Autor Thema: Konfirmation  (Gelesen 685 mal)

Offline cephalus

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Konfirmation
« am: 16.05.2026 11:27 »
Seit ein paar Wochen trage ich, außer aus zweckmäßigen Gründen und in der Arbeit, überwiegend Röcke und Kleider.
Einfach weil es mir Spaß macht und immer noch einiges Ungetragenes im Kleiderschrank ist.

Heute Nachmittag sind wir zu einer Konfirmation eingeladen und die korrekte, langweilige Hose, dem männlichen Minimalstandard entsprechend, mit weißem Hemd liegt bereit.
Ja, ernste förmliche Veranstaltung, kirchlicher Rahmen usw...

Irgendwas sträubt sich in mir, ich will keine Hose.
Aber kann/will ich wirklichdavon abweichen?

Neue Leute, neue Situation? Welche Kombi, welches Kleid ist angemessen für den Anlass, welches Outfit für einen Mann?
Ist ein Kleid zu viel, ist mein Favoritenkleid zu viel (für einen Mann)?

Ein paar Outfittestfotos habe ich geschossen, aber mit den stimmigsten und in meinen Augen schönsten Outfits, habe ich doch wieder ein Problem:
Sie erscheinen mir zu feminin.
Das könnte ich natürlich ignorieren, aber…

Von einer Frau habe ich irgendwann mal gehört, Männer hätten es leicht.
In Wirklichkeit ist es aber aufwändiger:
Die Kleidung muss passen, auch zum Anlass und dann muss es noch irgendwie an einem Mann vertretbar sein.

Scheinbar habe ich das Thema zu oft bei meiner Frau thematisiert (eigentlich nicht wirklich, oder vielleicht doch ::) :-\))
Jedenfalls habe ich gerade, für meine Frau ungewohnt rüde, von ihr die Aussage erhalten, ich solle doch einfach anziehen was ich will und die Klappe halten.

Wenn es so einfach wäre ::). So unter Abwägung aller physischen, psychischn und sozialen Faktoren...
Wüsste ich selbst genau, was ich wollte, würde ich das machen.
So, das musste jetzt raus, weil mich zuhause keiner versteht - auch die Kinder reagieren mit Achselzucken:
"Trag halt was du willst!" ::)

Ja, ich werde Euch berichten, ob es das „schwarze Hose, weißes Hemd, Protest- und Frustoutfit“ geworden ist oder etwas anderes.

Offline MAS

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« Antwort #1 am: 16.05.2026 22:07 »
Es ist so einfach oder so schwer, wie man es sich macht, lieber Cephalus.

LG, Micha
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Offline SW Michl

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« Antwort #2 am: Gestern um 00:02 »
...
Jedenfalls habe ich gerade, für meine Frau ungewohnt rüde, von ihr die Aussage erhalten, ich solle doch einfach anziehen was ich will und die Klappe halten.

...


 auch die Kinder reagieren mit Achselzucken:
"Trag halt was du willst!" ::)
Ich kann verstehen, dass dir dieser Satz in deiner Zweifelsituation nicht direkt weiterhilft:
Zitat
Wüsste ich selbst genau, was ich wollte, würde ich das machen.

Aber dennoch: Zeugt dieser weise Rat ("Trage was du willst") nicht von einer inneren Haltung, die wir uns von den Menschen in unserer Umwelt viel häufiger wünschen?

Du fragtest nach einer Entscheidungshilfe und bekamst statt dessen eine Ermutigung. Ich kann das als eine eindeutige Antwort verstehen.

Ich hoffe, du hast auf deine Familie gehört...?  ;)

Offline GregorM

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« Antwort #3 am: Gestern um 11:30 »
Deiner Frau ist es OK, dass du deinem Herz folgst. Wie dann mit den Leuten, die dich eingeladen haben? Wäre es auch ihnen in Ordnung? Wenn die Antwort Ja ist, oder du es vermutest, trage den Rock oder das Kleid.
Gruß
Gregor


Offline hirti

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« Antwort #4 am: Gestern um 13:50 »
Meine Meinung geht in eine ähnliche Richtung.
Ich würde meine Gewandung auch von meiner Rolle bei der Konfirmation abhängig machen. Wenn du gar der Firmpate warst, dann sollte es natürlich für den Firmling passen, der ja die Hauptperson ist. Wenn er nachher gehänselt wird, weil sein Pate in Frauenkleidung hinter ihm steht, dann wär das glaub ich am Ziel vorbeigeschossen.

Wenn du ein Gast von vielen bist, der einfach mit seiner geschätzten Anwesenheit und einem schönen Outfit zum festlichen Rahmen der Veranstaltung beiträgt, dann wäre die modische Freiheit sicher viel weiter zu genießen. Ich würde vielleicht trotzdem nicht das Paillettenkleid mit den 12cm Pumps wählen, du aber vermutlich auch nicht, wie ich dich kenne.

Die Veranstaltung ist inzwischen ja schon gelaufen.
Wie hast du dich nun entschieden... und war's trotzdem schön?  ;) 

Offline GregorM

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« Antwort #5 am: Gestern um 15:55 »
Cephalius,

ich meine, du fühlst dich in Hosen unwohl. Und vielleicht fühlst du dich auch zur Konfirmation im Rock oder im Kleid unwohl, je nachdem, wie die Gäste reagieren.
Aber wenn man unwohl ist, ist es dann nicht besser im Rock oder im Kleid als in Hosen?
Gruß
Gregor

Online Skirtedman

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« Antwort #6 am: Gestern um 16:22 »
Denke ich auch.

Zudem sind solche Anlässe immer ganz gut dazu geeignet, im Verwandschaftsumfeld oder im Freundesumfeld auf Menschen zu treffen, die trotz Überraschung oder (bei vorherigem Wissen, dass Du gelegentlich solche Kleidung trägst) trotz Ablehnung die Chance bekommen, vielleicht doch Dich als ganz sympathischen Menschen zu erleben - trotz Rock / Kleid. Ja, wenn Du Dich in Deiner Haut (Kleidung) wohlfühlst, dass Du eventuell sogar noch sympathischer bist, als man Dich sonst wahrgenommen hat.

Und solche Anlässe sind auch immer ganz gut, dass man mit Dir reden kann, anstatt nur über Dich.

Ich finde es besser, bei solchen Anlässen immer noch eine gewisse individuelle Note sichtbar bleiben zu lassen, anstelle sich einem scheinbaren Erwartungsdruck anzupassen und sich dann in eine erwartungs-konforme 'Uniform' zu zwängen, die man vom Herzen eher ablehnt. Letzteres wirkt dann oft wie Verkleidung oder wie ungemochter Zwang, einfach unauthentisch.

Was gibt es schöneres als eine gemeinsame Feier mit authentischen Menschen?
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

Offline MAS

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« Antwort #7 am: Gestern um 17:31 »
Ich hatte jedenfalls bei derartigen Anlässen noch keine negativen Rückmeldungen, abgesehen von einem homophoben Onkel, der aber leider nicht mehr lebt. Ich mochte ihn trotz dieser Einstellung.

LG, Micha
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Offline Zwurg

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« Antwort #8 am: Gestern um 20:06 »
Man könnte statt der schwarzen Hose auch einen schwarzen Rock tragen. Möglichst passend zum Jackett
Obwohl es da ja schon wahrschenlich wieder viele gibt.

Auch ein Kilt wäre eine Lösung.

So würde ich denken.

Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ist das weiße Hemd jetzt wirklich das passende? Ma könnte ja da so ein Langarmshirt tragen, oder ein buntes Hemd. Welches  Jackett?
Eine Krawatte dazu oder doch nicht?
Was sagen die anderen Gäste  dazu.

Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.
Den größten Mut erfordert es den eigenen Weg zu gehen

Offline cephalus

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« Antwort #9 am: Heute um 10:14 »
Ich hoffe, du hast auf deine Familie gehört...?  ;)

Natürlich, ich habe gemacht was ich wollte ;)

Ich habe mich für die Hosenvariante entschieden und es bei genauer Betrachtung der anderen Anwesenden, dann auch für die richtige Entscheidung gehalten.
Alle waren sehr konservativ korrekt gekleidet, auf jeden Fall mehr als ich das von vergleichbaren Anlässen in meiner katholischen Gemeinde kenne.
Ich wäre mir wie ein Paradisvogel vorgekommen, aufgrund meines Geschlechts - das Kleid welches ich erwogen hatte, hätte sich an einer Frau perfekt in das Setting eingefügt.

Wie sehr ich wirklich aufgefallen wäre, kann ich nicht sagen, wohl gefühlt hätte ich mich nicht.
Damit war die Entscheidung richtig, auch wenn es schade ist - andere Gelegenheiten könnten ja noch kommen.


Offline cephalus

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« Antwort #10 am: Heute um 10:37 »
Man könnte statt der schwarzen Hose auch einen schwarzen Rock tragen. Möglichst passend zum Jackett
Obwohl es da ja schon wahrschenlich wieder viele gibt.

Auch ein Kilt wäre eine Lösung.

Ein entsprechender Kilt ist immer und zu jedem Anlass eine Lösung.
Ein Kilt ist ein komplett anderes Statement als ein Rock - Geschmackssache.

Komisch, sobald man eien Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?

Das ist definitiv so.
Ich hatte über ein elegantes sehr körpernahes Kleid nachgedacht, da bleibt weniger was angepasst werden könnte, was man bedenken müsste.
Konkret war es in meinem Fall:

Hat sich mein Bauchumfang wieder soweit reduziert, dass Taile stat Äquator zu sehen ist?

Schmuck, ja oder nein? Welchen?

Schuhe, welche passen dazu und sehen gut aus?
Perfekt stimmig waren weiße Sneakers und Pumps mit deutlich Absatz.
Sneakers haben das Bild unmittelbar ins sportlich legere verschoben, die Pumps ganz weit ins Feminine - schön, aber irgendwie kann ich mich damit nicht anfreunden . evt. meine Frau auch nicht.


Was sagen die anderen Gäste  dazu.

Ganz einfach: Nix
Das kommt meiner Erfahrung nach nicht vor.


Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.

Egal ob Rock ider Hose, Vorschriften finde ich unangebracht - oder will man Dich nur unterstützen, damit Du dich traust?
Auf jeden Fall bist Du damit komplett frei. Alles geht.

Sie dich um auf Hochzeiten oder im Internet, was Frauen zu solchen Anlässen tragen.
Das mögliche Spektrum ist gigantisch, Du muss dich nur noch entscheiden was Dir gefällt

Online Skirtedman

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« Antwort #11 am: Heute um 11:10 »
Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.

Egal ob Rock oder Hose, Vorschriften finde ich unangebracht - oder will man Dich nur unterstützen, damit Du dich traust?
Auf jeden Fall bist Du damit komplett frei. Alles geht.

Ich denke, das mit der Unterstützung wird der Fall sein.

Ich kenne sogar wiederholt Fälle, in denen ich zu Partys, Geburtstagen oder Anlässen explizit deswegen eingeladen worden bin, weil ich Röcke trage. Die einladenden waren überwiegend Frauen. Grund war, dass ich so eine coole Socke sei, oder diese Frauen sogar stolz waren, mich nun zu kennen und sie mich (nicht nur wegen mir, sondern vor allem) wegen meines Rocks eingeladen haben, und dies stolz ihren Gästen "zumuten" wollten.

Gelegentlich freue ich mich auch heute noch, dass ich trotz meines Rocks eingeladen werden. Aber wegen meines Rocks eingeladen zu werden, freut mich ebenso.

Zwurg, ich würde dieses explizite Angebot nicht ungenutzt lassen. Und ich persönlich würde diese Gelegenheit auch noch aus einem weiteren Grund nutzen, auf den ich gleich in meinem nächsten Beitrag hier eingehen werde.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
Wie tief muss der psychische Knacks wohl sein, dass Männer sich nicht endlich auch mehr Freiheiten gönnen!?

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« Antwort #12 am: Heute um 11:39 »
Damit war die Entscheidung richtig, auch wenn es schade ist - andere Gelegenheiten könnten ja noch kommen.

Als ich früher - während des langen Prozesses meines Outings - mich oftmals meinem persönlichen Nahfeld erklären musste, kam mir auf Bitten, Betteln oder zumindest bohrenden Fragen, ob es nicht auch mal eine Hose (an mir) sein könnte, dieser Gedanke:

Jeder Tag ohne Rock ist ein verlorener Tag.
Oder anders ausgedrückt: jede verpasste Gelegenheit ist eine verpatzte Gelegenheit.

Hintergrund zu diesem Gedanken ist, was ich inzwischen mit zwei Begründungen untermauere:

1. (neu) Menschen die Gelegenheit zu geben, kennenzulernen, dass Männer auch Röcke tragen können, ohne dass sie damit das beabsichtigen, was die Menschen sich darunter normalerweise vorstellen (oder kurz, dass auch Männer, die sich als Mann fühlen, Röcke tragen wollen und können).

1. 1/2 (halbneu) an 1. anknüpfend, Unterpunkt "können": Menschen die Gelegenheit zu geben, dass Männer in Röcken sowohl nicht ihren Klischees entsprechen müssen und dass sie nicht massenhaft ausgelacht und ausgesondert werden, sondern ähnlich wie andere Männer recht normal sozial eingebunden sein können, so wie als wenn sie Hosen getragen hätten.

2. (mein alter Urgrund) Menschen zu zeigen, dass es einigermaßen gut aussehen kann und die Idee zu geben, dass andere Männer sich mit der Wahrnehmung eines sozial eingebundenen Manns im Rock selbst diese Möglichkeit für sich in Betracht ziehen. Sie also zur Nachahmung anzuregen.

Ja, jede Gelegenheit, die man verstreichen lässt, für den Mann im Rock zu werben, ist eine verlorene Gelegenheit.

Die obenstehenden Begründungen, die ich inzwischen so breit aufgefächert habe, und soeben im letzten Satz zusammengefasst habe, möchte ich quasi als Meme (oder sagen wir zwei bis drei Meme) ansehen.

Das inzwischen auch deutsche Wort 'Meme' in bekanntere deutschen Worten ausgedrückt steht - speziell hier - für 'Idee', 'Gedanke', 'Assoziationsmuster'. Eine Meme ist quasi eine Informationseinheit, die weitergegeben werden kann, ähnlich wie Gene, entweder identisch als Kopie oder als Kopie mit leichten Abweichungen von der Ursprungs-Meme.

Also die Meme "Mann, der sich als Mann fühlt, nicht schwul sein muss, kann auch Röcke tragen" soll sich in den Köpfen der Menschen verbreiten. Je mehr dieser Gedanke, diese Meme, sich verbreitet, desto leichter fällt es uns, Röcke in der Gesellschaft zu tragen. Und desto leichter fällt es anderen, Röcke in der Gesellschaft zu tragen. Desto eher wird sich der Traum von uns meisten einer Realität nähern, dass wir nicht die einsamen, durchgeknallten Spinner sind, über die hinter vorgehaltener Hand gelacht wird.

Aus diesem Grund ist jede Gelegenheit ohne Rock eine vertane Gelegenheit.

Und deswegen ist es schade, dass Du, cephalus, diesen Tag nicht genutzt hast.

Und deswegen wäre es schade, wenn Zwurg wegen unnötiger Zurückhaltung sich für Hosen zu der anstehenden Hochzeitseinladung entscheiden würde.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
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« Antwort #13 am: Heute um 12:14 »
Komisch, sobald man einen Rock anzieht, müssen auf einmal 100 andere Parameter auch stimmen. Welche Strumpfhose dazu? Welche Schuhe?
Ist das weiße Hemd jetzt wirklich das passende? Ma könnte ja da so ein Langarmshirt tragen, oder ein buntes Hemd. Welches  Jackett?
Eine Krawatte dazu oder doch nicht?
Was sagen die anderen Gäste  dazu.

Ich muss im Juli auf eine Hochzeit, es wird gewünscht das ich im Rock komme. Ich überlege auch schon, was geht.

Dass plötzlich "100 andere Parameter" auch stimmen müssen, ist sicherlich ein Ergebnis von Sehgewohnheiten. Würden viele Männer mit typisch männlich klobigen Schuhen, haarigen Beinen und flatternden Midi-Sommerröcken umher gehen, wären die Sehgewohnheiten andere.
In der Tat, laut unseren Sehgewohnheiten passen nicht alle Männerschuhe aus unserem Schuhregal zum einem Rock.

Bei der Gelegenheit Hochzeitsgast hast Du, Zwurg, ja schon scheinbar auch das Erwartungsmuster "Jackett am männlichen Hochzeitsgast" bereits in Frage gestellt. Ich begrüße es, aus diesem Erwartungsmuster gekonnt auszubrechen.

Meiner Meinung nach sollte man zu solch einem Anlass als Mann im Rock von einem Erwartungsmuster nicht allzu weit abweichen: die Schuhe. Mein Tipp: suche Dir die Schuhe aus, die Du zu einem konventionellen Hochzeitsgastoutfit Dir vorstellen kannst (leider hat man da ja zwei oder drei Paar griffbereit; leider, weil ein einziges Paar würde die Entscheidung vereinfachen). Und mit diesen Schuhen an den Füßen gehst Du an Deinen Schrank und testest die Röcke, die dazu passen können. Oder ins Geschäft, falls Du Dir extra einen passenden Rock hierzu kaufen möchtest. Zu bedenken ist, dass von Rock zu Rock eventuell das passende Strumpfwerk variieren kann. Ich in meinem Fall trage - egal ob mit Strumpfhose oder nicht - ohnehin immer noch zusätzlich Socken in den Schuhen.

Und ich in meinem Fall habe die unterschiedlichsten (schwarzen) Socken parat, mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen (z.B. gröbere, feinere), unterschiedlichen Sockenbündchen und verschiedenen Längen. Zudem kann ich diese Socken bei Bedarf auch noch durch geschicktes Umschlagen (mal mehr, mal weniger) auch noch in Feinheiten variieren. Diese kleinen Feinheiten können u.U. den finalen Ausschlag geben, ob ein Rock zu den gewählten Schuhen passt oder nicht.

Einen Unterschied macht letztlich auch noch, ob Du Strumpfhosen dazu tragen möchtest oder nicht. Falls der Termin im Hochsommer ansteht, würde ich auf Strumpfhosen zunächst beim Austesten verzichten. Am Ende können hinzu genommene Strumpfhosen noch einen Rest Unstimmigkeit zwischen Schuhen und Rock deutlich mildern. Was bereits ohne Strumpfhosen aber schon ganz gut aussieht, wird in der Regel mit Strumpfhosen jedenfalls nicht unstimmiger.

Hast Du Schuhe und Rock dann irgendwann schon gefunden, dann finden sich auch die weiteren Kleidungsstücke. Und die Frage, Jackett oder nicht Jackett, Farbe des Oberteils, ggf. eine passende Umhängetasche dazu ist dann nicht mehr eine so große Herausforderung. Und lässt sich erfahrungsgemäß bei einem Sommerevent ohnehin erst wenige Tage im Voraus final entscheiden, je nach anstehender Witterung.
Dass Männer nur Hosen tragen, ist weder körperlich noch geistig gesund.
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Offline cephalus

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« Antwort #14 am: Heute um 12:27 »
Jeder Tag ohne Rock ist ein verlorener Tag.
Oder anders ausgedrückt: jede verpasste Gelegenheit ist eine verpatzte Gelegenheit.

Ja, jede Gelegenheit, die man verstreichen lässt, für den Mann im Rock zu werben, ist eine verlorene Gelegenheit.

Ja, Wolfgang, manche Menschen sind und denken unterschiedlich, z.B. wir zwei ;)

Bekanntermaßen habe ich kein Bedürfnis für den Rock am Mann zu werben, sondern nur einen höchst egoistischen Grund, Röcke und Kleider zu tragen:
Mein Wohlbefinden.

Ich habe mich im "Tarnanzug" wohler gefühlt, als ich es einröhrig getan hätte, in diesem Umfeld.

Dass ich dann noch nichtmal die in meinem Empfinden perfekte Kleidung getragen/gefunden hätte, hätte ein kleines zusätzliches Unbehagen addiert.

Und das Kompliment das ich von einer alten Frau erhalten habe, hätte ich sicher nicht bekommen:

"Sie sind aber ein stattlicher Mann, schade, dass ich schon so alt bin."
Wobei ich offen zugebe, dass ich diese Art von Komplimenten noch nie leiden konnte.


 

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