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Nun, Kim sprach davon, dass die Betreffenden sich selbst zurückgezogen haben.
Aber ich denke, es ist auch für uns - in diesem Fall - Aussenstehenden durchaus auch ein Stück weit nachvollziehbar.

So bunt und vielfältig die meisten von uns sich die Gesellschaft oder uns unser Umfeld auch wünschen mögen, so sehr ist es auch immer mal wieder entspannend, sich unter Seinesgleichen aufzuhalten.

Sei es die eigene Sippe / Familie, sei es unter Menschen mit denselben Interessen / Hobbys, unter Menschen aus dem eigenen Ort, unter Menschen mit einer ähnlichen Gesinnung, oder gar entspannt in seiner Zweierbeziehung, sofern da nicht zu viele offene Themen sind, die die Beziehung gerade belasten.

Gerade bei Eintritt in eine neue Zweierbeziehung ziehen sich viele Leute aus ihrem bisherigen Umfeld etwas (bis deutlich) zurück. Aber das ist auch nachvollziehbar, denn nun gilt es, eben Zeit und Aufmerksamkeit für die neue Orientierung (Beziehung) zu widmen.

So ähnlich ist es nachvollziehbar, wenn wie Kim es beschreibt, sich die betreffenden Personen ebenso zurückziehen. In welchem Maße das dann stattfindet, ist sicherlich auch Typsache. Und Micha hat auch bestimmt ein bisschen Recht, dass es auch darin zu suchen ist, dass eben die vorauseilende Furcht ist, in seinem bisherigen Umfeld nicht mehr die breite Geborgenheit zu finden.





Ich finde es übel, dass sich nach einem Outing, egal welcher Richtung, tatsächlich häufig das Umfeld ändert.
Die Person bleibt ja die gleiche.

Das stimmt ("Person bleibt die gleiche"), dieses Argument bemühen wir ja auch immer wieder gerne, wenn wir rund um "nur Rock statt Hose" argumentieren.
Andererseits stimmt es auch wieder nicht.

Denn hat man sich erst einmal getraut mitzuteilen, was man sich wünscht und seinen Wunsch eventuell auch realisiert, so fühlt man sich viel befreiter. Ja, so ein Outing - kann ich mir vorstellen - fühlt sich an wie eine Befreiung, auch wenn ab jetzt negative Folgen zu befürchten sind.

Mein Outing bestand darin, dass ich es durchgezogen habe, als Mann einfach Röcke zu tragen. Aber behutsam. Das ist in meinem Umfeld erst ganz ganz langsam eingesickert, manche erfuhren es erst Jahre später, manche dementsprechend ein paar Jahre früher - es ging nicht Schlag auf Schlag, nicht von eben auf den nächsten Monat hat es jeder gewusst. Ich habe nicht wirklich meine Freunde verloren, die meisten von damals sind auch jetzt 35, 40 Jahre später noch immer da. Allerdings habe ich mich vor meinem Outing auch aus bestimmten Kreisen zurückgezogen, nicht zuletzt um Zeit zu gewinnen, mich mit meiner Rockzukunft zu beschäftigen und somit über viele Jahre mein "Outing" vorzubereiten. Gut, es waren andere Zeiten. Und eine Bubble für mich gab es damals noch nicht. Erst 15 Jahre später entdeckte ich "Bubbles" für mich - Foren im Internet.

Aber mein - langgezogenes - "Outing" hat bewirkt, dass ich (obwohl nur Hose gegen Rock getauscht wurde) trotzdem ein anderer wurde als zuvor. Und so wird das auch bei den Beispielen von Kim gewesen sein, dass deren Outing doch etwas mit den betreffenden Personen gemacht hat.

Nämlich nach dem Outing ist man mehr "ich". Man muss nicht mehr krampfhaft sich den Erwartungen seines Umfeldes anpassen. Man steht mehr zu sich selber und traut sich nun, auch Dinge zu machen, die man vorher gemieden hat, um diese Anpassung nicht zu gefährden. Und wenn es da "Bubbles" gibt, so traut man sich da nach dem Outing mehr hin. Und die Menschen dort werden interessanter und die Berührungsängste zu der "Bubble" schwinden.

Ich finde, das alles ist nachvollziehbar. Aber sicher ist es schade, wenn die Priorisierung der Aufmerksamkeit und der Zeit sich woanders hin verlagert, und eventuell gar keine mehr übrig bleibt für das bisherige Umfeld.

Für mich gab es nach meinem "Rock-Outing" noch immer ein paar weitere Stufen, die quasi ein neues Outing waren, ebenso oft behutsam in mein Umfeld eingebracht. Die wichtigsten Stufen waren: Rock - Minirock - Strumpfhosen - Kleider - Blumenmuster - Spaghettiträger. Alles immer ein neues, kleines Outing sozusagen. Und für den, der das in diesem Maße nicht mehr mittragen kann, soll sich halt von mir zurückziehen, wenn ich ihn damit überfordere. Dafür bringe ich mich in mein Umfeld ein - mit meinen Wünschen, mit dem, was ich bin, eben ich echt und nicht den Erwartungen vorauseilend angepasst, dafür unverkrampft und nicht immer nur mit meinen Unzulänglichkeiten beschäftigt.

Ja, und manchmal ziehe ich mich ja auch vorübergehend zurück, mit meiner Zeit und meiner Aufmerksamkeit, in meine Bubble - in dieses Forum eben.  ;)
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Bei beiden gab es nicht Negatives und es war den meisten Leuten jeweils sowiso klar, aber die Betreffenden haben sich in eine queere Bubble zurückgezogen. Das finde ich schade :'(

Einerseits ist es ein Unterschied, ob jemand ausgestoßen oder gemieden wird oder ob er:sie sich selbst zurückzieht. Aber der Rückzug hat sicher einen Grund in entweder negativen Erfahrungen oder Angst vor solchen mit den Menschen, die cis und hetero sind. Wichtig ist es, diesen Menschen zu signalisieren, dass sie genau so willkommen sind wie vor dem Outing. Das kann man natürlich nur, solange man Kontakt zu ihnen hat.

LG, Micha
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Ich finde es übel, dass sich nach einem Outing, egal welcher Richtung, tatsächlich häufig das Umfeld ändert.
Die Person bleibt ja die gleiche.
Ich habe, in den letzten 25Jahren, tatsächlich aus meinem Freundeskreis eine Frau verloren, nachdem sie sich als lesbisch geoutet hat, und einen Mann, der sich als trans geoutet hat.

Bei beiden gab es nicht Negatives und es war den meisten Leuten jeweils sowiso klar, aber die Betreffenden haben sich in eine queere Bubble zurückgezogen. Das finde ich schade :'(
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Wir driften hier in diesem Thread aber jetzt wieder total ab. Vielleicht sollte man wieder zum Thema wechseln.
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Der andere Punkt ist, dass „die Transfrau aus meinem Freundeskreis” sich natürlich im queeren Umfeld trifft und dort die eine oder andere Bekanntschaft gemacht hat. Schließlich wohnen wir hier im Rheinland. Aber Fakt bleibt, dass wir es mit einem festgelegtem Geschlecht einfacher haben.

LG Hermann

Ja, ich denke auch, dass man sich ändern muss, wenn man sich outet. Nicht weil man es will, bestimmt nicht, aber weil das Umfeld sich ändern wird.
Die Gesellschaft, wo man zu passt wird sich automatisch finden, wenn man für Änderungen bereit ist.

Ich selbst habe "Freundschaften" aufgegeben, nachdem der Eine oder Andere mit meiner Kleidung nicht klargekommen ist.
Es ist für mich dann keine Freundschaft mehr, sondern nur eine Bekanntschaft.
Das gleiche würde ich machen, wenn der Ehegatte quer schießen würde und meint bei meiner Kleidung mitbestimmen zu können.
Hier würde auch eine rote Linie überschritten werden. Zum Glück habe ich diesen Partner nicht. Ich habe mein Glück gefunden
und Leben wirklich in einer Partnerschaft in Augenhöhe.
Hier sollte man im eigenen Leben anfangen aufzuräumen.

Der Arbeitgeber hat mit der Kleidung auch keine Probleme, solange die Arbeit gemacht wird und man nicht
angreifbar ist. Das sichere Auftreten ist da schon in der einen oder anderen Situation sehr wichtig. Das sollte man wissen.
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Mainz ist ja auch noch ein Stück weiter weg von Essen.

LG, Micha
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Hatte mich im November auch spontan am Mittag dazu entschlossen. Ich tauchte dann auch urplötzlich überraschend auf. Für das gewärmte Schlafzimmer hatte ich mir vor Ort eine Lösung gesucht.
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Magst Du keine Überraschungen, lieber Krefelder?

LG, Micha
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Hallo MAS.

Schön das es euch so gut gefallen hat,
das ihr wiederkommen wollt.
Dann vielleicht mit Vorankündigung?

Auf Wiedersehen im Unperfekthaus.

LG
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Erfahrungsberichte / Antw:Komplimente auf Party
« Letzter Beitrag von MAS am Gestern um 22:17 »
Hallo Saia,

schönes Erlebnis! Das mit dem Hosenzwang, dem Du entflohen bist wie die zweite Frau dem Zigeunerrockzwang, hättest Du ruhig sagen können.

Ich mag übrigens diese Art von Röcken auch sehr gerne.

LG, Micha
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