Als ich mir das Anfangsvideo angeschaut habe, bin ich auf ein anderes Video gestoßen. Welches dazu passen könnte?
https://www.youtube.com/watch?v=4pdd6oAZCQs
Es wird dort mal etwas beleuchtet, was hier schon angesprochen wurde und zwar auch von Personen, die es betrifft.
Viele die noch näher an LGB.... sind, haben auch keinen Bock mehr auf das politisieren und den Hype. Sondern wollen einfach nur in Ruhe Leben.
Das betrifft auch Freunde in meinem Umfeld.
Ich habe mir dieses Video gerade angeschaut. Eine interessante Diskussion, die verschiedene Perspektiven beleuchtet und insbesondere klar macht, dass nicht alle von dieser Thematik Betroffenen gleich darüber denken.
Aber ich glaube, die Transfrau im Video hat innerhalb von transidenten Personen eher eine Außenseiterposition, wenn sie sich in der aktuellen Position für weniger Sichtbarkeit von Queerness und mehr Toleranz gegenüber queerfeindlichen Leuten ausspricht. Als Transfrau identifiziert sie sich nicht mit ihrem Geburtsgeschlecht, hat aber ihrerseits Schwierigkeiten, Geschlechteridentitäen jenseits der männlich-weiblichen Binarität anzuerkennen. Das heißt, mit dem was sie als Transfrau an Rechten hat, möchte sie sich in Ruhe zufrieden geben und sich nicht für queere Identitäten einsetzen, die über ihre eigene hinausgehen. Im Gegensatz dazu ist eine wichtige Forderung der queeren Community, dass eben alle Identitäten anerkannt werden, also z.B. schwule Männer sich auch für lebische Frauen mit einsetzen, homosexuelle cis-Personen sich für die Rechte von transidenten Personen stark machen usw.
Ich bin gerade mit einer Gruppe dabei, den queeren ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt des diesjährigen CSD in Aachen vorzubereiten. In dieser Vorbereitungsgruppe bezeichnet sich mindestens ein Drittel der Leute als nicht-binär und nutzt für sich keine Personalpronomen. Das ist auch für mich noch ungewohnt. Aber ich übe mich da in wertschätzendem Umgang und finde das wichtig.
So mag für manche Leute, die von Rechten für Homosexuelle oder Transpersonen profitieren, die aktuelle Situation genügen, und sie möchten am liebsten in Ruhe und ohne öffentliche Sichtbarkeit leben. Aber auch sie - wie wir alle - müssen zur Kenntnis nehmen, dass für andere queere Personen öffentliche Sichtbarkeit und Einsatz für diese Themen sehr wichtig sind, gerade damit alle sich im Privaten entfalten und in Ruhe leben können.