Ich habe auch schon manchmal die Schn... voll gehabt und war kurz davor, das Forum zu verlassen. Ich fühlte mich das eine oder andere Mal gemobbt.
Ja, manchmal braucht es die Verzweiflung, um daraus dann wieder neue Kraft zu schöpfen. Sowohl im Forum als auch draussen in der realen Welt.
Die Welt ist verrückt, und jeder Medienkonsum ist grad unerträglich.
Ja, die Welt ändert sich. Und manchmal dürfen wir
daran auch mal verzweifeln.
Gestern sah ich eine Aufnahme von einem Komet am nächtlichen Sternenhimmel, der nur einen winzigen Fleck am Himmel darstellt. Dennoch flogen an diesem Fitzelchen Stück Himmel 10 Satelliten vorbei, die die Menschen in den Himmel ausgebracht haben.
Und der Wahnsinn geht weiter. Zu den z.B. fast 10.000 Starlink-Satelliten, die bereits neben all den anderen am Himmel ziehen, sollen in den nächsten Jahren noch 3.000 Amazon-Satelliten kommen, 32.000 weitere Starlinks und 27.000 von chinesischen Vorhaben. Und zwei weitere US-Unternehmen haben gerade ähnliche Projekte beantragt, eines davon will 47.000 Satelliten in den Himmel bringen, das andere sprach von einer Million. Das ist ein Wahnsinn, der unseren Anblick des Sternenhimmels total verändern wird. Viele werden abstürzen (über 300 Starlinks vorletztes Jahr, über 600 letztes Jahr, und seit den letzten 2,5 Monaten fast 100 in diesem Jahr). Was das alles in unserer Atmosphäre anrichtet, wenn die verglühen, wissen wir gar nicht. Und auch nicht die vielen Raketenstarts, die Stoffe in die hohe Atmosphäre bringen, die da noch nie in dieser Masse gewesen sind.
Das ist Wahnsinn. Auch wenn man sich anschaut (im Internet verfügbar), wieviel Flugzeuge in der Luft sind, weltumspannend. Viele Flugzeuge für kurze Wege, aber auch viele Flugzeuge quer um die Welt. Auch das ist Wahnsinn. Wer will denn und wozu immer durch die Gegend reisen, warum müssen ständig und immerzu so viele Menschen und Waren irgendwohin, wo sie gar nicht herkommen?
Da sind die paar Frachtschiffe auf den Weltmeeren fast noch überschaubar. Aber auch die sind voll von Zeugs, was irgendwohin geschippert wird. Der Globalisierung sei Dank!
Wer hat denn die Globalisierung erfunden? Der Kolonialismus fällt mir als erstes ein. Weil eben Menschen meinten, besser zu sein als andere Menschen, die übers Ohr hauen zu können, die zu befehligen, sie als Sklaven zu nutzen und ihnen die Rohstoffe wegnehmen zu können. Der Ruhm, der kulturell und wissenschaftlich Europa mal innehatte, aber unser ganzes bequemes Leben, baut darauf auf.
Weil aber wir hier in Europa z.B. so reich sind, fingen Unternehmen an, nicht mehr hier zu produzieren, sondern woanders, wo die Leute günstiger sind - ein neuer Treiber der Globalisierung. Aber sind wir ehrlich, spätestens seit Erfindung der Verbrennermotoren haben wir uns in Abhängigkeit begeben von globalisierten Warenströmen. In jedem Schluck Sprit an der Tankstelle stecken etliche Kilometer, die jeder Tropfen bereits hinter sich hat.
Diese globale Vernetzung ist einfach Wahnsinn. Und dann gibt es Menschen, die anderen Menschen sagen wollen, was für diese anderen Menschen richtig sei. Viele Kriege sind dadurch entstanden. So Sachen wie der IS wollte Menschen aufzwingen, was sie zu tun, zu sagen und zu glauben hätten. Oder so ein Regime wie im Iran, brandaktuell. Aber andere Mächte sind da ja auch nicht besser, auch die "Guten" glauben zu wissen, was in anderen Regionen für die Menschen das Richtige ist. Und immer wieder sieht man, dass es nicht zwingend um "das Beste" für die Menschen geht, sondern um Einfluss, Macht ... und Rohstoffe.
Spätestens seit "Wandel durch Handel" schief gelaufen ist, ist die Globalisierung die größte Krankheit der Menschheit. Wir merken, dass Störungen im Ablauf auch uns ganz schnell betreffen. Die Spritpreise schießen durch die Decke. Und bald wird wieder alles teurer und frisst das auf, wofür wir für Lohnerhöhungen gekämpft haben, um die früheren Preisanstiege wieder auszugleichen. Wir selbst sind eingebunden in alles, was da draussen in der Welt geschieht. Jeden Sack Reis, der umfällt, bekommen wir zu spüren.
Wir können daran verzweifeln. Wir können aber auch aufmerksam sein, um vielleicht rechtzeitig zu erkennen, wie wir uns anpassen müssen, wenn die nächsten Hiobsbotschaften uns erreichen. Wir können uns davon verrückt machen lassen, oder die Hände vor´s Gesicht halten und uns wegschließen, um von dem Wahnsinn da draussen nichts mehr mitzubekommen.
Vielleicht ist das, was Lars macht, den geplanten Ausstieg aus der modernen, vernetzten Welt, etwas, wozu wir alle in der Zukunft womöglich gezwungen sein werden, ob es uns gefällt oder nicht. Wer weiß das schon. Jedenfalls spricht Lars gewissermaßen einen Verzicht aus, nämlich weitgehend auf Rohstoffe hier, Seltene Erden dort zu verzichten. Ob das als einzelner in unserer globalisierten Gesellschaft gut gelingt, mag die Frage sein. Aber vielleicht ist es eine gute Übung für falls das ganze globale System mal kollabiert.
Kollabiert es nicht, sehen wir mit bloßem Auge vielleicht bald mehr Satelliten als Sterne am romantischen Abendhimmel.
Tschüss Lars, auch Dich werde ich irgendwie vermissen.