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Dazu (mein letzter Satz, '3 Illustriertenseiten...') fällt mir noch etwas ein, was ich gerade noch loswerden muss.

Man muss mehr vermeiden, als es einem eigentlich lieb ist. Denn in aller Regel wird der begleitende Redakteur das noch einmal nachbearbeiten, vor allem, um es in die verfügbare Länge seines Mediums zu bringen. Da kommt natürlich recht viel Eigeninterpretation des Redakteurs noch hinzu, wenn es darum geht, Dinge zusammenzufassen. Oder auszuschmücken. Drum darf man ihm nicht zu viele Anknüpfungspunkte bieten, seine eigenen Schwerpunkte auf anderes als auf die Kernbotschaft zu legen.

Ideal wäre es also, drei oder vier vorgefertigte Pressetexte anzubieten, alle nach unserem Dafürhalten druckfertig, in unterschiedlichen Längen und damit auch in unterschiedlichem Tiefgang. So kann man am ehesten sicherstellen, dass das publizierte Endprodukt noch die wesentlichen Botschaften aus unserer Sicht recht unverfälscht wiedergibt.
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Ja, das erinnert mich an eine der ersten PR-Aktionen zum Männerrock, die sich wie gleich folgt in einem Medium so niederschlug:

"Man muss nicht mehr Schotte sein, um als Mann einen Rock tragen zu dürfen. Kenzo machts möglich. Auf den Modeschauen (in Paris, Mailand, wurde überhaupt was genannt?) flatterten die Männer fast weiblich über den Laufsteg." Dann kam noch irgendwie sowas: "Man stelle sich vor: Christian in Stöckelschuhen in Größe 48!", Musik.

Ja, dieses Zitat ist fast wörtlich, vor allem der erste Satz, aus einer Zwischenmoderation im Radiosender Radio Brenner oder (ich glaube eher:) Südtirol 1. Irgendwann zwischen 1982 und 1984, vielleicht auch 86. Mehr dazu schrieb ich schon einmal dort oder (besser) 2019 dort.

Christian war übrigens der sprechende Moderator - also, er sprach bei den Stöckelschuhen von sich selbst. Und auch mit einem Unterton: "unvorstellbar".

An das erinnerte mich Dein Kommentar gerade. Ja, das ist schon über 30 Jahre her...

Aber merke: "fast weiblich" und "flattern" ist schon wieder geeignet, Gegenabwehr bei den wichtigsten Informations-Empfängern hervorzurufen. Soll eine Botschaft was bringen, muss man das vermeiden.

Man kann das alles ansprechen, wenn man die Zeit hat, das ausreichend darzulegen. Aber nicht jede PR-Aktion bekommt überall drei Illustriertenseiten eingeräumt.
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Ganz grob, ohne auf Einzelheiten einzugehen: Ja, sehe ich auch so. Und man muss auch kein Schotte sein, auch wenn das vielen Menschen als erstes in den Sinn kommt, wenn sie einen Mann im Rock sehen.

LG, Micha
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Noch ein Blickwinkel, mit dem ich meine Argumentation von eben untermauern möchte, Micha.

Du schreibst es selbst:

Leider bekommen wir es durch die Schule und die Massenmedien nicht so oft und deutlich mit, dass Röcke nicht per se Frauenkleidung sind. Zwar ist der schottische Kilt als Ausnahme der Regel allgemein bekannt, aber darüber hinaus ist oft nicht viel Wissen da. ... [Durch PR vermitteltes Wissen:] Was vorher für undenkbar galt, wird dann denkbar.

Es fehlt allgemein an Vorstellungskraft, dass ein Mann im Rock damit nichts weiter von jenem verbindet, was den Leuten dabei als erstes in den Sinn kommt. Das liegt am mangelnden Wissen, dass ersteres sehr wohl der Fall sein kann. Es besteht also ein allgemeines Wissensdefizit darüber.

Die meisten von uns sind mehr oder weniger stark von diesem allgemeinen Wissensdefizit betroffen.

Was liegt für uns also näher, als genau gegen dieses größte Wissensdefizit aus dem gesamten Themenkomplex, der damit verbunden wird, zu informieren?
Die Möglichkeit, sich als Mann z.B. als divers zu fühlen, müssen wir nicht mehr publik machen, das ist schon hinreichend publik.
Die Möglichkeit, als Mann sich einen Rock anzuziehen und sich trotzdem nicht divers oder als Frau oder als sonstwas anderes zu fühlen, die ist noch längst nicht so publik. Hier liegt das größte Wissensdefizit.
Was also sollte für uns näher liegen, als genau gegen dieses größte Wissensdefizit aus dem gesamten Themenkomplex zu informieren?

Und ich möchte dies auch noch mal mit Zahlen aus unserem Forum untermauern. Aus zwei Umfragen, die vor zwei, drei Jahren hier im Forum liefen. Zwei unterschiedliche Fragestellungen, die auf den ersten Blick recht identisch aussehen. Beide Umfrage-Ergebnisse spiegeln aber wider, dass bei einer PR-Aktion selbst mit Hauptfokus auf unser Forum, mit dem obengenannten Inhalt ziemlich allen im Forum am meisten gedient wäre, wenn man genau dieses größte Wissensdefizit abbauen lönnte:

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Die feine Unterscheidung der beiden Fragen ist etwas tricky.

Ich möchte einmal folgende grobe Einordnung der beiden Fragen so vornehmen:

Die "Wünschenswert"-Antwort lehnt sich eher an den eigenen persönlichen Interessen an, inwieweit Rock und Kleid im Männeralltag sich mit den eigenen Interessen deckt.
Die "Hilfreich"-Antwort lehnt sich eher daran an, wie sehr es den eigenen persönlichen Interessen von Vorteil ist, wenn Rock oder Kleid zum Männeralltag werden, auch wenn dieses Ziel sich nicht unbedingt mit den eigenen persönlichen Interessen deckt.

So betrachtet zeigt die "Wünschenswert"-Umfrage, dass die Teilnehmer überwiegend sich mit dem Ziel für die Alltagskleidung identifizieren können. Und weiter so betrachtet zeigt sich, dass auch Teilnehmer mit anderen persönlichen Interessen für sich daraus einen Mehrwert ableiten können.

Was also sollte uns davon abhalten, mit unserer PR-Maßnahme genau gegen dieses größte Wissensdefizit zu informieren?
Die anderen Wissensdefizite sind kleiner und werden von Gruppen beliefert, denen andere Inhalte wichtiger sind.
Und diese anderen Gruppen denken nicht daran, zeitgleich auch für "Männer ohne Nebenbedingungen" aufzuklären. Das ist kein Vorwurf von mir an die anderen Gruppen. Aber zum einen ist es für sie genauso unvorstellbar wie für die ganze Gesellschaft. Oder es ist einfach eben nicht ihre Baustelle.

Und wir haben unsere größte Baustelle eben am größten Wissensdefizit, das uns alle trotz unterschiedlicher Einzel-Interessen ziemlich betrifft.






Zu den Umfragen:
Wie wünschenswert für mich: Rock am Mann genauso wie Hose an Frau?
Wie hilfreich ist mir persönlich das: Rock am Mann genauso wie Hose an Frau?
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Umfragen / Antw:Ich trage Rock oder würde gerne Rock tragen
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 12:49 »
Zwei Dinge muss ich hier noch korrigieren bzw. hinzufügen:

1.: Bei meiner Antwort an Micha meinte ich natürlich mit BFR den BRF (Belgischer Rundfunk).



2.: betreffend das da:

Leider kann man sofort nach dem ersten Abschicken einer Umfrage die Antwortmöglichkeiten nicht mehr bearbeiten.

Inzwischen habe ich den Knopf gefunden, wo man das sogar auch jetzt noch machen kann. Was heisst 'Knopf'?, der Knopf ist als Trennungsbalken getarnt.

Also ich könnte da jetzt noch Abänderungen an den Antwort-Formulierungen vornehmen. Mache ich aber nicht. Ggf. hätte das das bisherige Abstimmverhalten beeinflusst. Drum bleibt es so, wie ich es spontan entworfen hatte.
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Ohne mehr als den ersten Satz Deiner Ergänzung mit ordentlicher Tastatur gelesen zu haben,

schicke ich gleich noch meinen Gedanken hinterher, den ich in Kürze hier auch noch formuliert hätte (leider umständehalber gerade im Einfingersystem, daher dauerts...)

Natürlich kann man jede Art von Information auch mit einer Art Bildungsauftrag belegen,

oder auf Empfängerseite betrachten, dass eine wahrgenommene Information auch gleichzeitig den Empfänger weiterbildet.

Oder statt mit 'Bildung' formuliert, so ausgedrückt:
Jede Information versucht, über etwas aufzuklären,
und jeder, den die Information erreicht, wurde darüber aufgeklärt (ganz gleich, was er aus dieser Information für sich macht).

Inhalt einer PR-Aktion von uns könnte sein, darüber aufzuklären, dass ein Mann ohne Wenn und Aber einen Rock anziehen kann (weil es welche gibt, die das auch schon so machen).

Und das ist schon Aufklärungsinhalt genug. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass diese Wenns und Abers jedoch gar nicht so schlimm wären. Das macht vor allem deswegen keinen Sinn, weil die Ehefrau an ihrem Ehemann diese Wenns und Abers trotzdem vehement nicht möchte. Damit erreichst Du nämlich nicht diese Ehefrau.
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Lieber Wolfgang,

ich hatte in meinem vorherigen Beitrag noch was ergänzt, und als ich das abschickte, sah ich, dass Du auch wieder was geschrieben hast.

Kannst das ja auch noch lesen.

LG, Micha
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Ich greife mal zwei Punkte heraus, wo ich doppelrock ziemlich zustimmen kann:

(1) Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.

(2)... Es [Rocktragen] ist freiwillig und hängt von Symapthie ab. Die man mit Belehrung und Druck verspielt. Das Thema braucht keine PR-Beauftragten und Missionare, sondern Sympathieträger und Vorbilder.

Zunächst zu Punkt (2):

Das klingt einleuchtend: Es braucht Sympathieträger. Und ja, mit Druck (nunja, es wird ja niemand mit Gewalt gezwungen) und Belehrung (das tauchte aber auf) verspielt man schnell Smpathien.

Insofern möchte ich zu Punkt (2) zwei Ranglisten aufstellen, die "es" braucht:

1. Sympathieträger
2. Vorbilder
3. PR (respektive PR-Beauftrage)
4. Missionare (auch die darf es geben, wenn sie von ihrer Sache überzeugt sind und deshalb für ihre Sache mit Respekt werben)

Vermutlich meinte doppelrock jedoch nicht vier verschiedene Gruppen, sondern nur zwei, dann also folgende Rangliste:

1. Sympathieträger und Vorbilder
2. PR-Beauftragte und Missionare

Nachteil: Sympathien werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich verteilt. Vorbildfunktionen teilen das gleiche Schicksal: was dem einen ein Vorbild, ist dem anderen ein Gräuel.
Vorteil einer PR-Aktion: geschickt gemacht, kann man vorgenannte Nachteile etwas mildern, indem man mehr die Botschaft in den Vordergrund hebt als einzelne Personen. Oder indem man mehrere verschieden-artige Sympathieträger und verschiedene Vorbild-Konzepte mit einbindet. So betrachtet, könnte man die beiden Ranglisten von oben doch also auch wieder anders anordnen.

zu Punkt (1): Ich wiederhole die Worte von doppelrock:
"Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht."

Mir lag lange eine Antwort auf diesen von Micha ins Spiel gebrachten Zusammenhang auf der Zunge. Ich hatte meinen Kommentar dazu wieder verworfen. Aber ich muss doppelrock hier Recht geben und will das, wie ich es gerne mache, mit der Hose für die Frau vergleichen.

Frauen haben ohne einen allgemeinen Bildungszugewinn sich die Hosen erobert - oder bevor dieser Satz wieder anders ausgelegt wird, anders, platter formuliert: Auch bildungsferne Frauen trugen auf einmal Hosen.
Die Einführung des Rocks für den Mann muss man also ebenso nicht mit dem Bildungsstand eines jeden Mannes in Verbindung bringen.

Es macht beispielsweise auch keinen Sinn, den Männern zu erzählen: Du musst Dich gesund ernähren, wenn Du einen Rock tragen willst. Das eine hat mit dem anderen primär nichts zu tun!

Ausserdem: wenn man von bildungsfernen oder ungebildeten Menschen spricht, vergisst man gerne etwas, was wir alle eigentlich mit unserer Lebenserfahrung schon haben feststellen sollen:
"Ungebildete" Menschen können fast immer mit anderen Begabungen und Fähigkeiten glänzen und haben ihre Qualitäten auf anderen Schwerpunkten. "Ungebildete" Menschen haben auch ihren Wert, den man nicht vorschnell unterschätzen sollte.

So. Jetzt war ich belehrend.  ;D
Es geht darum, möglichst alle zu erreichen. Männer, und alle anderen. Und nicht eine Vorabauswahl zu treffen: "Du darfst, Du darfst nicht weil ich Dich blöd finde".

Aber ich glaube, wir und besonders doppelrock und MAS müssen an diesem Punkt gar nicht weiter in diesem Thread diskutieren, weil wir diesen Schritt eigentlich schon recht erfolgreich abgeschlossen haben.

Ich hatte nämlich lange überlegt, auf diesen Bildungspunkt einzugehen. Ich habe es mit großer Überwindung mir letztlich verkniffen. Ich las den betreffenden Beitrag noch einmal intensiv durch, um statt mit einer Zurechtweisung von Micha mit einer Zustimmung für Micha antworten zu können.

Da fiel mir der darin enthaltene Slogan ins Auge. Und so hatte ich einen positiven Anknüpfungspunkt als Antwort auf Michas Beitrag gefunden. Und mein Gefühl sagt: Das war die richtige Reaktion.

Denn: es geht um den Rock. Es geht nicht um Belehrung in Dingen, die mit dem Rock nur begrenzt direkt zu tun haben. Einen Rock sich anzuziehen sollen auch Menschen machen dürfen, die in anderen grundlegenden Dingen nicht mit mir übereinstimmen müssen. Nur so besteht eine Chance, dass diese Rock-Idee sich unter den Menschen verbreitet.

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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Herzlichen Glückwunsch!
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 10:59 »
Vielen Dank für deine Glückwünsche, lieber Radix! Ich vergesse so oft, zu gratulieren, dass ich gar nicht erwarte, dass andere daran denken.
LG aus dem Zug auf der Fahrt durch das winterliche NRW!
Micha
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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Herzlichen Glückwunsch!
« Letzter Beitrag von radix am Heute um 09:55 »
Guten Morgen,

auch ich möchte mich den nachträglichen Geburtstagsglückwünschen anschließen, MAS zum 61. und Peter58Muc zum 59.! Die Verspätung möge man mir verzeihen, da ich ja schon das biblische Alter von 71 erreicht habe.

In der Tat kann ich bestätigen, dass - gefühlt - die Zeit schneller vergeht, je älter man wird. Und auch das jeweils letzte Jahr vorm Beginn der nächsten Dekade habe ich stets ganz besonders genossen, insbesondere den Wechsel von 69 zu 70. Vor dem nächsten Wechsel in weniger als neun Jahren habe ich jetzt schon Respekt, denn danach wird es wirklich ernst, wenn ich es bis dahin schaffe. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - und man kann ja vieles tun, um gesund älter zu werden.

In diesem Sinne viele Grüße aus dem winterlichen NRW

Radix
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