Ich greife mal zwei Punkte heraus, wo ich doppelrock ziemlich zustimmen kann:
(1) Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht.
(2)... Es [Rocktragen] ist freiwillig und hängt von Symapthie ab. Die man mit Belehrung und Druck verspielt. Das Thema braucht keine PR-Beauftragten und Missionare, sondern Sympathieträger und Vorbilder.
Zunächst zu Punkt (2):
Das klingt einleuchtend: Es braucht Sympathieträger. Und ja, mit Druck (nunja, es wird ja niemand mit Gewalt gezwungen) und Belehrung (das tauchte aber auf) verspielt man schnell Smpathien.
Insofern möchte ich zu Punkt (2) zwei Ranglisten aufstellen, die "es" braucht:
1. Sympathieträger
2. Vorbilder
3. PR (respektive PR-Beauftrage)
4. Missionare (auch die darf es geben, wenn sie von ihrer Sache überzeugt sind und deshalb für ihre Sache mit Respekt werben)
Vermutlich meinte doppelrock jedoch nicht vier verschiedene Gruppen, sondern nur zwei, dann also folgende Rangliste:
1. Sympathieträger und Vorbilder
2. PR-Beauftragte und Missionare
Nachteil: Sympathien werden von Mensch zu Mensch unterschiedlich verteilt. Vorbildfunktionen teilen das gleiche Schicksal: was dem einen ein Vorbild, ist dem anderen ein Gräuel.
Vorteil einer PR-Aktion: geschickt gemacht, kann man vorgenannte Nachteile etwas mildern, indem man mehr die Botschaft in den Vordergrund hebt als einzelne Personen. Oder indem man mehrere verschieden-artige Sympathieträger und verschiedene Vorbild-Konzepte mit einbindet. So betrachtet, könnte man die beiden Ranglisten von oben doch also auch wieder anders anordnen.
zu Punkt (1): Ich wiederhole die Worte von doppelrock:
"Die Philosophie über Bildung kann ich im Zusammenhang mit Rocktragen nicht nachvollziehen. Keine Ahnung, wie das zusammengeht."
Mir lag lange eine Antwort auf diesen von Micha ins Spiel gebrachten Zusammenhang auf der Zunge. Ich hatte meinen Kommentar dazu wieder verworfen. Aber ich muss doppelrock hier Recht geben und will das, wie ich es gerne mache, mit der Hose für die Frau vergleichen.
Frauen haben ohne einen allgemeinen Bildungszugewinn sich die Hosen erobert - oder bevor dieser Satz wieder anders ausgelegt wird, anders, platter formuliert: Auch bildungsferne Frauen trugen auf einmal Hosen.
Die Einführung des Rocks für den Mann muss man also ebenso nicht mit dem Bildungsstand eines jeden Mannes in Verbindung bringen.
Es macht beispielsweise auch keinen Sinn, den Männern zu erzählen: Du musst Dich gesund ernähren, wenn Du einen Rock tragen willst. Das eine hat mit dem anderen primär nichts zu tun!
Ausserdem: wenn man von bildungsfernen oder ungebildeten Menschen spricht, vergisst man gerne etwas, was wir alle eigentlich mit unserer Lebenserfahrung schon haben feststellen sollen:
"Ungebildete" Menschen können fast immer mit anderen Begabungen und Fähigkeiten glänzen und haben ihre Qualitäten auf anderen Schwerpunkten. "Ungebildete" Menschen haben auch ihren Wert, den man nicht vorschnell unterschätzen sollte.
So. Jetzt war ich belehrend.

Es geht darum, möglichst alle zu erreichen. Männer, und alle anderen. Und nicht eine Vorabauswahl zu treffen: "Du darfst, Du darfst nicht weil ich Dich blöd finde".
Aber ich glaube, wir und besonders doppelrock und MAS müssen an diesem Punkt gar nicht weiter in diesem Thread diskutieren, weil wir diesen Schritt eigentlich schon recht erfolgreich abgeschlossen haben.
Ich hatte nämlich lange überlegt, auf diesen Bildungspunkt einzugehen. Ich habe es mit großer Überwindung mir letztlich verkniffen. Ich las den betreffenden Beitrag noch einmal intensiv durch, um statt mit einer Zurechtweisung von Micha mit einer Zustimmung für Micha antworten zu können.
Da fiel mir der darin enthaltene Slogan ins Auge. Und so hatte ich einen positiven Anknüpfungspunkt als Antwort auf Michas Beitrag gefunden. Und mein Gefühl sagt: Das war die richtige Reaktion.
Denn: es geht um den Rock. Es geht nicht um Belehrung in Dingen, die mit dem Rock nur begrenzt direkt zu tun haben. Einen Rock sich anzuziehen sollen auch Menschen machen dürfen, die in anderen grundlegenden Dingen nicht mit mir übereinstimmen müssen. Nur so besteht eine Chance, dass diese Rock-Idee sich unter den Menschen verbreitet.