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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:29 »
Abber klor doch!

Zum Beispiel in der Wendung "klorer Kerl". Wobei ich ehrlich gessagt gar nicht weiß, wie man das am exaktesten schreiben würde. Bin fast versucht, das mit h nach dem o zu schreiben. Oder gar mit g. Ich kenne das eigentlich nur aus der gesprochenen Sprache. Und das ist inzwischen sehr selten.

Ich weiß bis heute nicht, woher das genau kommt, ob das von "klar" kommt, oder von "glor", was dann eigentlich mit "ruhmreich" vergleichbar wäre, ableitend von Gloria, was letztlich in der Bedeutung von "glänzend" liegen würde (vergleiche "Gletscher", "glatt").

Aber letztlich scheint "klar" ja auch von "glänzen", "glitzern" abzustammen.

Und ein "klorer Kerl" ist eben ein Mensch, der voll in Ordnung ist, der nicht versucht, einem übers Ohr zu hauen,
der einem ganz gehörig geheuer ist.

Du bist auch ne klore Kerl, Wolfgang! Ich danke, für Deine Darstellung.
Vielleicht hängen "klor" und "klar" etymologisch zusammen.

Ich verstehe darunter aber eher sowas wie "originell" oder "witzig". Meine Schwägerin eher "dumm" oder "bekloppt". Im Internet bzw. mit ChatGPT fand ich beides.
Aber während ich es mal, wenn man mich "klor" nennt, würde meine Schwägerin das nicht mögen.

Kennt was Wort sonst noch jemand?

LG, Micha

 
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:14 »
Und ich verstehe nicht weshalb sich bayrisch nicht zur Schriftsprache entwickelt hat,

Bitte nicht "bayrisch", sondern "bayerisch" für den Freistaat oder das Land namens "Bayern" und "bairisch" für den Dialekt. (Ich weiß, man macht hier im Forum nicht auf Schreibfehler aufmerksam, aber wo es hier doch um Sprache geht, erlaube ich mir das, lieber Zwurg.

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:10 »
Hallo lieber Zwurg und lieber Skirtedman,

"Hannoveranisch" wurde nicht zum Schriftdeutschen, das war eher umgekehrt. Hannover liegt an der Grenze zwischen de niederdeutschen (Platt) und den mitteldeutschen Dialekten. Als im Zuge der Industrialisierung viel Arbeiter nach Hannoverkamen, konnten sie sich wegen der Unterschiedlichen Dialekte kaum verstehen und sprachen so, wie man schreibt, was sich dann als verrmeintlich höherwertige und prestigeträchtigere Varietät durchgesetzt hat.

Die schriftsprachlichen Normen waren, dank der Arbeit von Luther, den Kanzleien (besonders die Wettiner), Sprachgesellschaften (z. B. Fruchtbringende Gesellschaft) etc,. bereits im 18. Jhdt. sehr einheitlich. So können wir die Texte von Goethe und Schiller problemlos lesen. Eine deutschlandweit verbindliche Regelung gibt es erst seit der ersten orthografischen Konferenz, festgehalten in der 7. Auflage des Dudens von 1901. (Habe ich mal günstig auf einem Flohmarkt erstanden.)


LG Thomas

Ja, Hannover hat durchaus auch einen Dialekt bzw. hatte, denn er scheint ausgestorben. Manche Hannoveraner sagen aber immer noch "getzt" statt "jetzt", was wohl ein Überbleibsel ihres Dialektes ist.

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:08 »
Hallo zusammen, das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beheimatete "Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache" (DWDS) sagt zur Herkunft von Ungeheuer:

geheuer Adj., heute nur noch verneint nicht geheuer ‘unheimlich’ gebräuchlich. Mhd. gehiure ‘nichts Unheimliches an sich habend, lieblich, angenehm, trefflich’ ist mit Präfix zu einem mhd. nicht belegten Adjektiv ahd. hiuri ‘einfältig, schlicht’ (um 800) gebildet, dem aengl. hēore ‘angenehm, freundlich, mild’, anord. hȳrr ‘mild, froh, freundlich’ entspricht. Es gehört etymologisch als Bildung mit r-Suffix zu germ. *hī̌w-, ie. *k̑(e)iu̯- und damit zu Heirat (s. d.) und weiter zu Heim (s. d.). geheuer bedeutet ursprünglich ‘zum Haushalt, Hauswesen gehörig’ und deshalb ‘vertraut, angenehm’. –
ungeheuer Adj. ‘unheimlich, grauenhaft’, adverbial mit Bedeutungsabblassung ‘sehr’, ahd. ungihiuri Adj. ‘unnatürlich, mißgestaltet’ (um 800), mhd. ungehiure.
Ungeheuer n. ‘Unhold, Scheusal’, ahd. ungihiuri n. (um 800), mhd. ungehiure m. f. n.; Substantivierung des Adjektivs; erst seit dem 18. Jh. durchgehend mit neutralem Genus.
ungeheuerlich Adj. ‘schrecklich, fremd, unvorstellbar’, mhd. ungehiurlīche Adv.; vgl. ahd. (substantiviert) unhiurlīh ‘Ungeheuer’ (11. Jh.).


LG Thomas

Danke, Thomas.

Und ich habe mal zu "uhyre" recherchiert:

"Ordet 'uhyre' stammer fra oldnordisk 'ūhýri', sammensat af ū- (ikke) og hýri (stort dyr)."
Quelle: https://www.ecosia.org/search?method=ecosiabrowsernewtab&q=uhyre+ethymologie

"U" also "nicht" und "hýri"  "sort dyr", laut Google-Translator "großes Tier". Logischerweise müsste ein "uhyre" also ein "nicht großes Tier" sein, also ein kleines Tier. Aber vielleicht ist das auch wie im Bairischen eine verstärkende Verneinung, also ein großes Tier.

Gregor, was meinst Du?

LG, Micha
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 22:00 »
Zu cephalus und "keinen Ausschnitt".

Ja, Ausschnitt ist Geschmackssache. Und sicher auch Gewöhnungssache.

Andererseits sind weiter ausgeschnittene Sommerkleider auch eher solche, die auch locker getragen werden.
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 21:58 »
Ja, ich gebe Zwurg recht,

viele Kleider scheiden quasi von selbst an einem Mann aus, weil sie extrem auf eine Passform irgendeines weiblichen Busens geschnitten sind.

Aber es gibt auch viele, die das in dieser Art gar nicht aufweisen. Manche haben zwar Brustabnäher, die Nähte fallen aber nicht auf und es stehen keine leeren "Tütchen" ab. Und etliche haben genau diese Brustabnäher gar nicht. Auch Sommerkleider nicht.

Und ich gebe cephalus recht: man muss etwas suchen. So viel suchen ist das eigentlich gar nicht, aber man muss sich eben etwas mehr damit beschäftigen.

Nun mag nicht jede Kleidform, die cephalus gut stehen auch Zwurg gut stehen oder umgekehrt. Vor allem hat ja jeder Körper seine eigenen Herausfordeungen.

Manchmal wird das Volumen für die weibliche Brust ja auch durch den Schnitt an den Seitennähten hergestellt. Die haben dann keine Brustabnäher. Und oft holen sich das fehlende Brustvolumen der Männer dann wieder die Schultern, die ein bisschen mehr Raum brauchen als die Frau, für die das zugedacht war. Und so gleicht sich das aus.

Ich empfehle für den Kauf von Kleidern, sich erst einmal im Handel vor Ort (oder an einem anderen als dem eigenen Ort) durchzuprobieren. An Kleidern, die es in unterschiedlichen Größen vor Ort gibt. Und da mal verschiedenste Macharten quer über die verschiedenen Größen durchzuprobieren. Kostet vielleicht erst mal etwas Überwindung, und auch ein bisschen Zeit, aber das Ergebnis belohnt, dass man vertrauter wird, was wie einem denn so eher steht und was nicht.

Für Sommerkleider empfehle ich, besonders mit T-Shirt-Kleidern zu beginnen. Die haben entweder einen Gürtel, eine Band zum Binden aus demselben Stoff oder einen Gummizug oder gar nix dergleichen. Die können in der Regel auch sehr locker getragen werden. Vielleicht passt dann ja sogar besser ein kleineres, das man nicht fest zubindet. Oder ein ziemlich großes, das man eben stark zusammenschnürt. Einfach mal drauf los experimentieren. Das wäre mein Tipp.

Alternativ zu T-Shirtkleidern kann man sich auch an Jeanskleider wagen. Jedoch schreien Jeanskleider mehr nach perfektem Sitz. Da kann dann ein schmale Hüfte sehr schnell störend sein. Oder es ist ein gürtelloses, das gerade geschnitten ist, dann mag der steifere Jeansstoff möglicherweise schneller verzeihen, dass die Hüfte recht schmal ist.

Und noch zurück zu den T-Shirtkleidern: welche, die in Körpermitte eingelesen sind, wie das rot-weiße Kleid von cephalus, können auch ideal sein für Deine Proportionen, Zwurg. Und da gibt es welche, deren Rockteil höher beginnt, und welche, wo das tiefer beginnt. Einfach mal experimentieren...
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von cephalus am Gestern um 21:31 »
Servus Zwurg,
ich glaube Kleider muss man primär wollen und für sich akzeptieren.
Auch wenn ich es nicht verstehe, tun sich im Forum einige mit Kleider schwerer als mit Röcken.

Wenn man aber etwas sucht, findet Mann aber etwas Passendes.
Mit etwas Erfahrung leider sofort jede Menge, auch sommerliches.
Ein paar, die ich hier bereits gezeigt hatte:
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usw.
Was diese Modelle gemeinsam haben, ist keinen Auschnitt und keine/kaum Ausformung für einen Busen.

Cephalus
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Gofalski am Gestern um 20:57 »
Hallo lieber Zwurg und lieber Skirtedman,

"Hannoveranisch" wurde nicht zum Schriftdeutschen, das war eher umgekehrt. Hannover liegt an der Grenze zwischen de niederdeutschen (Platt) und den mitteldeutschen Dialekten. Als im Zuge der Industrialisierung viel Arbeiter nach Hannoverkamen, konnten sie sich wegen der Unterschiedlichen Dialekte kaum verstehen und sprachen so, wie man schreibt, was sich dann als verrmeintlich höherwertige und prestigeträchtigere Varietät durchgesetzt hat.

Die schriftsprachlichen Normen waren, dank der Arbeit von Luther, den Kanzleien (besonders die Wettiner), Sprachgesellschaften (z. B. Fruchtbringende Gesellschaft) etc,. bereits im 18. Jhdt. sehr einheitlich. So können wir die Texte von Goethe und Schiller problemlos lesen. Eine deutschlandweit verbindliche Regelung gibt es erst seit der ersten orthografischen Konferenz, festgehalten in der 7. Auflage des Dudens von 1901. (Habe ich mal günstig auf einem Flohmarkt erstanden.)


LG Thomas
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 20:38 »
Danke, Gofalski. Diese Quelle (das DWDS) hatte ich nicht gecheckt.

Dem gegenüber habe ich nun auch noch mal die Wörter 'Hure' und 'heuern' abgefragt.

Hure f. ‘Dirne, Prostituierte’, ahd. huora (8. Jh.), mhd. huore, mnd. aengl. hōre, engl. whore, mnl. hoere, nl. hoer, anord. hōra, schwed. hora sowie anord. hōrr, got. hōrs ‘Ehebrecher’, (ablautend) frühnhd. herge, mnd. herge, herie ‘Dirne’ sind wie ahd. (9. Jh.), mhd. huor, aengl. anord. hōr ‘Ehebruch, außerehelicher Beischlaf, Unkeuschheit’ verwandt mit lat. cārus ‘begehrt, lieb, teuer, wert’, lett. kārs ‘lüstern, lecker’, air. caraim ‘liebe’, carae ‘Freund’, kymr. car ‘Freund’. Sie führen auf ie. *kāro- ‘lieb, begehrlich’ bzw. ablautendes ie. *kər-. Zugrunde liegt die Wurzel ie. *kā- ‘gern haben, begehren’, wozu (mit anderem Suffix) aind. kā́maḥ ‘Wunsch, Begehren, Liebe’ gehört. Vom Substantiv abgeleitet huren Vb. ‘mit Dirnen schlafen’, ahd. huorōn (9. Jh.), mhd. huoren, mnd. hōren, mnl. hoeren, horen, anord. hōra, schwed. hora.




heuern Vb. ‘engagieren, in Dienst nehmen, ein Arbeitsverhältnis auf einem Schiff annehmen’, älter ‘mieten, pachten’, mhd. behūren ‘durch Kauf oder Miete erwerben’, verhūren ‘verkaufen’, frühnhd. (md.) hūren ‘auf Mietpferden reiten, einen Mietwagen fahren’ (15. Jh.), ‘(ab)mieten’ (Anfang 16. Jh.), mnd. hǖren ‘pachten, mieten, ein Schiff chartern’, mnl. hūren, nl. huren ‘mieten, dingen’, aengl. hȳrian, engl. to hire. Dazu das Substantiv Heuer f. ‘Lohn, den ein Seemann erhält, Anstellung eines Seemanns auf einem Schiff’, älter ‘Pacht, Miete’, asächs. hūria ‘Pacht, Miete’, mnd. hǖre ‘Pacht(vertrag), Miete’, mnl. hūre, nl. huur, aengl. hȳr, engl. hire. Die wohl vom Nd. ausgehenden Wörter bleiben besonders in der Seemannssprache lebendig und gelten mit den dort üblichen Bedeutungen auch in der heutigen Literatursprache. Sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten fehlen, Herkunft ungeklärt. –
abheuern Vb. ‘abmieten’ (15. Jh.), ‘abwerben, abspenstig machen’ (16. Jh.), intransitiv ‘den Schiffsdienst quittieren, abmustern’ (20. Jh.).
anheuern Vb. ‘mieten’ (vereinzelt 18. Jh.), intransitiv ‘ein Arbeitsverhältnis auf einem Schiff annehmen’ (20. Jh.).




Ich wiederhole den Eintrag im DWDS zu "heuern":
"Sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten fehlen, Herkunft ungeklärt."

Während eben die Grimms einen Zusammenhang sahen mit z.B. "geheien" sahen, was zum einen eng an "heiraten" geknüpft war (vereinigen), zum andern aber auch genau ins Gegenteil verkehrt beobachtet wurde im Sinne von "schänden", "besudeln" mit besonderem Fokus auf sexuelle Handlungen der nicht gesitteten, sondern gesellschaftlich verächteten Art. Bzw. im erweiterten, übertragenen Sinn als Umschreibung von "entweihen, die Ehre nehmen".

Wie es in den umfangreichen Zusammentragungen zu "ungeheuer", "Ungeheuer", "geheien" und "Heuer" bei den Grimms anklingt, scheinen sich da - und das DWDS untermauert dies mit seinen Eintragungen - Wörter aus ursprünglich verschiedenen Wortstämmen zu "kreuzen".
Ich finde diesen Ausdruck "kreuzen" ganz schön, weil es über Landschaften oder Epochen hinweg die gegenseitige Beeinflussung von unterschiedlichen Wörtern beschreibt, die u.U. anders gedeutet wurden, aber aufgrund der Ähnlichkeiten aufeinander abgefärbt haben.

So ähnlich vermute ich das bei den Wortbildungen "Heirat" und "Heimat", wo gerade letztes nur ein eng germanisches Wort ist. Ich halte eine 'Kreuzung' dieser beiden Wörter in ihrer Bildung für möglich. Beides enthält richtigerweise "hei-", "hy-", "heu-", und das Wortende "at" könnte überkreuz geschehen sein. Auch wenn für "Heimat" das DWDS das "Od" (wertvoller Rückzugsort, Kostbarkeit) als wahrscheinlich hält im Gegensatz zum "Rat" (Zeugs) in "Heirat". Aber darauf wollte ich sowieso noch einmal näher drauf eingehen irgendwann.
Übrigens fällt mir da der Namenforscher Prof. Udolph ein, der immer betont, dass er sein "Ud" ebenso wie z.B. in "Adolf" oder "Adalbert" eben auf das "Od" zurückführt, das er ebenso in den Worten wie "Adel" und "edel" verortet.

Dass sich unterschiedliche, aber ähnlich gelagerte Worte kreuzen, erleben wir z.B. auch in heutiger Zeit noch. So ist korrekt, "morgens" und "abends" zu schreiben. Vielfach färbt aber die Endung "-ends" auf "morgends" ab. Irgendwann wird sich vielleicht dieser häufige Fehler - eine analoge Interpretation - nicht mehr als Fehler in den Wörterbüchern finden, weil die Menschen eben in ihrem Gebrauch nach ihrem (zwar fehlerhaften) Verständnis dem Wort "morgens" eine neue Erscheinungsform gegeben haben. (übrigens noch angefacht von der tatsächlich allerdings richtigen Schreibweise in der Verwendung in Partizip-Form: morgendlich)




Jedenfalls ist es interessant, wie wir recht oft immer an sehr ähnlichen Begriffen sozusagen hängenbleiben. Beispielsweise beim "Gehägnis" (ich hab´s hier 'verhochdeutscht') hatte ich hier im Thread früher schon einmal u.a. auf skandinavisch "hygge" und engl. "hug" hingewiesen. Auf die sprachliche Verwandtschaft zu 'Engel' gehe ich jetzt nicht näher ein. Aber auch da steckt in "hygge" das Urwort "hy", "hi(w)-", "hiu-", "heu-" drin im Sinne von "heimisch", "vertraut", "geheuer". Und dass das Adjektiv "ungeheuer" in Englisch "huge" heisst, ist also nun gar nicht mehr so abwegig, kommt doch vieles im Englischen von den Sachsen aus Angeln. Und der Landstrich Angeln im heutigen Schleswig-Holstein war auch schon mal Dänisch. Also, da hängt vieles miteinander zusammen. Und die einen haben das so benutzt, die andern so.
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 20:36 »
Nun, lieber Zwurg,

dass Hannoveranisch zum Schriftdeutschen wurde ist eher ein Mythos, und falls nicht, dann sogar eher ein Zufall.

Mal abgesehen von der Duden-Redaktion in Mannheim hat an der Verschriftlichung der deutschen Sprache, bzw. an der Gestaltung des Hochdeutschen ganz maßgeblich auch Luther mit seiner Bibel herumgewerkelt. Man will kaum glauben, aber da ist viel Sächsisch eingesickert, aber eher ein Sächsisch, das in den Amtstuben gepflegt wurde. Aber Luther schöpfte ganz bewusst auch besonders aus dem westdeutschen Sprachgebrauch und aus dem oberdeutschen Sprachraum (letzteres also alles irgendwo zwischen Main und Alpen). So heisst es also heute hochdeutsch nach oberdeutsch "Pfeife" und nicht nach niederdeutsch "Pipe", obwohl das niederdeutsche "Pipe" näher am lateinischen Vorbild "Pipa" ist.
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