Autor Thema: Video über CSD-Feindlichkeit  (Gelesen 253 mal)

Offline MAS

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Video über CSD-Feindlichkeit
« am: 04.06.2026 15:30 »
Gude zusammen,

Konstantin hat mir eben diesen Video-Link geschickt: https://www.youtube.com/watch?v=VjHgJuGKoeI

Leider gibt es auch im ansonsten so offenen Rheinland Fanatiker und Idioten, die anständige Menschen bedrohen, wenn diese einen Lebensweg gehen, den sie nicht verstehen wollen.

LG, Micha
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Offline doppelrock

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #1 am: 04.06.2026 18:51 »
@MAS:
Hast du den Bericht selbst komplett angesehen und auch zugehört?
Es ist von genau einem Mann, der Gewalt gegen Demonstranten angewendet hat, die Rede. Gewalt ist verwerflich und darf gegen niemand angewendet werden, egal, woran er glaubt. In dem Punkt werden wir uns alle einig sein.

Die anderen Bilder zeigen Gegendemonstrationen. Ob echt oder gestellt, keine Ahnung, ich kenne solche Leute oder Gruppen nicht. Aber alle ohne Gewalt. Und dass eine Gegen-Demo laut ist, liegt in der Natur der Sache. Sie muss genauso laut sein wie die eigentliche Veranstaltung, damit sie gehört wird. Dieser Teil wirkt so, als ob man ein Feindbild aufbauen will mit unterschwelliger Angst, obwohl es keine Beweise dafür gibt. Sonst hätte man sie genannt. Streng genommen weiß man noch nicht einmal, ob die Bilder zum Text passen oder aus dem Archiv von irgendwoher stammen. Auch das gab es oft. Nehmen wir an, sie sind echt, Ausschreitungen zeigen sie nicht.

In dem berichteten Fall der Hausdurchsuchung gab es keine Festnahmen und keine Beschlagnahmungen.  Dann hat diese Gruppe wohl auch nichts Verbotenes gemacht. Egal wie man zu der Gruppierung stehen mag, im Zweifel für den Angeklagten. Ohne Beweis keine Strafe.

Der Reporter kann nicht einmal mit dem Taschenrechner umgehen oder sagt bewusst die Unwahrheit. Anfangs sind 58% der Straftaten als rechtsextrem eingestuft, am Ende nur noch 38% Der Anteil ist also zurückgegangen und nicht, wie behauptet, gestiegen. Das Verhältnis hat sich also umgedreht und man muss nunmehr fragen, wer heuer für die 62% verantwortlich ist, die nicht näher benannt werden.

Bei diesem Sender bin ich schon seit der Kindheit misstrauisch über die einseitige Positionierung und auch zuletzt gab es da einige Fettnäpfchen, in die man sich zielstrebig positioniert hat. So wurde beim Framing gegen eine C-Maßnahmen-kritische Demo von einem freien Reporter ein Mitarbeiter des Funkhauses gefilmt, als er gerade eine neue Fahne in schwarz-weiß-rot auspackte. Das lässt mich manchmal an der Echtheit der Bilder und der Aufrichtigkeit der Sprecher zweifeln.

Mit solchen reißerischen Berichten macht sich der Sender keine Freunde. Das Framen, Spalten und Hetzen ist durchschaubar und sogar vorhersehbar. Man weiß praktisch beim Titel schon, was folgt. Leider schadet dieses flache Niveau auch den Leuten, über die man eigentlich positiv berichten wollte.

Gruß
doppelrock

Offline MAS

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #2 am: Gestern um 07:55 »
Klar, Doppelrock, dass Du Partei für die Gegenseite einnimmst. Du hast hier im Forum ja oft auch genug gegen die freie Selbstbestimmung von Menschen bzgl. ihrer Genderidentität demonstriert.
Und klar, dass Du so einen Bericht minutiös auf Fehler oder Widersprüche untersuchst, da er ja gegen Dein Weltbild opponiert.
Und dass sexistische Morddrohungen und Hassdemos in keinem Zusammenhang stehen, glaubst Du wohl auch. Was ist friedlich an einer Demo, die anderen Menschen ihre Selbstverwirklichung nicht gönnt, solange diese Selbstverwirklichung niemandem schadet? Du bist doch sonst so für die Freiheit vom Zwang.


Gruß, Micha
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Offline Skirtedman

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #3 am: Gestern um 11:04 »
Der Reporter kann nicht einmal mit dem Taschenrechner umgehen oder sagt bewusst die Unwahrheit. Anfangs sind 58% der Straftaten als rechtsextrem eingestuft, am Ende nur noch 38% Der Anteil ist also zurückgegangen und nicht, wie behauptet, gestiegen. Das Verhältnis hat sich also umgedreht und man muss nunmehr fragen, wer heuer für die 62% verantwortlich ist, die nicht näher benannt werden.

Aufgrund Deiner Zahlen habe ich mir dahingehend noch einmal den Beitrag angeschaut, und ich muss sagen, damit hast Du einen Punkt. Es ist tatsächlich sehr unscharf und somit missverständlich, wie der gesprochene Text die gezeigte Statistik kommentiert. "...und immer häufiger kommen die Straftaten aus dem Phänomenbereich rechts", so der Kommentar. Das lässt einen Zuhörer in der Tat interpretieren, dass deren Anteil an den queerfeindlichen Straftaten gestiegen sei. Die Statistik aber weist, wie Du richtig analysiert hast, aus, dass der Anteil gesunken ist. Dennoch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Straftaten 'aus dem Phänomenbereich rechts' im betrachteten Zeitraum dennoch erheblich gestiegen ist, nämlich versechsfacht. Dass die Gesamtzahl der erfassten Straftaten auch gestiegen ist, und zwar noch stärker (fast verzehnfacht) ist richtig und bedauerlich, ist aber kein angenehmer Grund, den Anstieg aus dem rechten Umfeld zu beschönigen.

Ich halte die Einstufung von Straftaten zu einem gewissen politischen Milieu ohnehin für schwierig. Die Zuordnung wird nur ähnlich unscharf sein wie der begleitende Kommentar des Berichtsautors. Vermutlich werden nur solche Straftaten einem politischen Lager zugeordnet, wenn genügend Hinweise dafür vorhanden sind. Bei vielen werden diese Hinweise aber nicht in ausreichendem Maße vorliegen und bleiben also deshalb auch unklassifiziert.

Fakt ist, dass politisch rechts angehauchte Gedanken inzwischen straßentauglicher geworden sind und Polemik bis Hass- und Hetztiraden gesellschaftsfähiger geworden sind, gerade seit rund 10 Jahren durch verschiedene Ereignisse der Weltgeschichte. Das lädt auch Menschen ein, sich weniger zurückzuhalten, die sich sonst eher nicht zu radikaleren Einstellungen zurechnen würden. Ich bin mir recht sicher, dass das den starken Anstieg der unklassifizierten Straftaten mit erklärt.

Straftat bleibt Straftat - auch wenn Straftaten durchaus auch aus politischem Interesse als solche gewertet werden könnten, unsere deutsche Geschichte hat das ja gezeigt, aber auch überall andernorts auf der Welt gibt es genügend Beispiele. Dennoch: jede Straftat ist eine zuviel, das möchte ich festhalten. Dass die Zahl der registrierten Straftaten seit 10 Jahren ansteigt, hat freilich noch weitere Hintergründe, denn erst seit jüngeren Jahren ist der - ich benutze bewusst die selbe Wortführung, aber möglichst neutral gemeint - denn erst seit jüngeren Jahren ist der 'Phänomenbereich queer' sichtbar geworden. Und zudem trauen auch sich erst nach und nach die Betroffenen, solche Vergehen anzuzeigen. Diese Zusammenhänge sollen allerdings nicht dazu dienen, diese Straftaten zu beschwichtigen.

Es stellt sich doch generell die Frage, warum sich jemand so schwer damit tut, einen Menschen, der sich anders ausdrücken oder fühlen möchte als gesellschaftlich vorgegeben, zu tolerieren. Mit welchem Ziel muss solch ein Mensch vehement ausgegrenzt werden oder attackiert werden? Was fällt denn so schwer daran, jeden nach seiner eigenen Façon glücklich werden zu lassen. Welche Freiheiten anderer Menschen werden dadurch beschränkt, dass ein Peter nun lieber eine Petra sein will?

Was hat man denn davon, gegen andere Menschen Hass und Hetze zu schüren? Ist nicht ein unaufgeregtes Zusammenleben für alle letztendlich angenehmer?
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?


Offline MAS

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Antw:Video über CSD-Feindlichkeit
« Antwort #4 am: Gestern um 20:13 »
N'Abend zusammen!

Ich habe mir den Bericht auch nochmal angesehen.

Doppelrock:

Wo ist denn davon die Rede, dass nur ein Mann Gewalt gegen Demonstranten angewandt habe? Zu Beginn ist von fast täglichen Bedrohungen Im Briefkasten von Anne Selmer die Rede. Die werden wohl kaum von dem einen Mann kommen, der in Soest CSD-Teilnehmende angegriffen hat.

"Ob echt oder gestellt, keine Ahnung!" Diese Deine Formulierung impliziert eine Unterstellung, der WDR könnte evtl. eine Demo zusammenstellen, um dann diese Bilder aufzunehmen. Solche Formulierungen untergraben das Vertrauen dafür empfänglicher Menschen in die Arbeit des Senders - was sie wohl auch sollen. Da hilft auch kein "keine Ahnung", womit Du Dich dann ggf. herausreden könntest. Es wurde auch immer der Kontext der Bilder genannt. Das in anderen Fällen auch Bilder aus anderen Kontexten gezeigt wurden, so bei Bildern von jubelnden Kindern in Palästina nach dem 11.9.2001, wobei die Kinder nicht wegen der Terroranschläge, sondern wegen Bonbons gejubelt haben, ist klar. muss man jetzt aber nicht voraussetzen, dass das jetzt auch so sein könnte. Es sei denn, man will das Vertrauen in die journalistische Arbeit untergraben. Wenn die Bilder aus dem Archiv kommen, wird das normalerweise auch gesagt.

Die queerfeindlichen Straftaten sind laut dem Diagramm von 29 im Jahr 2018 auf 284 im Jahr 2025 gestiegen, die der politisch von "rechts" kommenden im gleichen Zeitraum 17 auf 110. Relativ nahmen die queerfeindlichen Straftaten stärker zu als die "aus dem Phänomenbereich rechts", aber absolut sind beide gestiegen. Und das ist die Hauptaussage. Also weder ein falsches Rechnen und auch keine Lüge, nur eine stärkere Betonung der absoluten Zahlen statt der relativen.

Dass es keine Festnahmen gab, heißt noch nicht, dass nichts vorgefallen ist. Man kann auch Verwarnungen aussprechen, ohne jemanden festzunehmen. Und es gibt auch Vorfällte unterhalb der Strafbarkeitsgrenze, die dennoch gefährlich sind. So manches ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, was jedoch verbale Gewalt ist. Da fehlt es vielleicht noch an Law & Order. Von Beschlagnahmungen ist übrigens gar nicht die Rede, weder, dass es sie gab, noch dass es sie nicht gab.

"Einseitige Positionierung" des Senders schreibst Du: Ja klar, für ein friedliches Miteinander der Menschen und gegen Hass  und Hetze. Diese Einseitigkeit lobe ich mir. Ich will nicht, dass hier Menschenhass als freie Meinungsäußerung gleichbehandelt wird mit einer Demo für ein friedliches Miteinanderleben in Vielfalt. Wenn Dir das ein Dorn in Auge ist, spricht das sehr gegen Dich.

Stell Dir vor, wie würden eine Demo für die Kleidungsfreiheit aller Menschen machen, inklusive für die Männer, die freiwillig am liebsten immer nur Hosen tragen. Und dann kämen hosentragende Männer, würden uns beschimpfen und beleidigen und gegen die Kleidungsfreiheit demonstrieren und fordern, Männer müssten auf jeden Fall immer nur Hosen tragen. Und Du und ich würden Drohbriefe im Briefkasten vorfinden. Wie würdest Du Dir die Berichterstattung wünschen?

Oder wir würden für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit demonstrieren, und da kämen welche, die dagegen wären und ein rein christliches oder ein rein atheistisches oder ein rein islamisches Land fordern in dem alle anderen Religionen und Weltanschauungen verboten wären. Wie würdest Du Dich da fühlen?

Warum muss man gegen das friedliche Miteinander in Vielfalt demonstrieren und statt dessen eine alleinige Macht der eigenen Sicht auf Geschlecht, auf Kleidung, auf Religion und Weltanschauung fordern? Wieso tolerieren diese Gegendemonstrierenden nicht einfach, dass jeder Jeck anders ist? Das ist ja auch Wolfgangs große Frage.

Aber einen Fehler in dem Bericht fand ich doch: Auf dem Drohbrief am Anfang ist kein Maschinengeweht, sondern ein Sturmgewehr abgebildet.

Mit friedlichem Gruß,
Micha






   

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