Autor Thema: Kinky Boots…  (Gelesen 338 mal)

Online Slothorpe

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Kinky Boots…
« am: 31.12.2025 14:06 »
Hallo,

wir, d.h. meine Frau und ich, waren gesten Abend im Musical Kinky Boots im Admiralspalast, Freunde hatte mir das zum 60ten geschenkt, weil sie es wohl recht passend fanden ;-)

Da ich High Heels sehr liebe und die Musik von Cindy Lauper geschrieben wurde, die ich sehr verehre, war ich auch wirklich gespannt, obwohl Musical sonst nicht mein Genre ist...

Standesgemäß bin ich im Lederrock und hohen Stiefeln, meine Frau im Kleid und hohen Stiefeln dort hin… natürlich mit den Öffentlichen…

Insgesamt sind wir da doch irgendwie ambivalent raus gegangen. Die Handlung ist zwar ganz Ok (will das hier nicht spoilern, falls Ihr da auch noch hin wollt) aber doch an vielen Stellen recht konventionell und klischeehaft. Der ganze Umgang mit dem Thema Crossdressing ist - naja klar, es ich ein Musical für die Massen - doch sehr auf die klassischen Travestie Bilder und Gags aufgebaut, wie wir sie auch aus vielen Filmen kennen. Die Hauptperson, Dargqueen Lola - die eigentlich eher Crossdresser ist -, muss sich natürlich meist sehr "campy" benehmen. Aber es gibt durchaus einige ganz gute und stimmige Momente und Dialoge, in denen das Klischeehafte etwas hinterfragt wird.

Die Musik ist halt auch typisch Musical, da hätte ich Cindy mehr zugetraut ;-) Aber immerhin sind die Gesangs- und Tanzszenen, gerade wenn die Bühne voller war, doch recht beeindruckend - ist ja auch ne Herausforderung für die Schauspielerinnen, gerade für die älteren, Singen und Tanzen gleichzeitig auf hohem Niveau sind schon zwei sehr unterschiedliche Dinge.

Das Publikum war das normale Musical Publikum, natürlich auch viele Touristen, jetzt über die Feiertage. Vorher, hinterher und in der Pause war ich eigentlich der einzige Crossdresser, den ich sah, außer mir noch ein Mann in Lederleggings und zum Musical passenden roten high Heels Boots.

Ist das Musical jetzt ein Beitrag um CD für "normalen" Menschen "normaler" zu machen oder einfach nur eine Form, sich zu amüsieren darüber, dass es Menschen gibt, die nicht in die Konventionen passen ? ich weiß es nicht.... Würde ich es empfehlen hinzugehen? Wer Musical ansich mag, macht da sicher nix falsch... aber ob ich persönlich fast 160€ - so viel hätten unsere 2 Karten gekostet und das waren nicht die besten Plätze - ausgeben würde? Eher nicht...

Btw: ich sehe gerade, dass es wohl Anfang Januar - vermutlich wegen schlechter Auslastung - Karten für 29€ geben soll...

Liebe Grüße
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Online Yoshi

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #1 am: 31.12.2025 16:50 »
Ich kenne nur den Film, auf dem dieses Musical beruht. Der kam vor gut zwanzig Jahren heraus und ich fand ihn damals zwar nicht besonders originell, aber ganz amüsant.

Offline Chris Schumann

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #2 am: 01.01.2026 03:33 »
Ich hab das Musical mit einigen anderen "Hochbeschuhten" bereits anfang 2018 in Hamburg besucht.
War ein toller abend. Aber die Handlung grundsätzlch, wie von Slothorpe beschrieben.

Überlege gerade trotzdem, in einigen Wochen nochmal hinzugehen, wenn Sie in Oberhausen aufschlagen...
Warte nur noch, ob der Preis evtl etwas fällt....  ;D
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Offline hirti

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #3 am: 01.01.2026 09:20 »
Danke für den Bericht, slothorpe!

Ich denke, so ein Musical wird geschrieben, um dem Publikum nette, leichte Unterhaltung zu bieten, aber nicht um die Welt zu verbessern. Insofern war wohl auch kein Statement für unsere Themen zu erwarten. Der Film habe ich vor vielen Jahren mal gesehen und fand ihn nett.

Ich kann mir vorstellen, dass er sich gut als Gelegenheit eignet für Männer, die einmal Heels ausführen möchten. Vermutlich macht man damit sogar den anderen Besuchern eine Freude, weit man zum Rahmen des Musicals beiträgt.Vermutlich unterstützt man damit aber auch das gebotene Klischee, weil wohl niemand sich vorstellen kann, dass wir das auch in Alltag tragen.


Online Slothorpe

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #4 am: 01.01.2026 10:00 »
Keine Frage, es wird halt etwas vollmundig als
„ Die berührende Geschichte über Mut, Selbstentfaltung und Zusammenhalt …. eine Show, die Mut macht, inspiriert und die Individualität feiert“ beworben, dazu ist es dann doch zu sehr in den Klischees vergangener Tage gefangen…

Ich war überrascht, außer mir nur einen Mann (und außer meiner Frau auch nur wenig Frauen) in hohen Schuhen zu sehen….
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Offline Skirtedman

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #5 am: 01.01.2026 20:57 »
Das Publikum war das normale Musical Publikum, natürlich auch viele Touristen, jetzt über die Feiertage. Vorher, hinterher und in der Pause war ich eigentlich der einzige Crossdresser, den ich sah, außer mir noch ein Mann in Lederleggings und zum Musical passenden roten high Heels Boots.

Ich habe Dich noch nie als Crossdresser wahrgenommen.

Ich musste erst mal bei Wikipedia nachschauen, um was es in diesem Musical geht. Und ich erfuhr, dass es ein reales Vorbild einer dementsprechend handelnden Schuhfabrik gibt.

Desweiteren verlinkt der betreffende Wikipedia-Artikel unter anderem auf die Wikipedia-Seite zum Crossdressing. Ich war bereits vor einigen Jahren erstaunt, dass die Wikipedia-Erläuterungen de facto nicht explizit auf die "Crossdresser-Szene" eingeht, bestenfalls an mehreren Textstellen wird diese Szene bzw. Vertreter davon beiläufig mitgemeint. Die aktuelle Version versucht sich noch "wissenschaftlicher". Die Seite wurde in ihrer Historie mehr als 300 Mal überarbeitet und u.a. viele Einträge wieder rückgängig gemacht. Die Wikipedia-Seite wirkt auf mich eher, als hätten in den Kernthesen des Artikels Soziologinnen ihr Wissen dazu aus Sekundärliteratur der 60er Jahre zusammengetragen.

Ich habe den Versionsverlauf und die verschiedenen Diskussionsebenen zur kollaborativen Erstellung von Wikipedia noch nicht vollständig durchblickt, fest steht jedenfalls, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt und das Selbstverständnis der Crossdresser-Szene quasi gar keinen Niederschlag findet.

Interessant finde ich zum Beispiel jene exemplarische Diskussionsformulierung:

Zitat
Aber Crossdressing ist NICHT GLEICH Transvestitismus. Dies sollte aus dem Artikel bereits hervorgehen. Wobei die US-Amerikaner in der Tat Crossdressing und Transvestitismus etwas näher legen (aber nicht ganz zusammen), wobei in Europa der Begriff weiter gefächert ist.
Diskussion zu Wikipedia-Artikel "Crossdressing"

Oder solch einen Diskussionsbeitrag:

Zitat
Der neue Absatz wurde von mir hinzugefügt, weil ich den vorhandenen Text respektieren wollte, jedoch die Klarstellung für wichtig halte, dass Cross-Dresser eben nicht ein seltsames Hobby haben, das sie bei Nichtgefallen zugunsten des Sammelns von Bierfilzen aufgeben. Sie sind vielmehr ebenso wie Transsexuelle, wenn auch in eventuell geringerer Ausprägung, Menschen mit gestörter Geschlechtsidentität, die mit dem Crossdressing inneren Bedürfnissen nachkommen.
Diskussion rund um den Wikipedia-Artikel "Cross-Dresser" (der inzwischen direkt auf "Crossdressing" umleitet)

Interessant auch einen Einblick in eine punktuelle Versionsgeschichte des Wikipedia-Artikels "Cross-Dresser", der insgesamt nicht mehr existiert, sondern - wie erwähnt - nur noch direkt zum Artikel "Crossdressing" weiterleitet:
Ausgewählter Versionsvergleich: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Cross-Dresser&diff=8832100&oldid=3504548
(am besten auf den Knopf "Visuell" klicken!)

Insofern, Slothorpe, kannst Du Dich beruhigt von Deiner Eigenbezeichnung als Crossdresser lösen, denn Du triffst vielleicht im soziologischen Sinne diese Kategorie, in der Lebensrealität bist Du eher im grauen Umgebungsbereich der Crossdresser-Community zu verorten, sofern Du überhaupt dort zugehörig bist.

Gleichwohl trägst Du Schuhe, die gängigerweise nicht in Deiner Schuhgröße angefertigt werden, und somit zählst Du also ebenso zum Käuferkreis jener Schuhwaren, die die Schuhfabrik aus dem Musical produziert.

Zur weiteren Vertiefung in puncto Eigenverständnis der Crossdresser-Community lassen sich etliche Foren und ähnliches im Internet finden. Ich habe mal jene erhellende Quellen ausgesucht:
http://crossdress.transgender.at/018f81931910bea01/018f81931910cb91c/index.html
https://www.lilli.ch/crossdressing
https://darialena.jimdofree.com/cross-dressing/warum-cross-dressing/
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Offline Skirtedman

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #6 am: 01.01.2026 21:34 »
Dazu fällt mir noch jenes Diskussionszitat auf der Plattform Quora in die Hände:

Zitat
Du solltest einen (Rock) tragen und damit einen Trend in deiner Gegend auslösen! Animiere deine Freunde, mitzumachen. Du betreibst kein „Crossdressing“ (du versuchst also nicht, dich als Frau auszugeben oder als solche durchzugehen), also mach dir darüber keine Gedanken. Es braucht einen selbstbewussten Mann, der einen Rock trägt, bevor er wieder in Mode kommt.
Quelle: Quora ("more" klicken!)

Noch eine andere Stelle fällt mir ein, die ich gerade nicht zur Hand habe, wo auch ein röckeliebender Mann in Abgrenzung zu den vielen Mitdiskutanten erwähnt, dass oft eben CD in diesen Diskussionen mit teilhaben, die aber in der Öffentlichkeit möglichst als Frau erkannt (bzw. durchgehen) wollen. Und in der Tat ist es bei der Plattform Quora eben so, das sich einige Kommentare zunächst ganz in unserem Sinne lesen (z.B. à la "Als Mann kann man ganz ungehindert in der Öffentlichkeit Röcke tragen"), aber dann am Ende doch deutlich wird, dass sie eben als hübsche Frau angesehen werden wollen. Oftmals zeigt es dann spätestens ein angehängtes Bild, dass sie von was ganz anderem reden.
Vermutlich verbirgt sich die betreffende Stelle irgendwo da:
https://www.quora.com/Why-did-men-largely-stop-wearing-dress-skirt-style-clothing-while-women-continued-to-do-so?no_redirect=1

Ah, ich denke, ich bin der Stelle auf der Spur:
Zitat
Yes, we also have crossdressers. These are guys who want to appear female. We have many here on Quora—thoroughly decent people with no intent to harm anyone who enjoys a different way of dressing. Most of them look fantastic as well.
Quelle: Quora ("more" klicken!)
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Online Slothorpe

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #7 am: Gestern um 20:19 »
In meinen Augen ist man, wenn man als Mann Kleider, Röcke, hohe Schuhe trägt in jedem Fall „Crossdresser“, weil man Kleidung trägt die mit dem anderen Geschlecht assoziiert wird, egal warum…

Ich weiß, hier ist es vielen wichtig, „ganz normale Männer“ zu sein, die nur zufällig „gerne Röcke tragen“, ich halte das für ziemlichen Quatsch.

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Offline SW Michl

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« Antwort #8 am: Gestern um 20:48 »
Na, dann würden mich deine Beweggründe für deine tollen Outfits mal interessieren, falls du Lust hast, etwas darüber zu sagen.

Falls du das schon mal geschrieben hast, gerne auch nur als Verweis.

Offline Chris Schumann

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #9 am: Gestern um 23:45 »
Ich kann Slothorpe auch hier nur Recht geben, sehe das genauso...

Auch ich bediene mich häufig in der "Damenabteilung". Somit ist das irgendwo "Crossdressing". Für die meisten.
Für mich ist es eher: "Warum hängen die schönen Sachen alle in der falschen Abteilung?"  ???

Mir ist das aber egal, ich geh halt dann einfach bei den Mädels shoppen. Machen die umgekehrt ja auch ganz ungeniert...


Und zu den Beweggründen kann ich von mir sagen:
Ich mag das einfach! Zum Beispiel im Sommer einen schönen Rock bzw ein luftiges Kleid? - Her damit!
Oder auch wenn man sich abends mal etwas rausputzen möchte: Mit nem kleinen Schwarzen biste immer gut gekleidet...

Aber mir ist es auch wichtig, wie manchen anderen, immernoch als MANN erkannt zu werden...
Sprich: Ich hab zwar durchaus lackierte Nägel, Kleid/Rock und High Heels...
...aber spätestens am Kopf erkennt man klar einen Mann!
Keine Perücke, keine falschen Brüste und kein Make-Up...

ManN wird doch tragen dürfen, was ManN gefällt  ;D
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Offline Skirtedman

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« Antwort #10 am: Gestern um 23:48 »
Nein, für die meisten Leute da draussen ist das kein Crossdressing. Denn die kennen diesen Begriff gar nicht. Und sie sind auch nicht auf der Suche, dafür einen Begriff zu finden.

Ich weiß, hier ist es vielen wichtig, „ganz normale Männer“ zu sein, die nur zufällig „gerne Röcke tragen“, ich halte das für ziemlichen Quatsch.

Ich kenne etliche Frauen, die "ganz normale Frauen" sind, die nur zufällig "gerne Hosen tragen". Das halte ich so gesehen für gar keinen Quatsch. Genau genommen halte ich die Begeisterung für Hosen aber doch insgesamt für ziemlichen Quatsch, also so rein persönlich aus meinem Empfinden heraus. Und besonders die Fixiertheit der Männer auf Hosen halte ich für extremen Quatsch.

Genau, wie wenn wir Frauen von Kindesbeinen an und ihr ganzes Leben lang einreden würden, dass sie alles trinken dürfen nur keinen Alkohol. Aber Männer dürften alles trinken, auch Alkohol. Das wäre ebenso extremer Quatsch.
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Offline Chris Schumann

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« Antwort #11 am: Heute um 00:04 »
Früher kannte den Begriff wohl wirklich kaum jemand.... - aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....
Ich denke das ist mittlerweile durchaus bekannt....
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Offline Skirtedman

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« Antwort #12 am: Heute um 00:18 »
Im Öffentlich-Rechtlichen...

Tatsächlich!? Dann schaust Du andere Sendungen als ich.
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« Antwort #13 am: Heute um 00:47 »
Wenn man auf zdf.de "Crossdressing" als Suchbegriff eingibt, findet man derzeit zwei Beiträge: https://www.zdf.de/suche?q=Crossdressing und bei ardmediathek.de dieselben zwei:
https://www.ardmediathek.de/suche/Crossdressing.

"Hoch und runter" ist das nicht, aber vorhanden ist der Begriff dennoch.

LG, Micha
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Online Slothorpe

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« Antwort #14 am: Heute um 09:00 »
Die meisten Menschen, mit denen ich darüber spreche, benennen das was ich tue als Crossdressing, ich selbst auch, weil es das ganz gut beschreibt…. Etwas tragen, was konventionell dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird…. Ob das jetzt in den Medien großartig vorkommt? Weiß ich nicht, interessiert mich auch nicht wirklich, ich konsumiere zu wenig davon…

Der Vergleich mit Frauen, die Hosen tragen passt heute nicht mehr, weil Hosen eben keine geschlechtspezifische Zuschreibung mehr haben,. Es gibt ja eigentlich keine Kleidung mehr, die eindeutig nur männlich wäre… vielleicht noch ein klassischer Smoking, das würde bei einer Frau vielleicht noch wahrgenommen werden… Das war vor 100 Jahren noch anders, da wurden Frauen in Hosen durchaus als Crossdresserinnen (damals sagte man noch Transvestistinnen) wahrgenommen.

Was meine Beweggründe angeht, dann ist das relativ einfach, ich fühle mich so ersten wohl und zweitens habe ich das schon als Kind geliebt, (heimlich) die Kleider, Röcke und hohe Schuhe meiner Mutter und später Schwester anzuziehen… ohne das ich deswegen eindeutig eine Frau sein wollte.

Wer als erkennbarer Mann in Rock, Kleid, hohen Schuhen usw. raus geht, der muss damit klarkommen, dass ihn die (wenigen) Menschen, denen das auffällt, als jemand wahrnehmen, der bewusst Frauen-(assoziierte)-Kleidung trägt, also Crossdresser ist.

Ich glaube nicht, dass es uns gelingt, den Rock als „normal“ für Männer zu etablieren und ich fände das sogar langweilig. Ich finde es völlig Ok, wenn wir etablieren, dass man „etwas anders“ sein kann ohne ein durchgeknallter Spinner oder „Perversling“ zu sein…
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