Ihr Lieben,
ich möchte nochmal betonen, dass ich mit Zwurg und Skirt-Man eine rein sachliche Diskussion führe, die wir drei ohne jeden Gram gegeneinander führen. Jeder von uns hat seine Perspektive, keiner von uns hat zu 100% alleine recht. Es gibt zwar Fakten, die anderes zu bewerten sind als bloße Meinungen, aber zu diesen Fakten haben wir nicht so einfach Zugang. Dazu zählen die Statistiken. Statistiken geben aber auch keine rein objektive Wahrheit wieder, sondern welche Parameter man erhebt, welche Fragen man stellt usw. hängt vom jeweiligen Forschungsinteresse ab. Und kann auch politisch motiviert sein. Auch die Darstellung kann so motiviert sein, dass man bei mit Statistik nicht vertrauten Leser:innen keine falschen Assoziationen weckt. Ausländerfeindlichkeit bzw. Fremdenhass ist so alt wie die Menschheit. Und es kann sein, dass das was Skirt-Man als "beschönigen" bezeichnet eine Darstellung ist, die eben den Sinn hat, dem Ausländerhass vorzubeugen. Ob dann Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit nur als Deutsche gezählt werden, damit die Zahl der Ausländer geringer erscheint, weiß ich nicht. Korrekterweise müssten sie als Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit eine eigene Gruppe bilden. Das meine ich zumindest. Aber ich weiß es nicht.
Und dann grätscht der Berliner Kerl dazwischen, beschimpft mich als einen, der eine Gefolgschaft will und immer recht haben will usw. und schickt Slothorpe noch einen hämischen Gruß hinterher. Ich empfinde seinen Umgangston inzwischen als unerträglich.
Lieber Wolfgang,
ich habe mich mit Menschen unterhalten, die gleichzeitig die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft haben. Für sie ist es wichtig, die Wurzeln in ihrem Herkunftsland neben der Zugehörigkeit zur neuen Heimat zu behalten. Es kann ja sein, dass sie auch mal wieder zurück wollen. Das ist leichter, wenn sie die Staatsangehörigkeit noch haben. Ich habe damit kein Problem. Steuern zahlen sie, wo sie arbeiten und wohnen. Die Wehrplicht in der Türkei kann ein Problem sein. Da können sie zwangseingezogen werden, wenn sie in die Türkei reisen. Mit dem Risiko müssen sie leben.
Sollte es zu einer Krise zwischen beiden Ländern kommen, müssen sie sehen, wie sie damit umgehen. Das ist alles nicht unproblematisch, aber ich sehe es doch so, dass man die doppelte Staatsangehörigkeit als eine Form der Verbundenheit zu zwei Ländern sehen kann. Solche Menschen können wichtige Brückenbauer:innen sein.
Und Wolfgang, ich weiß, dass Du kein Nationalist bist.
LG, Micha