Autor Thema: Farbdarstellung  (Gelesen 84 mal)

Offline cephalus

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Farbdarstellung
« am: Heute um 11:01 »
Ich war gestern in meinem Kleiderfundus auf der Suche nach einem passenden Oberteil für einen Rock, und wollt bewusst keinen Kontrast, sondern einen möglichst harmonischen Farbübergang.
Vor dem Spiegel habe ich alles In Farge Kommende getestet, manches ging besser, manche weniger gut und ich hatte meinen klaren Favoriten.

Natürlich habe ich auch jeweils ein Foto gemacht von den Kombinationen.
Bei Betrachtung der Fotos hatte ich einen echten Uhps-Effekt:
Nein, fotografiert sah das ganz anders aus, meine Wahl wäre anders.

Ich wollte es genau wissen und habe unter gleichen Lichtbedingungen mit vierverschiedenen Kameras Fotos gemacht, die sich nur leicht aber merklich unterscheiden, aber nie den optischen Eindruck in meinen Augen widerspiegeln.
Kameras kann man also nur bedingt vertrauen.
Die, außer in der Größe, unbearbeiteten Versuche:

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Ich philosophiere jetzt, ob die Augen verschiedener Menschen auch eine so abweichende Farbwahrnehmung haben, und was passt für den Einzelnen nicht nur gesellschaftlich sondern auch biologisch bedingt ist.

Offline Peter

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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #1 am: Heute um 11:23 »
Ich philosophiere jetzt, ob die Augen verschiedener Menschen auch eine so abweichende Farbwahrnehmung haben, und was passt für den Einzelnen nicht nur gesellschaftlich sondern auch biologisch bedingt ist.

Das ist so, biologisch. Ich kenne jemanden, der sieht erwiesenermaßen mit dem rechten Auge anders als mit dem linken, eines hat einen Rotstich, das andere einen Blaustich. Ich meine hier nicht die unterschiedlichen Pupillenfarben, die hat es auch, sondern der Farbvergleich beim Sehen...

Das ist nicht nur bei Computermonitoren und Kameras so, sondern auch beim Menschen. Den PC-Kram kann man eichen, ist aber sehr aufwändig, aber es geht. Menschen nicht... ;-)

LG
Peter   
Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zuruecksehnen werden.

Online Skirtedman

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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #2 am: Heute um 13:04 »
Ja, Peter hat absolut recht.

Ich kenne übrigens auch so jemanden: mich.

Ich habe das an einem sonnigen Samstagmittag beim warmen Mittagessen festgestellt: In meinem Elternhaus hatte unsere Essecke als wesentliche Lichtquelle auf der Südseite Glasbausteine in der Wand eingelassen. Farbige. Ich erinnere mich an Blau, Rot, Grün, Gelb oder Orange. 2 weiße waren wohl auch noch dabei. Und die Sonne schien voll durch. Auf einmal entdecke ich, wie ich rechts und links ein Auge zudrückte, dass ich an der blass-beigen Wandtapete zwei völlig unterschiedliche Lichtstimmungen wahrnahm. Ich glaube, links mehr rötlich, rechts mehr bläulich. Da wurde mir klar: meine Augen liefern zwei deutlich abweichende Farbeindrücke. Ich war da irgendwas zwischen 6 und 10 ungefähr.

Heute scheint das keine wesentliche Rolle mehr zu spielen. Oder habe ich selten solch ein ausgeprägtes Linienspektrum in der Beleuchtung, dass mir das auffallen würde (und ich habe es, außer gerade eben am grauen Tageslicht, auch schon ewig nicht mehr ausgetestet). Oder das Hirn hat sich nun schon daran gewöhnt, dass es die Lichteindrücke über all die Jahrzehnte hinweg aufeinander abgestimmt hat. (Nebenbei höre ich auf dem einen Ohr, spätestens nach einem dortigen Hörsturz, auch ein paar Prozent tiefer als auf dem anderen, außer das andere steuert ein paar dB vom gleichen Signal bei, dann gleicht sich der Höreindruck auf dem tieferen Ohr wieder dem 'normalen' an.)

Farbeindrücke unterschiedlicher Menschen ist durchaus ein manchmal konfliktreiches Thema.
Eine Ex von mir hatte sich öfters gewünscht, ich solle doch lieber den 'blauen' Rock anziehen. Es dauerte einige Vorfälle dieser Art, bis ich ohne verwundertes Nachfragen begriff, dass sie einen bestimmten grauen Rock meinte. Bei einem anderen, diesmal eindeutig blauen Rock, nahm sie ihn als grau wahr.
Und wenn sie in Dingen mit mir nicht einer Meinung war, suchte sie häufig Rückhalt bei ihren engsten Freundinnen. Mit Suggestivfragen hatte sie oftmals auch Erfolg dabei  :D Deprimiert hingegen war sie, als sie in einer größeren Runde von 6 oder 8 Freundinnen über meinen "braunen" Rock sprach. Es gab da öfters Ärger, weil sie meinte, das Oberteil würde nicht zum "braunen" Rock passen. Für mich war der Rock "grün", wobei das nur die maßgebliche Grundfarbe war, in Wirklichkeit war das ein Karomuster mit Nadelstreifen, mit dabei weiß, etwas mehr ockergelb, und die meiste Fläche lieferte ein olivgrünes Garn.
Von den 6 bis 8 Freundinnen war eine dabei, die auch das als "braun" identifizierte. Alle anderen sagten, das sei eindeutig grün.  :D

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(versucht, mit dem Handy einen automatischen Weißabgleich auf einem Bogen weißem Papier an Ort und Stelle zu machen)
(aber man erkennt am leichten Wellenwurf des Stoffs, dass da aus unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich zusammengesetztes Licht einfällt)

In der Tat ist es so, dass das Farbensehen durch 3 Typen von Farbzäpfchen in der Netzhaut realisiert wird. Jedes dieser Zapfen-Typen hat ein Maximum der Empfindlichkeit bei einer bestimmten Wellenlänge (Spektralfarbe), die Empfindlichkeit jedoch umfasst einen größeren Bereich, und die drei verschiedenen Typenbereiche überlagern sich. Rein chemisch müsste m.M.n. das jeweilige Maximum bei allen Menschen bei exakt derselben Wellenlänge liegen (aber vielleicht gibt es auch da Abweichungen). Die Frage aber ist, wie die Anzahl der drei Zapfen-Typen verteilt ist. Und die ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ja, mehr oder weniger auch von Auge zu Auge.

Ausserdem gibt es bei einigen Menschen sogar vier Typen von Zapfen, die haben also vier Farbkomponenten, aus denen sie ihr Farbbild zusammensetzen.

Bei einer Digitalkamera kann man die 3 Farbkanäle gegeneinander abgleichen, dem sogenannten Weißabgleich z.B. So ähnlich versucht das ein menschliches Auge, besser das Gehirn auch zu machen. So gelingt es meist auf Anhieb, über den Tag mit wechselnden Lichtstimmungen trotzdem eine weiße Fläche als weiß zu erkennen. Das gelingt dem einen vielleicht besser als dem anderen. Vielfach spielt aber - und nicht nur beim Weiß - auch eine Rolle, was das Hirn als Wissen beisteuert. Oftmals sind weiße Tapeten eben weiß. Oder das oberste Licht einer Ampel rot. Und so kann bei allen vielleicht identischen physikalisch-chemischen Wahrnehmungen von Mensch zu Mensch dennoch ein Farbschimmer mehr als Braun identifiziert werden, ein anderer ordnet diesem Schimmer eben eher grün zu.

Bei meiner Ex war es so, dass ihr Vater eine Rot-Grün-Schwäche hatte, jedenfalls angeblich.
Ich habe oft Schwierigkeiten, bei normalem bis mittlerem Licht dunkelblaue von schwarzen Socken zu unterscheiden. Drum lagere ich die auch räumlich voneinander getrennt und sortiere sie auch nur bei strahlendem Sonnenschein der Mittagssonne. Genau wie ich auch nur in strahlender Sonne meine schwarzen Socken nach dem Waschen wieder zu einem Paar vereinige - und da passieren oft noch Fehler, weil da oft nur kleinste Nuancen im Schwarz oder in der Webart oder bei sonstigen wahrnehmbaren Merkmalen dazwischen liegen. Der häufigste Fehler ist dann, dass die eine Socke eines Paars zwar identisch ist mit der anderen, aber in der Länge nur ein, zwei Zentimeter Unterschied ist.

Abschließend: Ja, es ist so, dass durch die unterschiedlichen Farbwahrnehmungen durchaus auch unterschiedliche Wahrnehmungen von Farb-Harmonien oder -Dysharmonien entstehen können. Nunja, das ist halt so. Zudem gibt es ja auch generelle Geschmacks-Unterschiede bei, was passt und nicht passt.

Man kann es halt nicht jedem recht machen.
Hauptsache, man fühlt sich selbst in der Farbwahl wohl.
Oder gibt dann mal seiner Partnerin nach, damit sie sich wohl mit mir fühlt...  :D

Mehr zum Thema:
https://de.wikipedia.org/wiki/Farbwahrnehmung
https://de.wikipedia.org/wiki/Farbenfehlsichtigkeit
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #3 am: Heute um 13:48 »
Jetzt hat es es doch noch geklappt Herr Cephalus hat den selbstgemachten Fehler gefunden.

Welches der drei Oberteile (unten) wäre für Euch farblich am harmonischten zum Rock (oben)?

In lebender Betrachtug, ohne Kamera dazwischen, ist meine Bewertung absolut eindeutig:
Der Pullover unten rechts.




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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #4 am: Heute um 14:02 »
Wie man bei meinem Bild zuvor leicht sieht, fängt natürlich jedes Bildpixel das grüne Garn in einem anderen Beleuchtungszustand ein. Mal ist das Garn mehr zur Hauptlichtquelle gerichtet, mal weniger, weil es sich beginnt, unter den nächsten Kettfaden einzubiegen; also mal mehr beleuchtet, mal weniger, mal voll Querseite erblickt, mal mehr die Kante vom Garn, wo einzelne Teilfasern mehr das Grau des Himmels wiedergeben usw.

Also mit jedem Pixel erfasst man andere Teileindrücke des grünen Garns. Das rein grüne Karo ist also technisch gesehen keine einheitliche Farbfläche im Bild, sondern wiederum eine Komposition unterschiedlicher Farbeindrücke. Drum kann ich auch je nach Pixel nur ungefähr bestimmen, welche Farbe da repräsentiert wird.

Ich habe es trotzdem mal versucht, um verschiedene Farbnamen aus einem Karo in der Nähe des linken Bildrands zu gewinnen. Eine Analyse verschiedener Pixel daraus ergab folgende Farbnamen:

- Camouflage Dark Green
- Gray Green
- Pablo
- Finish
- Weathered Oak
- Neutral Olive
- Light Army Green

In Bildmitte aus einem grünen Caro, das durch eine leichte Welle im Stoff eine andere Lichtkomposition aus dem Mischlicht erhielt, ergab die Analyse einzelner Pixel folgende Farbnamen:

- Roman Coffee
- German Camo Light
- Dull Brown
- Beige Taupe

Vermutlich ist neben der Welle im Stoff auch noch eine Abschattung durch Hand und Handy in Bildmitte, wo sich wohl eine benachbarte gelbe Wand gegenüber dem grauen Himmel mehr durchsetzt. Da war ich also zu unvorsichtig bei der Aufnahme. Ich hätte Hand und Handy nicht so nah darüber halten sollen. Und ich hätte mehr Abstand von der gelben Wand halten sollen. Aber daran hatte ich im Moment der schnellen Aufnahme nicht gedacht.

Und vor allem beweist es, wie schnell unterschiedliche Farbeindrücke neben den zuvor bereits genannten sich ergeben können.

Die Farbnamen haben sich übrigens immer mal wieder bei anderen vereinzelten Pixeln in den Karos und in benachbarten Karos mit vergleichbarem Lichteinfall wiederholt.
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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #5 am: Heute um 14:06 »
Jetzt hat es es doch noch geklappt Herr Cephalus hat den selbstgemachten Fehler gefunden.

Welches der drei Oberteile (unten) wäre für Euch farblich am harmonischten zum Rock (oben)?

In lebender Betrachtug, ohne Kamera dazwischen, ist meine Bewertung absolut eindeutig:
Der Pullover unten rechts.

Oh, da sind schon wieder keine Bilder!

Pause.

Ah, oben im Beitrag tauchen nun Bilder auf!!!
Link zu: den Bildern.
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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #6 am: Heute um 14:17 »
Auf Deine Frage:

Man kann alle drei dazu kombinieren.

Allerdings in der Farbwiedergabe von Bild 1 ist das rechte Oberteil (unten rechts im Bild) am wenigsten geeignet, ja fast schon ein wenig zu unharmonisch. -> tragen könnte man es trotzdem, aber fast schon mit einem gewissen Willen zum gewollten Farbbruch.

Tendenziell bei allen drei anderen Bildern passen in meinen Augen eher das linke und das mittlere Oberteil am harmonischsten zum Rock.

Links und Mitte mal miteinander verglichen, drücken beide unterschiedliche Stile aus. Mitte eher elegant. Links eher etwas sportlich. Vielleicht passt das sportliche am besten zu Deinem Typ.

Und beim mittleren finde ich wegen der Eleganz (besonders in Bild 3) dieses Oberteil fast schon wieder als zu langweilig, mit dem Rock kombiniert zu werden.

Rechts der Pullover geht ja wie gesagt auch, ist aber spätestens in Lichtstimmung 1 fast ein bisschen falsch. Und insgesamt wirkt er mit seiner Struktur eher stilmässig etwas konträr zum Wesen des Rocks.

Also, aus diesen Überlegungen heraus meine klare Empfehlungsabfolge:

1. links
2. Mitte
3. rechts
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Antw:Farbdarstellung
« Antwort #7 am: Heute um 14:30 »
Und noch ein bisschen Theorie hinterher.

Ich habe versucht, meine Geschmackseindrücke noch einmal zu hinterfragen.

Und ich kam - unter Eindruck der vier verschiedenen Lichtstimmungen - zu folgendem Ergebnis:

Oberteil rechts hat einen Farbton, der nirgends im Rock vorkommt.
Oberteil Mitte kommt mit seiner Farbe fast nicht (außer in Bild 2) vor im Rock, greift aber ganz gut so eine Mischung der Rock-Farben auf oder knüpft zumindest ganz gut an eine Farbreihe an.
Oberteil links greift am besten einen Farbton auf, der im Rock tatsächlich merklich vorkommt (bei allen Farbstimmungen sogar nahezu oder noch ein bisschen mehr als nur nahezu einen der häufigsten und somit maßgeblichsten Farbtöne im Rock).

Also auch mit mehr Theorie als mit Bauchgefühl betrachtet bleibe ich bei meiner Empfehlungsreihenfolge.
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