Zwar haben Fotos ohne Gesicht immer etwas von "ich schäme mich desssen, was ich hier tue und möchte deswegen nicht erkannt werden", aber trotzdem sind sie besser als keine Fotos.
Genau. In dem man sein Gesicht unkenntlich macht, rückt man sich in die Schmuddelecke. Und das Gesicht ist fast immer das erste Körperteil, auf das ich blicke, wenn ich einem Menschen begegne. Wenn ich es abschneide, wird die Situation unnatürlich. Es fehlt etwas.
Ist dir irgendwie rudimentär klar das jeder seine Gründe an einem gewissen Schutz seiner Persönlichkeit hat?
Gibt’s du alles preis?
Selten so einen Unsinn gelesen.
Ich glaube nicht, dass Hermann es so gemeint hat, wie du es offenbar verstanden hast. War vielleicht auch etwas einseitig und missverständlich formuliert.
Er mag wohl keine unkenntlich gemachten Bilder und hat seine Gründe dafür genannt. Dass er dennoch solche Bilder respektiert hat er vielleicht einfach nur nicht erwähnt.
@SW Michl: Dank dir für die Übersetzungshilfe. Da waren genau zwei Punkte auf die ich hingewiesen habe:
Was man auch immer schreibt, es wird beim Lesen „übersetzt”. Und ohne, dass ein Leser es bewusst steuert, wird ein abgeschnittener Kopf in das Signal übersetzt: „ Der macht hier etwas Verbotenes”. Nachher kann er dann schreiben soviel er will. Das verstärkt das Signal nur noch weiter. Das hat rein gar nichts mit Schutz der Persönlichkeit zu tun. Das ist Kommunikation in einem Bereich, der durch unsere Sozialisation zu einem Minenfeld gemacht worden ist.
Der zweite Punkt ist, dass wir als Menschen immer zunächst in das Gesicht unseres Gegenüber schauen. Wir lesen Verunsicherung. Darin sind wir sehr gut. Wir lesen Aggression. Auch das ist sehr, sehr wichtig. Und auch das können wir sehr gut. Wenn nun kein Kopf sichtbar ist, verunsichert uns das.
Der Schutz der Persönlichkeit ist heute schwieriger als je zuvor. In den Zeiten von PimEyes ist die Anonymität des kleinen Mannes nur noch eine Illusion.
Ich hatte nicht vor, irgendjemand zu provozieren. Das hilft uns hier nicht weiter.
LG, Hermann