Neueste Beiträge

Seiten: [1] 2 3 ... 10
1
Rund um den Rock / Antw:Pride
« Letzter Beitrag von hirti am Heute um 14:02 »
Das ist richtig, Hajo, ein Büro Outfit ist das fürwahr nicht.
Wobei... die Jacke eigentlich schon, die ist nämlich Teil eines Kostüms mit Rock das ich schon im Büro getragen habe. (=> hier)
Und die Stiefel laden dazu ein, irgendwann mal als Stilbruch zu einem all zu biederen Maxirock probiert zu werden.

Das Kleid fühlt sich toll an (wenn man es mag dass es nicht nur außen, sondern sogar innen aus glattem Plastik ist), aber es ist auch verflixt kurz. Beim Einkaufen hab ich schon mal festgestellt dass es damit gaaaaanz schwierig ist, etwas aus der hinteren Kofferraumecke zu holen ohne dem gesamten IKEA Parkplatz seinen bloßen Hintern zu präsentieren.
2
Die beste Öffentlichkeitsarbeit für unsere Sache besteht also darin, die Menschen an den Anblick von Männern in Röcken zu gewöhnen und so ihre Sehgewohnheiten zu trainieren. 

Oder?

Genau so ist es.

Man tut sich selbst damit auch etwas Gutes. Denn je öfter man im Rock oder Kleid zu sehen ist, desto schwächer wird die Erwartungshaltung, dass Du eine Hose anhaben solltest.
Und vielleicht findet der eine oder andere sogar allmählich Gefallen daran, Dich im Rock oder Kleid zu erblicken.
Also selbst cephalus tut sich damit etwas Gutes.
3
Rund um den Rock / Antw:Pride
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 11:16 »
Apropos "Moralkeule": https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.msg208312#msg208312.

Ähnlich wie bei dem Buchtitel "Ungläubig sind immer die anderen" und meiner Variation "Ideologisch sind immer die anderen" könnte man hier fortsetzen: "Moralisch sind immer die anderen". Was mich daran aber stört ist, dass das Wort "Moral" dadurch einen negativen Beigeschmack erhält, ähnlich dem von "Unglauben" und "Ideologie". Wobei letzteres ja auch mal eher positiv gemeint war.

Und zu "Gendern": Das meint ja, die verschiedenen Geschlechter sichtbar zu machen. Demzufolge ist die Anrede "Meine Damen und Herren gegendert, im Unterschied zu "Liebe Mitmenschen". Und die Aufteilung in Männer- und Frauenkleidung ist auch gegendert, im Unterschied zur Unisexkleidung

LG, Micha
4
Wobei "ohne Moral" wie "unmoralisch" klingt. Das will ich nun auch nicht sein. Aber Doppelrock schrieb auch nicht "ohne Moral", sondern "ohne Moralismus". Ich vermute, er meint von den zwei hier genannten Bedeutungen des Wortes: https://de.wikipedia.org/wiki/Moralismus die zweite.

In Bezug auf die Gesellschaft und ihre Akzeptanz von rocktragenden Männern - egal aus welchen Gründen wir Röcke tragen - , könnte man auch von einer nötigen Umerziehung sprechen. Lieber verwende ich aber das Wort "Weiterentwicklung".

LG, Micha


Nachtrag:
 
Hier https://www.rockmode.de/index.php?topic=10215.msg208309#msg208309 verwendet Hajo das Wort "Moralkeule", bezichtigt aber gerade die anderen, als die von Doppelrock gemeinten, diese zu schwingen.

LG, Micha
5
Im Konfirmationsthread (https://www.rockmode.de/index.php?topic=10382.msg208308#msg208308) schrieb Wolfgang etwas vom Trainieren von Sehgewohnheiten anderer Menschen, die uns nur im Rock kennen und es für ungewohnt halten, uns mal in Hosen zu sehen.

Wenn wir nun sagen würden, es sei unser Ziel, nicht nur einzelne Menschen darin zu trainieren, sich daran zu gewöhnen uns individuell in Röcken für normal zu halten, sondern die Allgemeinheit dahin gehende zu trainieren, Männer in Röcken generell für normal zu halten und Männer in Hosen für etwas Ungewohntes, wie wäre es damit?

Oder sagen wir: Männer in Röcken und in Hosen gleichermaßen für normal.

Damit sage ich ja nichts Neues, aber formuliere es nochmal klar und deutlich: Menschen sind Gewohnheitstiere. Was wir oft sehen, wird normal. Was wir selten sehen, kommt uns ungewohnt vor.

Die beste Öffentlichkeitsarbeit für unsere Sache besteht also darin, die Menschen an den Anblick von Männern in Röcken zu gewöhnen und so ihre Sehgewohnheiten zu trainieren. 

Oder?

LG, Micha
6
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 11:10 »
Das Trainieren der Sehgewohnheiten ist glaube ich der Schlüssel zu unserer Öffentlichkeitsarbeit,, so dass ich dort lieber dieses Thema fortsetze: https://www.rockmode.de/index.php?topic=10316.msg208311#msg208311.

LG, Micha
7
Rund um den Rock / Antw:Pride
« Letzter Beitrag von high4all am Heute um 11:09 »
Ein Büro-Outfit trägst Du nicht unbedingt, lieber Hirti! ;)

Verglichen mit den Looks anderer Teilnehmer bist Du echt auffällig. Bei besserem Wetter wäre es wohl nicht so augenfällig gewesen. So schauen die meisten Teilnehmenden auf den Bildern völlig normal aus. Wenn nicht die Regenbogenflaggen wären, könnte wohl niemand eine Pride Parade vermuten.

Das könnte für Leute, die gerne mit der Moralkeule schwingen und ihre Abneigung gegen Gendern und Wokeness (=Achtsamkeit gegenüber Benachteiligung von Minderheiten) wie ein Panier vor sich her tragen, in Nöte bringen. Weil die äußerlich sichtbare Abgrenzung schwerer fällt.

LG
Hajo
8
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 10:55 »
Ja, das mit den Ausnahmen in Hosen provoziert Verwunderung.

Und die Macht der Gewohnheit betrifft auch die Macht der Sehgewohnheiten. Denn früher hatte ich eine Zeitlang gelegentlich eine "Nothose" dabei für Situationen, die nicht adäquat erschienen für einen Mann im Rock. Und da bekam ich von etlichen Kollegen, es waren aber überwiegend Kolleginnen, die Aussage: "Ah, Hosen stehen Dir aber nicht!" - Ja, die Macht der Sehgewohnheiten. Das zeigt aber auch, wie sehr man die Sehgewohnheiten anderer Leute trainieren kann.

Hierbei fällt mir noch ein, dass ich - allerdings ohne mitgelieferter Bewertung - von meinem damaligen Oberbürgermeister Jockel Fuchs bei einer Veranstaltung auch kommentiert wurde: "Ah, heute in Hosen!?" Und genau diese Worte, vielleicht ohne das "Ah!", rief mir lautstark auch mein damaliger Ministerpräsident Kurt Beck zu, als er mir zufälligerweise flotten Schritts mit einer größeren Delegation auf der Frankfurter Buchmesse begegnete und an mir vorüber lief.
9
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von MAS am Heute um 10:33 »
Ah so, die Frage nach dem Zwang könnte auch einen Zwang durch die Erwartungshaltung anderer Menschen meinen. Daran habe ich gar nicht gedacht.

Ich kann mich an zwei Situationen erinnern, dass jeweils eine Frau sich enttäuscht zeigte, mich in Hosen zu sehen.

Einmal war es vor vielen Jahren, jedenfalls vor 2013, dass eine Kollegin, die mich im Sommer im Rock kennengelernt hat und auch selbst fast immer Rock trug, mich im Herbst erstmals in Hosen sah und das als ungewohnt bezeichnete. Ich meinte, wenn ich auch im Herbst und Winter Rock tragen wollte, müsste ich es machen wie sie, und eine Strumpfhose darunter tragen, was ich bis dahin höchst selten tat. Sie bejahte das und ermunterte mich, es zu tun. Was ich dann auch tat, wenn auch nicht jeder Tag.

Das zweite Mal war auch in dieser Zeit, als eine junge Frau, die ich nur vom Sehen kannte, im Vorrübergehen sagte, sie fände es schade, dass ich keinen Rock anhätte. Da war ich aber krank, mir war kalt und ich fühlte mich sehr unwohl. Es mag sogar vor dem o.g. Erlebnis gewesen sein, aber das weiß ich gerade nicht mehr.

Ansonsten habe ich so etwas nicht mehr erlebt, aber in Bezug auf mein Rocktragen positive und negative Reaktionen geerntet. Hosen trage ich ja seit 2014 nur noch in den in meinem vorherigen Beitrag genannten Ausnahmefällen.

LG, Micha
10
Erfahrungsberichte / Antw:Konfirmation
« Letzter Beitrag von Skirtedman am Heute um 10:10 »
Ich kenne Frauen, die ich immer nur in Hosen sehe. Wer fragt sie, ob sie damit einem Zwang unterliegen?

Dieser Aussage bzw. Frage von Micha kann ich mich voll anschließen.
Auch dem meisten des anderen, was Micha da sagt.

Diese Frage, Peter, bekomme ich alle so ein, zwei Handvoll Monate hier im Forum immer mal wieder gestellt.

Natürlich besteht so eine Art Erwartungshaltung bei den Leuten, die mich kennen, dass ich auch das nächste Mal wieder im Rock oder im Kleid auftauche. Die Überraschung wäre enorm, käme ich auf einmal in Hosen.

Dennoch trage ich ganz freiwillig Rocke und Kleider, weil ich sie inzwischen nicht nur schöner und vielfältiger finde, sondern weil sie - und das war überhaupt meine Triebfeder - deutlich bequemer finde als jegliche Art von Hosen, die ich in meinem Leben bisher ausgetestet habe. Mein Entschluss von damals, möglichst immer keine Hosen zu tragen, untermauerte ich mit der Feststellung, dass ich in meinem Leben schon lange genug und viel zu oft Hosen getragen habe, obwohl ich es nicht wollte.

Freilich will ich, wenn ich unter Leuten bin, lieber ausstrahlen, dass ich mich wohl fühle. Mit meinem Anliegen, so auf diese Weise auch ein klein wenig non-verbal zu erklären bzw. zu erkennen zu geben, dass ich damit nicht beabsichtige, was andere zunächst denken könnten (ich weiß, das ist nur sehr subtil zu transportieren; sich normal und männlich zu geben, dürfte der beste Weg hierbei sein). Noch viel wichtiger aber ist mir zu transportieren, dass ich mich sowohl körperlich als auch vor allem sozial wohlfühle, dass ich dem Leben und den Leuten gegenüber positiv eingestellt bin, und dass ich mich trotz meiner abweichenden Kleidung nicht ausgegrenzt fühle.

Dieser Komplex bedeutete für mich lange Zeit, dass ich nur mit guter Laune und nur in positiven Situationen Röcke unter Menschen tragen konnte. An Tagen, an denen mir es nicht so freudig zumute war, hätte ich mich manchmal lieber in Hosen unter den Menschen versteckt. Nicht zuletzt, um eben nicht im Sinne des oben genannten Komplexes eine anders aufzufassende Ausstrahlung zu haben.

Inzwischen ist mir das egal. Ich kann auch an schlechten Tagen, an Tagen mit mieser Laune oder todtraurig in Rock oder Kleid unter Leuten sein. Ich muss nicht immer den Strahlemann abgeben, nur weil ich Rock oder Kleid trage.

Vermutlich sind da zwei Faktoren, weshalb es mir inzwischen gelingt, auch an schlechten Tagen auf Rock oder Kleid nicht zu verzichten:
1. Da mich viele Menschen kennen, auch die, die ich selbst nicht kenne, ist es mir gar nicht mehr möglich, dass ich in Hosen in der Menge untertauchen kann. Man erkennt mich auch in Hosen.
2. Ich brauche nicht mehr die Tarnkappe Hose, um mich vor möglichen Blicken, neugierigen Fragen, dummen Kommentaren zu schützen. Auch an schlechten Tagen kann ich damit adäquat umgehen. Aber diese möglichen Blicke, neugierigen Fragen, dummen Kommentare kommen nahezu fast gar nicht mehr vor. Weder an guten, noch an schlechten Tagen.

Also spielt es bei mir keine Rolle mehr, ob ich Hosen oder Röcke / Kleider trage in Bezug auf andere Menschen. Und da ich Hosen nicht mag, wähle ich mit Vorliebe Röcke oder Kleider. Es besteht also für mich überhaupt keine Veranlassung mehr, Hosen tragen zu wollen.

Zudem kann ich mich de facto schon gar nicht mehr erinnern, wann zuletzt ich in einer Hose steckte. Vor zwei Jahren sagte ich in einem kurzen Interview für ein Stadtblättchen, ich würde nur noch Hosen zum Heckenschneiden tragen. Kaum gesagt, Hecke geschnitten, da aber tatsächlich im Kleid und seitdem ebenfalls immer nicht in Hosen. Also, es könnte schon drei Jahre her sein, vielleicht vier - die Zeit fliegt -, als ich zuletzt in einer Hose steckte. Und das alles ganz ohne Zwang.
Seiten: [1] 2 3 ... 10
SMF 2.0.19 | SMF © 2020, Simple Machines | Bedingungen und Regeln

go up