Na, sieh das doch nicht ganz so negativ.
Ninocappello erinnert mich in Farb- und Stoffwahl, auch die Linienführung, ziemlich an Anderslandinger (leider aus dem Geschäft ausgestiegen) und Amok (leider von der Männerrock-Fixierung abgekommen) der frühen 00er-Jahre. Auch die orientierten sich an den klassischen Vorgaben klassischer Herrenmode, besonders was man so aus dem Business- und Feier-Bereich gewöhnt ist.
Sicherlich, für diesen Preis und diese (vermutete) Qualität wird dieses Angebot nicht den Alltagsbereich bedienen. In ihrem Selbstverständnis steht irgendwo im Internetauftritt auf eine der vielen, inhaltlich sehr stark sich wiederholenden Unterseiten,
dass der Rock am Mann sich breiter durchsetzt, wenn man Männer mit Rock in seinem Bekanntenumkreis vermehrt sieht. Was soweit ja stimmt. Aber die Formulierung lautete dann ergänzend, sinngemäß:
"Nicht die Modeschauen entscheiden über den Rock am Mann, sondern die Arbeit und beim abendlichen Dinner."
Will heißen, ihre Kundschaft sehen sie im Büroumfeld und bei gehobeneren Anlässen. Wagemutige haben dann zwei oder drei davon im Schrank, tragen es aber selten zweimal die Woche oder mehrfach. Drum orientieren sie sich auch an Gepflogenheiten bei eben gehobeneren Erwartungen.
Da der Hersteller erst loslegt, sobald eine Bestellung vorliegt, ist das Nähstudio auch gar nicht gerüstet, den Massenmarkt zu bedienen oder per Investition erst einmal etliche experimentierfreudigere Modelle in den Einzelhandel zu streuen.
Ich denke, den Mann in größerer Zahl kann man tatsächlich nur erreichen, wenn man ihm zunächst mit zurückhaltenden Optiken versucht anzusprechen.
So, wie
ich z.B. gestern unterwegs war, wird man die wenigsten Männer auf Anhieb überzeugen können. Und deren Frauen. (
Obwohl...?)