(Die Links im folgenden Text führen zu ausgewählten Beispielbildern aus meinem aktuellen täglichen Alltag.)Umhängetaschen sind schon sehr praktische Errungenschaften. Vor allem, auch wenn einseitig getragen, verteilen sie die Last etwas auf beide Schultern, oder besser ausgedrückt ansatzweise ausgewogen zumindest auf das untere Kreuz.
Meine erste kaufte ich mir, als ich in eigener Sache Zehntausende Handzettel in Briefkästen verteilte, 91 oder 92. Natürlich in männlicher Ausprägung: dunkelbraun, wuchtig, kantig, ohne Dekor, aber dafür praktisch. Selten habe ich die auch mal zu Wanderungen eingesetzt.
Lange Zeit benutze ich dann für Einkäufe / Erledigungen / Freizeit Jutetaschen, die ich dann möglichst klein zusammengeknüttelt in einer Hand trug, auch zu Wanderungen im Gebirge, dort vielleicht mal an eine Schulter gehängt.
Dann kam ich vor rund 25 Jahren auf Gürteltäschchen, die ich sowohl zu Arbeitseinsätzen draussen, aber auch in Freizeit und möglichst auch zu Wanderungen trug, um die Siebensachen zu verstauen oder dort noch an den Gürtel anzuhängen (Wandernavi z.B.).
Gürteltäschchen sind auch recht praktisch, auf ihre Weise. Da ich sie immer frontal seitlich getragen habe, kamen sie aber manchmal je nach Größe und Füllmenge mit dem normalen Armschlenkern bisweilen in Konflikt. Auch störte mich der breite Gürtel, worunter ich oft zum Schwitzen kam. Auch störte mich irgendwann das raue Gürtelmaterial, das im Laufe der Zeit an empfindlicheren Röcken oder Shirts Abnutzungsspuren hinterließ.
Wanderrucksäcke waren immer eine Tortur für mich. Dicke Gurte, Schwitzen, Reiben auf der Haut etc. Besonders aber, dass mir nach 5 bis 10 Minuten immer die Hände und Arme eingeschlafen sind. Egal, welches Modell ich aufhatte, hat wohl mehr mit dem Gewicht und den Gurtverläufen zu tun.
Umso erstaunlicher, dass Rucksäcke (Rucksäckchen) inzwischen zu meinen wichtigsten Taschen-Lösungen zählen.
Die 4, 5 "männlichen" Umhängetaschen von einst existieren noch. Kommen im Schnitt 2x im Jahr zum Einsatz.
Zu den wichtigsten Alltags-Taschen für tags und abends zählen nun meine modernen Umhängetäschchen. Zu denen kam ich, seit ich begann, regelmäßig Kleider zu tragen. Alle so klein genug, dass die wichtigsten zwei, drei Utensilien Platz finden. Meist auch mit dem Kompromiss, mein Handy dauerhaft in der Hand zu tragen. Ihr kennt das ja von vielen meiner Fotos hier im Forum. Und ja, manche mit einem gewissen Anspruch, noch "männlich" interpretiert zu werden, bei einigen
ist mir das völlig egal. Ich hab da ja eine gewisse Auswahl, auch wenn aus praktischen Gründen meist nur die ein paar selben zum Einsatz kommen. Und ja, oftmals auch mit einem dünnen Lederriemen, wie man das von den Frauen kennt. Da habe ich keine Scheu mehr davor. Weil es eben vielfach praktisch ist, z.B. auch im Zusammenspiel mit meinen sommerlichen Spaghettiträgern.
Meine paar modernen Rucksäcke kann ich erstaunlich ohne Einschlafen der Arme tragen. Aber ich befülle die auch selten mit mehr als ein, zwei Kilo Ladung. Je nach Anforderung, mal mit breiten (aber glatten) Trägern
(von hinten, von vorn, oder so), oder dann solche mit dünnen Riemen, letztere vor allem wenn mit
direktem Kontakt zu Hautflächen. Letztere sind dann also eher solche von der Gattung "
Turnbeutel".
Zum Schluss will ich noch auf den "
Shopper" eingehen. Man kennt es vor allem von Frauen, die gemütlich auf den Wochenmarkt einkaufen gehen. Meist über eine Schulter gehängt und
unter dem Arm getragen. Die Optik finde ich ganz ansprechend. Ganz spontan kaufte ich mir auf einem Regionalmarkt solch einen "Shopper" vor zwei, drei Jahren und schätze seine praktischen Vorteile: leicht, länglich, flexibel, schneller Zugriff (
da packe ich z.B. weitere Einkaufstaschen rein). Die Optik mag einem sehr weiblich vorkommen, aber ich finde es
oft sehr praktisch und setze diesen rund zwei Mal pro Woche ein. Oder auch mal in dieser, vielleicht männlicher wirkenden
Trageweise.
Im kühlen Halbjahr hat man ja dann seine Winterjacken mit fünf Aussentaschen und sieben Innentaschen. Da braucht man für die alltägliche Freizeit nichts mehr für seine Siebensachen. Da ich wegen der Optik aber verstärkt auch auf Damenjacken u. -Mäntel setze, sind die vorgenannten Taschenarten auch im Winter meine häufigen Begleiter.
Ja, Taschen am Mann können schon ganz praktisch sein. Wer sich vom Handtaschen-am-Mann-Dissing beeindrucken lässt, schränkt sich in manchen Lebenslagen vielleicht unnötig ein.