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Begrüssungen und Glückwünsche / Antw:2026
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 12:40 »Das erinnert mich an meine Gedanken, die ich heute morgen im Kopf hatte.
Denn während der Frühstückszubereitung fiel mein Blick auf eine Verpackungsdose, wo ein wohl für Kinder gedachtes Claim mir ins Auge fiel (vermutlich mit einer Handlungsanweisung, Internetadresse, QR-Code oder ähnlichem - darauf habe ich aber nicht mehr weiter geachtet), wo es hieß: "Willst Du wissen, was Kühe träumen?". Mit dieser Frage im Kopf widmeten sich meine Gedanken der Frage, ob Kühe überhaupt träumen können. Soweit ich weiß, und ich jetzt auch nochmals nachgelesen habe, ist der REM-Schlaf bei Säugetieren nachgewiesen. Und REM-Schlaf wird bei uns Menschen eng mit dem Traum-Erleben verknüpft. Und ich glaube mich zu erinnern, dass Forscher zumindest anhand von Versuchen schon meinen, herausgefunden zu haben, dass Hunde - oder waren es Ratten - auch tatsächlich träumen.
Jedenfalls hingen meine Gedanken bei der Zubereitung des Frühstücks dergestalt an diesem Thema, dass ich mir sagte, dass es uns Menschen mit Sicherheit leichter fällt, die Erinnerung an Träume einzuordnen, frei nach Wittgenstein, weil wir Erlebtes mit Worten assoziieren können, mit denen wir abstrakt darüber operieren können. Wie Kühe nun träumen oder die Dinge einordnen können, ist dann noch einmal eine andere Frage, aber sicher wird es ihnen auch gelingen. Es ist schon ein wenig überheblich, anderen Lebewesen geistige Fähigkeiten abzusprechen, nur weil sie sich nicht uns ausreichend mitteilen können, nur weil sie nicht über solche Denk-Werkzeuge wie die gesprochene und gedachte Sprache verfügen. Das Einordnen der Träume bei Kühen wird eben auf einer anderen Ebene sicherlich stattfinden. Wir Menschen benutzen eben unseren Wortschatz dafür.
Aber genau hier ist auch das schöne, was wir Menschen doch uns geschaffen haben. Nämlich eine Sprache, uns anderen sehr differenziert mitteilen zu können und damit auch uns selbst sehr differenziert mit uns selbst auseinanderzusetzen. Und das haben wir - im vermutlich deutlichen Gegensatz zu Kühen z.B. - nicht alles selbst ausgedacht, sondern wir haben das in einer frühen kindlichen Entwicklungsphase intensiv, aber auch weiter im Leben unaufhörlich fein, uns angeeignet. Wir haben das erlernt, weil etliche Generationen vor uns das auch erlernt haben, weiter verfeinert haben und uns dann als Werkzeug-Schatz lernend mitgegeben haben.
Natürlich gibt es auch immer wieder Schwierigkeiten, in den Worten, die ein anderer uns mitteilt, ziemlich genau das zu verstehen, was der andere uns mitteilen möchte. Da können Welten dazwischen liegen, trotz gemeinsamen Wortschatzes. Die Schwierigkeiten werden uns oft nicht sofort bewusst, sondern sie ergeben sich aus weiteren Handlungen oder ausgetauschten Worten. Dies sind allerdings Feinheiten, auch wenn sie mitunter gravierende Bedeutungen erlangen können.
Dennoch müssen wir uns nicht selbst einen Wortschatz erarbeiten, sondern wir nehmen den Wortschatz und die Verwendung desselben in sehr großen Teilen auf, den andere um uns herum und vor allem vor uns entwickelt haben. Das ist eine bedeutende Errungenschaft.
Und es macht keinen Sinn, alles neu zu denken. Denn dann versteht uns keiner mehr. Es ist nahezu unmöglich, alles neu zu machen, denn man ist behaftet in der Welt, in der wir uns gerade befinden. Ein Laptop wird auch morgen noch ein Laptop sein. Und für fließend Wasser werden wir auch noch in zwölf Wochen Geld bezahlen müssen, spätestens, wenn die nächste Abrechnung ins Haus flattert. Wir können also gar nicht alles neu erfinden, erschaffen, denken, wir sind gebunden an ein hohes Maß an Kontinuität, was in vielen Dingen auch große Vorteile hat, die uns wahrscheinlich oftmals gar nicht so bewusst sind.
Und dennoch, um es auf unser Denken und unseren Wortschatz, unsere Sprache, zu fokussieren, sind wir selbst auch Teil dieser Kontinuität, die wir selbst in unserem Dasein und Wirken (in unserem Leben) mit formen und gestalten können, oftmals zwar nur in Feinheiten, aber die Summe der Feinheiten macht die Entwicklung.
Doch auch wenn wir, jeder von uns, Teil dieser fluiden Kontinuität sind, so sind wir auf uns bezogen in einer Entwicklung, die wir durchlaufen. Wir lernen, wir verwenden und formen, und irgendwann werden wir da aktiv wieder ausscheiden. Genau, wie es seit Alters her in Philosophie und Kunst formuliert wurde:
"Werden", "Sein", "Vergehen".
Und wenn etwas vergeht, so ist das auch immer der Anfang von etwas neuem. Wir sind geworden (wurden geboren), wir sind (wir leben), wir vergehen (wir sterben), und machen Platz für neue Menschen, die uns folgen, so wie wir den alten Menschen gefolgt sind, die uns Platz gemacht haben. Wir kamen in die Zeit und wir gehen aus der Zeit. Andere kommen in die Zeit und gehen dann wieder aus der Zeit. So ist es ein immer wiederkehrender Kreislauf. Und solche Kreisläufe haben wir ganz viele. Jeden Tag beginnt ein neuer Kreislauf. Die Sonne kommt (macht zumindest ein bisschen hell), und die Sonne geht wieder. Wir werden aktiv, und wir enden mit Schlaf. Tag für Tag, Woche für Woche, und ja auch Jahr für Jahr.
Insofern stehen wir alle gemeinsam am Anfang von einem neuen Zyklus, nämlich am Anfang eines neuen Jahres. Auch hier ergeben sich die ähnlichen Rahmen wie die Jahre zuvor, aber auch neue Chancen, Jahr für Jahr, Tag für Tag.
Nutzen wir sie. Machen wir nicht alles neu. Lassen wir auch nicht alles neu machen. Egal, ob Gott uns die Sprache gegeben hat, oder ob all die Menschen vor uns sie langwierig entwickelt haben. Tag für Tag ist eine neue Chance, manches neu zu denken und zu machen. Ein ganzes Jahr lang bis zum nächsten Jahreswechsel.
Lasst uns die Zeit nutzen, uns unsere Welt zu halten und ein bisschen zu verbessern. Oder massiv, je nach Gusto, je nach Möglichkeiten. Lasst uns träumen, lasst uns aber nicht vergessen, was gewesen ist und was wir haben. Auch das Schlimmste ist immer begleitet mit etwas Gutem, und mit Chancen auf einen Neuanfang.
Darum wünsche ich ohne viel Worte:
Guten Start ins Jahr 2026!
Und lasst uns immer mal an die Kühe und ihre Träume denken!
Denn während der Frühstückszubereitung fiel mein Blick auf eine Verpackungsdose, wo ein wohl für Kinder gedachtes Claim mir ins Auge fiel (vermutlich mit einer Handlungsanweisung, Internetadresse, QR-Code oder ähnlichem - darauf habe ich aber nicht mehr weiter geachtet), wo es hieß: "Willst Du wissen, was Kühe träumen?". Mit dieser Frage im Kopf widmeten sich meine Gedanken der Frage, ob Kühe überhaupt träumen können. Soweit ich weiß, und ich jetzt auch nochmals nachgelesen habe, ist der REM-Schlaf bei Säugetieren nachgewiesen. Und REM-Schlaf wird bei uns Menschen eng mit dem Traum-Erleben verknüpft. Und ich glaube mich zu erinnern, dass Forscher zumindest anhand von Versuchen schon meinen, herausgefunden zu haben, dass Hunde - oder waren es Ratten - auch tatsächlich träumen.
Jedenfalls hingen meine Gedanken bei der Zubereitung des Frühstücks dergestalt an diesem Thema, dass ich mir sagte, dass es uns Menschen mit Sicherheit leichter fällt, die Erinnerung an Träume einzuordnen, frei nach Wittgenstein, weil wir Erlebtes mit Worten assoziieren können, mit denen wir abstrakt darüber operieren können. Wie Kühe nun träumen oder die Dinge einordnen können, ist dann noch einmal eine andere Frage, aber sicher wird es ihnen auch gelingen. Es ist schon ein wenig überheblich, anderen Lebewesen geistige Fähigkeiten abzusprechen, nur weil sie sich nicht uns ausreichend mitteilen können, nur weil sie nicht über solche Denk-Werkzeuge wie die gesprochene und gedachte Sprache verfügen. Das Einordnen der Träume bei Kühen wird eben auf einer anderen Ebene sicherlich stattfinden. Wir Menschen benutzen eben unseren Wortschatz dafür.
Aber genau hier ist auch das schöne, was wir Menschen doch uns geschaffen haben. Nämlich eine Sprache, uns anderen sehr differenziert mitteilen zu können und damit auch uns selbst sehr differenziert mit uns selbst auseinanderzusetzen. Und das haben wir - im vermutlich deutlichen Gegensatz zu Kühen z.B. - nicht alles selbst ausgedacht, sondern wir haben das in einer frühen kindlichen Entwicklungsphase intensiv, aber auch weiter im Leben unaufhörlich fein, uns angeeignet. Wir haben das erlernt, weil etliche Generationen vor uns das auch erlernt haben, weiter verfeinert haben und uns dann als Werkzeug-Schatz lernend mitgegeben haben.
Natürlich gibt es auch immer wieder Schwierigkeiten, in den Worten, die ein anderer uns mitteilt, ziemlich genau das zu verstehen, was der andere uns mitteilen möchte. Da können Welten dazwischen liegen, trotz gemeinsamen Wortschatzes. Die Schwierigkeiten werden uns oft nicht sofort bewusst, sondern sie ergeben sich aus weiteren Handlungen oder ausgetauschten Worten. Dies sind allerdings Feinheiten, auch wenn sie mitunter gravierende Bedeutungen erlangen können.
Dennoch müssen wir uns nicht selbst einen Wortschatz erarbeiten, sondern wir nehmen den Wortschatz und die Verwendung desselben in sehr großen Teilen auf, den andere um uns herum und vor allem vor uns entwickelt haben. Das ist eine bedeutende Errungenschaft.
Und es macht keinen Sinn, alles neu zu denken. Denn dann versteht uns keiner mehr. Es ist nahezu unmöglich, alles neu zu machen, denn man ist behaftet in der Welt, in der wir uns gerade befinden. Ein Laptop wird auch morgen noch ein Laptop sein. Und für fließend Wasser werden wir auch noch in zwölf Wochen Geld bezahlen müssen, spätestens, wenn die nächste Abrechnung ins Haus flattert. Wir können also gar nicht alles neu erfinden, erschaffen, denken, wir sind gebunden an ein hohes Maß an Kontinuität, was in vielen Dingen auch große Vorteile hat, die uns wahrscheinlich oftmals gar nicht so bewusst sind.
Und dennoch, um es auf unser Denken und unseren Wortschatz, unsere Sprache, zu fokussieren, sind wir selbst auch Teil dieser Kontinuität, die wir selbst in unserem Dasein und Wirken (in unserem Leben) mit formen und gestalten können, oftmals zwar nur in Feinheiten, aber die Summe der Feinheiten macht die Entwicklung.
Doch auch wenn wir, jeder von uns, Teil dieser fluiden Kontinuität sind, so sind wir auf uns bezogen in einer Entwicklung, die wir durchlaufen. Wir lernen, wir verwenden und formen, und irgendwann werden wir da aktiv wieder ausscheiden. Genau, wie es seit Alters her in Philosophie und Kunst formuliert wurde:
"Werden", "Sein", "Vergehen".
Und wenn etwas vergeht, so ist das auch immer der Anfang von etwas neuem. Wir sind geworden (wurden geboren), wir sind (wir leben), wir vergehen (wir sterben), und machen Platz für neue Menschen, die uns folgen, so wie wir den alten Menschen gefolgt sind, die uns Platz gemacht haben. Wir kamen in die Zeit und wir gehen aus der Zeit. Andere kommen in die Zeit und gehen dann wieder aus der Zeit. So ist es ein immer wiederkehrender Kreislauf. Und solche Kreisläufe haben wir ganz viele. Jeden Tag beginnt ein neuer Kreislauf. Die Sonne kommt (macht zumindest ein bisschen hell), und die Sonne geht wieder. Wir werden aktiv, und wir enden mit Schlaf. Tag für Tag, Woche für Woche, und ja auch Jahr für Jahr.
Insofern stehen wir alle gemeinsam am Anfang von einem neuen Zyklus, nämlich am Anfang eines neuen Jahres. Auch hier ergeben sich die ähnlichen Rahmen wie die Jahre zuvor, aber auch neue Chancen, Jahr für Jahr, Tag für Tag.
Nutzen wir sie. Machen wir nicht alles neu. Lassen wir auch nicht alles neu machen. Egal, ob Gott uns die Sprache gegeben hat, oder ob all die Menschen vor uns sie langwierig entwickelt haben. Tag für Tag ist eine neue Chance, manches neu zu denken und zu machen. Ein ganzes Jahr lang bis zum nächsten Jahreswechsel.
Lasst uns die Zeit nutzen, uns unsere Welt zu halten und ein bisschen zu verbessern. Oder massiv, je nach Gusto, je nach Möglichkeiten. Lasst uns träumen, lasst uns aber nicht vergessen, was gewesen ist und was wir haben. Auch das Schlimmste ist immer begleitet mit etwas Gutem, und mit Chancen auf einen Neuanfang.
Darum wünsche ich ohne viel Worte:
Guten Start ins Jahr 2026!
Und lasst uns immer mal an die Kühe und ihre Träume denken!

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