Autor Thema: Vom antiken Rom bis heute: Röcke in der Männerbekleidung  (Gelesen 400 mal)

Offline just_me

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Damit beschäftigt sich der BR unter https://www.br.de/nachrichten/kultur/hitzetaugliche-mode-warum-tragen-maenner-keine-roecke,VQ62jvg#comments

Interessant sind auch die Kommentare mit Antworten.

VG,

just_me
Die einzig relevante Einteilung der Postmoderne lautet: Witzig oder nicht witzig!


Offline Skirtedman

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Beitrag noch nicht gehört. Text dazu auch noch nicht gelesen. Nur in die Kommentare reingeschnuppert.

Auffallend ist, dass es eine gewisse Tendenz von den männlich erscheinenden Kommentatoren gibt, Rock am Mann heutzutage eher gut zu finden als abzulehnen.

Von den zahlenmässig eher selteneren Frauen in diesen Kommentaren scheint sich nicht ganz so ein liberales Stimmungsbild abzuzeichnen, meiner Wahrnehmung nach. Sehr viel wurde auch vom Thema abgewichen und über "Socken in Sandalen" und andere Modestile die Nase gerümpft, zum Beispiel mit der Pauschalkeule "schlecht gekleidet" geschwungen.

Ein Kommentar einer Dame stach mir irgendwie besonders hervor, den ich hier gerne zitieren möchte:

Zitat
Ich beneide die Männer um ihre seriöse, zeitlose Garderobe, ohne Modefirlefanz. Die finden - noch - immer passende Kleidung, während Frauen mit Modevorschriften terrorisiert werden. Jetzt soll es den Männern auch so gehen? Es gibt bereits weite, luftige Leinen- oder Baumwollshorts, die wir Röcke sind. Während Frauen Hosenanzüge tragen, sollen Männer jetzt in Kleider und Röcke? Ein neuer Gag der Modeindustrie. Haben wir keine anderen Sorgen?

Eine ziemlich interessante Sichtweise, dass Frauen mit Modevorschriften terrorisiert werden. Mag sein, dass man sich in so eine Sichtweise hineinbegeben kann, wenn man ausgeprägt Modezeitschriften studiert, die dann Stil X oder Y propagieren. Dies als Vorschriften zu werten, und dann auch noch als 'Terror' zu empfinden, ist nach meinem Empfinden nicht vergleichbar mit der Situation von Männern, wo der durchschnittliche Mann ja von der Hosenvorschrift terrorisiert wird, um mal im gleichen Sprachgebrauch zu bleiben. Ich finde das allgemeine "Hosendiktat" als wesentlich einschneidender als irgendwelche neuen Modeströmungen in einer Kleidungsvielfalt für Frauen, die eigentlich kaum Grenzen kennt.

Aber das Abtun mit "Haben wir keine anderen Sorgen?" à la "Klappe halten, Männer bleiben bei Hosen, basta!" ist bei manchen Frauen - meist gehobenes Mittelalter, Rente bald gesichert - recht typisch, die aber selbst meist in Hosen rumlaufen und es für sie das selbstverständlichste ist, alle Auswahl zu haben und auch Hosen, und Hosen eben die angehimmeltste praktischste Errungenschaft der Menschheit bedeutet.

Aber natürlich sind das ja alles Einzelmeinungen. Und einer der Herren ereiferte sich mit Rückantworten ziemlich, wo er sich um das Verständnis für den Rockwunsch der Männer einsetzte oder auch andere, in enger Stirn recht eingeschränkte Kommentare mit Hinweisen um mehr Weitsicht beantwortete. Dieser Eifer hat mich dann doch recht beeindruckt. Und ja, unter Männern gibt es allmählich immer mehr, die zu dieser Weitsicht fähig sind.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline doppelrock

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Hallo Skirtedman,

den Satz mit dem "Terror" finde ich auch interessant. Wer zwingt die Dame denn, sich terrorisieren zu lassen? Niemand.
Vorstellen könnte ich mir höchstens, wenn man in einer Gruppe lebt, wo Konsum vor Wahrhaftigkeit geht, also, wo das Auswendiglernen der Vorabendserie, des Netflix-Films oder eben das Nachkaufen beworbener Styles im Mittelpunkt steht. Das sind dann aber auch Leute, die für 1600€ einen Thermomix kaufen, damit sie glauben, sie "gehören dazu" und könnten sogar kochen.
In meinem Umfeld gibt es eher Männer und Frauen mit eigenem Stil, denen die beworbenen Trends relativ egal sind. Ein paar der oben beschriebenen Personen gibt es in der Firma.

Ansonsten höre ich aus dem Bericht nichts Neues heraus, im Grunde alles bereits mehrfach gehört.

Große Defizite sehe ich auf Seite der Männer bei Körperbewusstsein und Körperpflege. Gesunder, schlanker Körper mit aufrechter Haltung, gepflegte Füße und Hände eher Mangelware. Da gibt es noch viel Potential, bevor Kosmetik oder bunte Kleidung Einzug halten.

Gruß
doppelrock


Offline cephalus

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. Da gibt es noch viel Potential, bevor Kosmetik oder bunte Kleidung Einzug halten.

Genau an dieser Stelle habe ich Frauen oft jammern gehört:
Weniger durch Erwartungen an die Kleidung, als an Makeup, Frisur, Nägel usw. fühlen sie sich gegängelt.
Eine sagte mal zu mir, ich hätte es gut, um im gesellschaftlich akzeptierten Rahmen zu sein reicht "sauber", sie würde ohne Makeup gleich Kommentare wie "aus dem Bett gefallen?" erhalten.

Offline doppelrock

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Wenn man das Umfeld lange Zeit an sehr intensives und perfekt wirkendes Make Up gewöhnt, braucht man sich nicht wundern, wenn die Leute die Veränderung Richtung weniger wahrnehmen. Da hilft vermutlich nur, konsequent dezent gestalten, so dass es natürlich und frisch statt "angemalt" aussieht und gut erholt, mit einem natürlichen Lächeln, nach dem Urlaub auch mal ganz ohne Kosmetik zu erscheinen. Eine andere Frisur könnte das Bild ebenso positiv abrunden. Dass ständig viel Kosmetik der Haut schadet, sagt der Name der "Stewardessen-Akne". Unter der Chemie leidet die Haut langfristig. Auch in der Sonne sollte man wegen der chemischen Zersetzungsprodukte konsequent drauf verzichten.

Dekorative Kosmetik benutze ich garnicht, nur reinigende und gelegentlich pflegende. Meine Hände sehen trotz Kontakt mit Zement, Motoröl, Erde, Obstsaft und anderem jünger aus als manche Hände von gleich jungen Kolleginnen, die maximal Geschirr in die Maschine stellen oder in der Wohnung Staub wischen. Das Gesicht drückt nunmal auch die Gedanken und den Gesundheitszustand aus. Da lässt sich nicht alles kaschieren, es ist oft Arbeit an der Ursache gefragt. Mal so ganz allgemein gesprochen.

Ich hätte zumindest nichts dagegen, wenn mehr Frauen den Weg von "perfektem" zu "natürlich-dezentem" Make Up gehen. Sie gewinnen doppelt durch jüngeres, frischeres Aussehen und weniger Erwartungsdruck.

Offline Timper

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Beitrag noch nicht gehört. Text dazu auch noch nicht gelesen. Nur in die Kommentare reingeschnuppert.

Auffallend ist, dass es eine gewisse Tendenz von den männlich erscheinenden Kommentatoren gibt, Rock am Mann heutzutage eher gut zu finden als abzulehnen.

Von den zahlenmässig eher selteneren Frauen in diesen Kommentaren scheint sich nicht ganz so ein liberales Stimmungsbild abzuzeichnen, meiner Wahrnehmung nach. Sehr viel wurde auch vom Thema abgewichen und über "Socken in Sandalen" und andere Modestile die Nase gerümpft, zum Beispiel mit der Pauschalkeule "schlecht gekleidet" geschwungen.

Ein Kommentar einer Dame stach mir irgendwie besonders hervor, den ich hier gerne zitieren möchte:

Zitat
Ich beneide die Männer um ihre seriöse, zeitlose Garderobe, ohne Modefirlefanz. Die finden - noch - immer passende Kleidung, während Frauen mit Modevorschriften terrorisiert werden. Jetzt soll es den Männern auch so gehen? Es gibt bereits weite, luftige Leinen- oder Baumwollshorts, die wir Röcke sind. Während Frauen Hosenanzüge tragen, sollen Männer jetzt in Kleider und Röcke? Ein neuer Gag der Modeindustrie. Haben wir keine anderen Sorgen?

Eine ziemlich interessante Sichtweise, dass Frauen mit Modevorschriften terrorisiert werden. Mag sein, dass man sich in so eine Sichtweise hineinbegeben kann, wenn man ausgeprägt Modezeitschriften studiert, die dann Stil X oder Y propagieren. Dies als Vorschriften zu werten, und dann auch noch als 'Terror' zu empfinden, ist nach meinem Empfinden nicht vergleichbar mit der Situation von Männern, wo der durchschnittliche Mann ja von der Hosenvorschrift terrorisiert wird, um mal im gleichen Sprachgebrauch zu bleiben. Ich finde das allgemeine "Hosendiktat" als wesentlich einschneidender als irgendwelche neuen Modeströmungen in einer Kleidungsvielfalt für Frauen, die eigentlich kaum Grenzen kennt.

Aber das Abtun mit "Haben wir keine anderen Sorgen?" à la "Klappe halten, Männer bleiben bei Hosen, basta!" ist bei manchen Frauen - meist gehobenes Mittelalter, Rente bald gesichert - recht typisch, die aber selbst meist in Hosen rumlaufen und es für sie das selbstverständlichste ist, alle Auswahl zu haben und auch Hosen, und Hosen eben die angehimmeltste praktischste Errungenschaft der Menschheit bedeutet.

Aber natürlich sind das ja alles Einzelmeinungen. Und einer der Herren ereiferte sich mit Rückantworten ziemlich, wo er sich um das Verständnis für den Rockwunsch der Männer einsetzte oder auch andere, in enger Stirn recht eingeschränkte Kommentare mit Hinweisen um mehr Weitsicht beantwortete. Dieser Eifer hat mich dann doch recht beeindruckt. Und ja, unter Männern gibt es allmählich immer mehr, die zu dieser Weitsicht fähig sind.
Es gibt halt genug M und W die nicht unterscheiden können zwischen man kann und man muss. Ein eingeschränkter Horizont ist halt Geschlechter übergreifend weit verbreitet und oft vom Alter geprägt.
Rock tragen? Ich darf das! Dress to Impress!
Schwarz ist bunt genug! :-)
Bis es was Dunkleres gibt, als Schwarz trage ich Schwarz!

Offline Skirtedman

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Das wiederum empfinde ich als Jammern auf hohem Niveau.

Ich habe auch schon Fragen gestellt bekommen wie "Na, Hose vergessen?"

Oder wäre es der Dame lieber, aufgrund bestimmter Merkmale sogleich eine gewisse Identität oder sexuelle Ausrichtung unterstellt zu bekommen?

Ich kenne etliche Frauen, die sich dem Kosmetik-Diktat erfolgreich widersetzt haben und trotzdem gesellschaftlich nicht verstoßen wurden. Es ist doch stark abhängig von der eigenen Entscheidung, wieviel scheinbarer Vorgaben man sich aussetzt und diese stur oder weniger stur befolgt.

Dein Passus, Du habest es gut, erinnerte mich daran, wie eine Freundin einer Ex mal zu mir meinte: "Ihr Männer dürft Anzug tragen", während sie immer dem Stress ausgesetzt wäre zu überlegen, welche Kleidung bei ihr nun angemessen oder nicht angemessen sei. In meinen Ohren klang das wie eine glatte Verhöhnung: "Sei froh, dass Du nicht so viel Freiheiten hast!"
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch seelisch gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks im Hirn wohl sitzen, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline JJSW

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Na, wenn die Leutchen sonst keine Probleme haben, dann gehts ja noch  ;)

Gruß,
Jürgen
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline cephalus

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In meinen Ohren klang das wie eine glatte Verhöhnung: "Sei froh, dass Du nicht so viel Freiheiten hast!"

Nunja, Freiheit ist anstrengend.

Man ist gezwungen Entscheidungen zu treffen und Verantwortung dafür zu übernehmen.

Hat man faktisch nur Jeans und Anzug zur Wahl ist der gesellschaftliche Rahmen klar und folgt man dem, ist mit Kritik nicht zu rechnen.
Nebenbei kann hier bei der Zusammenstellung der Kleidung wenig schief gehen.
In früheren Zeiten habe ich morgens eine Jeans gegriffen und irgendein Tshirt. Ich wusste ohne hinzusehen oft nicht welches ich gerade trug.
Jetzt mache ich mir Gedanken, zu besonderen Gelegenheiten manchmal schon Tage im Voraus.

Das mit der Freiheit kann man auf viele Lebensbereiche ausdehnen.
Daher sind einfacher denkende Menschen in totalitären Systemen of nicht so unglücklich wie man erwarten würde.


 

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