Autor Thema: Feminin - und was ist schlecht daran?  (Gelesen 34522 mal)

Offline Jürgen64

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Feminin - und was ist schlecht daran?
« am: 01.01.2011 22:13 »
Hallo Leute,

nach meinen letzten beiden Fragen kam dann doch so mehr oder weniger durch, dass bei bestimmten Sachen (bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger) alles das was feminin ist oder scheint vom Mann tunlichst vermieden werden sollte. Auf der Straße sieht es nicht anders aus: während Frau dem Dandy-Look, dem Boyfriend-Look, usw. durchaus zugetan ist, lediglich mit einzelnen Details wie einem knalligen Lippenstift oder einer allgemein weiblich assoziierten Frisur ihre Weiblichkeit herauszustellen versucht, meidet Mann alles was irgendwie weiblich scheinen könnte.

Doch warum ist das so? Ist weiblich schlechter im Ansehen? Oder was sind die wirklichen Beweggründe, und vor allem wie können wir die umgehen? Wenn wir diese Lösung haben, dann steht auch dem Girlfriend-Look in der Herrenmode nichts mehr im Weg, dann können wir alles tragen und lassen dazu den Bart stehen!

Meine Idee, diese Klippe zu umschiffen, wäre den Rock erstrebenswert zu machen. Also so nach dem Motto "wer was erreicht hat, trägt Rock! Das gemeine Volk soll ruhig weiter in der Jeans malochen, dafür ist die besser geeignet."

Ich suche also Eure Ideen:
- welche Beweggründe könnten sonst noch gegen den Rock oder andere "feminine Details" stehen?
- welche Ideen habt Ihr, diese zu umschiffen?
- wie könnten diese Ideen umzusetzen sein?

Also: schießt los!

Gruß
Jürgen
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McKenna_BW

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #1 am: 02.01.2011 00:15 »
Hallo Jürgen

ich denke es kommt einfach nur darauf an das wir eine Partnerin/Freunde haben die hinter uns steht/stehn, dann interessiert es nichtmehr wie die anderen Menschen denken!

Meine beste Freundin z.B. stand sogar fest hinter mir und ermutigte mich noch als es kalt war, ich bei ihr zu Besuch war und trotz Ohrenschmerzen raus wollte ein Kopftuch zu tragen, die Tatsache das sie hinter mir stand gab mir den Mut in Rock und mit Kopftuch spazieren zu gehen und es interessierte mich nicht wie blöd die Leute schauten, weil sie hinter mir stand!

Grüßle aus BW

Offline Ce_Jäger

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #2 am: 02.01.2011 00:33 »
feminin. weiblich.
generell ist das nicht schlecht, doch ich bin einfach nicht weiblich. :)

anderer ansatz: definiere sämtliche auswahlmöglichkeiten (ohne bh) als männlich - und bring es "unters Volk".
es klingt vielleicht gleich, aber es ist wohl doch ein Unterschied vorhanden wenn
a) Mann sagt er trage feminine Kleidung weil er Röcke  mag
b) Mann sagt er trage Röcke weil er Mann ist.

Gruß
Ce.
(gesegnetes neues (immernoch;)) Jahr 2011 allen Lesern)
...ob Hose oder Rock - was sollte es denn für einen Unterschied für mich machen?

Online Hansi1973

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #3 am: 02.01.2011 02:02 »
Hallo Jürgen,

auch auf die Gefahr hin, dass wir mit dieser Art Diskussionen das Forum sprengen, bzw. einige Mitmenschen eher verunsichern, will ich dennoch meinen Senf dazu geben.

Am Femininen ist grundsätzlich nichts schlechtes dran (am maskulinen übrigens auch nicht!).
Wenn es jedoch um das "Problem" geht, ob und wie weit ein Mann sich "feminin" geben darf, scheint es die Welt - derzeit - zu spalten.
Für einige der Rocker hier scheint es ganz wichtig zu sein, dass sowohl der Rock, wie auch andere Accessoires an ihnen (besonders) männlich herüber kommen.
Sinngemäß: wenn schon Rock, dann aber sonst aussehen wie Rübezahl
und eben die andere Gruppe, die sich nicht alleine am Rock fest klammern und für die es auch weniger ein Problem darstellt, andere "Weibersachen" zu tragen.



Zitat
Welche Beweggründe könnten sonst noch gegen den Rock oder andere "feminine Details" stehen?
Ich denke, das Hauptproblem ist immer noch das eigene Ego und der Versuch, beim Kampf ums Revier mithalten zu können, wenn nicht gar Alpha-Tierchen sein zu wollen.
Kleidung und Äußerlichkeiten spielen dabei eine sehr große Rolle. Wenn bspw. Josef Ackermann am Montag mit Latzhose und Holzfällerhemd in die Firma kommt, wird man ihn wohl nicht für seinen modischen Alleingang feiern, sondern unterstellen, dass er bereits Privatinsolvenz angemeldet hat, er also die (gesellschaftliche) Hierarchie-Ebene hinunter gefallen ist. Wer zur NPD-Tagung mit grün gefärbten Haaren im Irokesenschnitt kommt, wird ebenso verachtet und nicht anerkannt der Genosse, der als Gewerkschaftsvertreter im Armani-Anzug daher kommt. Das einfachste ist es also, mit dem Strom zu schwimmen, sich anzupassen. Anzug in der Bank, Glatze (oder Scheitel, rrrrrächts) bei der NPD, Blaumann bei den Arbeitern.

In der Stadt, mitten in der Fußgängerzone, wo nun wirklich sämtliche Schichten, Bildungsgrade, sozio-kulturelle Gruppen sich treffen, ist es ähnlich: entweder man fällt nicht groß auf ODER aber, man muss das genügend dicke Fell haben, um Anfeindungen aus dem Wege zu gehen oder sie kontern zu können. Und dann natürlich immer wieder die Gefahr "was, wenn ich meinem Kollegen oder gar Chef begegne?"

Und dann natürlich das vermeintlich größte Problem, als schwul zu gelten oder Fetischist zu sein. Auch das alles eine Frage der Erziehung, der Gewohnheiten. Auch da hat sich im Lauf der Jahrzehnte/ letzten Generationen etwas getan. Zumindest ist Schwulsein weder juristisch, noch gesellschaftlich mehr ein großes Drama. Auch dies ist sicherlich ein Verdienst der aktiven Homosexuellen, die mit dem Christopher Street Day und anderen Aktionen das Anderssein ins Bewusstsein gebracht haben und bewiesen, dass schwul nicht gleichzusetzen mit Fummeltrine ist. Aber vielleicht ist auch das ein Problem. Wenn (der Norm entsprechend gekleidete) Heteros "normal" sind und auch (normgerecht gekleidete) Schwule "normal" sind - was sind dann all die anderen?!
Ich würde mal unterstellen wollen, dass es heutzutage leichter ist, sich als "schwul" zu outen oder mit grün gefärbten Haaren am Arbeitsplatz zu erscheinen, als denn zu verkünden/ zu zeigen, dass man weibliche Kleidung trägt.
Warum?! Wie auch Frauen ihr Recht auf die Hose erkämpft haben, so haben auch Schwule sich ihr Ansehen auf "normal" erkämpft und auch die Punker-Ära der 1980er hat dazu beigetragen, dass auch bunte Haare nicht unbedingt ein NoGo sein müssen.

Alleine die Unterschiede zwischen DWT, Crossdressing, Travestie und Transvestit, bishin zur Transsexualität zu verstehen, scheitert, mangels Wissen. Es sind nun mal Exoten, auch wenn die statistische Zahl viel größer sein mag. Aber es fehlt da an Vorbildern/ Vorkämpfern, einer entpsrechenden Lobby. Und dann zu allem Überfluss dem ge-BILD-eten Bürger klar machen zu wollen, dass es da auch eine Gruppe gibt, die nur teilweise Damenkollektion trägt, aber weder Fetischist, noch "Transe" ist, dürfte umso schwerer fallen.

Da muss man also schon mit dickem Fell und/ oder guten Argumenten ausgestattet sein, um sich in diese Schlacht zu wagen.



Zitat
Welche Ideen habt Ihr, diese zu umschiffen?
A) Die heimlichste Art ist natürlich, dies nur zuhause zu tun (am besten wenn Mutti/ Freundin/ Frau nicht da ist)
B) Es in einer fremden Stadt oder auswärts, also nur dort zu tun, wo man nicht erkannt wird.
C) Sich damit begnügen, es nur zu Karneval auszuleben.
D) Es so mit anderer Kleidung und einem Look zu kombinieren, dass es nicht heraus sticht, bzw. die Gesamterscheinung immer noch als "klar männlich!" identifiziert wird
E) Es nur in der Freizeit "auszuleben" (also zur Arbeit Anzug/ Blaumann - abends um am Wochenende eben nach eigenem Gusto)
...
X) Nicht darauf zu hören/ es zu ignorieren und zu machen.



Zitat
Wie könnten diese Ideen umzusetzen sein?
Keine Frage, das Internet mit seinen Communities und Foren trägt sicherlich dazu bei, dass man sich besser vernetzt und feststellt "ach was, der ist ja genauso bekloppt wie ich!". Dies ist für das Seelenheil sicherlich eine ganz große Stütze und Hilfe. Auch kann dies den eigenen Horizont erweitern, zur Weiterbildung beitragen und auch entsprechende Argumente an die Hand liefern.
Das Problem bei solchen Foren aber ist immer, dass man zu sehr unter sich bleibt (und sich gerne selber feiert). Und die paar "äußeren Stimmen" eher als Trolle daher kommen. Man erreicht also nicht die breite Masse, spriche jene, die sich bisher keine Gedanken darüber gemacht haben.

Darum:
1. MACHEN!
Eine der effektiveren Möglichkeiten ist es, Flagge zu zeigen; raus auf die Straßen zu gehen. Auch und trotz der Gefahr, dass Leute kucken und irritiert sind, aus Unsicherheit lachen und aus Dummheit blöde Sprüche machen.


2. INFORMIEREN!
Es gibt Initiaven, die versuchen, Vorurteile abzubauen und Verständnis aufzubauen, u.a. MiteinAnders-Jena.de.
Die gehen in Schulen und klären auf. Einer davon heißt André, ist bekennend heterosexuell, aber eben kleidungstechnisch offener drauf. (Du hast ihn ja bereits live kennen lernen dürfen).
Ich finde, so etwas kann sehr gut dazu dienen, den Leuten die Augen zu öffnen.
Es geht ja bei nicht darum, dass es zum Trend wird oder es gar "jeder" macht. Alleine das Wissen/ Verständnis, "wieso/ weshalb/ warum macht der das?" mag ja schon reichen, damit das Gegenüber versteht, dass wir keine "Perversen" sind und uns in Ruhe lässt.
« Letzte Änderung: 02.01.2011 02:41 von Hansi1973 »
Am liebsten gut!


Offline GregorM

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #4 am: 02.01.2011 06:48 »
Hallo Jürgen, hallo alle,

du schreibst: ”Ist weiblich schlechter im Ansehen?“

Ich glaube, und leider, dass JA, so ist es. Kulturell bedingt ist es, dass Frauen immer Männern untertan waren. Es steht gar in der Bibel zu lesen, auch dass es so richtig ist. Und in mindestens einer Religion wird es heute noch sehr buchstäblich genommen.

Zwar wird der Unterschied in westlichen Kulturen immer geringer, und es gibt Männer (ist manchmal ja auch in diesem Forum zu lesen), die glauben, Frauen sind jetzt (und ihnen mit Unrecht?) stärker und dominieren sie (ohne, dass sie es selbst wollen), aber sie, diese beängstigten Männer, dürften in Minderheit sein, und solange es nicht generell erkannt wird, dass Frauen Männern ebenbürtig sind, und solange Frauen, die sich eine starke Position erkämpft haben, dann nicht (länger) Weiblichkeit ausstrahlen, und sich nicht (länger) „weiblich“ kleiden, sondern äußerst „männlich“, also im Anzug, dann hat das „Weibliche“ es schwer. Dann ist weiblich schlechter im Ansehen.

Was können wir damit tun?

1. Hoffen, dass die Gleichberechtigung schnell erreicht wird und vielleicht besser, noch weitergeht.

2. Hoffen, dass die Frauen, nachdem sie Männern – in der generellen Auffassung – 100 % ebenbürtig sind oder gar in der Praxis das starke Geschlecht werden, dann wieder zum Rock und Kleid greifen.
Erst dann wird das „Weibliche“ Männern im Allgemeinen erstrebenswert, logisch und akzeptabel.

Bis dann? Halten wir Männer, meiner Meinung nach, besser die Weiblichkeit in der Kleidung in Zügeln, damit wir der Umwelt nicht allzu fremd sind.

Weibliche Cross Dressers existieren fast nicht – weil es doch nur logisch ist, dass Frauen sich „männlich“ kleiden wollen, ein Streben um sich eine wohlverdiente höhere Position zu erkämpfen auslebend.

Männliche Cross Dressers sind dagegen minderwertig und der Gesellschaft unverständlich, denn welcher Mann sollte freiwillig „nach unten“ streben, zu den Frauen?

Also Frauen, helft uns. Bitte weiterkämpfen und dabei Frauen – auch in der Kleidung – bleiben. Ohne Euch geht es für uns Männer nicht.

Viele Grüße
Gregor

www.dress2kilt.eu/indes_de.htm
http://blog-de.dress2kilt.eu
« Letzte Änderung: 02.01.2011 06:49 von GregorM »
https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
https://blog-de.dress2kilt.

Jeder Mann kann einen Rock tragen. Im Rock erregst du viel weniger Aufmerksamkeit, als du hoffst oder befürchtest.

Offline Jürgen64

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #5 am: 02.01.2011 11:58 »
Hallo McKenna_BW,

danke für Deine Antwort!

ich denke es kommt einfach nur darauf an das wir eine Partnerin/Freunde haben die hinter uns steht/stehn, dann interessiert es nichtmehr wie die anderen Menschen denken!

Meine Frau steht nicht dahinter. Sie kommt nur nicht drumherum, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Grundsätzlich schreiben wir uns unsere Kleidung nicht vor, wir äußern aber gelegentlich Wünsche und erfüllen die gegenseitig. Ansonsten trägt jede/r von uns was er/sie mag.

Zwar vereinfacht eine solche Ermutigung sicherlich dem Einzelnen, seinen Wunsch in die Tat umzusetzen. Aber ich glaube nicht, dass das die Lösung des Kernproblems "öffentliche Akzeptanz" ist.

Gruß
Jürgen
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Offline Jürgen64

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #6 am: 02.01.2011 12:05 »
Hallo Ce_Jäger,

auch Dir vielen Dank für Deine Antwort.

feminin. weiblich.
generell ist das nicht schlecht, doch ich bin einfach nicht weiblich. :)

Muß ich denn weiblich sein oder weiblich Anteile zeigen wollen, wenn ich ein Kleidungsstück aus der Damenmode trage? Oder zeige ich meine Männlichkeit nicht gerade dadurch, dass ich solches tragen kann und immer noch eindeutig Mann bin? Oder Bezug nehmend auf die Eingangsfrage: was ist schlecht daran? Lass' es doch in den Augen der anderen ein weibliches Kleidungsstück sein - egal!

anderer ansatz: definiere sämtliche auswahlmöglichkeiten (ohne bh) als männlich - und bring es "unters Volk".
es klingt vielleicht gleich, aber es ist wohl doch ein Unterschied vorhanden wenn
a) Mann sagt er trage feminine Kleidung weil er Röcke  mag
b) Mann sagt er trage Röcke weil er Mann ist.

Warum ist das ein Unterschied? Lass' es doch in den Augen mancher Menschen feminine Kleidung sein - ja und? Es gehrt auch beides zusammen: ich bin Mann und trage gerne Rock, Feinstrumpfwaren und Schuhe mit Absatz, wegen mir könnte ich mir auch noch die eh schon langen Fingernägel lackieren und mich schminken, und bin dennoch eindeutig als Mann erkennbar. Das können nur richtige Männer!

(gesegnetes neues (immernoch;)) Jahr 2011 allen Lesern)

Danke ebenso.

Gruß
Jürgen
« Letzte Änderung: 02.01.2011 12:06 von Jürgen64 »
Sei Du selbst. Von den anderen gibt es schon genug!

Offline Jürgen64

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #7 am: 02.01.2011 12:11 »
Hallo Hansi,

auch Dir danke für die Antwort.

Mit Deinen Beispielen zeigst Du schön meine Grundgedanken auf: noch ist der Rock eine Abwertung in vielen Schichten. Von der Sekretärin abwärts bis zur Putzfrau, aber keine entscheidnenden Positionen in denen der Rock vertreten ist. Selbst unsere Bundes-Angela trägt meist Anzug. Deshalb auch mein Vorschlag, den Rock als erstrebenswertes Kleidungsstück in genau diesen Positionen zu etablieren. Erstrebenswert dann halt nicht als Kleidungsstück, sondern als Symbol der Macht - nur wie?

Gruß
Jürgen
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Offline Jürgen64

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #8 am: 02.01.2011 12:12 »
Hallo Gregor,

schön auch Deine Meinung zu lesen.

Was können wir damit tun?

1. Hoffen, dass die Gleichberechtigung schnell erreicht wird und vielleicht besser, noch weitergeht.

2. Hoffen, dass die Frauen, nachdem sie Männern – in der generellen Auffassung – 100 % ebenbürtig sind oder gar in der Praxis das starke Geschlecht werden, dann wieder zum Rock und Kleid greifen.
Erst dann wird das „Weibliche“ Männern im Allgemeinen erstrebenswert, logisch und akzeptabel.

Die Ansätze gefallen mir, das Hoffen und Abwarten nicht. Was können wir tun?

Gruß
Jürgen
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chrisko

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #9 am: 02.01.2011 13:08 »
Es gibt nur einen Weg ...

sich weniger Gedanken machen und anfangen :)

Wenn eine Idee im Kopf geistert, hilft es nicht tausend Leute nach deren Meinung zu fragen. Es werden auch tausend Bedenken kommen  .... getreu dem Motto: JA, ABER ....

Wie kann man anfangen?

Einfach tragen, probieren, ausprobieren, die Blickrichtung ändern, neu versuchen, Stimmungen auswerten

Wie nach aussen tragen?

Positive Ausstrahlung, Selbstsicher, Lebensmut, Lebensfreude, Spaß ...



Es bringt niemanden wirklich nach vorn, wenn dauernd über Unterschiede zwischen CD, DWT, Transe, Transsexuell, Hetro, Schwul, Metrosexuell, Lesbisch oder was auch immer diskutiert wird. Denn eines ist sicher, die meisten brauchen einen wahnsinnig langen Lebensweg um bei sich selbst anzukommen und durchleben viele Phasen.

Eine gute Bekannte sagte mal so oder so ähnlich: "Mit diesem Rock bist Du einfach Du, als hättest du nie anders ausgesehen!" :)

Ich denke so sollte es dann auch sein...


Chrisko




Offline Gisbert

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #10 am: 02.01.2011 16:29 »
Hallo zusammen!

Der Grund für eine zur Zeit noch eine niedrigere Bewertung des weiblichen gegenüber dem männlichen hat seinen Ursprung in den großen Weltreligionen z.B. Christentum und Islam bei denen Frauen sozusagen nur 2.Wahl waren oder noch immer sind.

Feminin oder maskulin beides ist genauso gut oder schlecht wie das andere, denn was wir mit femininen oder maskulinen Aussehen bezeichnen sind letztlich rein subjektive Empfindungen und somit bei jedem Menschen unterschiedlich.

Was nun der einzelne als "weiblich" oder "männlich" empfindet setzt sich aus den alltäglichen Sehgewohnheiten einerseits und andererseits aus dem was uns die Medien glauben machen wollen wie denn eine Frau oder ein Mann zu sein oder auszusehen hat.

Der Inhalt der "Schubladen" "feminin" und "maskulin" ist somit veränderbar und viele werden nun fragen wie.
Das "Wie" ergibt sich automatisch aus dem zuvor geschriebenen:

Die Männer müssen auf breiter Front in die "modische Offensive" gehen.

Leider muss ich vielen Beiträgen lesen das das man dieses oder jenes nicht tragen könne weil man doch als "Mann" erkennbar bleiben wolle, man muss allerdings schon einen enormen Aufwand betreiben um das Umfeld über das wahre Geschlecht zu täuschen, mit "weiblicher Kleidung allein ist das nicht zu schaffen. Wichtig ist lediglich das unsere Umgebung erkennt das sich nur der Bekleidungsstil geändert hat der Mensch als solcher aber der gleiche geblieben ist.

Geht nicht gibt es nicht !

"Mann" sollte sich nicht von vornherein kategorisch auf ein Rock " ja" und alles andere aus der Damengarderobe "nein" festlegen, es kommt immer auf den Einzelfall an was tragbar ist oder nicht.

Als ich vor einigen Jahren anfing die nie passenden Hosen durch Röcke zu ersetzen musste ich ziemlich schnell feststellen das der Rest meiner bisherigen Oberbekleidung (Hemden, Pullover, Schuhe u.s.w.) ganz und gar nicht zum Rock passt, es sah einfach nur besch... aus. Konsequenterweise trage ich nun auch Blusen, Pullover, Jacken, Gehröcke, FSH  und moderate Absatzschuhe (inc. Stiefel) aus der sog. "Damenabteilung. Wer nun glaubt das spätestens beim komplett "weiblichen" Outfit die Probleme beginnen würden der irrt sich, so wie ich mich auch diesbezüglich geirrt habe.
Eine ältere Dame welche ich schon seit vielen jahren kenne sagte als sie mich damals zum ersten mal im Rock sah wörtlich: Da muss doch etwas dahinter stecken !, heute sagt sie dagegen :Du bist immer so schick angezogen
Nachdem es mit Rock und Bluse keinerlei Probleme gab begann ich auch passende Kleider zu tragen in der Hoffnung jetzt endlich auf Widerspruch zu stoßen, leider (oder glücklicherweise?) Fehlanzeige. Meine Umgebung hat sich also an meinen Bekleidungsstil gewöhnt, was auch Sinn und Zweck Übung war.

Um das Ergebnis zu verallgemeinern muss nur eine genügend große Anzahl an Männern den Mut haben einen ähnliche Weg, jeder auf seine Art, zu gehen ansonsten werden wir das Ziel nur sehr langsam oder gar nicht erreichen.

Die Masse macht's

MfG
Gisbert










Offline henri

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #11 am: 02.01.2011 19:23 »
Hallo zusammen
Ich habe gestern einen Film gesehen: Die Gallier bei den olympischen Spielen, oder so! Da trugen alle Röcke oder Kleider, mit Ausnahme von einigen Galliern. Das waren ja aber auch Barbaren  :)

Ich finde es übrigens auch komisch, dass man bei der Kleidung immer von feminin und maskulin spricht. Schauen wir doch mal zurück in die Zeit vor der französischen Revolution: Schuhe mit hohen Absätzen, Rüschenhemden, Perrücken, Schminke usw. www.fashionhistory.ch. Zugegeben, hauptsächlich bei den Adeligen!

Nun: Ich schaue einfach immer, dass das Gesamtbild nicht allzu "feminin" (ach...schon wieder dieses Wort ::) aussieht., obschon ich anfänglich nicht gerade zu den Zurückhaltendsten gehörte. Inzwischen bin ich aber auch etwas älter geworden, und Minijupes passen halt nicht mehr gerade an meinen Körper.

Meine Frau unterstützt mich jedenfalls in der Rockmode, nur sollte es einfach einen gewissen Stil haben, wo ich noch als Mann erkennbar bin. Bei gewissen Kombinationen "reklamiert" sie auch! Dazu kommt, dass es darauf ankommt, wo wir hingehen.


Gruss
Heinz
Nicht weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen, sind sie schwierig.

Offline Jürgen64

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #12 am: 02.01.2011 20:52 »
Hallo Heinz

freut mich, dass auch Du mal wieder mit diskutierst!

Ich finde es übrigens auch komisch, dass man bei der Kleidung immer von feminin und maskulin spricht. Schauen wir doch mal zurück in die Zeit vor der französischen Revolution: Schuhe mit hohen Absätzen, Rüschenhemden, Perrücken, Schminke usw. www.fashionhistory.ch. Zugegeben, hauptsächlich bei den Adeligen!

Eben, also erstrebenswert ...

Gruß
Jürgen
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McKenna_BW

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #13 am: 02.01.2011 23:38 »
Hallole

hat jemand von Euch Silvester das Konzert von Rod Stewart gesehen?
Er war nach dem heutigen gesichtspunkt total feminin gekleidet, Harems/Pluderhosen mit passenden Schuhen, Bluse so am Bauchnabel geknotet, Hemd kann man das nicht nennen!

Und es sah sooo super aus!

Aber heut zu Tage mu8ss ja alles Einheitsgrau sein!

Grüßle

P.s. ich sag immer "Mode ist für mich was mir gefällt, egal was der Rest der Welt trägt"

Offline Jo 7353

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Re: Feminin - und was ist schlecht daran?
« Antwort #14 am: 05.01.2011 22:16 »
Hallo Gregor,

ich denke, daß es zwar naheliegend, aber dennoch ein Fehlschluß ist, wenn man aus dem Spott über Feminines am Mann auf die Verachtung von Frauen schließt.

Du sagst zwar:
Kulturell bedingt ist es, dass Frauen immer Männern untertan waren.
Mir fallen hier aberr Widersprüche auf, wenn ich mal an die Feudalzeiten zuückdenke. Wo gab es denn in der Geschichte, daß die Herrscher die schmutzigsten und gefährlichsten Arbeiten übernahmen, um ihre Untertanen mit Gold, Perlen und Seide zu schmücken, während sie selbst sich in unauffällige Kleidung hüllten? Wer läßt sich von seinen Untertanen sagen, was er zu essen bekommt, wie die Wohnung eingerichtet wird, und welche Kleidung er anzuziehen hat?

Hoffen, dass die Gleichberechtigung schnell erreicht wird und vielleicht besser, noch weitergeht.
Wenn ich Dir hier zustimme, ist das vermutlich leider nur formal. Ich bin nämlich der Meinung, daß man nicht nur die Gleichberechtigung der Frau sondern auch die des Mannes betreiben sollte.

Hoffen, dass die Frauen, nachdem sie Männern - in der generellen Auffassung - 100 % ebenbürtig sind oder gar in der Praxis das starke Geschlecht werden, dann wieder zum Rock und Kleid greifen.
Erst dann wird das "Weibliche" Männern im Allgemeinen erstrebenswert, logisch und akzeptabel.
Wenn das ausreichen würde, wäre Weibliches am Mann akzeptiert.

Ich stell man den Ansatz dagegen, die Meinung zu etablieren, daß die Männer ein schönes Geschlecht sind. Dann hätte man mehr Verständnis, wenn Männer ihren Körper in seiner typisch männlichen Ausprägung zeigen und ihn mit schöner Kleidung schmücken. Geschmack ist, mindestens zum Teil, erlernbar.

Also Frauen, helft uns. Bitte weiterkämpfen und dabei Frauen - auch in der Kleidung - bleiben. Ohne Euch geht es für uns Männer nicht.
Die Hilfe der Frauen brauchen wir, denn sie haben die Macht insbesondere bei den Geschlechterbildern, denn sie dominieren die Erziehung (bestimmen unter anderem auch, was die Kleinen anziehen), und was Hänschen gelernt hat, verlernt Hans nicht so leicht.

Was das "in der Kleidung Frau bleiben" betrifft, bin ich anderer Meinung. Die Modefreiheit, die sich Frauen nehmen, nützt uns wenig, solange ein Mann vor allem nicht weiblich sein darf.Sie wirkt vielmehr einengend, weil alles, was sich mal als feminin etabliert hat, für Männer nicht mehr tragbar wird.

Um Erklärungen zu finden, weshalb Weibliches am Mann verachtet wird, greife ich nochmal zum Vergleich mit  der Feudalzeit und nehme mir den König in Bauernkleidern, der dennoch als Königt erkannt wird, und den umgekehrten Fall vor. Der König in Bauernkleidung wird nicht verachtet oder verlacht, weil jeder weiß, daß er trotz der einfachen Kleidung Macht hat,  und daß es Vorteile bringt, wenn man mit ihm in einem guten Verhältnis steht. Der Bauer im Königsgewand wird ausgelacht, weil er dem Anspruch seiner Kleidung nicht gerecht werden kann. Im schlimsten Fall wird er angegriffen, weil er diese Hervorhebung durch seine Kleidung (in den Augen der Mitbauern) nicht verdient hat. Ähnlich ist es mit den Reaktionen auf den Männerrock. Die Männer machen sich über den Drottel, der glaubt, mit seiner Kleidung sich auf die edele Stufe der Frau zu begeben, lustig, und das besonders dann, wenn sie keine Beziehung zum Rockträger haben und selbst nicht hoch geachtet werden. Den Frauen dagegen ist der Rockträger ein geringes Problem, denn sie sind sich ihrer Hochachtung als echte Frau sicher. Das gilt aber nur, wenn sie kaum Beziehung zu diesem Mann haben, sonst müssen sie die befürchten, daß er ihnen kein brauchbarer Diener ist.

Eine weitere Fundstelle für das Problem, weshalb Weiblichkeit am Mann nicht akzeptiert wird, sehe ich in der Analyse, wonach und wie Männer und Frauen beurteilt und engeschätzt werden (und das weniger im Allgemeinen sondern besonders auch im speziellen). Da gibt es nämlich deutliche Unterschiede.

Ich begnüge mich vorerst mit einer Skizze hierzu.

Frauen werden für ihre Sexualität, was mit Schönheit des Körpers verbunden ist, und damit zusammenhängend der Mutterschaft, aus der auch viele gute Eigenschaften gefolgert werden, geschätzt. Das sind Eigenschaften, die angeboren sind, nicht erwerbbar und kaum verlierbar sind. Dieser Wert bleibt erhalten, auch wenn sie sich um anderes kümmern. Gefährlich für ihn ist vielleicht, wenn man darauf hinweist, daß die Mütter nicht so gut sind, wie sie angesehen werden, aber das ruft ja heftigen Widerstand hervor.

Männer werden nach ihrer Macht, in verschiedenen Ausprägungen wie z.B. Geld oder Können beurteilt. Überspitzt könnte man sagen, daß Frauen bei der Partnerwahl im Wesentlichen auf die Nützlichkeit der Männer achten. Aber auch im sonstigen Leben ist die vorwiegende Beurteilunggrundlage nicht anders. Dies sind aber Sachen, um die man ständig kämpfen muß, damit man sie nicht verliert.

Bewegt sich also eine Frau richtung Männlichkeit, gewinnt sie auch Teilhabe am erarbeitbaren männlichen Wert. Ihre Körperlichkeit und damit ihr weiblicher Wert wird dadurch nicht beeinträchtigt. Im umgekehrten Fall verliert der Mann nur am Männlichkeitswert, aber den Wert als Frau kann er nicht erlangen, denn die Körperfunktionen einer Frau kann er nicht annehmen. Er entwertet sich also nur.  Daher muß er jeden Anschein, daß er verweiblicht, vermeiden.

Gruß,
Jo
Der Rock ist kein Geschlechtsmerkmal.

 

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