Ich beziehe mich nochmals auf den Original-Artikel der Landeszeitung aus Lüneburg.
https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/rethink-masculinity-day-in-lueneburg-maenner-tragen-rock-auf-dem-marktplatz-YZMFZSNYYVBKPOBOYLA562UVO4.htmlund die Bilderstrecke mit Zitaten der abgebildeten Männer:
https://www.landeszeitung.de/lokales/lueneburg-lk/lueneburg/rethink-masculinity-day-E3EFMCOPNVHS5G4WXGJXTEZMMM.htmlIm Artikel steht: "eine private Veranstaltung".
Wie aus der Lüneburger RMD-Seite hervorgeht, fand die Veranstaltung unter dem Dach des städtisch geförderten Lüneburger Zukunftsrats statt, eine Bündelung von verschiedensten Vereinen und Initiativen. Vermutlich wurde auch der RMD selbst mit einer kleinen städtischen Unterstützung zumindest ideologisch gefördert, was die Anwesenheit der Städtischen Gleichstellungsbeauftragten erklärt. Der Initiator des Lüneburger RMD arbeitet selbst zwar im sozialen Bereich bei der Stadt Lüneburg, und ist somit recht enger Kollege der Gleichstellungsbeauftragten, dennoch war die Aktion keine städtische Aktion, sondern eben eine private Aktion, die nämlich losgelöst von der hauptberuflichen Arbeit des Initiators stattfand. Das scheint wichtig zu sein zu betonen, jedenfalls auch mir, wenn ich über die Aktion bzw. den Artikel in der Landeszeitung nachdenke.
Trotzdem finde ich schade, dass in der Lokalausgabe der Landeszeitung auf den insgesamt 7 Bildern der Initiator kein einziges Mal zu sehen ist. Schließlich ist er trotz seinen noch recht jungen Jahren als beruflicher Quartiersmanager sicherlich kein völlig Unbekannter in der lokalen Öffentlichkeit.
Wie in meinen neulich verlinkten Artikeln zu der RMD-Aktion in Eschwege bzw. Witzenhausen zu erkennen ist, ist die dortige Adaption von dem Schweizer RMD-Vorbild unter ein Motto gestellt worden, nämlich "Vater sein". Welche Schwerpunkte der Initiator des Lüneburger RMDs damit verbunden hat, lässt sich nur erahnen, wobei da ja seine RMD-Seite doch recht viel Auskunft gibt.
Klar scheint auch, dass die Aussage von ihm bzgl. Angst vor Männergruppen eine Anlehnung daran ist, die Angst von Frauen vor männlicher Gewalt, ausgehend von Männergrüppchen zu verstehen, also quasi eine Untermauerung dessen ist, was Frauen sich mehr wünschen: Weniger Angst vor sexualisierter Gewalt.
Wobei das Wort "Männergruppen" ich zunächst sehr missverständlich fand. Denn zumindest mit Wissen, dass er im sozialen Bereich tätig ist und auch eingehende Lebenserfahrungen mit sozialer Gruppendynamik hat, hatte ich zunächst im Sinn, mit "Männergruppen" würde er regelmäßige Treffen z.B. in Selbsthilfegruppen der Männerarbeit meinen. "Männergrüppchen" hätte ich als Bezeichnung eindeutiger gefunden, um zu kapieren, was er meint.
Etwas verwirrt mich auch, dass er eben die Angst vor Männergrüppchen so betont - aber wahrscheinlich eben, um feministischer Arbeit Unterstützung zu erweisen. Aber auch, um zum Ausdruck zu bringen, dass ein Mann im Rock doch noch sehr viele Fragezeichen auslösen kann. Auch die Zurückhaltung, dass er sich nun überlege, in welchen Laden er nun im Rock hineingehe oder in welchen nicht, hatte mich etwas verwirrt und erkläre mir das immer noch ein bisschen dadurch, dass es ein Wink auf die geistige Unterstützung der feministischen Anliegen ist. Vom Initiator des Lüneburger RMD hätte ich aber etwas mehr Forschheit gewünscht, um Männer zu animieren, stärker aus ihren Rollenklischees ausbrechen zu dürfen. Jedenfalls transportiert diese Forschheit der Artikel der LZ das nicht.
Stutzig macht mich aber auch seine Aussage, dass er zum ersten Mal in der Öffentlichkeit Rock tragen würde. Das kann aber nicht sein. Denn der Lüneburger RMD fand wohl zum 3. Mal statt. Und von 2024 gibt es ein Bild von ihm im Rock auf dem Lüneburger Marktplatz. Und zwar mit Rock ohne lange (sichtbare) Hosen untendrunter.