Autor Thema: Another Way of Life  (Gelesen 18551 mal)

Offline Mann im Rock

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Re: Another Way of Life
« Antwort #90 am: 23.01.2019 21:21 »
Hallo!

Unter Gesellschaftlichem Druck verstehe ich persönlich etwas anderes...

Z.B. Den "Hosenzwang" bei Männern, oder unbedingt auch einen SUV haben wollen, weil die ganzen Nachbarn schon einen haben, oder sich kleinkriegen lassen und auch Alkohol bei einer Feier zu trinken, obwohl man gar keinen mag.

Ist nicht insofern gesellschaftlicher Druck = mangelndes Selbstbewusstsein?
Ich brauche keinen SUV, weil alle Nachbarn so eine Karre fahren. Ich würde mich da eher mit einem Hippie-VW-Bus abheben. Bei irgendwelchen Betriebsfeiern hab ich auch nie Alkohol getrunken, auch wenn ich schief angeschaut worden bin. Die Umgebung lernt dann aber, sowas zu respektieren.

Gruß
Matthias
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Offline JJSW

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Re: Another Way of Life
« Antwort #91 am: 23.01.2019 21:35 »
Hallo Harry und Manfred

Klingt plausibel.
Harrys Besipiele würde ich auch wohl als gesellschaftlichen Druck bezeichnen...
Und um dem gesellschalftlichem Druck widerstehen zu können , benötigt man wohl Selbstbewußtsein.
Also ist gesellschaftlicher Druck umgekehrt proportional zum Selbstbewußtsein.
Wenn man den gesellschaftlichen Druck überwunden hat, löst sich dieser in Wohlgefallen auf und es gibt ihn nicht mehr, bzw. man erkennt, das es ihn nicht gibt.

Also Röcke tragen hat meinem Selbstbewußtsein gut getan, da bin ich mir sicher.

Und mir gefällt ein alter bunter VW-Bus auch besser als ein SUV
Hab aber keinen, aber dafür bunte Röcke  ;)

Grüßle
Jürgen
« Letzte Änderung: 23.01.2019 21:36 von JJSW »
Laßt Euch nicht von Zweifeln plagen
und genießt das Röcketragen

Offline MAS

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Re: Another Way of Life
« Antwort #92 am: 23.01.2019 22:36 »
Also ob eine solche Angst der Ehefrau auch einfach als Chimäre wegzuschieben oder doch irgendwie zu berücksichtigen ist.

Schon lustig, welche Fehlinterpretationen sich hier einschleichen. Ist das Absicht? Oder was anderes?

Es geht hier also nicht um das, was der Rockträger in seinem Kopf hat, sondern um seine Frau, die ja auch die Erwartung an ihren Mann hat, dass er ihre Angst berücksichtigt. So äußert sich gesellschaftlicher Druck ganz konkret, auch ohne bösen Willen.

Den gesellschaftlichen Druck sehe ich als Chimäre. Es gibt ihn tatsächlich gar nicht. Es gibt vielleicht einen konkreten Druck von einer, von einer Handvoll, von vielleicht ein paar mehr Leutchen. Aber ich finde es sehr unredlich und unseriös, von einem kleinen Kreis von Leuten auf einen gesellschaftlichen Druck zu schließen. Das hatte ich übrigens auch schon weiter oben geschrieben.

Beantwortet doch mal folgende Fragen:
Seid ihr schon mal aus einem Kaufhaus oder Supermarkt gewiesen worden, weil ihr einen Rock tragt?
Hat euch schon mal ein Hotel abgewiesen, weil ihr einen Rock tragt?
Seid ihr schon mal aus einem Restaurant geflogen, weil ihr einen Rock tragt?
Hat man euch schon mal aus der Damenabteilung geworfen, weil ihr einen Rock tragt?
Hat euch schon mal ein Arzt den Eintritt verweigert, weil ihr einen Rock tragt?
Hat man euch in einem Amt mal Hausverbot erteilt, weil ihr einen Rock tragt?
Ist man euch in einem Baumarkt mal unhöflich begegnet, weil ihr einen Rock tragt?
Hat man euch in einem Autogeschäft blöd angemacht, weil ihr einen Rock tragt?

Würden solche Anlässe und weitere vorkommen, dann könnte man vielleicht mal anfangen von einem gesellschaftlichen Druck zu reden. Da aber immer oder wenigstens meistens alles einwandfrei und störungsfrei abläuft, sehe ich keine Basis, von einem gesellschaftlichen Druck zu reden.

Gruß
Matthias



Lieber Matthias,

Du weichst meiner Frage aus. Wie soll ein rocktagender Ehemann mit der Angst seiner Frau umgehen?

Zu Deinen Rückfragen - die ich als Ablenkunsmanöver wahrnehme - hat Nico/Juliane geantwortet, aber nicht hier, sonder in seinem Forum: http://rockforum.bplaced.net/personliches/gesellschaftlicher-druck/?topicseen
Kannst Du dort ja lesen und dort oder hier antworten.

Ich beantworte Deine Fragen gerne, wenn Du meine beantwortet hast.
Und auch die, ob Du meinen Essay "Sozialverantwortlicher Eigensinn" gelesen hast.

LG, Micha
« Letzte Änderung: 23.01.2019 23:50 von MAS »
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Offline DesigualHarry

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Re: Another Way of Life
« Antwort #93 am: 23.01.2019 23:47 »
Hallo!

Bei mir sind es wohl ein paar Punkte wo ich den gesellschaftlichen Druck sehr gut entgegenwirken kann - Rock statt Hose anziehen, Roadster statt SUV oder strikt kein Alkohol, Analoge Musik... 8)

Bei mach anderen mir eher unwichtigen Punkten hab ich dann aber nicht mehr die Energie diese Konsequent nach meinen Vorstellungen zu leben, da wird dann der gesellschaftliche Druck so groß, dass ich einfach nach der Masse lebe, wie z.b. ein Smartphone besitzen. ;D

Wichtig für mich ist aber, dass mir bewusst wird, wo und wie ich von der Gesellschaft manipuliert werde. Denn wenn ich es erkennen kann,  dann kann ich auch darauf reagieren. Dass könnte man dann also selbstbewusstes handeln nennen.

Gruß Harry!
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Offline ChrisBB

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Re: Another Way of Life
« Antwort #94 am: 24.01.2019 09:40 »
Daumen hoch, Harry!
Smartphones (ich nannte sie Wischplatten) haben wir jetzt auch überall in der Familie eingeführt, weil der Nutzen eben doch da ist.

Gruß,
ChrisBB

Offline Mac

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Re: Another Way of Life
« Antwort #95 am: 24.01.2019 14:04 »
Hi Harry,
das ist halt der "other way of life"!
Immer ein wenig abseits vom "Mainstream".
Gut, ich trage keine Röcke/Kleider, dafür Kilt. Auch Fulldress.
Ja, auch mein Chef kennt mich im Kilt und ich war schon mit Kunden zur "Burns Night".
Ohne Alkohol? Neee! Dafür Whisky von Islay, schön rauchig und torfig. Meine Frau sagt, der riecht wie Wurzelbehandlung beim Zahnarzt.
Musik? Das sagte Reinhard May schon: Ein schönes Stück Musik von Hand gemacht.
SUV? Nö, aber Minivan, dem Hund zuliebe. in einen Kombi passt er halt nicht.  ;D
Smartphone? Leider ja, kommt von der Firma. (24/7) Aber mittlerweile hab ich erkannt, dass die Welt nicht untergehr, wenn man das Ding mal ausschaltet. ::)
Gruß,
Mac
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Ein Kilt ist Knielang und schließt nach Rechts. :-)

Offline Mann im Rock

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Re: Another Way of Life
« Antwort #96 am: 24.01.2019 18:19 »
Wichtig für mich ist aber, dass mir bewusst wird, wo und wie ich von der Gesellschaft manipuliert werde. Denn wenn ich es erkennen kann,  dann kann ich auch darauf reagieren. Dass könnte man dann also selbstbewusstes handeln nennen.

Gut, und ich nenne es Selbstverantwortung. Ein Bewusstsein über das Selbst kann ich allein mit der Fragestellung erreichen, ob es tatsächlich meinem Bedarf und Wunsch entspricht, auch einen SUV zu kaufen und zu fahren, weil in der Nachbarschaft alle einen SUV fahren. Durch das Bewusstsein folgt aber noch kein entsprechendes Handeln. Erst ein selbstverantwortliches Handeln hebt die eigenen Bedürfnisse heraus, zeigt Alternativen auf, aus denen heraus die Auswahl getroffen wird. So kann ich auch guten Gewissens einen Kleinwagen fahren, weil ich mir dabei selbst treu bleibe. In dem Fall brauche ich auch keine Argumente, die irgendwie auf die Gesellschaft verweisen oder diese verändern wollen, sondern mir reicht das Argument, dass ich das mit mir selbst vereinbaren kann, dass ich zu mir selbst stehen kann. Nichts anderes ist es mit dem Rock.

Gruß
Matthias

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Re: Another Way of Life
« Antwort #97 am: 24.01.2019 18:31 »
Du weichst meiner Frage aus. Wie soll ein rocktagender Ehemann mit der Angst seiner Frau umgehen?

Wenn du den Eindruck hast, ich würde deiner Frage ausweichen, so hast du nicht ganz unrecht. Allerdings sehe ich deine Frage nicht zu meinem eigentlichen Anliegen passend. Wie wäre es, dafür einen neuen Thread aufzumachen?

Mein Anliegen war es, nicht die Einflüsse von einer Handvoll von Personen aufzugreifen und als Meinung der Gesellschaft anzusehen, die dann Druck ausübt. Die Gesellschaft tut einem nicht weh, macht nichts, "gesellschaftlicher Druck" ist eine Chimäre. Eine Verallgemeinerung auf Grundlage der Ansichten einiger weniger ist unseriös, sie passt aber gut in die Thematik moralinsaures Schwarz-Weiß- oder Schubladendenken.

Gruß
Matthias
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Offline MAS

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Re: Another Way of Life
« Antwort #98 am: 24.01.2019 19:09 »
Du weichst meiner Frage aus. Wie soll ein rocktagender Ehemann mit der Angst seiner Frau umgehen?

Wenn du den Eindruck hast, ich würde deiner Frage ausweichen, so hast du nicht ganz unrecht. Allerdings sehe ich deine Frage nicht zu meinem eigentlichen Anliegen passend. Wie wäre es, dafür einen neuen Thread aufzumachen?

Mein Anliegen war es, nicht die Einflüsse von einer Handvoll von Personen aufzugreifen und als Meinung der Gesellschaft anzusehen, die dann Druck ausübt. Die Gesellschaft tut einem nicht weh, macht nichts, "gesellschaftlicher Druck" ist eine Chimäre. Eine Verallgemeinerung auf Grundlage der Ansichten einiger weniger ist unseriös, sie passt aber gut in die Thematik moralinsaures Schwarz-Weiß- oder Schubladendenken.

Gruß
Matthias


Lieber Matthias,

ich glaube,  den Grund des Aneinandervorbeiredens erkannt zu haben.

Wenn Du "die Gesellschaft" sagst, meinst Du die ganze Gesellschaft und zwar als aktiv handelndes Subjekt, von dem Du mir Recht sagst, dass es das so nicht gibt.

Wenn ich "die Gesellschaft" sage, meine ich andere Menschen, die Teile der Gesellschaft sind und eben auch aktiv handelnde Subjekte. Ihr Handeln kann z.B. darin bestehen, dass sie einem ihre Meinung sagen oder dass sie als Eltern oder Erzieher einem Werte beibringen. Man kann dann vielleicht irgendwann zu dem Ergebnis kommen, dass man einzelnde Werte nicht mehr teilt, und sich trotzdem nicht trauen, ihnen offen zu widersprechen. Das empfindet man dann als gesellschaftlichen Druck. Und wenn man selbst ihnen widerspricht und auch ihnen entegegen handelt, aber andere einem wichtige Personen haben Angst, mitzuziehen, dann haben sie in diesen anderen einem wichtigen Personen auch wieder aktiv handelnde Teile der Gesellschaft.

Sicher ist die Gesellschaft ein Produkt einzelner Menschen, ein externalisiertes Konstrukt, das zu einer sozialen Tatsache wird und das  wiederum einwirkt auf die Konstrukte, die jeder einzelne während der Sozialisation aufbaut, so dass man auch von der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit spricht (also in der Wissenssoziologie).

Wenn Du gesellschaftliche Konstrukte als Chimären bezeichnest, hast Du Dich von Ihnen unabhängig gemacht, hast sie überwunden. Sicher hast Du aber andere Konstrukte in Dir, die Dir wichtig sind und die Dir wirklich erscheinen, die für andere Menschen unwichtig und unwirklich sind.

Wir sind alle ständig dabei, zu konstruieren und zu dekonstruieren und so Wirklichkeit von Unwirklichkeit und Wichtigkeit von Unwichtigkeit zu unterscheiden versuchen.

Wir können uns das Bild konstruieren, dass Rock tragen nichts mit Gender zu tun hat, sondern einfach nur das Tragen eines einröhrigen Beinkleides, oder wie Juliane, dass Rock tragen der Ausdruck der Sehnsucht nach mehr Schönheit ist, die frecherweise die Frauen für sich alleine beanspruchen. Allles Vorstellungen, die wir auf ihre Lebenstauglichkeit überprüfen, dabei aber nicht unbedingt zu denselben Antworten kommen.

So, ich muss los, habe gleich einen Termin.

Aber was denkst Du über meine Festestellungen?

LG, Micha
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Offline DesigualHarry

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Re: Another Way of Life
« Antwort #99 am: 24.01.2019 21:58 »
Hallo!

Da kann ich dir voll und ganz Zustimmen, lieber Matthias. Auch mir ist es sehr wichtig ob ich bestimmte Dinge mit mir selbst vereinbaren kann. Deswegen ist das mit dem Rock tragen auch kein Problem, weil normale Hosen für mich etwas unvereinbares haben. Ebenso würde ich mir nicht die Mühe machen, für analoge Musik viel mehr Geld auszugeben, und Zeit investieren,  als wenn ich mir einfach ein Streaming Paket kaufen würde. Auch mit dem Auto gibt es eigentlich nur ein einziges Modell, (Mazda MX 5) der zu mir passt, in dem ich mich wohlfühle.  Jedes andere Auto Interessiert mich nicht.

Gruß Harry :)
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