Autor Thema: Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden  (Gelesen 3779 mal)

Offline Pablo

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Ich habe angefangen mich bei meiner Familie und bei meinen Freunden zu Outen.
Das ich einfach das Bedürfnis habe Weibliche Kleidung zu tragen.
Bei meiner Mutter ihrem Mann und meiner Schwiegermutter kam das ganz ok und gut an.
Bei meinem Vater eher bescheiden, er meinte das das nicht normal und nicht Christlich ist er liebt mich will das aber nicht akzeptieren, das hat mich schon sehr runtergezogen.

Bei meinen Freunden war das auch in Ordnung auch mit Rock und Strumpfhose werde ich immernoch ihr Freund sein ( da bin ich mal gespannt wenn ich im Rock mit denen weg gehe Kino oder ähnliches ob das für sie noch ok ist) war ein sehr positives Gespräch.

Auch enge Freunde von meiner Frau mit denen wir auch öfters was unternehmen wissen Bescheid und finden es auch ok, muss man aber auch mal abwarten wie sie es finden wenn ich so mit Ihnen unterwegs bin.

Naja im großen und ganzen eher posiv als negativ.

Meine Frau gibt sich da auch sehr viel Mühe dies zu akzeptieren doch ob sie das jemals richtig kann ist abzuwarten.

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Offline Bruno

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #1 am: 27.01.2020 22:11 »
Hallo Pablo,
ich möchte Dir als erstes zu Deinem Mut gratulieren dich zu outen. Dafür mein höchster Respekt. Ich drücke dir alle Daumen, dass alles so positiv weitergeht. Wenn du es schaffst dieses innere Bedürfnis authentisch nach außen zu transportieren, kanns eigentlich nur gut gehen.
Grundsätzlich gilt: es ist auch in Deiner aktuellen Situation so... Es gibt von Zeit zu Zeit Ereignisse, wo sich freundschaftstechnisch die Spreu vom Weizen trennt... und das ist letztendlich auch gut so...
Viele Grüße Bruno

Offline Ludwig Wilhem

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #2 am: 27.01.2020 22:20 »
Hallo Pablo, danke für diesen schönen Bericht. Ähnlich lief es bei mir,, als ich vor 3 Jahren anfing, mich nach draußen zu zeigen. Auf Grund meines Alters (68) war es nicht nötig, Eltern einzuweihen, da sie nicht mehr leben. Meine Geschwister haben es kaum kommentiert, meine Schwägerin und einer meiner Schwager hatten anfangs es nicht verstanden, jetzt 3 Jahre später läuft es normal, auch wenn ich mit ihnen im Rock unterwegs bin. Der Freundes und Kollegenkreis hat es hingenommen (besseres Wort fällt mir nicht ein), gelegentlich kam die Frage, warum ich das mache: meine Antwort war simpel: ich habe jetzt als Rentner die Freiheit, dass zu Tragen, was mir gefällt, Röcke und Kleider sind oft schöner als die triste Männerkleidung Hose-Hemd-Jackett. Mir macht es einfach Spaß, anders zu sein. Im Berufsleben gab es doch gewisse Zwänge - heute sehe ich das als Vorwand - für Hosen. Hinzu kommt, dass ich seit 4 Jahren den Friseur nicht mehr brauche - ich lasse meinen Haaren auch freien Lauf. Vereinzelte Bemerkungen Richtung Crossdresser habe ich gestoppt, denn ich will weiter als Mann erscheinen, aber in einem schöneren Gewand. Leider extrem schicke = auffällige Kleider trage ich noch nicht in der Öffentlichkeit. Mal sehen, was die nächsten Jahre bringen.
Weiter viel Spaß und Freude am Rocktragen.
Euer Ludwig
Ich trage Röcke oder Kleider gerne, denn es sind Kleidungsstücke für uns alle.

Lars

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #3 am: 27.01.2020 22:24 »
Sehr schöne "Geschichte", die jeder modebewusste Mann früher oder später zu durchlaufen hat.
Es kann auch passieren, daß Freunde erstmal auf Abstand gehen, egal, was du denen erzählst. Sie beobachten dich erstmal aus der Ferne und gleichen deine Worte mit deinen Taten ab ... ob du nicht doch zur Frau werden willst ... oder das "Ufer wechseln" willst ... oder sonstwas vorhast. Ja, hab ich alles so schon gehört! Da trennt sich wirklich die Spreu vom Weizen. Echte Freunde kommen wieder oder gehen gar nicht erst auf Abstand. Die weniger echten Freunde kommen auch wieder, wenn sie sehen, daß du im Grunde noch der Alte bist.


Online MAS

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #4 am: 27.01.2020 23:42 »
Lieber Pablo,

Dein Vater sollte sich mal mit Hajo unterhalten, von wegen "nicht christlich".

Nicht normal mag sein, aber Jesus war auch nicht normal, und Hosen trug er auch nicht.  ;)

Weiter so!

LG, Micha
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Offline high4all

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #5 am: 28.01.2020 00:33 »
Bei dem Begriff "christlich" läuten bei mir die Alarmglocken.

Jesus will keine christlichen Menschen, sondern Nachfolger, die Gott lieben und alle anderen Menschen.

Das Problem bei christlichen Menschen ist, dass sie allzu oft zusätzliche Regeln zu den Geboten Gottes hinzufügen. Das ist gut gemeint, aber nicht gut, denn es versperrt oft anderen Menschen den Weg zu Gott.
« Letzte Änderung: 28.01.2020 00:35 von high4all »
Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

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Offline Holger Haehle

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #6 am: 28.01.2020 05:20 »
Lieber Pablo,

mich irritiert die Meinung deines Vaters. Was meint er genau? Lehnt er alle "nonbifurkale" (ungeteilte Hosenbeine) Kleidung für Männer ab? Oder stören ihn feminin interpretierte Schnitte und Ausführungen? Wieso kann er Frauen in Hosen akzeptieren? Das war auch mal bis ins 20. Jahrhundert gegen Gottes Gebot (5. Buch Mose).

Wäre er einverstanden, wenn du so wie die alten (männlichen) Propheten und auch Jesus ein traditionell geschnittenes Kleid oder Kaftan tragen würdest? Jesaja trägt in der sixtinischen Kapelle sogar ein rosa Kleid. Wie ist es mit dem römischen Kaiser Konstantin oder Karl dem Großen, die mt einer Tunika bekleidet sich um die Verbreitung des Christentums verdient gemacht haben. Die waren bestimmt keine Heuchler, die sich christlich gaben aber eigendlich Transgender waren. Kirchendiener wie der Küster (Mesner) auf dem Bild, trugen noch in den 60er Jahren ein Kleid:

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCster#/media/Datei:Mendel_I_033_r.jpg


Und haben die Schotten eine Armee von berockten Schwuchteln in den Ersten Weltkreg geschickt? In der anglikanischen Kirche ist der Kilt sogar für eine kirchliche Trauung angemessen.
« Letzte Änderung: 28.01.2020 06:23 von Holger Haehle »

Offline cephalus

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #7 am: 28.01.2020 07:36 »
Glückwunsch zum gelungenem Outig!

Selbst hatte ich nie ein Outing, nichtmal bei meiner Frau: Ich habe einfach irgendwann da und dort mal einen Rock oder ein Kleid getragen und es gibt immer noch für viele Leute, Gelegenheiten und Orte für ein "erstes Mal".

Gefühlt haben die Menschen nämlich ein ganz anderes Bild vor Augen, wenn man es erzählt, als es in Wirklichkeit aussieht.
Negative Reaktionen hatte ich dabei noch nie, meistens sogar keinerlei von mir bemerkte.
Auch die positiven Reaktionen halten sich sehr in Grenzen. Faktisch scheint es keinen zu interessieren, viele bemerken es nicht mal, und vielen ist es keiner Bemerkung wert.

Mir wäre ein Outing etwas zu hoch aufgehängt, ich denke aber, jeder muss seinen Weg finden.

VG
Cephalus
« Letzte Änderung: 28.01.2020 11:34 von cephalus »

Offline Pablo

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #8 am: 28.01.2020 10:04 »
Mir war es einfach auch wichtig das die Leute Bescheid wissen bevor ich in Rock ankomme.
Ich haben ihnen auch Bilder gezeigt wie das sein könnte hab ich ja genug auf dem Handy auch komplett als Frau und auch nur im Rock und Strumpfhose.

Meinem Vater hab ich keine Bilder gezeigt, war sowieso nicht leicht für ihn.
Ich bin in einem Sehr Christlichen Haus aufgewachsen ( Freikirche Pfingstgemeinde)
Dort wird sowas einfach nicht akzeptiert.
Hab keine andere Reaktion von meinem Dad erwartet, trotzdem find ich es sehr traurig.
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Offline Skirtedman

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #9 am: 28.01.2020 10:35 »
Gefühlt haben die Menschen nämlich ein ganz anderes Bild vor Augen, wenn man es erzählt, als es in Wirklichkeit aussieht.

Richtig. Das hatte ich auch schnell gemerkt. Drum hab ich es dann irgendwann einfach mal gemacht, statt drüber zu mit anderen zu theoretisieren.

Aber Pablo hatte ja dann auch Bildmaterial zur Hand. Das ist gut. Vorteil ist, man kann verschiedene Outfits auf einmal präsentieren (und verschiedene "Stufen"). Der Vorteil der eigenen vollendeten persönlichen leibhaftigen Präsentation, "in flagranti" sozusagen, ist, dass man zusätzlich zur Optik noch beweisen kann, dann man noch immer der selbe Mensch mit denselben Gesten und dem selben Habitus ist, nur die Kleidung hat sich (leicht) geändert.

Pablo: weiter so! Und lass es bei Deinem Vater ein wenig "setzen". Früher oder später wird es erkennen, dass Du immer noch derselbe, vielleicht sogar ein angenehmerer bist wie zuvor. Und er mit Griesgram Dich nicht generell davon ahbalten wird und sich selbst nur die Laune verdirbt. Er braucht halt ein wenig Zeit - und vielleicht ein paar positive Rückmeldungen von anderen Verwandten und Bekannten.
« Letzte Änderung: 28.01.2020 10:36 von Skirtedman »

Offline ChrisBB

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #10 am: 28.01.2020 11:28 »
Hallo Pablo,

Outing ist wichtig. Ich bin damit bei meiner Verwandtschaft (nach 30 Jahren) immer noch nicht durch.
Zu dem Wort "nicht christlich" hier der Predigttext von letztem Sonntag: Apostelgeschichte 10, 21-35 (zitiert aus Bibelserver.com):

9 Am nächsten Tag, als diese auf dem Wege waren und in die Nähe der Stadt kamen, stieg Petrus auf das Dach, zu beten um die sechste Stunde. 10 Und als er hungrig wurde, wollte er essen. Während sie ihm aber etwas zubereiteten, kam eine Verzückung über ihn, 11 und er sah den Himmel aufgetan und ein Gefäß herabkommen wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen auf die Erde. 12 Darin waren allerlei vierfüßige und kriechende Tiere der Erde und Vögel des Himmels. 13 Und es geschah eine Stimme zu ihm: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! 14 Petrus aber sprach: O nein, Herr; denn ich habe noch nie etwas Gemeines und Unreines gegessen. 15 Und die Stimme sprach zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein. 16 Und das geschah dreimal; und alsbald wurde das Gefäß wieder hinaufgenommen gen Himmel. 17 Als aber Petrus noch ratlos war, was die Erscheinung bedeute, die er gesehen hatte, siehe, da fragten die Männer, von Kornelius gesandt, nach dem Haus Simons und standen schon an der Tür, 18 riefen und fragten, ob Simon mit dem Beinamen Petrus hier zu Gast wäre. 19 Während aber Petrus nachsann über die Erscheinung, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich; 20 so steh auf, steig hinab und geh mit ihnen und zweifle nicht, denn ich habe sie gesandt. 21 Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr sucht; aus welchem Grund seid ihr hier? 22 Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden, hat einen Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast. 23 Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm. 24 Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen. 25 Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an. 26 Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, auch ich bin ein Mensch. 27 Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren. 28 Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. 29 Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen. 30 Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause. Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand 31 und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott. 32 So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer. 33 Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist. Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist. 34 Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; 35 sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.

Der Kern der Sache: Nicht die Äußerlichkeiten spielen im Endeffekt eine Rolle, sondern das Herz.

Gruß,
ChrisBB

Offline GregorM

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #11 am: 29.01.2020 13:34 »
Hallo Pablo,

schön dass du soweit bist. Wenn erst Familie ud Freunde davon wissen (und es akzeptiert haben), ist alles einfacher. Und sie haben es ja akzeptiert, mit Ausnahme von deinem Vater.

Ich habe jahrelang auf meiner Webseite für Offenheit propagandiert.

https://dress2kilt.eu/de01.htm

Zitat

Wie fange ich an, einen Kilt im öffentlichen Raum zu tragen?
Die Antwort sollte sein: Die Tür aufmachen und hinaus. Aber für viele Männer ist es gar nicht so einfach. Wenn ein Mann sich eine Tätowierung wünscht, dann bekommt er sie. Will er lange Haare, dann lässt er die Haare wachsen. Möchte er in die Zunge, in die Nase oder sonst wo ein Piercing, dann bekommt er ein gemacht.
Möchte er aber einen Kilt, der ausnahmslos für männlich gehalten wird, dann wagt er in vielen Fällen nicht den Kilt zu tragen, weil er mit einem Rock eine schwache Ähnlichkeit hat, oder bloß, weil er anders und außergewöhnlich ist.
Lächerlich, nicht wahr, dass Männer wirklich nicht mehr Mut haben?


Soll ich denen, die ich kenne, sagen, dass ich angefangen habe, einen Schottenrock zu tragen oder es tun werde?
Das ist sehr individuell, aber es könnte bestimmt eine gute Idee sein. Auf keinen Fall solltest du versuchen, es geheim zu halten, zum Beispiel wie nur im Dunklen oder in fremden Städten im Kilt unterwegs zu sein. Ein Verbrechen ist es ja sowieso nicht.
Natürlich kannst du es auch Schritt für Schritt machen. Leute, die dich kennen, werden dich dann fragen, und du musst Antwort geben über warum (bequem, vielseitig, anders, oder dass du ganz einfach den Kilt toll findest), und wie du auf die Idee gekommen bist.
Übrigens, seitdem es Facebook und Twitter und Pinterest und Instagram gibt, ist es einfacher wie nie zuvor. In dein Profil gibst du unter Interessen und Aktivitäten Kilt und Kilt-Tragen an. Auch kannst du darüber schreiben, wenn du deinen Kilt und das Zubehör empfangen hast, wo du im Kilt gewesen bist, und über die (positiven) Reaktionen anderer. Und es mit einem Selfie natürlich dokumentieren. Es ist klar, dass du keine 100 %-Deckung erreichst, aber viele von deinen Freunden werden es dann in einer Split Sekunde wissen.
Dabei nie vergessen: Ein echter Kilt ist nur für Männer. So ist es mit Hosen und Shorts nicht. Ein Kilt ist anders, aber unverkennbar männlich, und du wirst nie für einen Transvestiten gehalten. Die wenigsten sollten sich deswegen über deine sexuelle Orientierung Gedanken machen. Einige werden meinen, du bist wohl ein bisschen exzentrisch, aber das wäre auch alles. Nie solltest du dein Kilttragen „entschuldigen“. Es ist dein Entschluss gewesen. Für dich war es richtig. Ein Lebensstil sozusagen.


Wie wird mein Umfeld reagieren?
Normalerweise interessiert es keinen Mensch, der dich nicht kennt, wie du aussiehst, und wie du gekleidet bist. Es können Kommentare geben, aber die meisten sind überaus positiv. Negative Bemerkungen wirst du fast nur von Personen hören, die sowieso nur einen begrenzten Wortschatz besitzen.

Die meisten Männer erleben, dass es total problemlos ist, einen Kilt zu tragen, und dass ihre Umwelt, die Familie und Nachbarn etc. sich sehr schnell daran gewöhnen und es akzeptieren. Deine Frau oder Freundin kann sehr wohl die Person sein, die es am wenigsten gefällt. Der Grund ist meistens nicht, dass du im Kilt ihr nicht gefällst, sondern dass sie davor Angst hat, dein Kilttragen könne Probleme bringen.

Laut der oben erwähnten YouGov Analyse meinen 91 % aller schottischen Frauen, dass ein Mann im Kilt gut aussieht. „Nur“ 67 % der schottischen Männer teilen diesen Gesichtspunkt.

Man hört dann auch von Ehefrauen, die gerne ihren Mann im Kilt sehen, und die ihn tatsächlich zur Anschaffung eines Kilts überredet haben. Ja sogar von Relationen, die aufhörten, weil sich der Mann nicht im Kilt zeigen wollte.

Würden nur mehrere Männer und ihre Frauen glauben, die Welt sei bloß halb so tolerant, wie sie wirklich ist, würden Männer im Kilt keine Seltenheit mehr sein.

Mir hat es geholfen. Dir klar auch. Wobei du viel weiter gegangen bist, als ich im Kilt bin.

Gruß
Gregor
 
« Letzte Änderung: 29.01.2020 13:45 von GregorM »
https://www.dress2kilt.eu/de00.htm
https://blog-de.dress2kilt.

Jeder Mann kann einen Rock tragen. Im Rock erregst du viel weniger Aufmerksamkeit, als du hoffst oder befürchtest.

Offline hohenlohe74

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #12 am: 30.01.2020 13:39 »
Hallo Pablo,

Glückwunsch und Respekt - und ich wünsche dir viele gute Erfahrungen.

hohenlohe74

Offline osem

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #13 am: 30.01.2020 17:54 »
Das ich einfach das Bedürfnis habe Weibliche Kleidung zu tragen.

Ein Rock ist für mich kein unbedingt weibliches Klederstück. Ich habe das Bedürfnis einen Rock zu tragen, weil er mir gefällt und wei er "saubequem" ist! Einen Herrenrock also. Aber ich will mich dennoch nicht "weiblich" kleiden! Damit habe ich natürlich nicht die volle Auwahl an Outfits, aber ich fühle mich darin wohl. Andere in diesem Forum sehen das wesentlich lockerer, auch das ist akzeptiert! Schließlich muss jeder von uns seinen eigenen Weg zum Rock finden, eine Modevorgabe gibt es (noch) nicht.

Wie auch immer: Schöne Zeit im Rock!
« Letzte Änderung: 30.01.2020 17:55 von osem »

Offline Albis

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Antw:Rock, Kleider Outing bei Familie und Freunden
« Antwort #14 am: 30.01.2020 23:01 »
Mir war es einfach auch wichtig das die Leute Bescheid wissen bevor ich in Rock ankomme.

Das mache ich ganz anders. Wenn mir danach ist, erscheine ich einfach im Rock. Natürlich überlege ich, in welcher Gesellschaft ich mich bewege und was ich dieser Gesellschaft zumuten kann. Dennoch ist es auch schon passiert, dass mich jemand im Rock gesehen hat, den ich nicht erwarten hätte.

Mein Grundverständnis ist, dass mich nicht bewusst als Rockträger präsentieren will. Mein Ziel ist, dass der Rock so selbstverständlich wie die Hose wird. Und die wenigsten Menschen kündigen vorher an, in welcher Kleidung sie zu einem Termin kommen. Natürlich ist der Mann im Rock leider noch eine sehr viel seltenere Erscheinung und erregt daher mehr Aufmerksamkeit. Insofern verstehe ich auch Deine Herangehensweise, Pablo, zumal es in Deiner Familie / bei Deinem Dad ja offensichtlich noch ausgeprägtere Vorstellungen gibt, wie man auszusehen hat.

Als ich meine Frau vor 11 Jahren das erste Mal getroffen hatte, war ich auch im Rock. Insofern wusste sie, worauf sie sich einlässt. ;) Bei meiner Mutter bin ich etwas vorsichtiger. Sie bekommt mich fast nie im Rock zu sehen.

 

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