Tja, die technische Speicherung und spätere Wiedergabe visueller Eindrücke ist halt schon ein sehr komplexes Ding.
Dass der grüne Farbbereich problematisch ist, liegt sehr verkürzt wiedergegeben, vor allem daran, dass Grün eben in der Mitte zwischen Rot und Blau und überhaupt in der Mitte des Spektralfarbenspektrums liegt. Die Farbspektren der andersfarbigen Sensoren überschneiden sich also jeweils stark mit dem Farbspektrum des grünen Sensors; die Überschneidung für die Randfarben fällt da notwendigerweise deutlich geringer aus. Ich bin zuwenig Fachmann, wie heutige Algorithmen und Codecs agieren, aber einst wurde im PAL-Fernsehen das Grün verwendet, um die Helligkeitswerte für die Schwarz-Weiss-Darstellung zu generieren. Und die Farbkanäle Blau und Rot wurden als ledigliche Differenzen zu Grün übertragen. Ich vermute, darauf bauen auch heute noch viele Codecs auf. Zumal die meisten Farbmasken bei CCD- oder CMOS-Chips ohnehin deutlich mehr Sensoren für Grün aufweisen als für andere Farbwerte.
Ich hatte mal mit den Mainzer Hofsängern eine Sendung gemacht, wo sie nicht in ihren bekannten Bajazz-Uniformen auftraten, sondern in saison-neutralen Parade-Anzügen, wo sie übrigens nicht ihr für sie klassisches Repertoire wiedergaben, sondern russische Volkslieder. Und gewundert hatten sie sich:
beim ZDF sahen die Samtfräcke blau aus.
beim SWR sahen die Samtfräcke rot aus.
bei uns sahen die Samtfräcke richtiggehend emma-lila aus!

Achja, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass mit eigenen Augen betrachtet die Fräcke voll grün waren.
Ich weiß nicht, ob die anderen noch mit zusätzlich aufgebautem Licht gearbeitet haben (vermutlich).
Ich jedenfalls begnügte mich mit dem vorhandenem Licht in meinem Fall in der historischen Turnhalle an der Ingelheimer Burgkirche.
Je nach Lichtquellen und der Zusammensetzung des polychromatischen Lichts entstehen dann im Zusammenspiel mit technischer Verarbeitung manchmal kuriose Abweichungen von der menschlich wahrgenommenen Realität.
Schon alleine die Pixelzahl der Bildquelle dreht da gehörig mit, ohne all die anderen beeinflussenden Merkmale und technisch-rechnerischen Maßnahmen.
cephalus, hattest Du bei Deiner Bilderreihe mal versucht, jeweils einen automatischen Weißabgleich auf ein weißes Blatt Papier oder eine graue Pappkarte zu machen an Ort und Stelle, wo Deine Objekte liegen? Also: erst automatischer Weißabgleich auf Weiß oder Grau. Dann auf manuell umstellen (d.h. den Weißabgleich nicht mehr verändern) und dann die Objekte aufnehmen.
Falls Du das nicht ohnehin schon gemacht hattest, wäre es noch einmal spannend, was mit dieser Methode für Bildergebnisse und Farbeindrücke entstehen.