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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 08:47 »
Gude zusammen!

Wenn ich mich an meinen ersten längeren Spaziergang im Jeansrock erinnere, so kann ich sagen, dass ich sofort auf Menschen zuging und sie fragte, wie es ihnen gefällt, dass da ein Mann einen Rock trägt. Nun war das nicht der allererste öffentliche Gang im Rock, denn ich habe in Sri Lanka öffentlich Sarongs getragen, war schon zu Karneval als Schotte unterwegs und habe tatsächlich auch schon mal heimliche Spaziergänge im Dunkeln im Rock gemacht. Bei letzteren war ich, so wie von Wolfgang beschrieben, darauf aus, nicht gesehen zu werden. Diese Spaziergänge waren ja aber auch nicht wirklich öffentlich. Bei allen anderen Gängen war ich offen fürs Gesehenwerden, wenn teilweise auch aufgeregt. Ich weiß noch, dass mein Puls beim Gang vor die Tür jedes Mal heftiger schlug und sich erst nach ein paar Hundert Metern normalisierte, so wie wenn man im kalten Wasser schwimmt und man sich erst an die Temperatur gewöhnen muss. Aber ich ging auf Bekannte und teilweise auch auf mir nicht bekannte Leute zu. Und spätestens beim zweiten Schwuchtelrufer ging ich auf diesen bzw. diese Gruppe zu und stellte ihn bzw. sie zur Rede.

LG, Micha
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von JJSW am Heute um 06:00 »
Lieber Micha

Vielen Dank für Deine Berichte. Nach dem
unerwartetem Komplement nun noch ein angenehmes Gespräch.
Glückwunsch  :)

Leider kann momentan nichts dergleichen berichten, auch wenn ich mit der Bahn zur Arbeit fahre.
Gefühlt schon Jahre her.
Keine Gespräche, Komplimente, aber auch keinerlei negative Erlebnisse. Einfach nur nix. Langweilig...

Nahezu alle im Zug fahrenden Leute schauen nur in ihr Smartphone, etliche tragen solche Ohrstöpsel oder gleich richtig fette Kopfhörer. Wie sollen sich da direkte Gespräche ergeben?

Dann nehm ich eben auch mein Smartphone und schreibe diesen Text.

Fahr halt auch früh morgens immer die gleiche Strecke zur selben Uhrzeit, aber auf der Heimfahrt  kann ich bissle variieren.

Gruß
Jürgen
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 01:33 »
Ja, diese Offenheit, mit Menschen in Kontakt zu treten, ist sehr von Vorteil.

Ich denke, die meisten Männer, die mit dem öffentlichen Rocktragen hadern, können bei ihren ersten, gelegentlichen Ausgehversuchen diese Offenheit noch nicht sofort aufbringen. Bloß nicht auffallen. Bloß nicht gesehen werden. Bloß nicht angeschaut werden. Bloß nicht angesprochen werden. Jedes Hallo lässt schon zusammenzucken, es könnte etwas negatives folgen. So jedenfalls war es bei mir damals, als ich anfing.

Diese Offenheit wächst erst mit einiger Übung. Und ein unerwartet angenehmes Gespräch kann viel dazu beitragen, ein Plus an Offenheit zu entwickeln. Solch eine angenehme Begegnung vermittelt, dass man trotz diesem Ungewöhnlichen gesellschaftlich angenommen wird, willkommen ist.
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 23:53 »
Ich gebe allen recht!

- sich möglichst oft, am besten alltäglich, im Rock in der Öffentlichkeit bewegen ist der beste Weg, die Menschen an den Anblick von rocktragenden Männern zu gewöhnen
- sich freundlich, offen und gesprächsbereit zu zeigen ist der beste Weg, die Neugier von Menschen, die sich trauen, nachzufragen, zu stillen
- öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs wird man von mehr Menschen gesehen als in Privatfahrzeugen und trifft auch mehr Menschen, woraus sich mehr Gespräche entwickeln

Ich fand das Gespräch heute auch deshalb so angenehm, weil wir über die Vor- und Nachtelle verschiedener Röcke sprachen, als sei das Rocktragen selbst für alle Geschlechter selbstverständlich. Zumindest ein Teil des Gespräches verlief so, ein anderer Teil thematisierte aber das Ungewöhnliche des männlichen Rocktragens, das ja auch der Anlass für sie war, mich anzusprechen. Aber dieses Ungewöhnliche wurde von ihr positiv bewertet. Sie sagte auch, dass sie das Gespräch sehr angenehm und mich sympathisch fand.

LG, Micha 
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von hirti am Gestern um 21:10 »
Klingt gut und vor allem bereichernd, wenn man immer mal öffentlich unterwegs ist und sich auch ein bisschen gesprächsbereit zeigt.
Wer mit Kopfhörern in sein Handy starrt, dem entgehen vermutlich diese angenehmen Gespräche.

Mir entgehen sie auch - ich donnere täglich alleine 2 Stunden mit dem dicken Auto durch die Dunkelheit.
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Outfits und Accessoires / Antw:Tragegelegenheiten
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 20:32 »
Damit rock-tragende Männer im Alltag nichts besonders mehr sind, müsstet ihr selbstverständlicher und öfter Röcke tragen.

Ja, Danke für den Tipp aus der Perspektive einer Frau.

Ja, da hast Du vollkommen recht. Jeder einzelne trägt mit dazu bei, dass es populärer wird. Dazu muss man aber raus unter die Leute. Und am besten nicht nur drei Mal im Jahr für ein vorsichtig ausgesuchtes Event, sondern regelmäßig in seinem normalen Lebensalltag.

Ich denke, hier im Forum schreiben viele, die mit dem Rock-Alltag noch hadern, eher selten oder oft gar nicht. Ich kann verstehen, dass es für viele auch ebenso eine Hemmschwelle ist, hier im Forum zu schreiben.

Aber die Berichte, die hier im Forum stehen, sind kein erwünschter Traum, sondern die meisten ganz sicher gelebte Realität. Ja, es geht, als Mann im Rock vor die Tür zu gehen. Jeder weitere von uns, der diesen Schritt wagt und möglichst in seinem Alltag lebt, macht das Rocktragen für uns Männer normaler.



Liebe Forumskollegin ROCK, ich habe mir erlaubt, Deinen Hinweis auch an anderer Stelle im Forum zu zitieren:
Thread "Angenehmes Gespräch", dort 2. Antwort.
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Gestern um 20:10 »
Ja, in der Bahn, Straßenbahn oder im Bus.

Geht mir auch so, auch wenn ich diese zwar oft (D-Ticket), aber höchst unregelmäßig und mit höchst unterschiedlichen Routen und Zielen benutze.
Anders, wenn ich statt Home-Office beispielsweise regelmäßig und immer zu gleichen Zeiten zur Arbeit pendeln würde. Da sieht man ein gewisses Kontingent von Leuten recht wiederholt, denen es so ähnlich geht. Da lernt man sich über die Zeit vom Anblick her kennen.
Ich wegen meiner unregelmäßigen Nutzung begegne notwendigerweise eher selten gehäuft den denselben Personen in den Öffis. Dennoch passiert mir das auch, dass ich dort angesprochen werde, weil oft gesehen. Oder ich werde woanders angesprochen mit dem Hinweis, man würde mich vom Bus, Bahn oder so kennen.

Das geht aber auch so, wenn man öfters dieselben Laufwege hat, zu Fuß z.B. im Stadtteil für Erledigungen zur Bank, Bäcker oder so. Oder zu regelmäßigen Anlässen eben seine recht festen Laufwege einschlägt. So wurde ich in Miltenberg von jemandem angesprochen, der mich vom meinen Laufwegen in meinem Stadtteil in Mainz her kennt und von den Öffis von da. Auch da in diesem Einzelfall hat er mich schon seit langem gekannt und auswärts in Miltenberg eben mich erstmals angesprochen und sowas wie Anerkennung für meinen Mut ausgesprochen.

Natürlich geht das auch außerhalb von Laufwegen und Öffis. Manche kennen mich einfach "aus dem Stadtbild". Oder viele aufgrund häufig gemeinsam aufgesuchter Anlässe oder aufgrund von kulturellen Anlässen, wo man sich wegen ähnlichen Interessen ab und zu mal über den Weg läuft. "Du bist aber auch überall da, wo es gut ist!", habe ich in den letzten Tagen gleich mehrfach gehört...  :D

Hilfreich ist es eben, wenn man zum Röcketragen nicht einfach nur zuhause bleibt, weil man da den geringsten Widerstand erwartet. Sondern wenn man in seiner Wunschkleidung auch tatsächlich möglichst überall hingeht.*

Hilfreich ist das nicht nur, um potenziell angesprochen zu werden (und angenehme Gespräche dann zu führen), hilfreich ist es insbesondere, um die Leute daran zu gewöhnen, dass es Männer gibt, die eben auch was anderes als Hosen tragen.

Und an diesem Punkt muss ich unsere wohl derzeit einzige aktiv schreibende Frau im Forum von an anderer Stelle zitieren und Recht geben:

Damit rock-tragende Männer im Alltag nichts besonders mehr sind, müsstet ihr selbstverständlicher und öfter Röcke tragen.

Okay, je "weniger besonders" rock-tragende Männer im Alltag mal irgendwann sein werden, desto weniger gibt es vielleicht Anlass, angesprochen zu werden mit der Chance auf ein angenehmes Gespräch über das Rocktragen.
Aber auf dem Weg dahin ist es tatsächlich so, dass solch ein angenehmes Gespräch einen ja auch selbst bestärken kann, dass man nicht verhöhnt, verlacht und falsch verstanden wird, sondern geachtet wird. Darum ist es gut, wenn man seine Wunschkleidung mehr in den Alltag integriert als still für sich daheim auf dem Sofa, wo keiner es mitkriegt.



* das gilt auch für einen Rock-Mann, der gerne neue Leute oder vor allem eine neue Partnerin kennenlernen will. Die richtig, passenden Kontakte findet man, wenn man sich nicht versteckt. Und am besten auch unter Einbeziehung der sich wiederholenden Laufwege, wiederholenden Öffi-Fahrten, wiederholenden Event-Besuchen, wiederholenden Café-Besuchen usw. ... ...
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Erfahrungsberichte / Antw:Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von Albis am Gestern um 19:28 »
Sehr schön, Glückwunsch Micha! In der Bahn lernt man eben manchmal interessante oder nette Leute kennen.

LG, Albis
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Erfahrungsberichte / Angenehmes Gespräch
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 19:04 »
Gude zusammen!

Heute sprach mich in der Stadtbahn in Bielefeld eine junge Frau an. Sie fragte, ob sie mich mal wegen des Rocks ansprechen dürfe. Sie habe mich schon öfter gesehen, auch vor Jahren schon, und sich immer überlegt,  mich mal anzusprechen.

Sie sagte, sie finde es gut und interessant, dass ich einen Rock trage. Das breche mal die gewohnten Sehmuster auf. Sie selbst trage öfter Hosen, da sie praktischer seien.

Es ergab sich ein Gespräch über Vor- und Nachteile von Hosen, Röcken, Hosenröcken und auch von verschiedenen Rocktypen usw. Das ganz unabhängig von der Männlich--Weiblich-Frage.

Auf die Frage kamen wir aber auch, und sie meinte, auch da sei es gut, die gewohnten Muster zu durchbrechen. Sie nehme mich nicht als Crossdresser wahr, aber auch ich durchbräche die gewohnten Muster.

Sie fragte, ob sie mich auch nochmal ansprechen dürfe, bevor wir jede*r seiner*ihrer Wege ging.
Klar darf sie!

LG, Micha
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Outfits und Accessoires / Antw:Tragegelegenheiten
« Letzter Beitrag von ROCK am Gestern um 14:50 »
Ja, Peter,
ohne meine Frau liefe ich viel öfter in Jogginghosen rum.
Sie ist es, die mich bittet: "Zieh dir doch was Vernünftiges an."
Damit meint sie selbstverständlich keine Hosen.
Joachim

Damit rock-tragende Männer im Alltag nichts besonders mehr sind, müsstet ihr selbstverständlicher und öfter Röcke tragen. Das Problem "was ziehe ich an" hat doch jeder! Ich muss mir auch überlegen, was ich auf eine Party, zum arbeiten, ins Konzert...anziehe. Und auch Jogginghosenträger*innen werden manchmal komisch angeschaut.
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