Autor Thema: Another Way of Life  (Gelesen 18542 mal)

Offline Mann im Rock

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Another Way of Life
« am: 12.01.2019 18:49 »
Ich trage Röcke, seit einigen Jahren. Ich finde es einfach schön, es gefällt mir, weiterer Argumente bedarf es nicht.

Wie heißt es doch so schön: Mi ne volas esti normala. Man will nicht irgendwer von der Stange sein, will nicht mehr oder weniger gleich aussehen, man will nicht 0815 sein, man will nicht verwechselbar sein. Man will sich irgendwie abheben, hervorheben, seine Individualität ausdrücken. Und andererseits: man hat oft genug Angst, wenn man den Versuch macht, sich abzuheben, weil es da so etwas wie einen gesellschaftlichen Druck gibt. Dieser gesellschaftliche Druck ist aber oft genug nichts anderes, als eine moralisierende Instanz des eigenen Gewissens, sowas in der Art, was Freud Über-Ich nannte. So gesehen muss ich mich nicht über die Gesellschaft unterhalten, sondern allein mit mir in die Auseinandersetzung gehen.

In diesen Prozessen sind wir nicht allein. Viele Dinge laufen in dieser Weise ab.
Ein Beispiel: https://mitvergnuegen.com/2018/was-es-mich-lehrte-4-monate-keinen-bh-zu-tragen
Die Rede ist vom gesellschaftlichen Druck, vom Sich-beobachtet-Fühlen, von dafürsprechenden Argumenten aus experimentellen Untersuchungen usw. Und daneben steht das eigene zarte Pflänzlein des eigenen Gefühls und der eigenen Intention.
Ein anderes Beispiel: In einem Forum die Frage: Welche Strumpfhose zum Jeansrock. Eine Antwort davon von einer Frau:
"Eine schwarze Strumpfhose passt wirklich am Besten zum blauen Jeansrock. Ich hatte vor einiger Zeit ein graue Strumpfhose, wie einige empfohlen hatten, auspropiert. Das war absolut nichts. Selbtst das weibliche Geschlecht hat mich komisch angeschaut."
Ich denke dazu: Häääää??? Sogar andere Frauen haben sie komisch angeschaut? Das kann dann passieren, wenn die eigene Unsicherheit so groß ist, dass man sich ständig umschaut, ob man beobachtet wird. Der gesellschaftliche Druck eben. Aber gut: sie wird wohl nie wieder eine graue Strumpfhose zum Jeansrock tragen.

Immer und überall und bei jedem gibt es irgendeinen Kampf, etwas aus eigenem Wunsch zu tun oder etwas Gewünschtes aus eigener Unsicherheit zu unterlassen. Es ist ein Kampf, den jeder für sich selbst ausficht. In jedem Fall gibt es Argumente Pro, aber auch immer Argumente Contra. Welche Richtung man einschlägt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Wenn man seine Richtung gefunden hat, braucht es keine Argumente mehr, warum man etwas tut. Man macht es einfach, ganz unbefangen, unbedarft, unschuldig, so als hätte es vorher nie einen inneren Kampf gegeben.

Ich bewege mich im Rock in der Öffentlichkeit und mir fällt nicht auf, ob mich Leute beobachten, über mich schwätzen. Ich bewege mich im Rock nicht anders als in einer Jeans. Selbst wenn ich eine anthrazitfarbene Strumpfhose zu einem Jeansrock trage, werde ich nicht komisch angeschaut. Gesellschaftlicher Druck - was ist das? Irgendetwas, was ich mir in meinem eigenen moralisierenden Über-Ich zurecht gelegt hatte. Ich kann mich aber verändern. Und ich kann auch mein Über-Ich modifizieren, auch so weit, dass es für mich keine Barriere mehr darstellt.

Gesellschaftlicher Druck ist was Abstraktes, nicht wirklich Vorhandenes. Ich kann nicht jeden Menschen, der mir begegnet, damit konfrontieren, dass er mein gesellschaftlicher Druck ist, dass er mich im Rock nicht toleriert und akzeptiert. Zumal ich mich sowieso nicht sonderlich beachtet fühle. Und da ich mich eben nicht großartig beachtet fühle, brauche ich mich auch nicht über mangelnde Toleranz und Akzeptanz, nicht aber angeblichen gesellschaftlichen Druck beschweren. Diesen eigenen Kampf auszutragen, nenne ich im Sinne Alfred Adlers Selbstverantwortung. Es einfach unterlassen, immer mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern seinen Weg selbst in die Hand nehmen. Schlicht und einfach deshalb: Weil ich mir selbst wichtig bin.

So gehe ich lieber meinen eigenen Fragestellungen nach: welchen Rock kann ich zu welchem Shirt mit welcher Strumpfhose tragen? Wie kombiniere ich was, so dass es mir zusagt? Wie ist mein eigener Stil? Der eigene Stil liegt z.B. darin, dass ich ausschließlich Bleistiftröcke trage, keine Blümchenröcke in A-Linie, keine Faltenröcke. Was gefällt mir? Was steht mir? Ich merke übrigens oft, dass einem Dinge stehen, die man selbst voller Überzeugung trägt, weil sie einem einfach gefallen und weil man ein entsprechendes Gefühl nach außen vermittelt.

Gruß
Matthias







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Offline DesigualHarry

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Re: Another Way of Life
« Antwort #1 am: 12.01.2019 20:42 »
Hallo!

Ja, lieber Matthias, es sind wohl die ganzen Diskussionen die einem erst die Fragen in den Kopf setzen was alles passieren könnte... Einfach nur im Rock rausgehen ist wohl nach wie vor das Mittel erster Wahl.

Man kann über alles Diskutieren... Gender, Emanzipation, Sexualität... Am Ende ist man vor lauter Begriffsverwirrungen keinen Schritt weiter.

Welche Gründe ein Mann hat im Rock rauszugehen ist doch völlig Nebensächlich, dazu ist das Leben doch zu vielfältig. Man kann sich mit dem ganzen Gendergerede befassen wen einem das Interessiert, es ist aber keine Bedingung dass Männer nur mit dem Wissen über Gender und Co. einen Rock tragen dürfen. Das kann man auch problemlos Ahnungslos von diesem ganzen Gerede machen. ;D
Der einzige Sinn meines Daseins besteht in meiner Einzigartigkeit!

Wirklichkeit entsteht wenn ein Gedanke auf ein Gefühl trifft.

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Offline high4all

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Re: Another Way of Life
« Antwort #2 am: 12.01.2019 21:37 »
Wer einen Rock tragen will, findet Wege, es zu tun.

Wer keinen Rock tragen will, findet Gründe, es nicht zu tun.



(Es gibt tatsächlich User hier, die nichts von G..... halten, aber dauernd das Wort erwähnen. Die können mich jedoch nicht davon abhalten, meinen Traum zu leben.)
« Letzte Änderung: 12.01.2019 21:40 von high4all »
Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)

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Offline Holger Haehle

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Re: Another Way of Life
« Antwort #3 am: 13.01.2019 04:24 »
Danke Matthias,

für eine sehr schöne und gut erklärte Analyse. Der Hinweis auf Siegmund Freuds Theorie vom Über-Ich erklärt sehr gut unsere Ängste in Bezug auf unsere Annahmen über unsere Wirkung auf unsere Umwelt. Wir moralisieren gern und tun so, als wuerden wir nur zusammenfassen, was man, also die anderen, so denkt. Das ist zum Teil das Erbe unserer anthropologischen Geschichte als „Rudeltiere“. Den Wölfen oder Gazellen geht es da grundsätzlich nicht anders. Auch sie nehmen, wie wir schon von Konrad Lorenz wissen, in ihrem Verhalten vorweg was sie den Gruppenmitgliedern unterstellen.

Aber als Menschen mit zusätzlichen kognitiven Fähigkeiten können wir daran arbeiten und diese Selbstbeschränkung unserer Freiheit überwinden. Wer das nicht macht, leidet weiter daran, was Immanuel Kant selbstverschuldete Unmündigkeit nennt. Denn der Mensch ist wie Franklin D. Roosevelt einst sagte, nicht ein Gefangener seines Schicksals, sondern seines Geistes (Men are not prisoners of fate, but only prisoners of their own minds). Gerade das macht den Unterschied zwischen Mensch und Tier.

Und ganz nebenbei kann ich, wie viele andere hier im Forum bereits berichteten, bestätigen, dass ich im Rock wenig auffalle. Man guckt halt mal, weil man was Neues sieht. Die Neugierde ist meistens positiver Natur. Ablehnung erlebe ich selten und meistens von Menschen die mir eh suspekt sind. Ich erlebe viel mehr Zustimmung, auch mit gewagteren Outfits, als ich es jemals erwartet habe.

Also Leute, macht es wie Matthias und lebt nicht das Leben der anderen, wenn es euren Prinzipien widerspricht.
« Letzte Änderung: 13.01.2019 04:40 von Holger Haehle »


Offline rockpeter

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Re: Another Way of Life
« Antwort #4 am: 13.01.2019 09:00 »

Hallo,

ich glaube, dass die Gründe für das Tragen von Röcken bei jedem von uns etwas anders gelagert sind. Deshalb ist für den einen ein Kilt das äußerste, für den anderen geht es in Richtung "en femme".
Ich selber bewege mich eher in Richtung letzteres. Warum dem so ist, interessiert mich nicht so sehr, als dass ich eine Antwort darauf benötige. Ein wichtiger Grund ist, dass ich mit dem Rock aus teilweise recht starren gesellschaftlichen Konventionen ausbrechen kann. Im beruflichen muss ich funktionieren, ich habe schließlich eine 5-köpfige Familie zu ernähren. Im privaten sieht das anders aus: ich möchte mich nicht so kleiden, wie es mein Umfeld erwartet, sondern so, wie ich mich am wohlsten fühle. Warum ich eine Leidenschaft für weiblich besetzte Kleidung habe, weiss ich nicht so genau. Das ist für mich auch zweitrangig, das wichtigste ist einen Rock anzuziehen und anderen auch zu zeigen, dass ich Rockträger bin.Von den Gedankengängen "was denkt denn der von mir?" habe ich mich zwar noch nicht vollständig befreien können, aber ich komme in kleinen Schritten weiter.

Liebe Grüße
Peter

Offline MAS

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Re: Another Way of Life
« Antwort #5 am: 13.01.2019 11:13 »
Ein schöner Text, lieber Matthias!

Nur würde ich, lieber Harry, die Kommunikation über Gedanken, Gefühle und Erfahrungen nicht als "Gerede" abtun. Mich verwirrt sie nicht, sondern gibt mir vielmehr Klarheit über mich selbst und mein Verhältnis zu anderen.

LG, Micha
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Offline cephalus

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Re: Another Way of Life
« Antwort #6 am: 13.01.2019 11:36 »
In den meisten Fällen ist es tatsächlich so dass wir uns selbst im Weg stehen.

Trotzdem gibt es sie, die Fälle die, in denen massive Probleme mit Chefs Ehefrauen oder anderen relevanten Personen im Umfeld entstehen - das sollte man auch nicht übersehen.

Cephalus

Offline Mann im Rock

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Re: Another Way of Life
« Antwort #7 am: 13.01.2019 12:02 »
Trotzdem gibt es sie, die Fälle die, in denen massive Probleme mit Chefs Ehefrauen oder anderen relevanten Personen im Umfeld entstehen - das sollte man auch nicht übersehen.

Das ist klar, das sind aber ganz konkrete Probleme, die aber nichts mit gesellschaftlichem Druck oder anderen abstrakten Gedankengängen zu tun haben.
Gruß
Matthias
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Re: Another Way of Life
« Antwort #8 am: 13.01.2019 12:46 »
Trotzdem gibt es sie, die Fälle die, in denen massive Probleme mit Chefs Ehefrauen oder anderen relevanten Personen im Umfeld entstehen - das sollte man auch nicht übersehen.

Das ist klar, das sind aber ganz konkrete Probleme, die aber nichts mit gesellschaftlichem Druck oder anderen abstrakten Gedankengängen zu tun haben.
Gruß
Matthias


Doch schon, denn oft haben Menschen etwas gegen unser Rocktragen, weil sie selber diesen gesellschaftlichen Druck vderspüren und an uns weitergeben. Ich höre ja manchmal: "MIR ist es ja egal, aber XY hat sich darüber beschwert." Und spricht man XY darauf an, sagt er*sie: "Nee, MIR ist das ja egal, aber ...".

LG, Micha
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Re: Another Way of Life
« Antwort #9 am: 13.01.2019 12:57 »
Doch schon, denn oft haben Menschen etwas gegen unser Rocktragen, weil sie selber diesen gesellschaftlichen Druck vderspüren und an uns weitergeben. Ich höre ja manchmal: "MIR ist es ja egal, aber XY hat sich darüber beschwert." Und spricht man XY darauf an, sagt er*sie: "Nee, MIR ist das ja egal, aber ...".

Frage: Ist das deine Interpretation der Worte eines anderen, dass dieser gesellschaftlichen Druck verspürt?

Was sagen die Pünktchen aus? "Nee, MIR ist das egal" - Rest ist geschenkt.
Oder: "Nee, MIR ist das egal, aber der Onkel meiner Frau hat eine Bekannte, die eine Freundin hat und der Sohn von dem Chef des Mannes der Freundin hat mal von einem Bekannten gehört, dass er öffentlich keinen Rock tragen würde."

Gruß
Matthias
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Re: Another Way of Life
« Antwort #10 am: 13.01.2019 14:10 »
Doch schon, denn oft haben Menschen etwas gegen unser Rocktragen, weil sie selber diesen gesellschaftlichen Druck vderspüren und an uns weitergeben. Ich höre ja manchmal: "MIR ist es ja egal, aber XY hat sich darüber beschwert." Und spricht man XY darauf an, sagt er*sie: "Nee, MIR ist das ja egal, aber ...".

Frage: Ist das deine Interpretation der Worte eines anderen, dass dieser gesellschaftlichen Druck verspürt?

Was sagen die Pünktchen aus? "Nee, MIR ist das egal" - Rest ist geschenkt.
Oder: "Nee, MIR ist das egal, aber der Onkel meiner Frau hat eine Bekannte, die eine Freundin hat und der Sohn von dem Chef des Mannes der Freundin hat mal von einem Bekannten gehört, dass er öffentlich keinen Rock tragen würde."

Gruß
Matthias


Genau das ist psychosoziale Wirklichkeit, Matthias. Dass Du und ich das (großenteils) überwunden haben, heißt ja nicht, dass es bei anderen nicht wirsksam wäre. Und da wir ja keine Einsiedler sind, sondern vielfältig in die Gesellschaft eingebunden, müssen wir damit so umgehen, dass für alle Beteiligte das Bestmögliche dabei herauskommt.

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Re: Another Way of Life
« Antwort #11 am: 13.01.2019 15:56 »
Genau das ist psychosoziale Wirklichkeit, Matthias. Dass Du und ich das (großenteils) überwunden haben, heißt ja nicht, dass es bei anderen nicht wirsksam wäre. Und da wir ja keine Einsiedler sind, sondern vielfältig in die Gesellschaft eingebunden, müssen wir damit so umgehen, dass für alle Beteiligte das Bestmögliche dabei herauskommt.

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Das hört sich toll an, geht aber an der Wirklichkeit vorbei. Das Bestmögliche für einen Rockgegner ist, dass Männer keine Röcke tragen, alles andere ist höchstens das Zweitbeste.

Win-win-Situationen gibt es nicht immer im Leben eines Rockträgers. Einfach durch das Tragen von Röcken trete ich Menschen (unbewusst) auf die Füße, die dadurch zu (gefühlten) Loosern werden. Weil ich z.B. ihr Männerbild störe.

Das ließe sich nur dann vermeiden, wenn ich auf das Tragen von Röcken verzichte. Dann bin ich der Looser, weil ich diesen, meinen Traum nicht mehr ausleben kann. Was nicht das Bestmögliche für mich ist (aus meiner Sicht, aus der Sicht der Rockgegner schon).

LG
Hajo
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Re: Another Way of Life
« Antwort #12 am: 13.01.2019 16:42 »
Win-win-Situationen gibt es nicht immer im Leben eines Rockträgers. Einfach durch das Tragen von Röcken trete ich Menschen (unbewusst) auf die Füße, die dadurch zu (gefühlten) Loosern werden. Weil ich z.B. ihr Männerbild störe.

Das ließe sich nur dann vermeiden, wenn ich auf das Tragen von Röcken verzichte. Dann bin ich der Looser, weil ich diesen, meinen Traum nicht mehr ausleben kann. Was nicht das Bestmögliche für mich ist (aus meiner Sicht, aus der Sicht der Rockgegner schon).

Das ist aber ein bisschen vereinfachend, dieses binäre Schema von Win oder Loose, 1 oder 2, schwarz oder weiß. Oder? Es bereitet mir Unbehagen, mich als Winner oder Looser einzuordnen. Ebenso wie es mich befremdet, andere Menschen als Winner oder Looser zu bezeichnen.

Gruß
Matthias
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Re: Another Way of Life
« Antwort #13 am: 13.01.2019 16:45 »
Ich denke auch nicht so, dass es nur 100%e Gewinnner oder Verlierer gibt, Hajo, sondern dass man Kompromisse schließen kann oder auch Interpretationen finden kann, mit denen beide oder alle Seiten guten Willens leben können.

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Re: Another Way of Life
« Antwort #14 am: 13.01.2019 17:16 »
Genau das ist psychosoziale Wirklichkeit, Matthias.

Bist du bereit, mir die Wirklichkeit zu erklären?

Gruß
Matthias
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