Alltag, Feiern, Hochzeiten...
Ja, man versucht schon, oft sich auch ein wenig dem Anlass entsprechend anzupassen.
Im Sommer z.B. ist bei mir großes Thema, das nicht nur dem Anlass, sondern auch der Witterung anzupassen.
Zu meinen längeren Ausführungen zu Peters Fragen (
da und
da) möchte ich noch etwas hinzufügen:
Dort zählte ich zu "meinem Bekanntenkreis" (Wortwahl von Peter) auch Freunde und Verwandte.
Ich habe lange Zeit versucht, möglichst diese Kreise voneinander fernzuhalten.
Da hatte ich hier und dort meine Bekanntenkreise.
Da zwei, drei, vier Freundeskreise.
Und dann noch meine Verwandtschaft.
Und je nachdem, in welchem dieser Kreise ich mich bewegt habe, habe ich mich tendenziell auch schon unterschiedlich gekleidet.
Gerade, was die Verwandtschaft angeht oder bestimmte Freundeskreise, habe ich versucht, mich "konservativer" zu kleiden. In anderen bestimmten Freundeskreisen durfte es etwas "gewagter" sein. Und in den meisten Bekanntenkreisen durfte es dann durchaus auch "experimenteller" werden bis hin zu sehr experimentell.
Wobei "konservativ" und "experimentell" jetzt am ehesten in den Sprachgebrauch des Forums zu übersetzen wäre mit "männlich" und "feminin".
Ja, lange Zeit konnte ich das so handhaben. Nicht zuletzt eben, weil ich versuchte, diese verschiedenen Kreise strikt auseinanderzuhalten - voneinander fernzuhalten.
Mit zunehmender Zeit ist es mir aber schlicht nicht mehr möglich, diese Kreise räumlich wie zeitlich usw. zu trennen. Diese Kreise verwischen sich zusehends. Da hatte ich einen "experimentellen" Bekanntenkreis außerhalb meiner Stadt auf der einen Seite, und einen anderen "experimentellen" Freundes-/Bekanntenkreis weit jenseits meiner Stadt auf der anderen Seite der Stadt. Auf einmal ergab es sich, dass diese Kreise, obwohl räumlich gut 40 km voneinander getrennt (und dazwischen noch der Rhein), mehrfach Verbindungen zueinander und zu anderen Kreisen von mir haben - nur als Beispiel.
Inzwischen laufen auch meine Geschwister mir immer häufiger über den Weg, vor allem das eine. Inzwischen haben sich Freunde von mir mit ihr schon vernetzt. Ein eher "konservativ" ausgerichteter Freundeskreis, obwohl überwiegend 30 km von mir verortet, überschneidet sich mit Bekanntschaften und Verwandtschaften inzwischen auch mit meinen "experimentelleren" Freundeskreisen.
Es macht schlichtweg keinen Sinn mehr, wegen Gruppe X von Menschen sich zurückhaltender zu geben als mit Gruppe Y von Menschen. Diese frühere Trennung, die ich willentlich versucht hatte, aufrecht zu erhalten, bot mir damals gewisse Schutzräume, in denen ich mich frei, ungehindert, also "experimentell" entwickeln konnte. Diese Schutzräume sind zerbröselt.
Jetzt brauche ich mich nicht mehr, oder kaum, darum scheren, mit welcher Gruppe ich nun zu tun habe. Im Grunde kann ich jetzt in jeder Situation ziemlich frei entscheiden, was ich tragen möchte - einmal vor die Tür getreten, spricht sich es ja sowieso irgendwie rum - überspitzt gesagt.
Ja, eigentlich ist dieser Zustand der wirkliche Grad von Freiheit. Sich nicht mehr zurückzuhalten, nur weil es irgendjemandem nicht gefallen könnte. Mein selbstbestimmtes Kleidungsverhalten ist somit wirklich im wahren Alltag angekommen!!!