zutragen - nach 80 Tagen war ich schon richtig happy.

Und ich wollte wissen, wie lange die Gewöhnung an Röcke dauert - bis ich nicht mehr darüber nachdenke, dass ich Rock trage.

Im Oktober 2022 wollten wir mehrere TV Geräte an ein Hotel liefern und da dachte ich, zumal es nun kühler wurde, trage ich doch mal wieder eine Jeans. Ich musste feststellen: mein Körper hatte sich jetzt so an das Rock tragen gewöhnt, dass ich mich in Hosen nun unwohl gefühlt habe - einfach weil Hosen nicht so bequem und angenehm zu tragen sind, wie ein Rock.

Ich würde es so formulieren, ich fühle mich wohl, wenn ich bequeme Kleidung trage (egal ob Hose oder Rock). Doch da ich bisher keine wirklich bequeme Hose gefunden habe, die so bequem ist wie ein Rock, sind Hosen für mich keine wirkliche Option mehr.

Gut, letztens war ich auf unserem staubigen Spitzboden. Für diesen Moment habe ich doch lieber eine alte Hose getragen (dort kann man nicht stehen, sondern man kommt nur auf allen Vieren vorwärts) ;)

VG Jens
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 10.06.2026 00:30
Zu der Geschichte von Jens:

Ja, es gibt Momente, in denen eine Hose unschlagbar praktisch ist.

Es gibt auch Momente, in denen eine Regenjacke unschlagbar praktisch ist und wir uns eine Kapuze aufsetzen und sie fest zuschnüren. Wobei in den meisten Momenten diese Kapuze so auf dem Kopf unsäglich unpraktisch ist.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Skirtedman am 10.06.2026 01:22
Mich stimmen die Schilderungen von Cephalus und von Jens froh. Und ja, auch mir wird Bewunderung zuteil, auch mir wird oft Selbstbewusstsein unterstellt. Was ich auch sicherlich deutlich hinzugewonnen habe, wenn ich es mit meiner früheren hosendominierten Zeit vergleiche.

Jedoch stimmt mich die Diskussion von Micha mit seinem erwähnten Freund traurig. Denn sie offenbart einige Denkschmata, mit denen ich vereinzelt immer mal wieder in Berührung gekommen bin in den letzten Jahrzehnten, und die vermutlich weitestgehend noch zumeist unausgesprochen vorherrschen:

A) Ein Mann muss mit Kompetenz überzeugen, kein modischer Schnickschnack soll davon ablenken.

Nach diesem Kernsatz wird im Berufsleben noch immer weitreichend agiert. Dieser Kernsatz neben ein paar ähnlichen wird auch unter der Hand vor allem in höheren Hierarchieebenen gehandelt und verbreitet. Spätestens dort, wo Anzüge vorherrschen, wird Individualismus im Erscheinungsbild drastisch reduziert und sich einer Art ziviler Uniform untergeordnet.

Zwischenfrage: Warum gilt das nicht auch für Frauen?
Zwischenruf von mir: Obwohl wir seit fünfzig Jahren von der Gleichberechtigung der Frauen zu den Männern reden und sicherlich sehr, sehr vieles erreicht worden ist, ist aber doch ganz viel noch immer in eigentlich überkommenen Schemen stecken geblieben.

B) Es reicht nicht, wenn eine Frau mit Kompetenz überzeugt; von einer Frau wird erwartet, dass sie zusätzlich noch ein Schmuckstück ist.

Dieses Denkschema begegnete mir immer wieder. Wer sich diesen Kernsatz genauer ansieht, muss zu dem Ergebnis kommen, dass Frauen demnach noch immer unter enormen Druck stehen, optisch zu gefallen. Das schließt das ein, was wir Rockträger uns womöglich wünschen: mehr Ausdrucksmöglichkeiten, mehr Wahlfreiheiten - aber für Frauen bedeutet dies, unentwegt sich optisch herauszuputzen.
Mich brachte die Aussage einer nahestehenden Freundin einer meiner Ex-Freundinnen fast zur Weißglut (und bringt es eigentlich heute noch, obwohl dies bald 20 Jahre her ist): "Ihr Männer dürft Anzug tragen." So spitzte sie genau dieses Denkschema zu, und berichtete von der Not, Haare, Makeup usw. und die richtige Ausschnittgröße für den jeweiligen Anlass abzustimmen. Es klang Neid aus ihren Worten, dass Männer sich einfach hinter formalen, fast uniformierten Standards verstecken können.

Wenn der Kernsatz B) noch immer sehr wirksam ist, dann ist das Zusammenarbeiten von Mann und Frau wohl noch immer extrem sexualisiert. Vielleicht darf man das so nicht mehr aussprechen, aber im Grunde wäre das noch immer sehr, sehr weit am Anfang von jeglicher Gleichstellung von Mann und Frau.

Hm. Und ja, wenn man beobachtet, da scheint ja wohl der Hase im Pfeffer zu liegen. Denn, warum laufen denn die Männer noch immer nach all den Jahrzehnten nur in Hosen herum? Es sind tatsächlich wohl Prinzipien am wirken, die noch immer mehr sexualisieren als jeglicher Gleichberechtigungsaufruf eigentlich gestatten dürfte.

Ich, als derjenige, der sich in seiner Kleidungswahl beeinträchtigt sieht, wenn man mir die Hosenkleidung aufgrund meines Geschlechts zuschreiben wollte, ich sehe mich darin benachteiligt und somit als diskriminiert aufgrund meines Geschlechts. Frauen mit dem Denkansatz gemäß B) interpretieren das anders, dass sie eben benachteiligt sind aufgrund ihres Geschlechts.

Und ich glaube A) und B) sind zwei tiefsitzende Denkschemata, die vom Berufsleben bis weit in die private Sphäre hinein tief festsitzen und letztlich blockieren, dass sich irgendetwas daran ändert.


Demgegenüber sind eben die Schilderungen von Cephalus und Jens durchaus Lichtblicke (und ich bin bei meinem Lichtblick ja auch schon ziemlich gut angekommen), die zeigen, wie ein ewiges Verharren auf verkrustete Denkschamata aufgebrochen werden kann. Und ja, Micha mit seiner Präsenz im Rock im Arbeitsleben ist ja auch ein leuchtendes Beispiel, das er auch gerade an junge Erwachsene als Impuls weitergeben kann.

Ja, ihr habt recht: die Gewöhnung an zunächst ungewohnte Ausdrucksformen ist möglich. Vielleicht haben selbst wir den Punk, die Dark Gothics, die Rocker oder Lack und Leder oder was auch immer bis heute noch nicht ästhetisch gutgeheißen, aber ein bisschen haben wir uns doch an alles auch gewöhnen können. Und so geht es anderen Leuten auch, die Männer in Röcken nicht unbedingt gutheißen, aber die Gewöhnung macht das Maß der Akzeptanz.

Darum komme ich auch hier wieder nach all Euren Geschichten erneut zu dem Ergebnis, dass es wichtig ist, dass wir sichtbar sind und uns nicht zuhause hinter Mauern verstecken. Nur so kann Gewöhnung geschehen.

Man muss nicht stolz darauf sein, sich im Rock auf die Straße zu trauen. Aber man sollte bedauern, wenn man sich nicht im Rock auf die Straße traut. Denn dann bliebe alles beim Alten.
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: Albis am 10.06.2026 20:21
Ja, ihr habt recht: die Gewöhnung an zunächst ungewohnte Ausdrucksformen ist möglich. Vielleicht haben selbst wir den Punk, die Dark Gothics, die Rocker oder Lack und Leder oder was auch immer bis heute noch nicht ästhetisch gutgeheißen, aber ein bisschen haben wir uns doch an alles auch gewöhnen können. Und so geht es anderen Leuten auch, die Männer in Röcken nicht unbedingt gutheißen, aber die Gewöhnung macht das Maß der Akzeptanz.

Mir geht es so, dass ich mich immer freue, wenn ich einen außergewöhnlich aussehenden Menschen sehe. Das muss kein Mann im Rock sein, es reicht, wenn der Mensch einfach bestehende Konventionen wie die, die Du beschreibst, Skirtedman, hinter sich lässt. Das gibt mir dann auch wieder ein bisschen Mut und trägt zum Wohlfühlen im Rock bei (um beim Thema zu bleiben  ;) )

LG, Albis
Titel: Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
Beitrag von: JoHa am 12.06.2026 21:59
Ich möchte auf meine subjektive, nicht irgendwie begründete Einstellung zum Wohlfühlen im Rock eingehen.
Zwar liebe ich es, manchmal mit Rock zu "provozieren", so war ich etliche Male mit Rock und FSH bei Anlässen, die von eher konservativen Menschen besucht wurden(Gemeinderat, Landkreis-Einladungen), erregte aber kein Aufsehen.
Die freundliche Einladung zum Schützenverein nahm ich lieber im Anzug wahr.(Feigling)
Ich mag es, die noch bestehenden Grenzen ein wenig zu überschreiten, will aber nicht zur Zielscheibe von alkoholgespeistem Machismus werden.
Ich merke, daß mein Gefühl zum Rock tendiert, aber nur dann zum Wohlgefühl wird, wenn ich nicht mit groben Angriffen rechnen muß