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19. Januar 2019 17:23
107691 Beiträge in 6433 Themen von 718 Mitglieder
Neuestes Mitglied: Drdarylmorgan34
   
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 1 
 am: Heute um 17:16 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von MAS
Lieber Gregor,

was mich anbetrifft, so hoffe ich keinesfalls, Grenzen zu erreichen, die ich nicht mehr überschreiten kann, sondern bin glücklich, wenn ich Grenzen überschritten habe, die zu überschreiten ich mich vorher nicht getraut habe, und jenseits der Grenze genau so akzeptiert werde wie diesseits.


Lieber Micha,

ich verstehe es so, dass du, um dich echt wohl zu fühlen, ständig neue Grenzen überschreiten musst. So habe ich es nicht und habe es nie gehabt. Ich stebte zum Beispiel nicht daran, Gechäftsführer einer großen Firma zu werden. Ich hätte zwar mehr verdienen können, hätte aber auch weniger Zeit für Frau und Kinder bedeutet.

Beruflich bin ich auch zufrieden mit meinem Job im Mittelbau. Aber Ich würde zusätzlich noch gerne erfolreich schreiben, nicht um eine Grenze zu überschreiten, sondern um Menschen zu erreichen.


Gruß
Gregor

 



Lieber Gregor,

nein, muss ich nicht. Aber die Grenze, einen Rock tragen zu wollen und nicht zu dürfen, erlebte ich seit Kindesbeinen und habe sie überwunden, womit ich glücklich bin. Die Grenze, ein Kleid tragen zu wollen, habe ich auch überwunden. Die kam aber nicht später dazu, sondern war auch vorher schon da.
Also es ist eher so, dass ich Grenzen verspüre, die mich einengen, und die ich gerne überwinden würde, aber nicht, dass immer neue Grenzen dazu kommen.

LG, Micha


 2 
 am: Heute um 16:18 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von GregorM
Lieber Gregor,

was mich anbetrifft, so hoffe ich keinesfalls, Grenzen zu erreichen, die ich nicht mehr überschreiten kann, sondern bin glücklich, wenn ich Grenzen überschritten habe, die zu überschreiten ich mich vorher nicht getraut habe, und jenseits der Grenze genau so akzeptiert werde wie diesseits.


Lieber Micha,

ich verstehe es so, dass du, um dich echt wohl zu fühlen, ständig neue Grenzen überschreiten musst. So habe ich es nicht und habe es nie gehabt. Ich stebte zum Beispiel nicht daran, Gechäftsführer einer großen Firma zu werden. Ich hätte zwar mehr verdienen können, hätte aber auch weniger Zeit für Frau und Kinder bedeutet.

Gruß
Gregor

 


 3 
 am: Heute um 16:05 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von GregorM
Hallo Cephalus,

keine konkrete Ahnung. Ich war es nicht, der anfing von einem Druck zu schreiben. Ich stelle mir aber vor, es muss eine Art unangenehmes Gefühl sein. In diesem Sinne habe ich geantwortet.

Gruß
Gregor

 4 
 am: Heute um 14:57 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von cephalus

Es existiert, wie ich es sehe, kaum einen gesellschaftlichen Druck. Es existiert einen familiäreren Druck, der daraus entsteht, dass das eigene, enge Umfeld glaubt, es gibt einen solchen. Und dass sich ihm entgegen zu setzten, gefährlich sein könnte. Und es gibt einen inneren Druck, der bewirkt, dass man lieber stundenlang über die ungerechte Gesellschaft schreibt, als mit offenen Augen im Rock oder Kleid hinauszugehen, um zu erkennen, dass der gesellschaftliche Druck tatsächlich nichtexistierend ist, was dann auch den familiären, wie den eigenen, inneren Druck erübrigen würde.


Hallo Gregor!

Bei mir kommt zu erst der Wunsch bzw. die Frage auf: Definiere Druck.

Was ist dieser Druck?

Kritik?
Sich sachlich manifestierende Konsequenzen?
Oder nur eine selbst beobachtete objektive Abweichung zum Erscheinungsbild der Mehrheit?

Letzteres ist dann wohl der innere Druck?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für mich ausschließlich der Selbstabgleich mit der Masse einen Druck, oder besser ein permanentes Hinterfragen des eigenen Tuns erfordert, was anstrengend ist.

Dass andere Menschen vermutlich gelegentlich etwas in meine Kleidung hineininterpretieren wollen, etwas verstehen wollen, oder sie manches auch ablehnen, ist ohne Relevanz für mich und den "Druck", ich bekomme es nämlich nicht mit.

VG
Cephalus


 5 
 am: Heute um 10:03 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von MAS
Lieber Gregor,

was mich anbetrifft, so hoffe ich keinesfalls, Grenzen zu erreichen, die ich nicht mehr überschreiten kann, sondern bin glücklich, wenn ich Grenzen überschritten habe, die zu überschreiten ich mich vorher nicht getraut habe, und jenseits der Grenze genau so akzeptiert werde wie diesseits.

Lieber Matthias,

verwechsele bitte ein Nachdenken über die Gesellschaft nicht mit einem ständigen Lamentieren. Weder Wolfgang noch ich lassen uns in zu enge Grenzen weisen. Wir argumentieren nur dagegen, die Erwartungshaltungen anderer Menschen einfach als nichtexistent anzusehen, nur weil wir sie für uns als unwichig ansehen.

So, ich muss Schluss machen und raus in die Welt - natürlich mit Rock und Strumpfhose.  Smiley
Als gutes Vorbild für andere Männer und für die Kinder!  Cheesy

LG, Micha

 6 
 am: Heute um 09:41 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von Mann im Rock
Nein, im Ernst. Was das Rocktragen für mich angeht, hab ich auf den Druck schon lange gepfiffen. Nunja, nicht ganz. Weil lila Tüllröckchen hab ich bislang noch nicht getragen. Zwar hatte ich das bislang noch nicht vor. Aber der gesellschaftliche Druck würde mich schon davon abhalten. Wahrscheinlich bin ich eh für viele schon plem-plem. Im lila Tüllröckchen würden mich vermutlich fast alle definitiv für plem-plem halten.

Ein lila Tüllröckchen gefällt dir also sehr gut? Und du würdest gern mal eins anziehen? Nur allein der "gesellschaftliche Druck" hindert dich? Wobei: Der "gesellschaftliche Druck" hält selbst 99,9% aller Frauen davon ab, ein lila Tüllröckchen zu tragen.

Der "gesellschaftliche Druck" wird so hochstilisiert, dass es mir irgendwo albern erscheint. Gerade zum Jahreswechsel gibt es immer etliche Leute, die gute Absichten fürs neue Jahr haben. Sie wollen mehr Sport treiben und dann kommt das aber:
Aber sie haben keine Zeit,
aber das Wetter ist schlecht,
aber heute fühl ich mich nicht so wohl,
aber morgen muss ich einkaufen,
aber heute abend kommt meine Lieblingssendung,
aber ...

"Gesellschaftlicher Druck" - hin oder her. Es gibt immer die andere Komponente: Das ICH. Wie gehe ich damit um? Will ich irgendwas, oder ist es nicht so wichtig? Das ist die Selbstverantwortung.

Es wird immer nur diskutiert, was es alles an Hinderungsgründen, an Barrieren gibt. Es wird immer diskutiert, was uns an irgendwas hindert. Es wird immer nach Ursachen oder Schuld woanders gesucht, z.B. gesellschaftlicher Druck. Immerhin es ist alles bequem, weil man nicht auf sich selbst schauen muss, weil man Dinge nicht anpacken muss.

Aber trotz allem "gesellschaftlichen Druck". Es gibt die Tendenz des ICHs, keine 0815-Figur zu sein, verwechselbar und austauschbar. Es gibt die Tendenz, sich zu individualisieren, sich abzugrenzen, sich abzuheben, anders als andere zu sein.

Gruß
Matthias


 7 
 am: Heute um 08:47 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von GregorM
Also, ich fühle mich als freier Mensch in einer freien Welt lebend. Es gibt Gesetze, die verhindern sollen, dass sich alles in reine Anarchie entwickelt, zum Beispiel was das Überqueren von Straßen bei Ampeln angeht.
Einigen können sie als überflüssig und störend empfinden, anderen, die meisten vermutlich, finden sie doch praktisch. 

Was das eigene Aussehen betrifft, gibt es in unserem Teil der Welt praktisch keine Direktive, die zu befolgen sind. Nur darf man sich nicht nackt (überall) zeigen, was aber für Männer, die eben gerne gekleidet sein möchten, keine Probleme darstellen.

Ein gesellschaftlicher Druck? Ich kann jeden Tag überall einen Kilt tragen. Wenn einige es kommentieren, und das kommt ziemlich oft vor, höre ich nur positive Bemerkungen. Ich kann jeden Tag und überall einen Rock tragen. Kaum einer sagt etwas, aber wenn, dann immer was Positives. Ich bin mir sicher, ich könnte auch ein Kleid tragen, ohne dass jemand etwas dazu sagte.

Verwunderlich ist das ja auch nicht, wen man sieht, wie sonst Teile der Menschheit herumlaufen, zum Beispiel mit Piercings und Tattoos oder nur geschmacklos gekleidet. Männer können sich total als Frauen verkleiden. Es ist nicht (länger) verboten, und Dritten interessiert es nicht, was selbstverständlich nicht bedeutet, dass sie es verstehen oder es auch selbst möchten. Aber das ist auch nicht zu verlangen.

Ich denke auch, dass ein Treibkraft für viele von uns eben ist, das wir anders erscheinen mögen. Wie ist es sonst zu erklären, dass sich Männer im Kilt zu Männern im Rock zu Männern im Kleid und zu Männern mit immer mehr weiblichen Symbolen entwickeln? Ist es nicht in der Hoffnung, eine Grenze überschreiten zu können, wo es die Gesellschaft nicht länger akzeptiert? Aus Enttäuschung, dass es mit wenig nicht gelingt?

Es existiert, wie ich es sehe, kaum einen gesellschaftlichen Druck. Es existiert einen familiäreren Druck, der daraus entsteht, dass das eigene, enge Umfeld glaubt, es gibt einen solchen. Und dass sich ihm entgegen zu setzten, gefährlich sein könnte. Und es gibt einen inneren Druck, der bewirkt, dass man lieber stundenlang über die ungerechte Gesellschaft schreibt, als mit offenen Augen im Rock oder Kleid hinauszugehen, um zu erkennen, dass der gesellschaftliche Druck tatsächlich nichtexistierend ist, was dann auch den familiären, wie den eigenen, inneren Druck erübrigen würde.

Aber würde das den Spaß am Rocktragen zunichte machen?

Gruß
Gregor

   

 8 
 am: Heute um 08:24 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von MAS
Guten Morgen zusammen!

Ich lasse mir die Wörter "gesellschaftlicher Druck", "Erwartungsaltung" und "Rücksichtnahme" durch den Kopf gehen. Irgendwo brachte ich noch einen anderen Begriff: "Parallelisierung".

Der bedeutet, dass wir Menschen unsere eigenen Konstrukte, also Vorstellungen, Erwartungen usw. aneinander abgucken, miteinander abgleichen usw. Das geht bis in die Gefühle. Dass wir Europäer z.B. die Vorstellung, Heuschrecken zu essen oder Kakalaken als abstoßend, ekelerregend empfinden, die Ostasiaten aber durchaus als appetitanregend, ist ein Beispiel dafür. Bei uns erwächts daraus die Erwartungshaltung, in einem Restaurant oder wenn wir wo eingeladen sind, so etwas nicht angeboten zu bekommen und für den Wirt oder Gastgeber der gesellschaftliche Druck, das nicht anzubieten, was zugleich eine Rücksichtnahme gegenüber den Gästen ist, die das eklig finden. 

Oder nehmen wir die Sprache. Jeder Laut wird anscheinend ganz willkürlich mit einem Sinn versehen, der auch ganz anders sein könnte. Es gibt ja manchmal Lautkombinationen, die in verschiedenen Sprachen vorkommen und ganz verschiedene Bedeutungen haben. Nun haben wir in Deutschland die deutsche Sprache entwickelt, miteinander im Austausch als kollektives Konstrukt erschaffen und benutzen sie, um miteinander sinnvoll zu kommunizieren. Daraus erwächst eine Erwartungshaltung, dass mein Gegenüber mich versteht, wenn ich Deutsch spreche und dass er auch mit mir Deutsch spricht. Für Ausländer wird das zu geinem gesellschaftlichen Druck, Deutsch zu lernen, was er auch aus Rücksicht auf die Deutschen tut, damit sie ihn und er sie verstehen kann.

Es hängt also alles eng zusammen: Druck, Erwartung, Rücksicht und wurzelt in der Parallelisierung.

Was wir in Bezug auf den Rock versuchen und woran wir arbeiten ist, die parallelesierte Vorstellung "Männer tragen nur Hosen und keine Röcke" zu ändern. Wir ändern sie in uns bzw. haben sie geändert. Und nun suchen wir nach Strategien des Umganges der Erwartungen anderer. Enweder pfeifen wir drauf oder wir versuchen durch Argumente und Gewöhnung, die Erwartunge der anderen Menschen zu ändern oder wir suchen Gelegenheiten, in denen wir ungestört Rock tragen können und tragen bei anderen Gelegenheiten Hose oder oder oder.

LG, Micha

 9 
 am: Heute um 05:31 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von high4all
Wenn Leute unbedingt bei Rot eine Straße überqueren, dann sollten diese darüber nachdenken, was sie einem Autofahrer antun, wenn sie ihm vor die Karre laufen:

1. In der Regel wird dem Fahrzeuglenker eine Mitschuld gegeben
2. Kann es zu einer Traumatisierung des Autofahrers führen


Das hat weniger mit gesellschaftlichem Druck zu tun, sondern mit Rücksichtnahme auf Mitmenschen (auch wenn es "nur" Autofahrer sind).

 10 
 am: Heute um 00:45 
Begonnen von Mann im Rock - Letzter Beitrag von Skirtedman
Ich würde das Missachten einer roten Ampel und das Rocktragen mal am Beispiel meiner drei Berücksichtigungen unterscheiden:
...

Ja, alles korrekt, Deiner Einschätzung nach (na, bei "gutes Vorbild" können sich die Geister scheiden, draussen inm Real Life -aber davon haben wir´s ja grade by the way...)

Nur, was Du beschreibst, sind die Konsequenzen, die potentiell entstehen, wenn man sich dem gesellschaftlichen Druck widersetzt.

Es ändert nichts an der Tatsache, dass die gesllschaftlichen Drücke da sind und zumindest kurz- und mittelfristig bestehen bleiben. Unabhängig davon, ob Du darunter leidest oder nicht. Der Druck ist da, ganz egal, was Du für Dich draus machst - und vielleicht noch andere damit beeinflußst.


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