Bei großer Hitze gibt es nichts bequemeres, als ein langes, luftiges Kleid - im arabischen Kandora oder Dishdasha genannt. Die Dinger sind so geschnitten, dass sie nirgends (außer auf den Schultern) eng anliegen; also entweder relativ gerade oder A-Form.
Darunter trägt man dann ein dünnes T-Shirt und entweder einen Wickelrock (UAE), weite, dünne Hosen, oder Shorts.
Kopfbedeckung nicht vergessen (saugfähige Baumwolle)
Damit sind selbst 45°C gut auszuhalten.
Stimmt.
Dennoch dient das nicht uneingeschränkt als Blaupause für hiesige Hitze in Deutschland oft gut zu überstehen.
Denn im dem geographischen Raum, wo diese Männerkleidung verbreitet ist, ist in der Tat es oftmals heißer als bei uns.
Dennoch liegt in der Regel die Leuftfeuchtigkeit deutlich unter der unseren.
Was dort in der Regel praktisch ist, muss bei und nicht genauso praktisch sein. Eben, weil Wind und Luftfeuchte oftmals grundverschieden sind. Mit Blick auf die optimale Bekleidung darf man diese beiden Faktoren jenseits der Temperatur nicht vergessen. Vielleicht spielt auch noch zudem als weiterer Nebeneffekt der Luftfeuchte auch noch eine Rolle: je feuchter (relativ) die Luft / Atmosphäre, desto mehr verteilt sich die Strahlungsenergie, d.h. vermutlich wird man bei uns in der Regel selbst im direkten Schatten der Sonne, aber mit viel sichtbarem anderweitigem Himmel der Wärmestrahlung nicht aus dem Weg gehen können wie in der Regel in der Sahara oder angrenzenden Gebieten.
Der Vergleich mit regionaltypischer Kleidung dort und gleichem Nutzen hier ist nicht direkt durchführbar. Das macht einen wesentlichen Unterschied.
Im Moment haben wir hier in Mainz 31 Grad und die Luft fühlt sich recht angenehm an. Denn: wir haben verhältnismäßig zu sonst eine recht geringe Luftfeuchte.
Und hier der aktuelle Vergleich:
Ort, Temperatur, Luftfeuchte:
Mainz, 31°, 30 %
Tataouine, 42°, 15 %
Riyad al Khabra', 46°, 5 %
Entscheidend ist die relative Luftfeuchte. Ab 50 % fängt es an, schwül zu werden, ungefähr, wenn sich die Luft unserer Körpertemperatur langsam nähert (so ab grob 25 Grad, ist aber von Person zu Person auch sehr verschieden). Je feuchter die Luft, desto schlechter die Verdunstung, desto weniger kann die Haut sich durch Verdunstung abkühlen.
Ich habe eine Unterhaltung neulich gehört von vermutlich Medizinstudenten. Einer meinte, (ich hab die Zahlen nicht mehr genau im Kopf) bei einer Temperatur ab 37 Grad und einer Luftfeuchte von 80 % sei es nach drei Stunden Aufenthalt für einen Menschen lebensbedrohlich bei stehender Luft.
Bei geringerer als der üblichen Luftfeuchte und höheren Temperaturen kann ich mir es auch leisten zu überlegen, meine Haut mehr zu bedecken. Dann kommen bei mir manchmal statt weit ausgeschnittenen Spaghettiträgern z.B. dann mal solche flatterigen Kleider zum Einsatz: