Autor Thema: Kinky Boots…  (Gelesen 702 mal)

Offline MAS

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #15 am: 03.01.2026 09:22 »
Ich glaube nicht, dass es uns gelingt, den Rock als „normal“ für Männer zu etablieren und ich fände das sogar langweilig. Ich finde es völlig Ok, wenn wir etablieren, dass man „etwas anders“ sein kann ohne ein durchgeknallter Spinner oder „Perversling“ zu sein…

Guten Morgen, lieber Slothorpe,

mir ist es in letzter Zeit ein paar Mal so gegangen, dass mein Outfit mit langem Rock und einmal mit schwarzem Hemd mit einer Mönchsrobe (also nicht einer Mönchsrobbe ;D) verglichen wurde. Die Assoziation "Schotte", egal welchen Rock wir tragen, ist ja schon seit Jahrzehnten normal.

Was ich damit sagen will: Es gibt schon männliche Assoziationen zum Rock, nicht nur weibliche.
Wenn auch die Assoziation mit südlicheren Männerkleidungskulturen (Sarong, Lavalava, Lunghi, ...) komischerweise sehr selten sind.

"Etwas anders sein" als wertfreie Beschreibung kann also viele Facetten haben. Dass es konservative Menschen gibt, die alles, was anders ist, als sie es gewohnt sind, negativ bewerten, wird sich indes nicht ändern lassen. Man kann nur daran arbeiten, dass sie sich daran gewöhnen, dass Männer eben auch Röcke, Kleider und andere ehemals rein weiblich konnotierte Kleidung tragen. Ich empfände das nicht als langweilig. Das Leben hat auch noch genug andere spannende Themen zu bieten, denen man sich widmen kann, wenn man in seiner selbstgewählten Kleidung nicht mehr als anders wahrgenommen wird.

LG, Micha
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Offline Slothorpe

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #16 am: 03.01.2026 10:50 »
Wir drehen uns im Kreis, klar ein Kilt wird teilweise noch als männlich konnotiert… ebenso mag das in anderen Kulturen anders sein… dann ist das eben in der Konvention.

Praktisch ist das aber in Westeuropa anders und als Mann in Rock etc. Wird man, wenn überhaupt, schon als ungewöhnlich und jenseits der Konvention wahrgenommen. Das ist für mich auch absolut ok, irgendwie mag ich das sogar, das meinte ich, dass es fast langweilig wäre….

Das konservative Menschen damit ein Problem haben, kenne ich so nicht, in meinem Umfeld leben einige sehr konservative Menschen, die das teilweise sogar sehr schön finden, wenn ich Ihnen im Rock und Heels begegne…

Was Du meinst sind engstirnige Menschen, das hat mit Konservatismus nichts zu tun…
Insbesondere sind die rechten Spinner, die aktiv gegen jede Form von „anders“ Sein aggressiv werden, in keiner Form konservativ, im Gegenteil.

Konservativ bedeutet „bewahren“ was gut ist, übrigens sind Umweltschützer sehr konservativ, was die Natur angeht…
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Offline Yoshi

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #17 am: 03.01.2026 13:45 »
aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....

immer wieder spannend zu lesen, wie oft und viel die ältere Generation noch lineares Fernsehen schaut.

Offline MAS

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #18 am: 03.01.2026 13:48 »
Lieber Slothorpe,

es gibt ja ganz unterschiedliche Arten von Konservativismus. Ich meinte die Art, keine Änderungen an den eigenen Verhaltensgewohnheiten, die man von klein auf gelernt hat, zuzulassen und von anderen zu erwarten, dass sie alles so machen, wie man es selbst gewohnt ist. Sicher ist das zugleich Engstirnigkeit.

Dass "konservieren" "bewahren" bedeutet, ist mir klar und habe das Wort hier auch in diesem Sinne verwendet, wobei der Redakteur dann noch ergänzt hat: "im eigentlichen Wortsinn": https://folker.world/rezensionen/audio/werner-ruedel/

Es kommt halt darauf an, was bewahrt werden soll: eine gesunde Umwelt, eine im Aussterben befindliche Sprache, alte Häuser oder eigene Verhaltensgewohnheiten.

Ich bin in manchen Dingen auch sehr konservativ.

Was die politisch Rechten angeht, so haben wir solche ja auch hier im Forum, und die sind in Bezug auf männliches Rocktragen gar nicht intolerant, aber in Bezug auf manche andere Fragen.

LG, Micha
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Offline MAS

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« Antwort #19 am: 03.01.2026 13:49 »
aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....

immer wieder spannend zu lesen, wie oft und viel die ältere Generation noch lineares Fernsehen schaut.

Man kann öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio auch on demant streamen.

LG, Micha
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Offline Yoshi

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #20 am: 03.01.2026 13:58 »
aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....

immer wieder spannend zu lesen, wie oft und viel die ältere Generation noch lineares Fernsehen schaut.

Man kann öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio auch on demant streamen.

LG, Micha

Achso, verstehe. Das ergibt Sinn. Dann sucht er gezielt nach diesen Themen in der Mediathek.

Offline MAS

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« Antwort #21 am: 03.01.2026 14:28 »
aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....

immer wieder spannend zu lesen, wie oft und viel die ältere Generation noch lineares Fernsehen schaut.

Man kann öffentlich-rechtliches Fernsehen und Radio auch on demant streamen.

LG, Micha

Achso, verstehe. Das ergibt Sinn. Dann sucht er gezielt nach diesen Themen in der Mediathek.

Ob er das macht, weiß ich nicht, aber ich habe es gemacht.

LG, Micha

PS: Schau mal in Deine PN.
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Offline cephalus

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #22 am: 03.01.2026 18:58 »
aber heutzutage wird sowas im Öffentlich-Rechtlichen ständig hoch und runter gejubelt....

immer wieder spannend zu lesen, wie oft und viel die ältere Generation noch lineares Fernsehen schaut.

Ich finde es tatsächlich auch erstaunlich.
Ich darf mich wohl älter nennen, habe aber vor ein paar Tagen bemerkt, weil die Anforderung von einem Besuch meines Sohnes kam etwas im Fernsehen anzusehen, dass der Satreceifer nicht mehr angeschlossen war.
Abgesteckt hatte ich ihn zu Malerarbeiten vor 4 Jahren.

So lange war auch kein Radio mehr in Betrieb, nichtmal im Auto... 

Ich will dann etwas sehen wenn ich will und mich nicht nach einer Sendezeit richten, wenn dann noch störende Werbung oder Gelaber dazischen ist, habe ich fertig.

Offline GregorM

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #23 am: 03.01.2026 22:37 »
In meinen Augen ist man, wenn man als Mann Kleider, Röcke, hohe Schuhe trägt in jedem Fall „Crossdresser“, weil man Kleidung trägt die mit dem anderen Geschlecht assoziiert wird, egal warum…


Ich bin nicht mit dir einig, Slothorpe. Es muss ein Mindestmaß an weiblicher Kleidung erfüllt sein, bevor man als Crossdresser gestempelt wird. Wie viel dazu gehört, ist natürlich individuell, aber eine Nulltoleranz wie angeblich bei dir dürfte, denke ich, eher selten vorkommen.
Im Fall, du recht hättest, sollte es fast nur Crossdresser geben, denn wirklich viele tragen etwas, das vorwiegend mit einem Geschlecht verbunden ist, aber auch beim anderen Geschlecht zu sehen ist. Es muss immer auf dem Gesamtbild beruhen. Beispiele: Schmuck (Halsketten, Armbänder, Ohrringe), Kosmetik (Lippenstift, lackierte Nägel) und teilweise auch bestimmte Farben.
Ein Rock ist definitiv weiblich konnotiert, aber falls alles andere „männlich“ ist, einschließlich des Haarschnitts, denke ich, dass das Auskommen bei der Mehrheit der Menschen in Europa schlicht „Mann im Rock“ wäre und nicht „Crossdresser“, ein Begriff, der in meinem Land übrigens selten verwendet wird. Ich stelle mir vor, dass „Uneingeweihte“ meistens von Transvestiten sprechen.



Ich weiß, hier ist es vielen wichtig, „ganz normale Männer“ zu sein, die nur zufällig „gerne Röcke tragen“, ich halte das für ziemlichen Quatsch.


Warum sollte es denn Quatsch sein? Hätten vielleicht Frauen, als sie anfingen, Hosen zu tragen, nicht den Wunsch, „ganz normale Frauen“ zu bleiben?

Gruß
Gregor

Offline MAS

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« Antwort #24 am: 03.01.2026 23:07 »
Satreceifer

Satre-ceifer? Was'n das?
Ach so: Sat-receiver! ;D

LG, Micha

PS: Bitte nicht als Rechtschreibekorrektur verstehen, sondern als Witz über mein Nichtverstehen, also selbstironisch, also selbst-ironisch, nicht selb-stironisch! ;D

 
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Offline rockmax

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« Antwort #25 am: Gestern um 13:09 »
Bin genau gleicher Meinung, lieber Gregor M.

Wünsche allen ein gutes neues, rockiges Jahr.
Grüsse aus der Schweiz

Online Bernd

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #26 am: Gestern um 23:00 »
Die meisten Menschen, mit denen ich darüber spreche, benennen das was ich tue als Crossdressing, ich selbst auch, weil es das ganz gut beschreibt…. Etwas tragen, was konventionell dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird….
[...]
Wer als erkennbarer Mann in Rock, Kleid, hohen Schuhen usw. raus geht, der muss damit klarkommen, dass ihn die (wenigen) Menschen, denen das auffällt, als jemand wahrnehmen, der bewusst Frauen-(assoziierte)-Kleidung trägt, also Crossdresser ist.

Ich möchte jetzt keine erneute Diskussion über den Begriff eröffnen. Aber ich glaube schon, dass die Beweggründe, warum jemand Kleidung trägt, die "konventionell dem anderen Geschlecht zugeschrieben wird", eine Rolle spielen und sich auch auf die Wahrnehmung Außenstehender auswirken.

Obwohl meine Kleidung, Schuhe, Frisur und Schmuck manchmal ziemlich feminin wirken, scheine ich für die meisten Fremden, die mich geschlechtsspezifisch anreden, doch weiterhin klar ein Mann zu sein. Vielleicht weil das eine oder andere Detail weiterhin maskulin konnotiert ist (Dreitagesbart, kein Make-up, keine lackierten Fingernägel). Veilleicht aber sogar hauptsächlich, weil ich mich selber männlich fühle und das auch ausstrahle.

Und umgekehrt sehe ich viele (vor allem auf Social Media), die sich "Crossdresser" oder "Femboy" nennen, denen es wichtig ist, weiblich wahrgenommen zu werden, manchmal als eine temporär gespielte Rolle, manchmal als experimentellen Schritt auf dem Weg einer Transition der Geschlechtsidentität.

Und dazwischen gibt es alle denkbaren Spielarten von Leuten verschiedenster Geschlechtsidentitäten und Kleidungsvorlieben. Mir ist da sogar ein Social-Media-Profil in Erinnerung von einem Transmann, der nach begonnener Hormonbehandlung stolz auf seinen Bartflaum ist, der gerne Kleider und Röcke trägt, der aber als AFAB-Person mit weiblich konnotierter Kleidung trotzdem als Mann wahrgenommen werden möchte.

Die Menschen sind vielfältig! Wir werden es vermutlich nie erleben, dass Röcke und Kleider für Männer zum Mainstream werden. Aber wir alle hier können durch unser Auftreten in der Öffentlichkeit dazu beitragen, dass die Gesellschaft lernt, auch Leute jenseits des Mainstreams zu akzeptieren. Und da sind Männer, die trotz Rock oder Kleid Männer bleiben, genauso gefragt wie verschiedenste queere Lebensentwürfe, bei denen Kleidung ganz andere Aussagen über Geschlechtsidentitäten bezweckt.

Offline Skirtedman

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Antw:Kinky Boots…
« Antwort #27 am: Heute um 01:43 »
Ich musste erst mal schnell googlen, um herauszufinden, was nun AFAB bedeutet.
Für alle, die das nicht taten, aber es noch immer nicht wissen: "assigned female at birth".
Demnach müsste "assigned male at birth" dann AMAB sein.

Gut.

Ich wage die steile These, dass alle, die sich als Divers fühlen oder non-binär identifizieren oder die sich zumindest ein bisschen als Divers fühlen, oder geistig oder körperlich als AMAB auf dem Weg zur Frau sind, ja und auch die Crossdresser (für MAS: im Sinne der Crossdresser-Szene, ach wie ermüdend),
dass also allen diesen vorgenannten Personengruppen die nun nachfolgend erwähnte Personengruppe etwas suspekt ist:
Männer, die Röcke oder Kleider tragen, und dennoch sich ganz als Mann fühlen.
(auch das zu schreiben ist ermüdend, denn das sollte eigentlich eher der selbstverständliche und häufigste Normalfall sein)

Denn die letztgenannte Gruppe nimmt allen vorgenannten Gruppen eines ihrer Ausdrucksmittel weg: Kleidung!
Darum kommt aus den zuerst genannten Gruppen auch nicht ganz selten ungläubig die Nachfrage:
'Ach was, bist Du Dir ganz sicher? Da muss doch mehr dahinterstecken!'

Als die Frauen zu den Hosen griffen, haben sie sich ja auch nicht mehrheitlich als Nichtfrauen oder als etwas abweichendes von einer Frau gefühlt und erklärt.
(darum müsste es eigentlich auch der häufigste und selbstverständlichste Normalfall sein, dass ein Mann mit Männerkörper und Rock oder Kleid einfach nur einen Rock oder ein Kleid tragen will und nichts weiter)

Tragisch ist eben, dass auch außerhalb der erstgenannten Gruppen es etliche Menschen gibt, die nicht fassen können, dass ein Mann ohne Identitätsverschiebung auch Lust auf einen Rock oder ein Kleid haben kann. Auch da gibt es dann durchaus die Nachfrage:
'Ach was, bist Du Dir ganz sicher? Da muss doch mehr dahinterstecken!'
Oder es wird nicht gefragt, aber so gedacht.

Es ist für betroffene Männer also nicht ganz unwichtig, sich selbst zu erklären, weil sonst kaum jemand auf die Idee kommt, dass es so sein könnte. Andererseits werde ich auch immer und immer wieder mit "der Herr" angesprochen. So ganz undenkbar kann es wohl doch nicht sein - vielleicht wollen mich einige davon aber auch ein wenig ärgern, weil sie denken, "dem wische ich jetzt eins aus, weil der fühlt sich doch gar nicht als Mann".

Am nächsten an die Rock- und Kleidermänner ohne Identitätsverschiebung kommen aus den erstgenannten Gruppen wohl manche Crossdresser heran. Weil ich mir denken kann, wenn die hören, dass man als Mann in Röcken und Kleidern sich unter die Leute trauen kann ohne sich als Frau zu tarnen, dass dann einige aufhören, den ganzen Aufwand zu betreiben, um als möglichst gut passende Frauenerscheinung für ein paar wenige Stunden in Rock oder Kleid unter die Menschen zu gehen. Also einem kleinen Teil der Crossdresser dürften solche wie ich nicht so ganz suspekt sein; sie werden aber sicherlich erst einmal ungläubig sein, dass man tatsächlich auch in Männererscheinung sein Tagewerk und seinen Ausgang in Rock und Kleid bewältigen kann.

Ja, solche wie ich teilen sehr vieles mit den erstgenannten Gruppen: Ängste, Erklärungsbedarf, Vorbehalte und mitunter Ablehnung. Und solche wie ich sind ja auch nahe dran an den anderen Gruppen, nicht zuletzt weil viele Menschen uns auch dafür halten, aber leider sind wir diesen anderen Gruppen ähnlich suspekt wie vielen aus der restlichen Gesellschaft.

Dennoch spielt in meinem alltäglichen Leben als Mann im Rock oder Kleid das nahezu kaum eine tragende Rolle, zu welcher dieser Gruppen ich gehöre. Vielleicht auch, weil ich nicht auf der Balz bin. Und wenn, balzt man nicht 20 Stunden am Tag.
Aber auch, weil ich das Gefühl habe, dass etliche Menschen mich scheinbar relativ gut einsortieren können, vielleicht weil ich es auch ausstrahle, zu was ich mich zähle. Und in ganz vielen Situationen ist es eh egal, wozu ich mich zählen könnte - es spielt ganz einfach meist keine Rolle.

Ja, also solche wie ich (nochmal: Männer, die Röcke oder Kleider tragen, und dennoch sich ganz als Mann fühlen) machen auch die Gesellschaft etwas vielfältiger und bunter.
Und ich muss sagen: In Rock und Kleid macht für mich das Mannsein erst richtig Spaß!







Sorry an alle, die sich durch die Formulierung herabgesetzt gefühlt haben könnten: "Männer ohne Identitätsverschiebung". Ich habe lange überlegt, mir ist aber nichts kürzeres prägnantes eingefallen. Später kam ich noch auf "solche wie ich", das ist aber eigentlich ja zu unklar und zu ich-zentriert.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline GregorM

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« Antwort #28 am: Heute um 06:53 »

Ja, also solche wie ich (nochmal: Männer, die Röcke oder Kleider tragen, und dennoch sich ganz als Mann fühlen) machen auch die Gesellschaft etwas vielfältiger und bunter.
Und ich muss sagen: In Rock und Kleid macht für mich das Mannsein erst richtig Spaß!







Sorry an alle, die sich durch die Formulierung herabgesetzt gefühlt haben könnten: "Männer ohne Identitätsverschiebung". Ich habe lange überlegt, mir ist aber nichts kürzeres prägnantes eingefallen. Später kam ich noch auf "solche wie ich", das ist aber eigentlich ja zu unklar und zu ich-zentriert.

Genau.

Männer mit Identitätsverschiebung gab es immer. Und sie sind viel leichter zu erkennen als dito Frauen.
Sie sind vermutlich auch ein Grund dafür, dass sich Männer generell nicht trauen, Röcke zu tragen. Denn Männer und Frauen haben noch Berührungsangst gegenüber Männern, die nicht „männlich“ erscheinen können oder wollen.
Und solange der Mann im Rock fast per Definition mit Identitätsverschiebung verbunden wird, ist es durchaus problematisch, den Rock an den „normalen“ Mann zu bringen. Dazu ist wohl nur eines zu sagen: Männer im Rock ohne den Wunsch nach Identitätsverschiebung sollten im Rock durchaus „männlich“ erscheinen.

Gruß
Gregor

Offline Canda

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« Antwort #29 am: Heute um 08:37 »
Moin ich bin von meiner Frau mehr als einmal gefragt worden ob ich mehr möchte als nur Kleidung und Accesoires tragen und ich hab mich das auch gefragt und hab für mich festgestellt das ich ein Mann bin und es auch bleiben will egal was ich anziehe.
Grüße Canda


 

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