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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:Vorstellung
« Letzter Beitrag von xtramper:in am Heute um 08:59 »
Moin Stanley,

Bonprix ist auch mein Lieferant, ich empfinde die Passform als sehr gut, die Qualität ist langlebig und Schnittformen aktuell.
Im Kleinstadt Umfeld falle ich mit den Röcken von Bonprix nicht wirkich auf.
Probiers mal mit einem der ausgesuchten Jeansröcken an einem warmen / heißen Sommertag einkaufen zu gehen...... ich denke Du wirst Dich wohlfühlen.

Ich wünsche Dir Mut und Erfolg

Grüße aus dem Norden unserer Republik
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 01:22 »
Mich stimmen die Schilderungen von Cephalus und von Jens froh. Und ja, auch mir wird Bewunderung zuteil, auch mir wird oft Selbstbewusstsein unterstellt. Was ich auch sicherlich deutlich hinzugewonnen habe, wenn ich es mit meiner früheren hosendominierten Zeit vergleiche.

Jedoch stimmt mich die Diskussion von Micha mit seinem erwähnten Freund traurig. Denn sie offenbart einige Denkschmata, mit denen ich vereinzelt immer mal wieder in Berührung gekommen bin in den letzten Jahrzehnten, und die vermutlich weitestgehend noch zumeist unausgesprochen vorherrschen:

A) Ein Mann muss mit Kompetenz überzeugen, kein modischer Schnickschnack soll davon ablenken.

Nach diesem Kernsatz wird im Berufsleben noch immer weitreichend agiert. Dieser Kernsatz neben ein paar ähnlichen wird auch unter der Hand vor allem in höheren Hierarchieebenen gehandelt und verbreitet. Spätestens dort, wo Anzüge vorherrschen, wird Individualismus im Erscheinungsbild drastisch reduziert und sich einer Art ziviler Uniform untergeordnet.

Zwischenfrage: Warum gilt das nicht auch für Frauen?
Zwischenruf von mir: Obwohl wir seit fünfzig Jahren von der Gleichberechtigung der Frauen zu den Männern reden und sicherlich sehr, sehr vieles erreicht worden ist, ist aber doch ganz viel noch immer in eigentlich überkommenen Schemen stecken geblieben.

B) Es reicht nicht, wenn eine Frau mit Kompetenz überzeugt; von einer Frau wird erwartet, dass sie zusätzlich noch ein Schmuckstück ist.

Dieses Denkschema begegnete mir immer wieder. Wer sich diesen Kernsatz genauer ansieht, muss zu dem Ergebnis kommen, dass Frauen demnach noch immer unter enormen Druck stehen, optisch zu gefallen. Das schließt das ein, was wir Rockträger uns womöglich wünschen: mehr Ausdrucksmöglichkeiten, mehr Wahlfreiheiten - aber für Frauen bedeutet dies, unentwegt sich optisch herauszuputzen.
Mich brachte die Aussage einer nahestehenden Freundin einer meiner Ex-Freundinnen fast zur Weißglut (und bringt es eigentlich heute noch, obwohl dies bald 20 Jahre her ist): "Ihr Männer dürft Anzug tragen." So spitzte sie genau dieses Denkschema zu, und berichtete von der Not, Haare, Makeup usw. und die richtige Ausschnittgröße für den jeweiligen Anlass abzustimmen. Es klang Neid aus ihren Worten, dass Männer sich einfach hinter formalen, fast uniformierten Standards verstecken können.

Wenn der Kernsatz B) noch immer sehr wirksam ist, dann ist das Zusammenarbeiten von Mann und Frau wohl noch immer extrem sexualisiert. Vielleicht darf man das so nicht mehr aussprechen, aber im Grunde wäre das noch immer sehr, sehr weit am Anfang von jeglicher Gleichstellung von Mann und Frau.

Hm. Und ja, wenn man beobachtet, da scheint ja wohl der Hase im Pfeffer zu liegen. Denn, warum laufen denn die Männer noch immer nach all den Jahrzehnten nur in Hosen herum? Es sind tatsächlich wohl Prinzipien am wirken, die noch immer mehr sexualisieren als jeglicher Gleichberechtigungsaufruf eigentlich gestatten dürfte.

Ich, als derjenige, der sich in seiner Kleidungswahl beeinträchtigt sieht, wenn man mir die Hosenkleidung aufgrund meines Geschlechts zuschreiben wollte, ich sehe mich darin benachteiligt und somit als diskriminiert aufgrund meines Geschlechts. Frauen mit dem Denkansatz gemäß B) interpretieren das anders, dass sie eben benachteiligt sind aufgrund ihres Geschlechts.

Und ich glaube A) und B) sind zwei tiefsitzende Denkschemata, die vom Berufsleben bis weit in die private Sphäre hinein tief festsitzen und letztlich blockieren, dass sich irgendetwas daran ändert.


Demgegenüber sind eben die Schilderungen von Cephalus und Jens durchaus Lichtblicke (und ich bin bei meinem Lichtblick ja auch schon ziemlich gut angekommen), die zeigen, wie ein ewiges Verharren auf verkrustete Denkschamata aufgebrochen werden kann. Und ja, Micha mit seiner Präsenz im Rock im Arbeitsleben ist ja auch ein leuchtendes Beispiel, das er auch gerade an junge Erwachsene als Impuls weitergeben kann.

Ja, ihr habt recht: die Gewöhnung an zunächst ungewohnte Ausdrucksformen ist möglich. Vielleicht haben selbst wir den Punk, die Dark Gothics, die Rocker oder Lack und Leder oder was auch immer bis heute noch nicht ästhetisch gutgeheißen, aber ein bisschen haben wir uns doch an alles auch gewöhnen können. Und so geht es anderen Leuten auch, die Männer in Röcken nicht unbedingt gutheißen, aber die Gewöhnung macht das Maß der Akzeptanz.

Darum komme ich auch hier wieder nach all Euren Geschichten erneut zu dem Ergebnis, dass es wichtig ist, dass wir sichtbar sind und uns nicht zuhause hinter Mauern verstecken. Nur so kann Gewöhnung geschehen.

Man muss nicht stolz darauf sein, sich im Rock auf die Straße zu trauen. Aber man sollte bedauern, wenn man sich nicht im Rock auf die Straße traut. Denn dann bliebe alles beim Alten.
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 00:30 »
Zu der Geschichte von Jens:

Ja, es gibt Momente, in denen eine Hose unschlagbar praktisch ist.

Es gibt auch Momente, in denen eine Regenjacke unschlagbar praktisch ist und wir uns eine Kapuze aufsetzen und sie fest zuschnüren. Wobei in den meisten Momenten diese Kapuze so auf dem Kopf unsäglich unpraktisch ist.
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von Uckermärker am Heute um 00:19 »
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... Ich gehöre wohl zur ersten Gruppe ...

Ja, es braucht Zeit, bis sich unsere Umgebung an unser Rock tragen gewöhnt. Und je mehr wir unseren Stil finden und weiter entwickeln, gibt es sogar Anerkennung.

Als ich im Juli 2022 mit meiner "Rock-Karriere" gestartet bin, wollte ich herausfinden, wie viele Tage ich schaffe durchgehend nur Rock zutragen - nach 80 Tagen war ich schon richtig happy.

Und ich wollte wissen, wie lange die Gewöhnung an Röcke dauert - bis ich nicht mehr darüber nachdenke, dass ich Rock trage.

Im Oktober 2022 wollten wir mehrere TV Geräte an ein Hotel liefern und da dachte ich, zumal es nun kühler wurde, trage ich doch mal wieder eine Jeans. Ich musste feststellen: mein Körper hatte sich jetzt so an das Rock tragen gewöhnt, dass ich mich in Hosen nun unwohl gefühlt habe - einfach weil Hosen nicht so bequem und angenehm zu tragen sind, wie ein Rock.

Ich würde es so formulieren, ich fühle mich wohl, wenn ich bequeme Kleidung trage (egal ob Hose oder Rock). Doch da ich bisher keine wirklich bequeme Hose gefunden habe, die so bequem ist wie ein Rock, sind Hosen für mich keine wirkliche Option mehr.

Gut, letztens war ich auf unserem staubigen Spitzboden. Für diesen Moment habe ich doch lieber eine alte Hose getragen (dort kann man nicht stehen, sondern man kommt nur auf allen Vieren vorwärts) ;)

VG Jens
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:49 »
Ja sicher, lieber Cephalus. Nun ist mein besagter Freund auch eher konservativ, der auch mein Röcketragen eher zu tolerieren scheint, als dass er es begrüßt. Und wenn ich das Thema auf Kleidung bringe, ist er genervt.

LG, Micha
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von cephalus am Gestern um 23:36 »
Ja, wir sind bei allen Fortschritten der letzten Jahre noch recht weit davon entfernt, dass Männer so frei in der Wahl der Kleidung sind, wie die Frauen.

Ja und nein.

Die Menschen müssen sich zuerst an das gewöhnen, was für sie neu ist, aber dann bewerten sie die Kleidung bei Männern und Frauen äquivalent.

In der letzten Zeit habe ich einiges aus meinem Kleiderscjrank gekramt, das mir bislang zu bunt, zu feminin hder zu auffällig war:

Kleider, bunte Röcke, Schmuck, oder ungewöhnliche Schnitte.

Was ist passiert? Meine Kleidung wurde relevanter, rückte mehr in den Mittelpunkt, im selben Rahmen wie das bei Frauen ist. Schöner Rock, passendes Top, tolles Kleid, gelungene Kombi...

Selbst meine, zu Kleidungsthemen meist schweigende Frau hatte einige Kommentare/Komplimente auf den Lippen, vor allem zu, in meinen Augen, eher (zu) femininen Stücken.

Allgemein habe ich, nach kurzer anfänglicher Scheu die gleichen Reaktionen auf meine Outfits erhalten, die eine Frau auch erhalten hätte.

Natürlich gibt es Leute, die etwas brauchen um mit der ungewohnten Verpackung klar zu kommen, aber am Ende ist man nicht der Clown, sondern der starke selbstbewusste Typ, der es sich leisten kann, an Regeln und Normen in Frage zu stellen, oder ad absurdum zu führen.


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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 22:18 »
Neulich sah ich im Fernsehen einen Politiker mit üblichem grauen Jackett über blauem Hemd oder so Interviewt von einer Journalistin im gelben Kleid oder Oberteil. Ich meinte, es sei doch komisch, dass diese Frau so was schönes Gelbes tragen dürfe, der Mann aber immer Grau, Blau oder Schwarz tragen müsse. Es war ein Freund mit vor dem Fernseher, der meinte, wenn der Politiker jetzt ein gelbes Jackett tragen würde, würden alle ihre Aufmerksamkeit darauf lenken und nicht mehr auf das, was er sagt. Ich stimmte zu und meinte, das müsse aber gar nicht so sein, denn bei der Frau acht man ja auch darauf was sie sagt. Er meinte, Frauen hätten da eben mehr Möglichkeiten, aber ein Mann würde darin wie ein Clown wirken. Er regte sich dann darüber auf, dass ich überhaupt das Thema angefangen hätte, denn das sei ja gar nicht das Thema dieses Beitrages. Es sei doch ganz egal, was jemand anhabe. Ich meinte, wenn es egal wäre, würde er sich nicht so darüber aufregen und dann würden auch alle zuhören. Nur weil es nicht egal ist, rege er sich auf über meine Vorstellung, der Politiker könne auch was Gelbes tragen, so wie früher mal eine Parteigenosse von ihm auch immer einen gelben Pullover getragen haben. Wir beide eskalierten unsere Diskussion, bis wir erschöpft aufgaben, dem je anderen die eigene Position verständlich machen zu wollen.

Ja, wir sind bei allen Fortschritten der letzten Jahre noch recht weit davon entfernt, dass Männer so frei in der Wahl der Kleidung sind, wie die Frauen.

LG, Micha
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Rund um den Rock / Antw:Rock zum Wohlfühlen oder beim Wohlfühlen?
« Letzter Beitrag von Stanley McLeod am Gestern um 21:11 »
Ich wollte auch noch meinen Senf dazu geben.

Persönlich bin ich ja gerade erst dabei, anzufangen mich in dem Thema zu bewegen.

Ich sehe es aber ähnlich, dass es das Ziel sein sollte, dass ein Forum wie dieses letztlich nicht mehr nötig ist bzw. es sich dann eher um Details wie Outfits, Kaufempfehlungen o.Ä. geht. So wie es die Damenwelt vermutlich an anderer Stelle ja auch schon macht. Und die Gesellschaft, insbesondere auch die Männer merken, dass es letztlich nicht darauf ankommt, ob man(n) Rock, Kleid oder Hose trägt. Subjektiv habe ich die Wahrnehmung, dass wir davon aber noch weit entfernt sind.

Für mich erhoffe ich, dass ich da hin komme, dass ich die Freiheit habe zu entscheiden, ob Hose, Rock, Kleid oder was auch immer sich gerade passend und richtig anfühlt.
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Gender / Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 20:13 »
N'Abend zusammen!

Ich habe mir den Bericht auch nochmal angesehen.

Doppelrock:

Wo ist denn davon die Rede, dass nur ein Mann Gewalt gegen Demonstranten angewandt habe? Zu Beginn ist von fast täglichen Bedrohungen Im Briefkasten von Anne Selmer die Rede. Die werden wohl kaum von dem einen Mann kommen, der in Soest CSD-Teilnehmende angegriffen hat.

"Ob echt oder gestellt, keine Ahnung!" Diese Deine Formulierung impliziert eine Unterstellung, der WDR könnte evtl. eine Demo zusammenstellen, um dann diese Bilder aufzunehmen. Solche Formulierungen untergraben das Vertrauen dafür empfänglicher Menschen in die Arbeit des Senders - was sie wohl auch sollen. Da hilft auch kein "keine Ahnung", womit Du Dich dann ggf. herausreden könntest. Es wurde auch immer der Kontext der Bilder genannt. Das in anderen Fällen auch Bilder aus anderen Kontexten gezeigt wurden, so bei Bildern von jubelnden Kindern in Palästina nach dem 11.9.2001, wobei die Kinder nicht wegen der Terroranschläge, sondern wegen Bonbons gejubelt haben, ist klar. muss man jetzt aber nicht voraussetzen, dass das jetzt auch so sein könnte. Es sei denn, man will das Vertrauen in die journalistische Arbeit untergraben. Wenn die Bilder aus dem Archiv kommen, wird das normalerweise auch gesagt.

Die queerfeindlichen Straftaten sind laut dem Diagramm von 29 im Jahr 2018 auf 284 im Jahr 2025 gestiegen, die der politisch von "rechts" kommenden im gleichen Zeitraum 17 auf 110. Relativ nahmen die queerfeindlichen Straftaten stärker zu als die "aus dem Phänomenbereich rechts", aber absolut sind beide gestiegen. Und das ist die Hauptaussage. Also weder ein falsches Rechnen und auch keine Lüge, nur eine stärkere Betonung der absoluten Zahlen statt der relativen.

Dass es keine Festnahmen gab, heißt noch nicht, dass nichts vorgefallen ist. Man kann auch Verwarnungen aussprechen, ohne jemanden festzunehmen. Und es gibt auch Vorfällte unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, die dennoch gefährlich sind. So manches ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, was jedoch verbale Gewalt ist. Da fehlt es vielleicht noch an Law & Order. Von Beschlagnahmungen ist übrigens gar nicht die Rede, weder, dass es sie gab, noch dass es sie nicht gab.

"Einseitige Positionierung" des Senders schreibst Du: Ja klar, für ein friedliches Miteinander der Menschen und gegen Hass  und Hetze. Diese Einseitigkeit lobe ich mir. Ich will nicht, dass hier Menschenhass als freie Meinungsäußerung gleichbehandelt wird mit einer Demo für ein friedliches Miteinanderleben in Vielfalt. Wenn Dir das ein Dorn in Auge ist, spricht das sehr gegen Dich.

Stell Dir vor, wie würden eine Demo für die Kleidungsfreiheit aller Menschen machen, inklusive für die Männer, die freiwillig am liebsten immer nur Hosen tragen. Und dann kämen hosentragende Männer, würden uns beschimpfen und beleidigen und gegen die Kleidungsfreiheit demonstrieren und fordern, Männer müssten auf jeden Fall immer nur Hosen tragen. Und Du und ich würden Drohbriefe im Briefkasten vorfinden. Wie würdest Du Dir die Berichterstattung wünschen?

Oder wir würden für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit demonstrieren, und da kämen welche, die dagegen wären und ein rein christliches oder ein rein atheistisches oder ein rein islamisches Land fordern in dem alle anderen Religionen und Weltanschauungen verboten wären. Wie würdest Du Dich da fühlen?

Warum muss man gegen das friedliche Miteinander in Vielfalt demonstrieren und statt dessen eine alleinige Macht der eigenen Sicht auf Geschlecht, auf Kleidung, auf Religion und Weltanschauung fordern? Wieso tolerieren diese Gegendemonstrierenden nicht einfach, dass jeder Jeck anders ist? Das ist ja auch Wolfgangs große Frage.

Aber einen Fehler in dem Bericht fand ich doch: Auf dem Drohbrief am Anfang ist kein Maschinengeweht, sondern ein Sturmgewehr abgebildet.

Mit friedlichem Gruß,
Micha






   

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Gender / Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 11:04 »
Der Reporter kann nicht einmal mit dem Taschenrechner umgehen oder sagt bewusst die Unwahrheit. Anfangs sind 58% der Straftaten als rechtsextrem eingestuft, am Ende nur noch 38% Der Anteil ist also zurückgegangen und nicht, wie behauptet, gestiegen. Das Verhältnis hat sich also umgedreht und man muss nunmehr fragen, wer heuer für die 62% verantwortlich ist, die nicht näher benannt werden.

Aufgrund Deiner Zahlen habe ich mir dahingehend noch einmal den Beitrag angeschaut, und ich muss sagen, damit hast Du einen Punkt. Es ist tatsächlich sehr unscharf und somit missverständlich, wie der gesprochene Text die gezeigte Statistik kommentiert. "...und immer häufiger kommen die Straftaten aus dem Phänomenbereich rechts", so der Kommentar. Das lässt einen Zuhörer in der Tat interpretieren, dass deren Anteil an den queerfeindlichen Straftaten gestiegen sei. Die Statistik aber weist, wie Du richtig analysiert hast, aus, dass der Anteil gesunken ist. Dennoch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Straftaten 'aus dem Phänomenbereich rechts' im betrachteten Zeitraum dennoch erheblich gestiegen ist, nämlich versechsfacht. Dass die Gesamtzahl der erfassten Straftaten auch gestiegen ist, und zwar noch stärker (fast verzehnfacht) ist richtig und bedauerlich, ist aber kein angenehmer Grund, den Anstieg aus dem rechten Umfeld zu beschönigen.

Ich halte die Einstufung von Straftaten zu einem gewissen politischen Milieu ohnehin für schwierig. Die Zuordnung wird nur ähnlich unscharf sein wie der begleitende Kommentar des Berichtsautors. Vermutlich werden nur solche Straftaten einem politischen Lager zugeordnet, wenn genügend Hinweise dafür vorhanden sind. Bei vielen werden diese Hinweise aber nicht in ausreichendem Maße vorliegen und bleiben also deshalb auch unklassifiziert.

Fakt ist, dass politisch rechts angehauchte Gedanken inzwischen straßentauglicher geworden sind und Polemik bis Hass- und Hetztiraden gesellschaftsfähiger geworden sind, gerade seit rund 10 Jahren durch verschiedene Ereignisse der Weltgeschichte. Das lädt auch Menschen ein, sich weniger zurückzuhalten, die sich sonst eher nicht zu radikaleren Einstellungen zurechnen würden. Ich bin mir recht sicher, dass das den starken Anstieg der unklassifizierten Straftaten mit erklärt.

Straftat bleibt Straftat - auch wenn Straftaten durchaus auch aus politischem Interesse als solche gewertet werden könnten, unsere deutsche Geschichte hat das ja gezeigt, aber auch überall andernorts auf der Welt gibt es genügend Beispiele. Dennoch: jede Straftat ist eine zuviel, das möchte ich festhalten. Dass die Zahl der registrierten Straftaten seit 10 Jahren ansteigt, hat freilich noch weitere Hintergründe, denn erst seit jüngeren Jahren ist der - ich benutze bewusst die selbe Wortführung, aber möglichst neutral gemeint - denn erst seit jüngeren Jahren ist der 'Phänomenbereich queer' sichtbar geworden. Und zudem trauen auch sich erst nach und nach die Betroffenen, solche Vergehen anzuzeigen. Diese Zusammenhänge sollen allerdings nicht dazu dienen, diese Straftaten zu beschwichtigen.

Es stellt sich doch generell die Frage, warum sich jemand so schwer damit tut, einen Menschen, der sich anders ausdrücken oder fühlen möchte als gesellschaftlich vorgegeben, zu tolerieren. Mit welchem Ziel muss solch ein Mensch vehement ausgegrenzt werden oder attackiert werden? Was fällt denn so schwer daran, jeden nach seiner eigenen Façon glücklich werden zu lassen. Welche Freiheiten anderer Menschen werden dadurch beschränkt, dass ein Peter nun lieber eine Petra sein will?

Was hat man denn davon, gegen andere Menschen Hass und Hetze zu schüren? Ist nicht ein unaufgeregtes Zusammenleben für alle letztendlich angenehmer?
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