Ja, die Nordstadt Miltenberg-Nord liegt rechtsmainisch und zählt freilich auch noch zu Unterfranken, aber nicht mehr zum Odenwald. Vielmehr zum Spessart. Das sagen auch Informationstafeln in und um die Stadt herum eindeutig aus.
Indes erstaunte mich, dass es Einheimische gibt, die das nicht so vollständig begriffen haben. Oder der Strohwitwer, der wegen einer Unternehmung seiner Frau sein Wohnmobil packte und aus seinem heimischen Erbach im Odenwald auf seinen Stellplatz in Miltenberg-Nord gefahren ist. Er hatte steif und fest behauptet, sein WoMo stehe nun auf Odenwälder Seite, und wir auf linksmainischer Seite (wo wir gerade saßen) seien in dem Teil, der zum Spessart gehöre. Demnach müsste allerdings sein 'Erbach im Odenwald' ja ebenso im Spessart liegen. Seine Hartnäckigkeit hat mich dann schier sprachlos gemacht.
Einheimische erzählen auch, dass der Mainzer Dom auf Holzpfählen aus dem Miltenberger Wald stehe, die den Main hinabgeflößt wurden. Ich bin vor 40 Jahren mal durch die Holzpfähle gelaufen, auf denen der Dom im Grundwasser steht. Holzstege führen dort hindurch.
Einheimische erzählten mir auch, dass der Mainzer Dom aus Sandsteinen ebenso aus Miltenberg (und der Gegend) bestehen würde, was eine flotte Recherche eben im Internet bestätigte (und aus Pfälzer Sandsteinen bei Neustadt und aus schlechterem heimischem).
Berühmt ist Miltenbergs Mainsandstein, der beidseits vom Fluss vorkommt. Vor allem, weil er sehr hart und witterungsbeständig ist.
Im Wald gegenüber, bei Großheubach, stießen wir auf eine sogenannte Hunnenschüssel, auch Heuneschüssel genannt, ein wohl mittelalterliches Werk, das dort bei einem aufgelassenen Steinbruch vergessen worden ist. Ein Stückchen weiter ist der Hunnenstein, wo von gleich nebenan auch die Heunensäule auf dem Mainzer Domvorplatz herstammt. Einheimische erzählten, diese Säule hätte die Stadt Miltenberg der Stadt Mainz irgendwann mal geschenkt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Heunens%C3%A4ule'Hunnen' und 'Heunen' ist wohl synonym zu verstehen, meint in diesem Fall aber wohl nicht das Reitervolk, sondern bezieht sich in dieser Bedeutung auf "Hüne", was also im Sinne von riesig zu verstehen ist.
Meine gezeigte Rätselsäule ist auch aus diesem Sandstein. Auch der Spiegel bei "
Rock im Spiegel" ist an diesem Sandstein montiert, und zwar an einem von einer anderen der vier Säulen vom Vögeleinstor, das allerdings auch schon da stand, als Du des öfteren in Miltenberg weiltest, lieber Micha.
Ich könnte noch massig Bildmaterial hierzu anfügen, vielleicht hole ich das mal irgendwann nach. Aber neben dem Spiegelbild verwendete ich ja auch schon bei "
gestern getragen" Bilder aus dieser Stadt auf Odenwälderseite.
Das Stadtgebiet grenzt übrigens sowohl an Hessen als auch mit einem Zipfel im Südosten an Baden-Württemberg.
Das Wappen der Stadt Miltenberg zeigt übrigens auch das Mainzer Rad aus dem Mainzer Stadtwappen. Ebenso wie Gau-Algesheim, wo ich das soeben frisch vergangene Wochenende verweilte.
Beschreibe Dein Wochenende in einem Wort!
Vorbei.