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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 20:47 »
... weis nicht wie meine Frau reagieren würde, will den Bogen nicht überspannen.

Eine sehr kluge Überlegung, denke ich.

Nicht dass noch die Sehne reißt!

Indes, soll der Pfeil weit fliegen, muss man kräftig zurückziehen. Ich wünsche Dir, das richtige Maß zu finden, Peter!

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 20:45 »
Wir machen mal eine Tagung zum Thema, und Du hältst die Keynote, lieber Wolfgang! Das wird bestimmt klor! :)

Bei "clos" dachte ich gar nicht an einen ummauerten Weinberg, sondern an einen ummauerten Kirchhof. Hauptsache, ummauert.

Ich muss gleich aus dem Zug, sofern sich die Tür aufschließt. 

LG, Micha
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von GregorM am Heute um 20:41 »
... weis nicht wie meine Frau reagieren würde, will den Bogen nicht überspannen.

Eine sehr kluge Überlegung, denke ich.

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Danke Harald !

LG Peter
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von Peter58Muc am Heute um 17:21 »
Steht dir wirklich gut , Ludwig.
An ein Kleid habe ich mich nich nicht herangetraut , weis nicht wie meine Frau reagieren würde, will den Bogen nicht überspannen.

LG Peter
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 13:47 »

Zu "key": Wenn Du Doch wo niederlässt, bekommst Du auch den Schlüssel für die Tür! ;D

LG, Micha

Da bringst Du ein neues Wort ins Spiel, das einen Rieseneinblick in Etymologie gibt. Und ich werde es hier erneut kurz anreißen:

Schlüssel

ist verwandt mit Klo, Schleuse, Schloss, schließen, Schluss, Rückschluss, Kloster, Klause, Klausur, Sklave, Clos (ummauerter Weinberg), Slot / Time-Slot, Cluster und natürlich mit Schlüsselloch ;) (und eventuell auch mit Klafter) und auf alle Fälle auch "close to" im Sinne von "nahe bei".
('close' für 'nahe' lässt sich so erklären: Wenn eine Wandergruppe oder ein Trupp "aufschließen" soll, so sollen die Teilnehmer wieder nahe beinander sein, und schwupps sind wir bei der Bedeutung 'nahe') - (Cluster lässt sich auch mit 'nahe' erklären: Einzelteile, die nah beieinander sind. Der Rest der Wörter geht ja eher auf die Bedeutung 'umschlossen' zurück)

Schaut man sich die Wörter an, erkennt man schön, wie die Vokale, aber - oft noch wichtiger - auch die Konsonanten variieren.

Bei den Worten rund um Schloss / Schlüssel erkennt man z.B., dass K - S - T - Sch - C ( und in anderen Fällen manchmal auch bis hin zu Ch - X - G - D - H) oft eng zusammengehören können.
Und genau das meinte ich ja auch, dass man sich mal die Derived terms oder Descendants anschauen soll, in welchem Variantenreichtum Ableitungen eines einzelnen Wortstamms in unterschiedlichen Epochen, Gegenden und Sprachen sich ergeben. Man muss da oft erst sich in die Buchstabenvariationen hineindenken, um eine Verwandtschaft zu erkennen.



Nun ist es beim indogermanischen Wortstamm *key  (*hy /*hiw/*heu) nun so, dass nur dieselben Buchstabenfolgen an den englischen Schlüssel "key" denken lässt. Aber der englische key hat mit dem indogermanischen *key nichts zu tun, meinen zumindest ein paar Forscher. Dennoch kommt "key" und mit verwandten Wörtern nur in den Sprachen der Inseln vor. Lediglich im West- und Saterfriesischen (N.O.-Niederlande und im Oldenburgischen, Reste vom alten Ostfriesischen) gibt es noch gesicherte Nachweise. Der Rest liegt im Unbekannten. Es wird aber vermutet, dass es auf Bedeutungen wie Stange, Ast, Pfahl, Pfosten, Speer, Nadel zurückgeht. Sagen irgendwelche Fachleute.

Ich aber halte für möglich, dass bei "key" irgendwann irgendwo einfach das L weggelassen oder vergessen wurde.
Wie oft erleben wir das, dass wir ein Wort kennenlernen und irgendwann erinnern wir uns nur noch fehlerhaft daran? Wenn ein Händler zu seiner Sippe heimkehrt mit einer neuen Idee und einem neuen Wort dafür, kann es sein, dass er seiner Sippe dieses fehlerhafte Wort beibringt und es dort bekannt wird, ehe die Abweichung auffällt - und dann ist es halt zu spät, um das gewohnte Wort noch einmal zu ändern. Ich denke, unsere Sprachgeschichte dürfte voll sein von solchen fehlerhaften Abweichungen.

Drum halte ich für sehr plausibel, dass das bei "key" auch passiert sein kann. Zumal ein L vor allem nach Konsonanten ja ohnehin weltweit oft von Veränderung bedroht ist (siehe 'branca' für 'blanca', port./span.), die Buchstabengruppe: R - L - I - U
Und für Schlüssel haben wir ein prominentes Beispiel dafür: dt. Schlüssel, lat. clavis, ital. chiave.

Jetzt stell Dir mit der englischen Aussprache vor: bei "kley" wird es zu "kiey"...
(zumal im Französischen Schlüssel auch "clef" heisst, wobei das f noch nicht mal gesprochen wird...)
(und zumal Quay, Schiffskai, eigentlich auch mit Schloss zusammenhängt, und auch da das L abhanden gekommen ist; Erläuterung: Am Quay / Kai kommt das Schiff nahe an die Mauer, es schließt auf an die Hafenmauer, siehe
Link)
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Outfits und Accessoires / Antw:Männer in Kleidern
« Letzter Beitrag von Ludwig Wilhem am Heute um 10:04 »
Heute ein Kleid von mir, das ich gerne Anziehe, aber wegen der Konturen nur in häuslicher Umgebung . LG Ludwig

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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 07:51 »
Danke, lieber Wolfgang,

Etymologie ist wirklich ein spannendes Thema!

Dass "Un-" im Deutschen auch eine Verstärkung sein kann, sieht man auch an dem Wort "Untiefe", das umgangssprachlich oft im Sinne einer sehr großen Tiefe verstanden wird, auch wenn es in der Schifffahrt eine geringe Tiefe meint. Da muss man in der Kommunikation aufpassen, sich gegenseitig nicht misszuverstehen.
Aber sonst kommt das im Standarddeutschen selten und im Bairischen oft vor, meines Wissens zumindest.

Zu "key": Wenn Du Doch wo niederlässt, bekommst Du auch den Schlüssel für die Tür! ;D

LG, Micha
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 04:13 »
Mir ist es wert, by the way noch eines kurz nachzulegen:

Auf der zweiten zitierten Seite vom Beitrag vorher (zu *hiurijaz) heisst es ja zur Etymologie, dass es auch auf *key- zurückgeht.
Das kann man ebenfalls anklicken. Und dort steht ganz unten: "siehe auch *tḱey-"

Und ich finde es sehr spannend, auf allen drei Wortstämmen die dort aufgeführten Ableitungen aus den verschiedensten Sprachen sich anzuschauen.
Zur besseren Übersicht hier noch einmal die drei Links zu den Wortstämmen:

https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/hiurijaz  (vertraut; freundlich; sanft; lieb)

https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/ḱey- (sich niederlassen; siedeln)

https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Indo-European/tḱey- (Kind zeugen; begatten) ¹

Und dort jeweils unter Derived terms oder Descendants schauen.





¹ Und als wäre das alles nicht schon interessant genug, fällt mir zudem gerade noch auf, dass das 'begatten' uns wieder auf meine Passage mit dem "geheien" zurückführt, dessen eine Bedeutung ich auch mit dem Wort 'begatten' umschrieb... (direkter Link)
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Zeitgeschehen / Antw:Vielfalt und Wandel der deutschen Sprache(n)
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 03:25 »
Hallo zusammen, das an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beheimatete "Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache" (DWDS) sagt zur Herkunft von Ungeheuer:

geheuer Adj., heute nur noch verneint nicht geheuer ‘unheimlich’ gebräuchlich. Mhd. gehiure ‘nichts Unheimliches an sich habend, lieblich, angenehm, trefflich’ ist mit Präfix zu einem mhd. nicht belegten Adjektiv ahd. hiuri ‘einfältig, schlicht’ (um 800) gebildet, dem aengl. hēore ‘angenehm, freundlich, mild’, anord. hȳrr ‘mild, froh, freundlich’ entspricht. Es gehört etymologisch als Bildung mit r-Suffix zu germ. *hī̌w-, ie. *k̑(e)iu̯- und damit zu Heirat (s. d.) und weiter zu Heim (s. d.). geheuer bedeutet ursprünglich ‘zum Haushalt, Hauswesen gehörig’ und deshalb ‘vertraut, angenehm’. –
ungeheuer Adj. ‘unheimlich, grauenhaft’, adverbial mit Bedeutungsabblassung ‘sehr’, ahd. ungihiuri Adj. ‘unnatürlich, mißgestaltet’ (um 800), mhd. ungehiure.
Ungeheuer n. ‘Unhold, Scheusal’, ahd. ungihiuri n. (um 800), mhd. ungehiure m. f. n.; Substantivierung des Adjektivs; erst seit dem 18. Jh. durchgehend mit neutralem Genus.
ungeheuerlich Adj. ‘schrecklich, fremd, unvorstellbar’, mhd. ungehiurlīche Adv.; vgl. ahd. (substantiviert) unhiurlīh ‘Ungeheuer’ (11. Jh.).


LG Thomas

Danke, Thomas.

Und ich habe mal zu "uhyre" recherchiert:

"Ordet 'uhyre' stammer fra oldnordisk 'ūhýri', sammensat af ū- (ikke) og hýri (stort dyr)."
Quelle: https://www.ecosia.org/search?method=ecosiabrowsernewtab&q=uhyre+ethymologie

"U" also "nicht" und "hýri"  "sort dyr", laut Google-Translator "großes Tier". Logischerweise müsste ein "uhyre" also ein "nicht großes Tier" sein, also ein kleines Tier. Aber vielleicht ist das auch wie im Bairischen eine verstärkende Verneinung, also ein großes Tier.

Gregor, was meinst Du?

LG, Micha

Micha,

eigentlich hat die Quelle von Kollegen Gofalski Deine Frage schon spätestens hinreichend erklärt. Zwar sagt mir der dortige Begriff Abblassung nicht viel, aber daraus geht hervor, dass das "un-" wohl als Verstärkung aufzufassen ist, nicht als Verneinung.
Über diese Möglichkeit hatte ich ja auch in den Aufzeichnungen der Gebrüder Grimm hierzu gelesen und so auch bereits hier im Thread das zusammengefasst. Und offenbar ist diese Verwendung der Vorsilbe "un-" kein rein Bairisches Phänomen.

Da Dein Wissensdurst wohl noch nicht gestillt ist, habe ich Deinen Ecosia-Suchlink bemüht und dort verwies mich das allererste Suchergebnis hierauf:

Zitat
uhyre
(Danish)


Etymology

From Middle Low German unhure, ungehure. Compare German Ungeheuer, = un- +‎ geheuer (“pleasant”). The adjective has a cognate in Old Norse hýrr (“pleasant, friendly”), from Proto-Germanic *hiurijaz.





Etymologie
Aus dem Mittelniederdeutschen unhure , ungehure . Vergleiche deutsch Ungeheuer , = un- + geheuer  ( „ angenehm “ ) . Das Adjektiv hat ein Verwandtes im Altnordischen hýrr  ( „ angenehm, freundlich “ ) , vom urgermanischen *hiurijaz .

(https://en.wiktionary.org/wiki/uhyre)

Dort dem Link dann nach da gefolgt:

Zitat
Reconstruction:Proto-Germanic/hiurijaz
Proto-Germanic


Alternative forms
*heuraz

Etymology
From Proto-Indo-European *ḱeywo- (“trusted; familiar”), from Proto-Indo-European *ḱey- (“to recline; settle”).

Pronunciation
IPA(key): /ˈxiu̯.ri.jɑz/

Adjective
*hiurijaz

1. trusted; familiar
2. mild; gentle; dear





Etymologie
Vom proto-indogermanischen *ḱeywo-  ( „ vertraut; vertraut/familiär/gewöhnt sein “ ) , vom proto-indogermanischen *ḱey-  ( „ sich hinlegen; sich niederlassen/siedeln “ )
.

1. vertraut; vertrauenswürdig
2. mild; sanft; lieb


(https://en.wiktionary.org/wiki/Reconstruction:Proto-Germanic/hiurijaz)
(die deutschen Passagen entstammen jeweils noch mal dem Google Translate)

Und wie diese verschiedenen Bedeutungen zusammenpassen bzw. ineinander greifen, hatte ich im oben erwähnten Beitrag aus dem Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm ja schon einmal zusammengefasst bzw. kommentiert.
Mein Beitrag: https://www.rockmode.de/index.php?topic=8128.msg208032#msg208032
Die Grimms: "Der digitale Grimm" der Universität Trier
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