Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 ... 10
1
Lieber Cephalus,

bei mir ist es so, dass ich durchaus mit meiner männlichen Rolle zufrieden bin, aber eben nicht mit allen Merkmalen, die man ihr vielfach zuschreibt.

Ich nehme man die Merkmale, die Wolfgang oben aufgelistet hat und schreibe jeweils dahinter, ob mir das jeweilige Merkmal zusagt oder nicht:

Teil einer idealtypischen Männerrolle in unserem Kulturkreis ist:
-   Ausschließlich Hosen zu tragen -> sagt mit nicht zu
-   Bier zu mögen -> sagt mir zu
-   Interesse für Fußball zu haben  -> sagt mit nicht zu
-   Die Hauptverantwortung für Kinder an Frauen zu delegieren -> sagt mit nicht zu
-   Karriere über Familie zu stellen -> sagt mit nicht zu, wobei ich eh kein Karrieretyp bin, aber öffentliche Arbeit, auch ehrenamtlich, steht bei mit sehr hoch, evtl. gleichauf mit Familie
-   Stark und präsent aufzutreten, öffentlich wie privat -> sagt mit weniger zu, wobei ich genau wissen müsste, was gemeint ist; Petra weiß es zu schätzen, dass ich stärker bin als sie, wenn es was zu tragen gibt, das ihr zu schwer ist; Was ist mit "präsent" gemeint? Gegenwärtig? Achtsam? Wenn das, würde ich schon sagen, dass mir das wichtig ist, dass ich dem aber nicht immer gerecht werde.
-   Latent immer die Konkurrenz zu anderen Männern suchen  -> sagt mit nicht zu
-   Usw…  -> kann ich so pauschal nichts zu sagen Aber mir fällt noch eines ein:
- handwerklich geschickt zu sein  -> sagt mit nicht zu bzw. würde ich gerne sein, bin ich aber nicht; da kann Petra vieles besser

Da siehst Du und sehr Ihr, dass es recht unterschiedlich ist. Und ich würde sagen, dass man Frauen das auch alles fragen kann und denn differenzierte Antworten bekäme.

Und um Deine beiden Situationen zu nehmen:
- Neuer Kollege steht plötzlich freundlich und hilfsbereit vor mir und reicht mir eine Flasche Bier -> das fände ich nett, wobei es aber auch auf die Biersorte ankäme
- Ich stehe bei eine Gruppe junger Frauen und langsam verschiebt sich das Gesprächsthema in Richtung Mode und Fingernägel. Eine entschuldigt sich, dass sie mich jetzt langweilen würden. -> mit Mode im Sinne von Kleidung würden sie mich nicht langweilen, mit Fingernägeln, Maniküre usw. eher schon

Dein letzter Satz "Ich bin damit zufrieden als Mann gelesen zu werden, und habe auch keine Ambitionen das zu ändern." trifft auf mich auch zu, wenngleich ich manchmal phantasiere, wie es wäre, ein Mädchen/eine Frau zu werden.

Und dazu:
"Nein, ich mag die männliche Rolle nicht, nicht so wie sie derzeit bei uns ist.
Vermutlich wollte ich die weibliche aber noch weniger."

Ich mag viele Zuschreibungen zu beiden Rollen auch nicht, andere dagegen schon. Ich versuche mit meine Rolle so zu kreieren, dass dabei eine gute Mischung herauskommt, sozusagen: Männliches Thema mit Weiblichen Variationen.

LG, Micha


2
Ich meinte eigentlich nicht so sehr eine Unzufriedenheit mit manchen Merkmalen der männlichen Rolle, sondern mit der männlichen Rolle überhaupt, also anders gesagt, den Wunsch nach einer nicht-männlichen Rolle, sei sie weiblich, geschlechtsneutral oder sonst wie.

Lieber Micha,

ich habe jetzt eine Weile darüber nachgedacht was du da schreibst, daher die späte Antwort.
Vermutlich haben wir ein anderes inneres (selbst)verständnis im Bezug auf Geschlechterrollen.

Für mich ergibt die Summe der Eigenschaften die gesamte Rolle. Ich kann mich daher nicht rundum darin wohlfühlen wenn etwas nicht passt.
Im weiblichen Rollenmodell gibt es durchaus Einzelstücke die mir mehr entsprechen würden. Als Ganzes wollte ich es jedoch auch nicht.
Es ist natürlich schwierig das Rollenmodell unabhängig von objektiven Vor- und Nachteilen zu betrachten.

Ich versuche, soweit es möglich ist, mir von beiden Seiten das anzueignen, das mir entspricht.
Das funktioniert natürlich nur begrenzt, weil bei sozialen Kontakten andere, gemäß ihren Erwartungen, den Standard zuweisen.
In der Praxis sind es viele Kleinigkeiten, die leicht erklärt oder korrigiert werden können, aber bei neuen Menschen nervt es mich trotzdem, mit welcher Selbstverständlichkeit Zuordnungen getroffen werden.

Zwei schöne Beispiele von unserer letzten Firmenfeier:
Neuer Kollege steht plötzlich freundlich und hilfsbereit vor mir und reicht mir eine Flasche Bier :(
Ich stehe bei eine Gruppe junger Frauen und langsam verschiebt sich das Gesprächsthema in Richtung Mode und Fingernägel. Eine entschuldigt sich, dass sie mich jetzt langweilen würden. ::)

Belanglosigkeiten, aber quer durchs Leben immer wieder - nervig.

Nein, ich mag die männliche Rolle nicht, nicht so wie sie derzeit bei uns ist.
Vermutlich wollte ich die weibliche aber noch weniger.

Um auf einen gemeinsamen Punkt zu kommen: Ich bin damit zufreiden als Mann gelesen zu werden, und habe auch keine Ambitionen das zu ändern.


3
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von GregorM am Heute um 11:30 »
Deiner Frau ist es OK, dass du deinem Herz folgst. Wie dann mit den Leuten, die dich eingeladen haben? Wäre es auch ihnen in Ordnung? Wenn die Antwort Ja ist, oder du es vermutest, trage den Rock oder das Kleid.
4
Treffen und Veranstaltungen / Antw:WGT 2026 Rockmode goes dark again
« Letzter Beitrag von JJSW am Heute um 06:59 »
Lieber Micha

Dankeschön 🙂
Wir werden uns ja dann in Rudolstadt sehen. Dazu werde ich dann vorher auch nochmal etwas schreiben.

Hallo Albis
Auch wir werden wohl nochmals unsere Ferienwohnung aufsuchen. Sonja möchte am Abend beim Konzert wieder nach vorne, da will sie dann ein weniger umfangreiches Kleid tragen.
So haben wir es letztes Jahr auch gemacht beim Konzert von Alphaville und Joachim Witt. Hat gut geklappt.

Und auch unser Plan ist nicht in Stein gemeißelt, da kann sich immer noch was ändern wegen Wetter oder spontanen Umentscheidungen.

Gruß, Jürgen
5
Rund um den Männerrock / Antw:Verwechselt worden
« Letzter Beitrag von JJSW am Heute um 06:39 »
Ja, das kommt manchmal vor. Bei mir auch. War aber nicht schlimm. "Amtsanmaßung" hat mir noch keiner vorgeworfen ;)

Gruß
Jürgen
6
Was hat es mit den 110 und den 5600 auf sich, lieber Joachim? Sind die 110 die Bewohner Deines Dorfteils und die 5600 die Bewohner des ganzen Dorfes? Oder wie meinst Du es?

LG, Micha
7
Erfahrungsberichte / Antw:Tolerante Reaktionen
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 00:25 »
Da hilft vielleicht ein Rat eines buddhistischen Freundes. Ein anderer hatte erzählt, wie er den Kontakt zu seinem Vater abgebrochen habe, weil diese ihn mir AfD-Parolen zugetextet habe und er, der Sohn, das nicht mehr ausgehalten habe. Der andere meinte, er habe umgekehrt früher jeden totdiskutiert, der mit solchen Parolen gekommen sei, das habe er gut gekonnt. Aber seit de den Buddhismus kennengelernt habe, sei er dazu gekommen, den Menschen mit Mitgefühl zu begegnen. Jeder habe seine Geschichte und Gründe, die ihn zu seiner Einstellung gebracht haben. Er sei nun dazu gekommen, den Menschen einfach und offen zuzuhören, ohne "sich das seine zu denken" und ohne den Menschen ändern zu wollen. Und im Ergebnis hätten sich schon einige mehr geändert, als vorher, als er sie mit guten Argumenten zu überzeugen versucht habe. Es tue den Menschen gut, wenn ihnen jemand zuhöre. Dann seien sie auch offen für Selbstkritik. Die dürfe man ihnen aber eben nicht nahelegen.

Sehr komplex, ich weiß.

LG, Micha
8
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von SW Michl am Heute um 00:02 »
...
Jedenfalls habe ich gerade, für meine Frau ungewohnt rüde, von ihr die Aussage erhalten, ich solle doch einfach anziehen was ich will und die Klappe halten.

...


 auch die Kinder reagieren mit Achselzucken:
"Trag halt was du willst!" ::)
Ich kann verstehen, dass dir dieser Satz in deiner Zweifelsituation nicht direkt weiterhilft:
Zitat
Wüsste ich selbst genau, was ich wollte, würde ich das machen.

Aber dennoch: Zeugt dieser weise Rat ("Trage was du willst") nicht von einer inneren Haltung, die wir uns von den Menschen in unserer Umwelt viel häufiger wünschen?

Du fragtest nach einer Entscheidungshilfe und bekamst statt dessen eine Ermutigung. Ich kann das als eine eindeutige Antwort verstehen.

Ich hoffe, du hast auf deine Familie gehört...?  ;)
9
Erfahrungsberichte / Antw:Tolerante Reaktionen
« Letzter Beitrag von JoHa am Gestern um 22:57 »
Die Verquickung dieser Themen und Begriffe hat Methode, weil sie wirkt.
Leider wirkt sie unter anderem auch deshalb, weil jeder Drecksack, der diese wichtigen Bereiche mit seinen Auswürfen besudelt, sofort von den betroffenen Kreisen wie von einem Bienenschwarm angegriffen wird.
Ich wünsche mir eine sachlichere, entspanntere Klärung der Konflikte.
Klärung, nicht Zuspitzung.
10
Als Bewohner eines Dorfes (ca. 110 Personen) in einem Dorf von ca. 5600 Personen werde ich oft mit den herkömmlichen Rollenmodellen der Vergangenheit konfrontiert,, die auch heute noch sehr oft von den Müttern überliefert werden.
In unserem kleinen Ortsteil werde ich als politisch Aktiver gehört und anerkannt, als gelegentlicher Rockträger kritisch beäugt und toleriert.
Mehr erwarte ich in unserer Region und unserer Umgebung, -fast  80% konservativ katholisch-, nicht.
Ich bin erst seit 20 Jahren hier, nicht religiös engagiert, für die SPD im Rat (gewesen) und oft öffentlich im Rock unterwegs.
Niemand hat sich deswegen von mir distanziert, von den üblichen Frotzeleien mal abgesehen. 
Seiten: [1] 2 3 ... 10
SMF 2.0.19 | SMF © 2020, Simple Machines | Bedingungen und Regeln

go up